Digitalisierung
Digitalisierung, auch im Kulturbereich und in den Geisteswissenschaften ist längst ein alter Hut, so könnte man meinen, zumal, da wir das Jahr 10 nach Einführung des ersten Smartphones schreiben und somit das Internet auf ehemals ungeahnte Art und Weise mobil geworden ist und im vergangenen Jahr erstmals die Zahlen der mobilen Zugriffe auf Internetseiten diejenigen von stationären Computern übertrafen.
Doch noch immer gibt es zahlreiche Museen und Kultureinrichtungen, die im Netz fast nicht vertreten sind, die die Möglichkeiten, die sich hier bieten scheinbar noch nicht erkannt haben und die diesen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und auch des durchaus notwendigen Marketings mehr als stiefmütterlich behandeln.
Selbstredend gibt es auch die Gegenbeispiele, die Einrichtungen, die bloggen, Twitteracounts und Facebookseiten betreiben und die mit den Möglichkeiten, die das Internet bietet, spielen und die Klaviatur erstaunlich gut beherrschen. Da gibt es virtuelle Ausstellungen im Internet, zahlreiche Zusatzinformationen zu Museen und zu einzelnen Ausstellungen, Apps, die den Besuch eines Schlosses oder eines Museums zu einem interaktiven Erlebnis machen oder auch 360°-Rundgänge. Das ist digitale Kulturvermittlung par excellence.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Es wäre schön, wenn mehr Museen und Kultureinrichtungen sich für diese Möglichkeiten, die das Internet zu bieten hat öffnen, wenn mehr Archive den zum Teil gelungenen Beispielen folgen und ihre Bestände einem größeren Publikum via Open Access öffnen würden.
EDIT Januar 2021:
Zwischen diesem Text und Heute liegen ein paar Jahre und vor allem ein Jahr mit Corona-Pandemie und Lockdown.
Inzwischen hat sich die Einstellung der Kulturwelt gegenüber der Digitalisierung verändert – auch, weil sie sich verändern musste, denn nur noch digitale, virtuelle Mittel waren vorhanden, um mit den Besucher*innen Kontakt halten zu können.
Heute sind virtuelle Kuratoren-Führungen via Zoom kein Hexenwerk mehr, sondern eher hip und modern.
Die Kulturwelt ist im Wandel begriffen und das ist gut.
Aber noch immer gibt es auch Häuser, die sich der Digitalisierung im Kulturbereich verschließen. Die Frage wird sein wie lange dieses Sich-Verschließen noch machbar ist.

Promovierte Historikerin, Autorin, Kulturvermittlerin und Bloggerin.
Themen: digitale Kulturvermittlung – #digKV – Social Media – Storytelling – Geschichte(n) erzählen
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