Kultur-News KW 20-2019

Adelbert von Chamisso Bild aus "Leben und Briefe des Adelbert von Chamisso", hg. v. Julius Eduard Hitzig, Leipzig 1839

Digitales

  • 37.000 neue Datensätze über die Herrschafts- und Adelsgeschichte, die bislang nur über handschriftliche Findmittel zu recherchieren waren, sind nun online zugänglich über das Archivportal für den Südwesten und bald auch über das Archivportal-D.

 

  • Die Universität Heidelberg hat ein Digitalisierungsprojekt zur eigenen Universitätsgeschichte gestartet. „Gründungsdokumente der Universität Heidelberg sowie weitere bedeutsame Schriftstücke aus dem Bestand des Universitätsarchivs zu erschließen und zu digitalisieren ist Ziel eines Kooperationsprojektes, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert wird. An dem Verbundvorhaben sind auch die Archive der Universitäten Freiburg, Hohenheim, Stuttgart und Tübingen beteiligt. Gemeinsam wollen sie einheitliche Standards entwickeln, um Dokumente zur Universitätsgeschichte online zugänglich zu machen. Die Arbeiten in Heidelberg werden mit rund 120.000 Euro gefördert.“

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Über Adelbert von Chamisso, ein Museum und die Zufälle des Lebens

Adelbert von Chamisso Bild aus "Leben und Briefe des Adelbert von Chamisso", hg. v. Julius Eduard Hitzig, Leipzig 1839

Manchmal gibt es ja Zufälle, die schon beinahe keine Zufälle mehr sind …

Vor ein paar Wochen habe ich mal wieder mein Bücherregal durchgeforstet, bei mehr als tausend Büchern (ja, ich weiß, es gibt Bibliotheken, die kleiner sind) ist das immer mal nötig. Beim Durchstöbern stieß ich auf eine schon recht alte Biographie über Adelbert von Chamisso und da mein Lesetisch gerade eh recht leer war und ich der festen Überzeugung war, dass ich dringend mal wieder ein irgendwie germanistisches Thema brauchte, habe ich mich vertieft. Zugegeben, die Biographie war jetzt nicht unbedingt die Beste, auch wenn sie durchaus ein paar Highlights hatte, dennoch habe ich sie recht zügig gelesen und dabei festgestellt, dass Herr Chamisso ja ursprünglich aus Lothringen stammte. Okay, zugegeben: Ich hatte eine Bildungslücke. Die war übrigens gleich doppelt peinlich, denn zum einen habe ich ja irgendwann mal Germanistik studiert und zum anderen stammt meine Oma aus Lothringen. „Über Adelbert von Chamisso, ein Museum und die Zufälle des Lebens“ weiterlesen

Kultur-News KW 19-2019

Augmented Reality im Goethe-Museum Düsseldorf

Digitales

  • Wie die Badische Zeitung berichtet, wollen Freiburgs Museen ihr Bestände in den nächsten 10 Jahren digitalisieren, denn die Ausstellungen zeigen nur einen Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Exponate. Unklar sind dabei allerdings die Kosten.

 

  • Es ist 2019 und wir schreiben das Fontane-Jahr. 200 Jahre wäre der Schriftsteller in diesem Jahr geworden. Passend dazu gibt es eine App zu seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. WDR 2 hat in den Sonntagsfragen dazu einen Beitrag.

 

  • KI – Künstliche Intelligenz und Kunst und Kultur – passt das zusammen? Macht das Sinn und vor allem: wird das überhaupt genutzt? Dieser Frage geht Indra Heinrich auf dem Blog der Staatsbibliothek Berlin nach. „Künstliche Intelligenz in Kunst und Kultur“ heißt ihr Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2019.

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Über Wirte, Gäste und den Knigge – die Tischzucht des Adolph Freiherr von Knigge

Adolph Freiherr Knigge (1752-1796)

Wir sind angekommen bei der, zumindest für Deutsche, bekanntesten Tischzucht überhaupt: dem Knigge, benannt nach Adolph Freiherr von Knigge. Dabei ist „der Knigge“ als solcher viel mehr als eine Tischzucht, er ist eine Benimmregel, die im Grunde alle Bereiche des Lebens umfasst und dazu gehört eben auch das Benehmen bei Tisch.

 

Adolph Freiherr von Knigge – adeliger Spross mit trauriger Kindheit

Der Mann, der hinter dieser umfangreichen Benimmregel steckt war „ein Spross der uradligen niedersächsischen, allerdings verarmten Adelsfamilie Knigge“, wie es bei Wikipedia heißt. Trotz der eher armen Verhältnisse wuchs der a. 16. Oktober 1752 geborene „Spross“ natürlich standesgemäß auf und wurde auch so erzogen, wie es sich für adelige Verhältnisse im 18. Jahrhundert gehörte, zumindest bis zu seinem 14. Lebensjahr. Danach allerdings gestaltete sich sein Leben doch eher kompliziert. Seine Mutter war gestorben, als er 11 Jahre alt war und mit 14 verlor er seinen Vater. Da war das „normale“ Leben eines adeligen Knaben erst einmal vorbei, denn anstelle von Geld und Gut erbte er nur Schulden. Das Anwesen der Familie in Bredenbeck fiel an die Gläubiger und Adolph blieb einzig eine eher magere jährliche Rente von 500 Reichstalern. „Über Wirte, Gäste und den Knigge – die Tischzucht des Adolph Freiherr von Knigge“ weiterlesen