7. Sonntagsspaziergang: Amt Angermund, Teil 2

Haus zum Haus
Haus zum Haus Foto: A. Kircher-Kannemann

Bereits am letzten Sonntag sind wir im Amt Angermund spazieren gegangen. Es war Heinrich Schmitz, der Lehrer und Heimatforscher, der uns an die Hand genommen hat und von Angermund aus Spaziergänge mit uns unternahm.
Wie bereits versprochen, setzen wir diese Spaziergänge mit Heinrich Schmitz heute fort. Diesmal allerdings suchen wir uns andere Startorte aus. Von Lintorf, Großenbaum und Wedau aus gilt es weitere Teile des ehemaligen Amtes Angermund zu entdecken:

 

„2. Wanderungen von Lintorf.
Dieser Ort, rundum von Wald umgeben dient als Ausgangspunkt von Wanderungen, die teilweise durch stilles Waldgebiet führen.
a) Nach Krummenweg – Hösel. Durch Lintorf an der katholischen Kirche vorbei nach links zum Krummenweg; es ist anfangs eine waldlose Straße, dann grüßt rechts der Wald. Eine mächtige Buche, die aus drei verschlungenen Stämmen besteht, ist bemerkenswert. Von Krummenweg auf der Straße nach Kettwig weiterschreitend, biegt der Wanderer bald rechts in den Wald und hat das Dickelsbachtal mit seinen schönen gewellten Abhängen zur Rechten. Ein genußreicher Gang, der auch im Winter seine Reize bietet; in einer halben Stunde steht man am Höseler Bahnhofe.

 

Lintorf
historische Postkarte aus Lintorf

 

b) Nach Ratingen. Die Straße Lintorf-Ratingen bietet wenig Abwechslung; sie berührt nur auf einer kleinen Strecke den Wald. Nachstehender Weg ist zu empfehlen: Durch den Ort Lintorf geht man an der katholischen Kirche vorbei gradeaus über den Dickelsbach zum Rahmerhofe. Der Weg wendet sich nach links und man verfolgt denselben an dem Gehöft mit schwarzem Gebälk vorbei. Bald zweigt ein sandiger Waldweg rechts ab zum einsam gelegenen Siepenkotten.
Hier umfängt uns tiefe Einsamkeit. Immer südlich führt der etwas ansteigende Weg, schöne Partien zur Rechten und Linken, durchsetzt mit Stechpalmen und Hainbuchen tuen sich auf. Und nun naht der Glanzpunkt der Wanderung, links erhebt sich der Stinkenberg, den man auf lauschigem Waldpfade erreicht. Auf dem Gipfel liegen einige mächtige Quarzite, ein beschränkter Durchblick zeigt sich nach Norden. Ein lauschiges Plätzchen! Der Wanderer kann nun den Waldpfad nach Osten verfolgen und gelangt dann nach der Krummenweger Seite. Geht er den ursprünglichen Weg weiter, so sieht er, rechts sich haltend, bald den majestätischen Oberbusch und die Wasserburg Haus zum Haus.

 

Haus zum Haus
Haus zum Haus Foto: A. Kircher-Kannemann

 

c) Nach Schwarzenbruch – Eggerscheidt. Geht man den eben erwähnten Weg anstatt zum Siepenkotten abzubiegen, in gerader Richtung weiter, so zeigen sich neue Schönheiten der Natur. Immer ansteigende, erreicht man den Hülsenberg, den höchsten Hügel der Gegend; ein reizender Punkt! Die ganze Landschaft zeigt herrliche Stimmungsbilder, hier läßt sich gut ruhen. Geht man von hier nach links, so kommt man auf der Straße nach Lintorf aus. Wir aber gehen zur Niederung hinab, die Straße Krummenweg-Ratingen ist bald erreicht. Schwarzenbruch liegt eine kurze Strecke weiter rechts an derselben. Links führt der Weg nach Eggerscheidt und zum Angertale.
d) Zu den Mülheimer Waldungen. Vom Bahnhof Lintorf wandert der Tourist nach Süden zum Wald; am Druchter Kalkofen rehcts vor der Bahnstrecke Lintorf-Wedau schreitet er weiter zum Teufelshorn. Hierliegen gar einsam die Reste der frühern Zeche. Rundum schweigender Wald, hier mag der Naturfreund zur gegebenen Zeit Maiglöckchen suchen und die aromatischen Waldbeeren pflücken. Nehmen wir die Wanderung wieder auf, so gelangen wir bald auf einen breitern Weg; hier müssen wir links wenden und sehen rechts einen großen Stechpalmenhain im weiten Walde. Ein prächtiges Bild im tiefen Winter! Der Weg steigt, abwechslungsreich zeigt sich dieses Revier; Farnbüsche in Hülle und Fülle. An einigen Häuschen vorbeigehend, sehen wir eine Lichtung; ein Pfad weist zum gegenüberliegenden Walde. Von Weidmannsheil kann man die schönen Mülheimer Waldungen durchqueren.

 

Haus zum Haus
Schrifttafel an “Haus zum Haus” Foto: A. Kircher-Kannemann

 

3. Wanderungen von Großenbaum.
a) Nach Wedau. Vom Bahnhofe nach Osten wandernd, erreicht man die Bäumerbrücke und schlägt den Waldweg rechts ein. Dieser führt andauernd durch prächtigen Hochwald zum Kalkweg. Man wendet sich links und verfolgt den breiten Weg, schöne Gebüsche zu beiden Seiten umrahmen ihn; muntere Wässerlein rollen ihre Wellen nach Westen.
b) Nach Rahm. Von dem Forsthause an der Bäumerbrücke schlägt man den rechts abgehenden Weg ein und geht am Waldrande vorbei nach Süden bis zum Orte Rahm. Von diesem Dorfe gelangt man in den links liegenden Waldteil und durchgeht schöne Strecken in der Richtung Lintorf.
c) Nach Lintorf. Man verfolgt den Weg wie bei a angegeben, an der Kalkstraße wendet man sich nach rechts und wandert an niederem Tannengestrüpp, an schönen Eichenbeständen und mächtigen Buchen vorbei nach Lintorf.

 

Anger
Wasserlandschaft im alten Amt Angermund; Foto: A. Kircher-Kannemann

 

4. Wanderungen von Wedau.
a) Nach Lintorf. Von Wedau Bahnhof nach Süden an der Bahnlinie vorbeigehend, erscheinen die Seen, der Weg zeigt südlich die Richtung Lintorf an. Man kommt abbiegend nach Selbeck, dieser Waldweg ist sehr schön; der Forst zeigt sich in seiner ganzen Pracht.
b) Zu den Duisburger Waldungen kommt man auf bekannten Wegen; ferner zum Speldorfer Wald und zur Saarner Mark. Gerade diese Gegenden weisen noch herrliche Walddistrikte auf und sind wenig begangen.
Und nun, Wanderer, suche das Angermunder Waldgebiet auf, lasse den ganzen Zauber des Heimatwaldes auf dich wirken; schone aber auch den Wald!“

Soweit Heinrich Schmitz und seine Spaziergänge im Amt Angermund. Ich freue mich schon auf das Frühjahr und darauf diese Wege zu gehen und zu schauen, was von den erwähnten Schönheiten noch zu finden ist.
Lassen Sie sich überraschen mit wem wir beim nächsten Mal spazieren gehen und in welche Region es uns verschlagen wird.

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