Wissenschaftler, digitaler Wanderer und ein bisschen Romancier – das Leben als Historiker(In)

Vom Blättern in der Vergangenheit

Laut Duden ist ein(e) Historiker(in) eine „Person, die sich wissenschaftlich mit Geschichte befasst“. Eine knappe und irgendwie vereinfachende Definition, die tatsächlich nur einen Teil der alltäglich gelebten Wahrheit abbildet.
Schauen wir also weiter und fragen einmal Wikipedia. Tatsächlich geht man hier bei der Definition schon ein wenig weiter und nimmt einen ganz wichtigen Bereich der alltäglichen Arbeit eines Historikers mit in die einleitende Definition auf: die Darstellung von Geschichte! “Wissenschaftler, digitaler Wanderer und ein bisschen Romancier – das Leben als Historiker(In)” weiterlesen

Zettelkasten #15

Theodor Mommsen
Theodor Mommsen um 1890 über den herrschenden Antisemitismus

Theodor Mommsen an H. Bahr, nach: P. W. Massing, Vorgeschichte des politischen Antisemitismus, Frankfurt 1959, S. 177; s. Hans Ulrich WEHLER, Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918, S. 113f.

“Sie täuschen sich, wenn Sie glauben, daß ich da was richten kann. Sie täuschen sich, wenn Sie glauben, daß man da überhaupt mit Vernunft etwas machen kann. Es ist alles umsonst. Was ich Ihnen sagen könnte …, das sind doch immer nur Gründe, logische und sittliche Argumente. Darauf hört doch kein Antisemit. Die hören nur auf den eigenen Haß und den eigenen Neid, auf die schändlichsten Instinkte … gegen den Pöbel gibt es keinen Schutz – ob es nun der Pöbel auf der Straße oder der Pöbel im Salon ist, das macht keinen Unterschied. Kanaille bleibt Kanaille, und der Antisemitismus ist die Gesinnung der Kanaille. Er ist wie eine schauerliche Epidemie, wie die Cholera – man kann ihn weder erklären noch heilen, Man muß geduldig warten, bis sich das Gift von selber auflöst und seine Kraft verliert.”

(um 1890, über den von Bismarck geschürten Antisemitismus)