Von groben Sitten und unhöflichen Gebärden – die Tischzucht des Caspar Scheidt

Caspar Scheidt Grobianus Tischzucht

Caspar Scheidt oder auch Kaspar Scheid, manchmal auch Scheyt, der Schreibweisen gibt es so einige, wie so oft bei Namen der Frühen Neuzeit und des Mittelalters.

Wir sind inzwischen in der Mitte des 16. Jahrhunderts angekommen mit den Tischzuchten und eigentlich sollte man meinen, dass man nun über die Autoren der Texte doch einiges sagen kann und zumindest ihre Lebensdaten kennt und ein wenig über ihren Lebensweg erzählen kann (bei Hans Sachs etwa war dies ja auch so, ebenso bei Konrad Bollstatter und Clara Hätzlerin). Aber es ist weit gefehlt, wenn man meint, dass dies für alle Autoren jener Zeit Gültigkeit hat. Auch in der Mitte des 16. Jahrhunderts gibt es durchaus noch Menschen, die zwar eine ganze Zahl von Texten hinterließen aber selbst mit ihrer Biographie ein mehr oder minder großes Rätsel darstellen. „Von groben Sitten und unhöflichen Gebärden – die Tischzucht des Caspar Scheidt“ weiterlesen

Von Ellbogen und Grobianen – Tischzuchten von Hans Sachs

Gestatten – Hans Sachs: Meistersinger! Sie wissen nicht, was das ist? Aber Sie haben das schon einmal gehört! Ja, das geht heute vielen Leuten so: das Wort ist bekannt, doch des Wortes Bedeutung eher nicht (mehr).

Sie gestatten also, dass ich Ihnen von der Schreiberin hier erst einmal erklären lasse, was ich denn so treibe, womit ich so mein Brot verdiene …

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Von Vielfraßen und höfischem Brauch – Tischzucht aus Bollstatters Spruchsammlung

Wir sind noch einmal in Augsburg und wir sind bei einem Kollegen von Clara Hätzlerin, mit deren Tischzucht wir uns ja schon beschäftigt haben.

Der Mann, der uns die folgende Tischzucht überliefert hat hieß Konrad. Man kennt ihn als Konrad Müller, aber auch als Konrad Bollstatter. Geboren wurde er um das Jahr 1420 bis etwa 1430, so genau weiß man das nicht (aber das kennen wir ja auch schon). Sein Geburtsort war Oettingen, eine kleine Gemeinde in Bayern, die heute zum Landkreis Donau-Ries gehört, im Regierungsbezirk Schwaben. „Von Vielfraßen und höfischem Brauch – Tischzucht aus Bollstatters Spruchsammlung“ weiterlesen

Vom Benedicite bis zum Gracias – Die Tischzucht der Clara Hätzlerin

Burgundischer Schreiber (Portät von Jean Miélot, Sekretär, Kopierer und Übersetzer von Herzog Philipp (III.) dem Guten von Burgund, von einer Kopie seiner Zusammenstellung der Miracles de Notre Dame ANMERKUNG: Tatsächlich weder ein Mönch! trotz eines Domherr/Kanon? von Lille Kathedrale [Frankreich].), 15. Jahrhundert. Das Bild ist sehr detailliert in der Wiedergabe der Einrichung, dem Material des Schreibers, Ausrüstung und Tätigkeit.

Sie war keine Schriftstellerin, keine Dichterin, die Clara Hätzlerin, die uns das Liederbuch überliefert hat aus dem die nachfolgende Tischzucht stammt. Sie war eine Kopistin und damit war sie und ist sie bis heute eine ganz besondere Frau, denn wir kennen keine andere Frau, die als bezahlte Schreiberin arbeitete und nicht, wie vielfach vermutet wurde, Nonne war.
Allerdings wissen wir, abgesehen von ihrer Einzigartigkeit auch nicht viel über sie. Weder ihr Geburts- noch ihr Sterbedatum sind wirklich bekannt. Gemutmaßt wird, dass sie um das Jahr 1430 in Augsburg geboren wurde und dort vermutlich auch um das Jahr 1476 starb. „Vom Benedicite bis zum Gracias – Die Tischzucht der Clara Hätzlerin“ weiterlesen