Von Vielfraßen und höfischem Brauch – Tischzucht aus Bollstatters Spruchsammlung

Wir sind noch einmal in Augsburg und wir sind bei einem Kollegen von Clara Hätzlerin, mit deren Tischzucht wir uns ja schon beschäftigt haben.

Der Mann, der uns die folgende Tischzucht überliefert hat hieß Konrad. Man kennt ihn als Konrad Müller, aber auch als Konrad Bollstatter. Geboren wurde er um das Jahr 1420 bis etwa 1430, so genau weiß man das nicht (aber das kennen wir ja auch schon). Sein Geburtsort war Oettingen, eine kleine Gemeinde in Bayern, die heute zum Landkreis Donau-Ries gehört, im Regierungsbezirk Schwaben. “Von Vielfraßen und höfischem Brauch – Tischzucht aus Bollstatters Spruchsammlung” weiterlesen

Gesäuerte Milch und edles Bier – Zu Tisch in Mesopotamien

Brot

Esskultur in Mesopotamien? – Wo liegt Mesopotamien überhaupt? – Gab es irgendwelche Großreiche in Mesopotamien? – Wieso eigentlich Mesopotamien?

Das sind sicherlich nur ein paar Fragen, die einem so durch den Kopf schießen, wenn man sich die Überschrift dieses Beitrags durchliest. Offen gestanden habe ich mich auch gefragt, was es denn wohl so mit der Esskultur in Mesopotamien auf sich haben könnte und wenn ich ganz furchtbar ehrlich bin, dann musste ich auch kurz überlegen, um die Geographie im Kopf klar zu bekommen und mir ins Gedächtnis zu rufen mit welchen (Groß-)Reichen wir es denn in diesem Landstrich so zu tun haben. “Gesäuerte Milch und edles Bier – Zu Tisch in Mesopotamien” weiterlesen

Vom Benedicite bis zum Gracias – Die Tischzucht der Clara Hätzlerin

Burgundischer Schreiber (Portät von Jean Miélot, Sekretär, Kopierer und Übersetzer von Herzog Philipp (III.) dem Guten von Burgund, von einer Kopie seiner Zusammenstellung der Miracles de Notre Dame ANMERKUNG: Tatsächlich weder ein Mönch! trotz eines Domherr/Kanon? von Lille Kathedrale [Frankreich].), 15. Jahrhundert. Das Bild ist sehr detailliert in der Wiedergabe der Einrichung, dem Material des Schreibers, Ausrüstung und Tätigkeit.

Sie war keine Schriftstellerin, keine Dichterin, die Clara Hätzlerin, die uns das Liederbuch überliefert hat aus dem die nachfolgende Tischzucht stammt. Sie war eine Kopistin und damit war sie und ist sie bis heute eine ganz besondere Frau, denn wir kennen keine andere Frau, die als bezahlte Schreiberin arbeitete und nicht, wie vielfach vermutet wurde, Nonne war.
Allerdings wissen wir, abgesehen von ihrer Einzigartigkeit auch nicht viel über sie. Weder ihr Geburts- noch ihr Sterbedatum sind wirklich bekannt. Gemutmaßt wird, dass sie um das Jahr 1430 in Augsburg geboren wurde und dort vermutlich auch um das Jahr 1476 starb. “Vom Benedicite bis zum Gracias – Die Tischzucht der Clara Hätzlerin” weiterlesen

Vom Unterricht und vom Gespött – #Tischzuchten

Tischzucht Jakob Köbel Bild erste Seite

Jacob Köbel

Die Tischzucht des Jakob Köbel soll uns in diesem Beitrag interessieren.

Die Schreibweisen seines Nachnamens sind fast unzählbar, so findet man ihn als Kobel, Kobelius, Kobelin und Kobilinus und der Vorname Jacob oder Jacobus wird wahlweise auch mit ‚k‘ geschrieben – Jakob.

Gemeint aber ist immer jener Stadtschreiber aus Oppenheim, der etwa um 1462 in Heidelberg geboren wurde: Jakob Köbel. Auch er ist wieder eine jener historischen Gestalten, von denen zwar viel Schriftliches überliefert ist aber von deren Leben im Grunde fast nichts bekannt ist. Sein Geburtsdatum ist geschätzt, der Geburtsort durchaus belegt und so richtig fassbar wird er im Jahr 1494, als er Stadtschreiber von Oppenheim wurde. “Vom Unterricht und vom Gespött – #Tischzuchten” weiterlesen