Kultur im Stadtraum – auf der Suche nach Kultur am Wegesrand

#Kulturwoche: Samstag, 4. Mai 2019

Inzwischen habe ich mich der Kultur schon auf sehr unterschiedliche Arten genähert. Heute versuche ich es einfach mal mit einem Spaziergang durch meine Heimatstadt und suche die Kultur im städtischen Raum. Städte haben eine Menge Kultur zu bieten und damit meine ich nicht nur die Museen, die Bibliotheken, die Galerien und Theater mit denen jeder sofort das Wort Kultur verbindet.

Ich suche eher die andere Kultur, die an der nicht sofort dransteht, dass sie Kultur ist und ich suche sie in einer Stadt, die nicht gerade berühmt ist für Kultur und wenn überhaupt dann wohl für Industriekultur. Die Stadt, in der ich mich auf Suche begebe ist Duisburg.

Duisburg ist eine ziemlich alte Stadt, was kaum jemand weiß. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 883 und berichtet von einem Normanneneinfall. Damals gab es in der Stadt sogar eine Königspfalz, was ebenfalls kaum jemand weiß. Bekannter ist da schon der Hafen, den es schon im Mittelalter gab und der der größte Binnenhafen Europas ist.

Auch nicht wirklich bekannt ist die Tatsache, dass Duisburg einst Hansestadt war und noch heute Hansetage ausrichtet. Die Stadt ist mehr, als man ihr zutraut, wenn man immer nur auf Kohle, Stahl und Schimanski schaut.

Reste Duisburger Stadtmauer
Reste der Duisburger Stadtmauer
Foto: A. Kircher-Kannemann

Museen gibt es hier doch einige, da ist das Lehmbruck-Museum, das Museum Küppersmühle, das Stadthistorische Museum, das DKM, das Binnenschifffahrtsmuseum, ein Radiomuseum, ein Bienenmuseum. Historische Gebäude sind nicht mehr viele zu finden, denn der 2. Weltkrieg hat die Stadt in weiten Teilen zerstört zurückgelassen. Aber es gibt schon seit Jahrzehnten eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Stadtarchäologie, die mehr und mehr vom untergegangenen historischen Erbe wieder zutage fördert und das unter anderem auf der wohl größten innerstädtischen Grabung, die es je gegeben hat: das Mercatorviertel. Mercator, Gerhard mit Vornamen, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, der Mann mit den Globen und den Atlanten. Ein Mann, der das Gesicht der Welt geprägt hat.

Meine Suche nach städtischer Kultur am Wegesrand führt mich durch die Innenstadt Duisburgs und ich finde mehr Kultur als ich gedacht habe, obwohl ich diese Stadt schon so lange kenne, hier im Museum gearbeitet habe und auch eine Weile auf den Grabungen. Aber der normale Einkaufsbummel oder der Besuch im Lieblingsrestaurant lässt eben selten den Blick auf die Kultur am Wegesrand zu und so öffnet mir dieser Spaziergang mit anderer Sichtweise eine ganz neue Perspektive auf meine Heimatstadt.

Beitragsbild:

Mercatorbrunnen auf dem Burgplatz in Duisburg
Foto: A. Kircher-Kannemann

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