Lieblingsbücher, Teil 4

Relativität zum Tee
Relativität zum Tee von Jean-Claude Carrière
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Jean-Claude Carrière: Relativität zum Tee. ein Besuch bei Einstein, München 2009

 

Stellen Sie sich vor Sie treten durch eine Tür und finden sich plötzlich im Arbeitszimmer von Albert Einstein wieder. Der Gute sitzt am Schreibtisch, blickt auf und begrüßt Sie ganz freundlich, lädt Sie zu einer Tasse Tee ein und plauscht mit Ihnen über sein Leben und die Relativitätstheorie. Und damit nicht genug, auch Mr. Newton schaut noch vorbei, beteiligt sich am Gespräch und erzählt die altbekannte Geschichte vom Apfel, der nicht weit vom Baum fiel.

Klar – eine völlig irreale Vorstellung und dennoch hat sie Charme, denn wer weiß schon sich wieviel Dimensionen es wirklich gibt und ob nicht doch mehr zwischen Himmel und Erde existiert, als die vielberufene Schulweisheit sich träumen lässt.

Eine solch skurrile und märchenhafte Geschichte hat sich der Autor Jean-Claude Carrière ausgedacht.

Jean-Claude Carrière
Jean-Claude Carrière, Foto: By Studio Harcourt (Studio Harcourt Paris (http://studio-harcourt.eu/)) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Carrière wurde 1931 in Colombières-sur-Orb geboren. In Frankreich gilt er als einer der bedeutendsten Literaten, Dramatiker und Drehbuchautoren seiner Zeit und erhielt bereits im Jahr 1963 einen Oscar für den Kurzfilm “Heureux Anniversaire” gemeinsam mit Pierre Étaix.

Im Laufe der Jahre hat er mit vielen Größen des Filmgeschäfts zusammengearbeitet, etwa mit Jacques Tati, Volker Schlöndorff, Milos Forman und Jean-Luc Goddard und viele von Ihnen werden seine Geschichten kennen, auch wenn Sie seinen Namen nicht unbedingt kennen, denn Carrière schrieb zum Beispiel die Drehbücher für Filme wie „Der Swimmingpool“ mit Romy Schneider und Alain Delon und „Cyrano de Bergerac“ mit …

Neben diesen berühmten Drehbüchern schrieb Carrière aber auch bereits zahlreiche Romane und Bücher, so auch das anfangs angerissene Werk „Relativität zum Tee“, das seit seinem ersten Erscheinen unter dem Titel „Einstein, s’il vous plaît“ im Jahr 2005 inzwischen in 18 Sprachen übersetzt wurde.

Ich persönlich bin erst vor kurzer Zeit über dieses Buch gestolpert: Ich entdeckte es quasi auf dem Grabbeltisch und der Titel „Relativität zum Tee. Ein Besuch bei Einstein“ machte mich neugierig, ebenso wie der Klappentext, der ein wenig Einblick in die Idee und die Geschichte liefert: „Eine junge Frau betritt ein Arbeitszimmer und steht einem Herrn mit wirrem Haar und gigantischem Schnauzbart gegenüber: Albert Einstein persönlich. Und während draußen in der Welt des 21. Jahrhunderts die Uhren weiterticken, begeben sich die Studentin und der Physiker auf einen zeitlosen Streifzug zu den großen Ideen der modernen Wissenschaft, von der Relativitätstheorie bis zur Kernspaltung. Dieses Buch ist ein zauberhaftes Märchen und zugleich eine erhellende Lektüre über Einsteins Leben und Werk.“

Im Gegensatz zu vielen Büchern, die nach Titel und Klappentext erst neugierig machen und dann recht schnell für Ernüchterung und im schlimmsten Fall sogar für Langeweile sorgen, blieb meine Neugierde bei diesem Buch vom ersten bis zum letzten Satz erhalten mit der Folge, dass ich am nächsten Morgen hundemüde und mit tiefdunklen Ringen unter den Augen an meinen Schreibtisch trottete, denn ich konnte mich nicht losreißen, wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte denn wohl ausginge und habe die 222 Seiten tatsächlich in einer Nacht verschlungen.

Ein größeres Kompliment kann ich einem Buch kaum aussprechen.

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