Kultur-News KW 27-2019

Digitales

  • Birte Förster und Hedwig Richter über ein Twitter-Projekt, das die 41 weiblichen Abgeordneten der Weimarer Nationalversammlung von 1919 in 280 Zeichen porträtierte.
  • Die Blogosphäre wächst, langsam aber stetig! Nun ist sie um ein Museum reicher, denn die Kunsthalle Karlsruhe freut sich ab sofort auf Austausch, Diskussion und Feedback. Herzlich Willkommen in der Blogosphäre liebe Kunsthalle Karlsruhe!
  • Da ist sie: die Zusammenfassung der Blogparade #DHMDemokratie des Deutschen Historischen Museums. 61 (plus 3) Beiträge sind es geworden, die sich auf ganz unterschiedliche Weise dem Thema Demokratie nähern und sich damit auseinandersetzen, was Demokratie bedeutet.
  • Foren und das Hochladen von Bildern – Damian Kaufmann gibt auf seinem Blog „Zeilenabstand“ Tipps rund um dieses Thema, die DSGVO und das Urheberrecht.

Museum

  • Wie kann man speziell Jugendliche für Museen begeistern? Das scheint aktuell eine der meistgestellten Fragen zu sein. In Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt im Bergischen Land gibt es hierauf eine Antwort: Kultur-Scouts! Was es damit auf sich hat und wie in diesem Zusammenhang Schüler*innen zu Kriminalbiologen werden, das liest man auf dem Blog des Neanderthal-Museums.
  • Christian Henner-Fehr hat auf seinem „Kulturmanagement-Blog“ den Direktor des Volkskundemuseums Wien interviewt. Dabei geht es vor allem um den digitalen Raum „als einen Ort der Versammlung und Auseinandersetzung“, der für Museen immer wichtiger wird und zu einer „demokratische[n] Pflicht“.
  • Leena Crasemann setzt sich auf dem Blog „Bilderfahrzeuge“ mit irritierenden musealen Sehgewohnheiten und zwei Ausstellungen in Basel auseinander.
  • Ein Übersetzer sein zwischen Exponat und Besucher – Matthias Wemhoff über Ausstellungen und das Museum in heutiger Zeit. Ein Interview auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.
  • „Mit der neuen Fassung des Leitfadens zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten präzisiert der Deutsche Museumsbund seine Haltung zum Thema Rückgabe und fordert neben Transparenz und Kooperation mit den Herkunftsgesellschaften vor allem eine hinreichende und dauerhaft gesicherte Finanzierung.“ Der Leitfaden findet sich auf „Museumsbund.de“.

Ausstellungen

  • Casa die Goethe in Rom zeigt eine Ausstellung über die italienische Werther-Rezeption und die sehr unterschiedlichen Blickwinkel auf den Selbstmord aus Liebe.
  • Auf „FAZ.net“ gibt es von Golo Maurer hierzu eine Besprechung.
  • Den zweiten Teil der Vorschau auf die Aufstellung „Das Junge Rheinland“ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast kann man nun auf L.I.S.A. nachlesen und nachhören.
  • Japanische Kunst ist sicher nicht nur mir recht fremd – „musermeku“ beschäftigt sich anlässlich einer Ausstellung im Kunstmuseum Basel mit dem Titel „Leiko Ikemura. Nach neuen Meeren“ mit dieser Künstlerin und ihrem Werk.
  • Mögen Sie Kaffee genauso gerne wie ich? Dann sollten wir alle uns sicher die Sonderausstellung des Deutschen Museums in München anschauen in der es um den „Kosmos Kaffee“ geht und um das, was die Bohne interessiert.
  • In der Cadolzburg wird’s tierisch! „Drache, Sau und Meereswunder – Ungeheuerliche Tierwelten von Dürer & Co.“ heißt es dort in einer Ausstellung, die bis zum 31. Januar 2020 läuft. Via „Schlösserblog.Bayern

Bibliotheken/Archive

  • Ja, so spielt sie manchmal die Geschichte: erst verbieten und dann Jahre später (ok, mehr als 200 Jahre später) stolz präsentieren. So hat es nun die Universität Jena gemacht. Die ist nach Friedrich Schiller benannt, der hier einst Ordinarius war. Der Erstdruck seiner Antrittsvorlesung aber ist dereinst von den anderen hohen Herren verboten und eingezogen worden. Folge: an der Uni in Jena gab’s ihn nicht. Jetzt hat man ihn endlich erworben und präsentiert ihn stolz. Übrigens: Die Frage, die Schiller damals stellte ist immer noch recht aktuell: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?
  • Die Deutsche Nationalbibliothek hat sich verjüngt – zumindest ihren Webauftritt, der ist brandneu und wirkt auf den ersten Blick nun recht modern. Responsive und barrierefrei ist die neue Seite und anders strukturiert als bisher.
  • Eigentlich sollte der Relaunch des Archivportals NRW längst erfolgen, doch „Kommunikationsprobleme“ mit dem beauftragten IT-Dienstleister verhinderten dies. Nun gibt es wohl einen neuen und man wird sehen, wann das 2017 quasi „eingefrorene“ Portal wieder zum Leben erwacht. via siwiarchiv

Geschichte

  • Legendenbildung und ein Heiliger, der kreiert wird – der Fall des Werner von Oberwesel, erzählt von Hannah Judith und Annika Zöll auf dem „Histrhen-Blog“ für Rheinische Geschichte.
  • 100 Jahre Versailler Vertrag und eine virtuelle Galerie. Mehr dazu gibt es auf dem „Blog-Weimar“.
  • Kinderbücher als Militär- und Kriegspropaganda – unvorstellbar aber wahr. Das Blog „Ostbib“ zeigt solche Bücher aus der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Jugoslawien. Die Bücher befinden sich in der Bayerischen Staatsbibliothek.
  • „Was bedeutet heute digitale Geschichtswissenschaft? Ist darunter die Anwendung von digitalen Werkzeugen in der Geschichtsforschung, also eine neue Hilfswissenschaft, zu verstehen? Oder eher die Erforschung einer zunehmend digital verfügbaren Vergangenheit? Vielleicht doch die Geschichte der Digitalisierung an sich, also einer konkreten technischen Innovation? Oder handelt es dich dabei eher um ein didaktisches Projekt, zukünftige Geschichtslehrende digital auszubilden?“ – Viele Fragen, die Marko Demantowsky in seinem Vortrag aufgegriffen hat. Anschauen kann man sich den 57-minütigen Vortrag auf L.I.S.A.
  • „Als im Juni 2014 die junge US-Amerikanerin Breanna Mitchell über ihren Twitter-Account ein Selfie postete, das sie vor dem Hintergrund der Baracken des Konzentrationslagers Auschwitz zeigt und das sie mit den Worten “Selfie in the Auschwitz Concentration Camp 🙂” betitelte, dürfte ihr das Ausmaß, das sie mit dieser Nachricht und dem Foto hervorrufen sollte, nicht klar gewesen sein.[1] Einige Wochen blieb das Selfie von der Community zwar unbeachtet, dann brach allerdings der Shitstorm los und “Princess Breanna”, so ihr Twitter-Name, bekam sogar Morddrohungen.“ – Stefanie Samida auf „Public History Weekly“ zur Frage, ob man in Auschwitz Selfies machen darf und sollte.
  • Geburtstagsfeiern können ja schon mal ziemlich üppig sein und manchmal auch ein wenig ausarten. Wahrscheinlich sind aber alle heutigen Geburtstagsfeiern nichts gegen die „Spektakulären Geburtstagsfeste der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth“, die Maria Blenk auf dem „Schlösserblog-Bayern“ beschreibt.

Archäologie

  • „Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati hat gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen eine uralte Gewalttat aufgeklärt. Das Team untersuchte mit modernsten forensischen Methoden den Schädel eines 33.000 Jahre alten modernen Frühmenschen. Das altsteinzeitliche Fossil stammt aus der rumänischen Cioclovina Höhle und gilt als eine*r der ältesten Vertreter*in der modernen Europäer*innen. Der Schädelknochen des Fossils weist mehrere Verletzungen auf, die bisher als post mortem interpretiert wurden. Harvati und Co zeigen in der heute im Fachjournal „PLOS ONE “ veröffentlichten Studie, dass diese Frakturen gewaltvoll zugefügt wurden und vermutlich zum Tod führten.“ idw-Pressemitteilung

Lesenswert

  • Es ist ein schwieriges Thema, ein heikles Thema und vor allem ein inzwischen extrem emotionalisiertes Thema: Antisemitische Darstellungen in der mittelalterlichen Kunst. Damian Kaufmann hat sich auf „Zeilenabstand.net“ anlässlich des Rechtsstreits um die „Wittenberger Judensau“ sehr differenziert mit diesem Thema auseinandergesetzt.
  • Ganz schön wertvoll und das gleich im mehrfachen Sinne ist der Münzhumpen. Nicht weniger als 163 Münzen zieren diesen Deckelkrug, der Silberschatz und sichere Wertanlage war. Jürgen Luh erzählt auf dem Blog des Research Center Sanssouci die Geschichte des Münzhumpen, der zur Geburt des Kurprinzen Karl Emil von Brandenburg 1655 entstand.
  • Wenn 2.000 Jahre alte Texte heute noch ein Copyright haben … Nein, kein Scherz, sondern Realität und die hat tatsächlich auch einen nachvollziehbaren Grund. Erläutert wird der auf dem Blog „Parerga“ für lateinische Lexikographie.
  • Tanja Praske hat ihre Museums-Blogroll ergänzt. Stand aktuell: 86 bloggende Museen. Wer noch weitere bloggende Museen kennt, die nicht auf Liste stehen sollten sich einfach bei Tanja Praske melden.
  • Die ungarische Regierung torpediert aktuell den Welterbe-Antrag zum Donaulimes, der von Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn eingereicht wurde und eigentlich gute Aussichten auf Erfolg hatte. via zkbw
  • Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit und eine amerikanische Uhr, die aus Pforzheim kam und die Mondzeit anzeigt. Ein wirklich lesenswerter Beitrag des Uhrenmuseums Furtwangen.
  • In diesem Fall ein hörenswerter Beitrag auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A.: Der Mediävist Karl Ubl über die Universität als Ort der Utopie und des Pragatismus.
  • „Überlegung zu einem Beitrag über die menschenrechtliche Dimension des Kulturerbes auf dem 35. Deutschen KunsthistorikerInnentag“ – ein Beitrag von Zora Schiffer auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A.
  • 18 cm mal 11,5 cm klein und doch vollgepackt mit Menschen, dutzenden Figürchen und unglaublich vielen Informationen, die eine längst vergangene Zeit lebendig werden lassen. Christian Quaeitzsch auf dem Schlösserblog Bayern über eine Miniatur aus der Sammlung des Residenzmuseums München.

In eigener Sache

Im Museum tanzen, Kochrezepte zusammenstellen und Glasfenster puzzeln – das alles kann man in der Mitmachausstellung „Ritter und Burgen – Zeitreise ins Mittelalter“ im LVR-Landesmuseum Bonn, die ich mir angeschaut habe.


Beitragsbild:
So sah er aus der berühmte Neandertaler
LVR Landesmuseum Bonn
Foto: A. Kircher-Kannemann

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