Kulturvermittlung digital und OpenGLAM
Kultur, das ist seit langem klar, ist kein Selbstzweck – Kultur muss vermittelt werden und das mit den Mitteln der Zeit: heute also selbstverständlich auch digital. Die analoge Kulturvermittlung verliert dabei jedoch nicht an Bedeutung und hat auch weiterhin ihre Berechtigung. Doch die digitalen Methoden und Techniken eröffnen neue Chancen und Perspektiven und ermöglichen es, Wege zu gehen, die noch vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar waren. Vor allem aber ermöglichen sie noch viel mehr Menschen als bisher die Teilhabe an Kultur – zumindest dort, wo Zugänge, Kompetenzen und entsprechende Angebote vorhanden sind.
„‚In Bibliotheken‘, so einst Johann Wolfgang von Goethe, ‚fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet.“ Dieses Kapital zu erhalten und seine Zinsen möglichst vielen Menschen zukommen zu lassen, ist eine der wesentlichen Aufgaben nicht nur der Bibliotheken, sondern aller Einrichtungen, die der Bewahrung unseres kulturellen Erbes verpflichtet sind. Im Zeitalter des Internets tun sich dafür ganz neue Möglichkeiten auf: Durch Digitalisierung werden Inhalte immer und überall verfügbar. […] In die Digitalisierung des kulturellen Erbes und seine für alle Bürgerinnen und Bürger attraktive Präsentation im Netz zu investieren, ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Kulturpolitik und liegt besonders in staatlicher Verantwortung. Private Anbieter können – insbesondere in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen – eine wichtige Rolle spielen.“
Diese Worte schickte die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters im Jahr 2015 einer Publikation mit dem Titel „Der Vergangenheit eine Zukunft“ voraus.[1] Hier ging es vor allem um die DDB – die Deutsche Digitale Bibliothek – die als eine Säule für den Erhalt des Kulturguts in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Viele dieser Überlegungen sind auch heute noch gültig – auch wenn sich die technologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seitdem deutlich weiterentwickelt haben.
Auf europäischer Ebene arbeitet die Deutsche Digitale Bibliothek eng mit Europeana zusammen. Tausende europäische Museen, Bibliotheken und Archive sichern mit Hilfe dieser Plattform gemeinsam das europäische Kulturerbe und machen es für alle zugänglich. Gleichzeitig sind diese Plattformen heute nicht mehr nur Schaufenster, sondern zunehmend auch Infrastrukturen für Forschung, Vernetzung und Nachnutzung kultureller Daten. Aber für all diese Initiativen braucht es zunächst einmal eins: Kulturinstitutionen, die bereit sind in die digitale Welt der Kulturvermittlung einzutreten.
Im digitalen Zeitalter haben sich die Rahmenbedingungen für Kulturvermittlung grundlegend verändert. Digitalisierung bedeutet längst nicht mehr nur die Umwandlung analoger Objekte in digitale Formate. Sie steht vielmehr für einen tiefgreifenden Transformationsprozess, der Produktion, Vermittlung und Rezeption von Kultur gleichermaßen betrifft – und damit auch das Selbstverständnis der Institutionen verändert.
Spätestens die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung digitaler Kulturvermittlung eindrücklich vor Augen geführt und bestehende Entwicklungen massiv beschleunigt. Innerhalb kürzester Zeit waren Kulturinstitutionen gezwungen, ihre Angebote in den digitalen Raum zu verlagern. Virtuelle Ausstellungen, digitale Sammlungen und neue Vermittlungsformate wurden nicht länger als Ergänzung, sondern als notwendige Grundlage kultureller Arbeit verstanden.
Parallel dazu haben sich die technologischen Möglichkeiten weiterentwickelt: Anwendungen aus den Bereichen Virtual Reality und Augmented Reality sind ebenso Teil der kulturellen Praxis geworden wie datenbasierte Ansätze, offene Schnittstellen und – zunehmend – auch Künstliche Intelligenz. Diese Technologien eröffnen neue Wege der Interaktion, verändern aber zugleich auch die Erwartungen von Nutzer:innen und stellen etablierte Rollenverständnisse von Kulturinstitutionen zunehmend in Frage.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die OpenGLAM-Bewegung zunehmend an Bedeutung. Sie steht für den Anspruch, kulturelles Erbe nicht nur zu digitalisieren, sondern es auch offen zugänglich und nachnutzbar zu machen. Damit verbunden sind grundlegende Fragen nach Offenheit, Teilhabe und Verantwortung im Umgang mit kulturellen Daten – aber auch nach deren Grenzen, etwa im Hinblick auf Urheberrecht, kulturelle Sensibilität oder den Schutz sensibler Bestände.
Dieser Beitrag widmet sich der digitalen Kulturvermittlung im Spannungsfeld von technologischer Entwicklung, gesellschaftlichem Wandel und institutionellen Herausforderungen – und fragt danach, welche Rolle Kulturinstitutionen in diesem sich dynamisch verändernden Umfeld einnehmen können. Im Zentrum stehen dabei die Konzepte von OpenGLAM und Open Access sowie die Frage, wie Kultur im digitalen Raum vermittelt, genutzt und weiterentwickelt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Kulturvermittlung in der digitalen Welt
Die Kultur ist in der digitalen Welt angekommen – und sie ist dort längst Alltag geworden. Die digitale Kulturvermittlung ist zum Glück längst nicht mehr nur ein neumodisches Schlagwort, sondern vielerorts bewährte Praxis – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Geschwindigkeiten. Zahlreiche Museen, Archive und andere Kulturinstitutionen beschreiten heute den digitalen Weg, um Kultur, Kulturgüter und Bildung zu vermitteln. Und dennoch gibt es da noch immer auch die zahlreichen Zweifler und Gegner – wie immer eigentlich, wenn es um die Digitalisierung geht. Vielfach ist es schlicht der Mangel an Geld und Personal, der die Digitalisierung und mit ihr die digitale Kulturvermittlung verhindert. Vielfach aber ist es auch die schlichte Angst vor nahezu allem, was irgendwie nach „digital“ klingt. Die Angst die Kontrolle zu verlieren, Rechte zu verlieren und mit Meinungen und Auslegungen konfrontiert zu sein, die nicht gefallen, falsch sind oder schlimmeres.
Hinzu kommt inzwischen nicht selten eine gewisse Überforderung angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich digitale Technologien und Anforderungen weiterentwickeln.
Doch eines sollten sich diese Zweifler und Gegner vor Augen führen und dies schrieben schon Ellen Euler und Paul Klimpel 2015 in der Einleitung von „Der Vergangenheit eine Zukunft“:
„Die Entwicklungen der Technik verändern unsere Welt – sie haben sie verändert und verändern sie auch jetzt. In den letzten 20 Jahren hat der Einzug digitaler Technologien und die Vernetzung über das Internet in nahezu allen Lebensbereichen zu enormen Umbrüchen geführt. Die Entwicklung macht auch vor der Kultur nicht halt. Sie macht nicht halt vor den Institutionen, die seit langem und von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen für die Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes verantwortlich sind – dafür, dass dieses Erbe im gesellschaftlichen Bewusstsein lebendig bleibt. Archive, Museen, Mediatheken, Bibliotheken, Institutionen aus Denkmalpflege und Wissenschaft übernehmen nicht nur Verantwortung für den Erhalt des kulturellen Erbes, sondern ermöglichen auch den Zugang und sind damit Garant für demokratische Teilhabe.“[2]
Vieles von dem, was hier formuliert wurde, gilt unverändert – auch wenn sich die digitalen Möglichkeiten und Erwartungen seither noch einmal deutlich erweitert haben.
Und noch eines gilt es in unserer heutigen digitalisierten Welt zu bedenken: Wer digitale Kanäle nicht nutzt, wer hier keine Netzwerke aufbaut, Communities schafft und kommuniziert, der hat die Kontrolle – um die er so fürchtet – längst bereits abgegeben. Es ist also sinnvoller eigene Kanäle zu nutzen, um über die eigenen Kulturgüter zu reden, als dies ausschließlich anderen zu überlassen.
Gleichzeitig darf dabei nicht übersehen werden, dass diese Kommunikation zunehmend auf Plattformen stattfindet, deren Regeln sich jederzeit ändern können. Wer ausschließlich auf externe Kanäle setzt, begibt sich in neue Abhängigkeiten – auch das gehört zur Realität digitaler Kulturvermittlung.
Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, schrieb 2016 hierzu:
„Immer deutlicher wird, dass der Aufbau von Spezialangeboten, die geschlossenen Benutzerkreisen vorbehalten sind, nicht ausreicht. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist ein Beispiel dafür, welches Potential in Teilen der Nutzergemeinschaft des Webs besteht, und zeigt das Interesse und die Bereitschaft, selbst aktiv an der Erarbeitung, dem Ausbau und der Positionierung von Information teilzunehmen.
Informationen auf diese Weise zur Verfügung zu stellen, ist ein wichtiger Meilenstein bei der Bereitstellung des kulturellen Erbes für die Forschung sowie für die breite Öffentlichkeit.“[3]
Was hier am Beispiel von Wikipedia beschrieben wird, lässt sich heute auf viele Formen digitaler Partizipation übertragen – von Social Media über kollaborative Plattformen bis hin zu Projekten, in denen Nutzerinnen und Nutzer aktiv an der Erschließung und Vermittlung von Kulturgut mitwirken.
Digitale Kulturvermittlung oder Kulturvermittlung im digitalen Raum
Nicht alles, was im digitalen Raum stattfindet oder digitale Mittel nutzt, ist automatisch digitale Kulturvermittlung. Deshalb ist es sinnvoll – und notwendig –, sauber zwischen „digitaler Kulturvermittlung“ und „Kulturvermittlung im digitalen Raum“ zu unterscheiden.
Digitale Kulturvermittlung meint die Vermittlung von Kultur mittels digitaler Werkzeuge, wie etwa Apps, Virtual Reality oder auch Augmented Reality – zunehmend aber auch durch datenbasierte Anwendungen oder den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Diese Formen der Kulturvermittlung geben Besucher:innen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, Inhalte zu erkunden und Wissen nicht nur zu erwerben, sondern auch zu vertiefen und individuell zu erschließen.
Das Einrichten eines Social-Media-Accounts – sei es auf Instagram, TikTok, Facebook oder anderen Plattformen – für ein Museum, Archiv oder eine Bibliothek hingegen ist Kulturvermittlung im digitalen Raum. In der Praxis sind die Grenzen zwischen beiden Formen jedoch nicht immer eindeutig: Viele Formate bewegen sich zwischen Vermittlung und Kommunikation, zwischen Interaktion und Information.
Beide Formen der Kulturvermittlung sind heute weit verbreitet – auch wenn Angebote im digitalen Raum vielerorts nach wie vor den größten Anteil ausmachen. Hier zumindest hat sich schon ein großer Teil der Museen, Archive, Bibliotheken und anderer Kulturinstitutionen der digitalen Welt geöffnet und betreibt – oft mit großem Erfolg – insbesondere Social Media-Kanäle. Ein solch positives Beispiel ist das Museum Schloss Burg in Solingen. Die Facebook-Seite des Museums zählt über 21.000 Abonnenten und erzielt nur über diesen Kanal eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für sich und seine Veranstaltungen. Ein Erfolg, der heute jedoch nicht mehr ohne Weiteres auf andere Plattformen oder Zeitpunkte übertragbar ist.
Gleichzeitig hat sich die Rolle von Social Media in den letzten Jahren deutlich verändert. Plattformen unterliegen einem schnellen Wandel, Reichweiten sind weniger planbar geworden und Inhalte müssen zunehmend strategisch gedacht werden. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr allein durch Präsenz, sondern durch kontinuierliche, zielgruppengerechte Kommunikation.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Auch Social Media-Walks und die Einbeziehung breiterer Bevölkerungsgruppen in kulturelle Aktivitäten tragen dazu bei, neue Formen der Teilhabe zu ermöglichen. Es stellt sich immer deutlicher heraus, dass sowohl die digitale Kulturvermittlung als auch die Kulturvermittlung im digitalen Raum vor allem eine Chance darstellen, neue und auch andere Nutzergruppen anzusprechen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass Teilhabe nicht automatisch entsteht, nur weil Angebote digital sind – sie muss aktiv mitgedacht und gestaltet werden.
Ein Ziel, das sicher auch jeden Marketingexperten ansprechen wird, aber dazu kommen wir später noch.
Wichtig, sowohl in Bezug auf die digitale Kulturvermittlung als auch die Kulturvermittlung im digitalen Raum, sind vor allem sieben Faktoren:
- es braucht eine Strategie, dies gilt sowohl für den Einsatz digitaler Werkzeuge … als auch für das Eröffnen und Betreiben von Social Media-Kanälen – und diese Strategie muss flexibel genug sein, um auf Veränderungen reagieren zu können
- man muss anfangen und nicht nur darüber reden
- es braucht engagierte Menschen, die sich neuen Herausforderungen stellen oder wie Anke von Heyl schrieb: „Es muss immer jemand erstmal eine Idee haben und dann auch dranbleiben, sie umsetzen.“
- man muss Dinge ausprobieren, denn nur Versuch macht klug, was bei dem einen funktioniert muss es beim anderen noch lange nicht – und man muss bereit sein, aus Fehlern zu lernen und Angebote auch wieder einzustellen, wenn sie nicht funktionieren
- man muss kommunizieren, sowohl innerhalb der Institution, die eine solch neue Vermittlungsform auf den Weg bringen möchte, als auch mit denen, die die Angebote nutzen (sollen)
- digital sein nur um der Digitalisierung Willen macht keinen Sinn! Sowohl Apps, als auch Social Media-Angebote müssen einen Mehrwert liefern – für die Institution ebenso wie für die Nutzer:innen. Sie müssen Analoges ergänzen oder auch ersetzen, beispielsweise, bei der notwendigen Schließung eines Museums wegen Sanierung.
- digitale Angebote müssen langfristig gedacht werden – sie brauchen Pflege, Weiterentwicklung und Ressourcen über Projektlaufzeiten hinaus
Auf diesen letzten Aspekt verwies auch Markus Hilgert in seinem Input bei der Web-Talk Reihe „Kultur(en) der Digitalität“, veranstaltet von der Kulturpolitischen Gesellschaft im Juni und Juli 2020. Anke von Heyl schrieb hierzu in ihrer Zusammenfassung:
Markus Hilgert stellt in seinem Impuls die Frage, wo genau der Mehrwert der digitalen Transformation liegen kann – dies zu beantworten, ist nicht banal und wird allzu oft übersprungen. Dass die digitale Transformation kein Selbstzweck ist, darüber sind sich alle einig. […] Hilgert fordert in diesem Zusammenhang auch eine neue »Bewusstseinsbildung als wichtigem Förderbereich« ein. Er plädierte dafür, Fördermittel da einzusetzen, wo diese einen Unterschied machten. Das sei besonders hinsichtlich der operativen Prozesse einer Institution wichtig, die alle gleichermaßen digital gedacht werden müssten.
Diese Frage nach dem Mehrwert ist heute aktueller denn je – insbesondere angesichts einer Vielzahl technischer Möglichkeiten, die nicht automatisch zu besseren Vermittlungsangeboten führen.
Erfolg kann und wird sowohl der digitalen Kulturvermittlung als auch der Kulturvermittlung im digitalen Raum nur dann beschieden sein, wenn im Vorfeld klare Ziele definiert werden. Zur Zieldefinition gehört es dabei auch die technologischen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen, insbesondere in Hinsicht auf die finanziellen Möglichkeiten. Hinzu kommt die Frage nach der Zielgruppe mit der man sich beschäftigen sollte und die Frage, was diese potentiell erwartet. Was es dafür braucht sind Ressourcen, finanzielle genau so wie personelle und zeitliche.
Beide Bereiche, der der digitalen Kulturvermittlung und der der Kulturvermittlung im digitalen Raum, sollten dabei aufeinander abgestimmt werden und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Es braucht eine digitale Kommunikationsstrategie, der beide Bereiche folgen – und die sowohl nach innen als auch nach außen wirkt.
Kulturelles Erbe in der digitalen Welt
Kultur und somit auch unser kulturelles Erbe brauchen Aufmerksamkeit, die sie mit Hilfe der modernen digitalen Methoden und Kanäle viel einfacher erreichen können als früher – zumindest dort, wo sie sichtbar sind und gefunden werden. Jeder kann sich ortsunabhängig informieren und so zum eigenen kulturellen Selbstbildungsprozess beitragen – vorausgesetzt, entsprechende Zugänge und Kompetenzen sind vorhanden.
Die größten Vorteile von Kultur im digitalen Raum sind:
- orts- und zeitunabhängige Informationsmöglichkeiten
- weitestgehende Barrierefreiheit – sofern entsprechende Standards berücksichtigt werden
- Möglichkeit zur Interaktion
- Steigerung im Bereich der persönlichen Relevanz durch
Beteiligung und Verknüpfung - Möglichkeit selbst aktiv werden zu können
- Steigerung des Interesses
- Möglichkeit zur individuellen und personalisierten Nutzung
- Vernetzung von Inhalten und Kontexten über Institutionsgrenzen hinweg
Wie wichtig die digitale Welt für die Kultur inzwischen geworden ist, hat auch die Bundesregierung erkannt und formulierte in ihrer „Digitalen Agenda 2014-2017“ das Ziel:
„[…] Deutschland zu einem digitalen Kulturland weiter[zu]entwickeln. Dazu gilt es, ein qualitativ hochwertiges Angebot digitaler Inhalte zu sichern. Hierzu werden wir die Rahmenbedingungen für Inhalteanbieter weiter verbessern. Ferner treiben wir die Digitalisierung von Kulturgut weiter voran und verbessern die Zugänglichkeit zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe in Archiven, Bibliotheken und Museen.
‒‒ Wir entwickeln eine übergreifende Strategie und Aktionspläne mit geeigneten technischen Lösungen und Standards zur Digitalisierung von Kulturgütern (u.a. Kino- und Filmdigitalisierung) sowie zur langfristigen Bewahrung von Wissen, Informationen und Kulturgütern in digitaler Form und schaffen die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen.
‒‒ Wir stellen – soweit urheberrechtlich zulässig – digitalisierte Kulturgüter und deren Metadaten offen und möglichst unentgeltlich zur Verfügung.
‒‒ Wir bauen die ‚Deutsche Digitale Bibliothek‘ weiter auf und aus.“[4]
Diese Ziele markieren wichtige Weichenstellungen, auch wenn sich die Anforderungen und Möglichkeiten seitdem deutlich weiterentwickelt haben.
Die Angst, die dennoch viele umtreibt, ist zum Beispiel die, dass das Original seine „Aura“ verliert, seine Anziehungskraft und weniger Menschen das Original sehen wollen. Das Gegenteil ist der Fall, wie die jüngsten Zahlen zeigen: Die Museen verzeichnen mehr Besucher, Kulturerbe werden immer mehr bereist und angesehen. Die Menschen nutzen die modernen digitalen Kanäle, um sich Anregungen zu holen, sich im Vorfeld zu informieren. Digitale Angebote ersetzen dabei nicht das Original, sie verändern jedoch die Art und Weise, wie wir uns ihm nähern und es wahrnehmen.
Die Kommunikation via Social Media über das Gesehene und Erlebte kann für die Einrichtungen eine große Reichweite erzeugen und damit auch eine Form von „Werbung“ darstellen – auch wenn diese längst nicht mehr ohne strategischen Aufwand entsteht. In diesem Sinne bereichern digitale Angebote, sie schaden nicht, sondern sie erweitern die Möglichkeiten der Vermittlung und schaffen zusätzliche Zugänge. Man darf nur nie vergessen, dass digitale Formate maximal kurzfristig das Analoge ersetzen können (etwa im Fall von notwendigen Sanierungen, die zu einer Schließung führen). Im Idealfall aber ergänzen digitale Formate die analogen und bereichern sie.
Ein Beispiel dafür, wie digitale Zugänglichkeit neue Möglichkeiten schafft, auch dort, wo physischer Zugang nicht oder nur eingeschränkt möglich ist:
Auf der Subdomain „Bad Nauheim“ stelle ich eines der größten Jugendstilensemble Europas vor und mache es digital zugänglich. Das digitale „Zugänglichmachen“ ist vor allem deshalb so wichtig, weil die meisten Gebäude aufgrund von Sanierungsarbeiten oder eingeschränkter Nutzung nicht öffentlich zugänglich sein werden.
Auf der Webpräsenz aber kann man etwa die Wartesäle und Schmuckhöfe der Badehäuser, aber auch Badezellen mit Hilfe von 360°-Panoramen eigenständig erkunden.
Solche Beispiele zeigen, dass digitale Zugänglichkeit nicht nur ein „Nice-to-have“ ist, sondern in vielen Fällen überhaupt erst Zugang zu Kultur ermöglicht.
Digitalisierung im Kulturbereich – fördern und fordern
„Die Bewahrung des kulturellen Erbes Niedersachsens gehört zu den zentralen Aufträgen aller niedersächsischen Archive, Bibliotheken und Museen. Aus diesem historischen Sammlungsauftrag aus der Vergangenheit erwächst eine Vermittlungsaufgabe für die Zukunft: Es gilt, die umfangreichen und wertvollen Bestände der Kultureinrichtungen einer breiten Öffentlichkeit aus Wissenschaft und Gesellschaft zugänglich zu machen. Hierfür bieten die technischen Entwicklungen des 21. Jahrhunderts im Kontext der Digitalisierung den strukturellen Rahmen, den das Land Niedersachsen im Zusammenspiel mit den verschiedenen kulturbewahrenden Einrichtungen und Institutionen nutzt.
Die Digitalisierung beschreibt einen umfassenden Wandel in der Gestaltung und Wahrnehmung der sozialen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Prozesse. Gerade für die Kultureinrichtungen ist sie der Ausgangspunkt für eine innovative und zukunftsorientierte Präsentation der Museumsobjekte, Archivalien und Bibliotheksgüter. Die Digitalisierung erleichtert den Zugang für die Bevölkerung zu den unterschiedlichsten Kulturgütern und sie bietet den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein modernes Forschungsumfeld für ihre kulturhistorischen Fragestellungen. Die Digitalisierung weckt das Interesse am kulturellen Erbe und ermöglicht gesellschaftliche Debatten über kulturelle Phänomene und historische Zusammenhänge.“ schrieb Till Manning 2016 in einem Beitrag.[5]
Viele der hier formulierten Aspekte haben bis heute Gültigkeit – auch wenn sich die Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten seitdem noch einmal erheblich weiterentwickelt haben.
Diese Aussage gilt nicht nur für Niedersachsen. Viele andere Bundesländer sind inzwischen ähnlich weit oder auch noch weiter – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten, Strategien und Ressourcen. Sie digitalisieren die Bestände ihrer Bibliotheken, Archive und Museen, um sie für alle Menschen zur Verfügung zu stellen und vor allem auch, um Forschung und Wissenschaft zu unterstützen. Eher noch zu selten werden Digitalisate unter einer CC0-Lizenz zur Weiternutzung freigegeben. Ein Schritt, der im Kontext von OpenGLAM und offenen Kulturdaten zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Vor allem kleinere Kultureinrichtungen haben allerdings, aus Zeit-, Personal- und Finanzproblemen resultierend – aber auch aufgrund fehlender technischer Infrastruktur und Kompetenzen, Schwierigkeiten sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und sie in ihren Einrichtungen auf den Weg zu bringen. Da dieses Problem bekannt ist, gibt es vielfältige Unterstützungsmaßnahmen und Initiativen, die hier helfen können. Zwei davon seien an dieser Stelle genannt: „Museum digital“: eine Online-Plattform auf der insgesamt 1.046 Museen aus der ganzen Welt aktuell 847.485 Objekte in 8.080 Sammlungen digitalisiert zur Verfügung stellen. Zu den beitragenden Museen gehören u. a. 48 in Berlin, 200 in Baden-Württemberg und 98 in Rheinland-Pfalz. Annähernd alle deutschen Bundesländer sind hier – wenn auch mit einer sehr unterschiedlichen Zahl – mit Häusern beteiligt. [Zahlen Stand April 2026]
In Sachen Software ist „digiCULT“ zu nennen: „in Kooperation mit den Museumspartnern, unterstützt durch Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Schleswig-Holstein“ ist hier „ein digitales Gesamtkonzept zur Dokumentation der Museumsbestände entwickelt“ worden. „digiCULT wurde durch Gründung des digiCULT-Verbundes im Jahre 2010 als eingetragene Genossenschaft mit den Museen und Partnern nach Auslaufen des Projektes verstetigt.“[6]
Solche Systeme bilden die Grundlage für eine strukturierte und nachhaltige Digitalisierung von Sammlungen.
Diese sogenannten „Aggregatoren“ finden sich auf der Seite der Deutschen Digitalen Biographie. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Bündelung, Standardisierung und Sichtbarmachung digitaler Kulturdaten.
Insgesamt betrachtet muss man sich der Aussage Melanie von Bismarcks anschließen: „Wissen um die Digitaltechnik muss Allgemeingut werden“ und die Frage ist „nicht ob, sondern wie und wann wir digitale Tools wie Tablet oder Smartphone einsetzen.“– und zunehmend auch, wie wir mit den daraus entstehenden Daten und Infrastrukturen umgehen.[7]
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, den Tobias Wall in der Web-Talk Reihe „Kultur(en) der Digitalität“, veranstaltet von der Kulturpolitischen Gesellschaft im Juni und Juli 2020, ins Spiel brachte, als er anmerkte, dass wir „die Digitalität auch als neues Kulturphänomen betrachten müssen“– also nicht nur als Werkzeug, sondern als einen eigenständigen kulturellen Raum mit eigenen Regeln, Dynamiken und Ausdrucksformen.
Museen, Kulturinstitute und die Angst vor der digitalen Welt
Museen und Kulturinstitute verstehen sich traditionell als Institutionen, die aus sich selbst heraus agieren. Sie bestimmen ihr eigenes Angebot und richten sich nicht nach den Meinungen und Kräften des Marktes aus. Möglich macht dies sowohl die öffentliche Finanzierung als auch der öffentliche Bildungsauftrag, den sie haben.
Die Tatsache, dass eine Ausrichtung am Markt nicht gewünscht ist und als Bedrohung empfunden wird, manifestiert sich aktuell vor allem an der zunehmenden Kritik an sogenannten „Blockbuster-Ausstellungen“, wie sie etwa zu Picasso, van Gogh oder Monet in den vergangenen Jahren gezeigt wurden. Man fürchtet, dass solche Ausstellungen, die sich am Markt, sprich am Publikumswunsch orientieren, die Vielfalt zerstören. Man kritisiert, dass solche Ausstellungen dazu führten, dass es nicht mehr um die Vielfalt der Kunst und deren Darstellung und Vermittlung ginge, sondern nur noch um rein kommerzielle Interessen.
Diese Diskussion beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Ausstellungen, sondern betrifft zunehmend auch digitale Angebote, die sich an Reichweiten, Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit orientieren.
Intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt hat sich kürzlich Angelika Schoder auf „musermeku“. Sie verweist dabei vor allem auf Erhebungen aus Großbritannien.
Diese Diskussion zeigt eines deutlich: Für Kulturinstitutionen jedweder Couleur war es also stets normal das eigene Angebot selbst zu bestimmen, sich nicht hineinreden zu lassen und die Hoheit über die eigenen Ressourcen zu haben.
Dieses Selbstverständnis gerät jedoch zunehmend unter Druck – nicht zuletzt durch digitale Öffentlichkeiten, die sich der Kontrolle institutioneller Strukturen weitgehend entziehen.
Dieser Haltung und Einstellung steht die Digitalisierung – so die Befürchtung – entgegen. Sie führt dazu, dass „immer mehr Menschen zu kulturellen Akteuren und Multiplikator*innen werden“, so Christian Holst in seinem Beitrag „‘Hello, we’re from the internet‘ – Zur digitalen Transformation des Kulturbetriebs“. Holst fährt fort, dass die Digitalisierung somit zwei Auswirkungen auf die Kulturbetriebe habe: „einerseits [stelle sie] eine existenzielle Herausforderung für die Kulturbetriebe“ dar, biete aber gleichzeitig „auch Anlass und Möglichkeiten, das eigene Selbstverständnis neu zu denken und weiter zu entwickeln.“
Diese Entwicklung wird heute zusätzlich durch Plattformlogiken, algorithmische Sichtbarkeit und den Einsatz neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz verstärkt.
Das eigene Selbstverständnis zu überdenken ist aber etwas womit sich viele Kulturbetriebe – unabhängig von Größe oder Trägerschaft – nach wie vor schwertun und das macht dann auch den Umgang mit Social-Media-Akteuren oft schwer. Schwer vor allem deswegen, weil man einen Verlust der Deutungshoheit mit allem Digitalen verbindet – obwohl es sich tatsächlich eher um eine Verschiebung und Neuverhandlung dieser Deutungshoheit handelt.
Christian Holst führt in seinem Artikel zwei Beispiele an: Die Aktion „Hello, we’re from the internet“, die 2018 mittels einer App im Museum of Modern Art in New York stattfand und den Twitter-Account @BayreuthFest aus dem Jahr 2015. Beide Aktionen sind privat von Menschen organisiert worden und waren nicht von den betreffenden Institutionen autorisiert. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen erhielten sie großes mediales und internationales Interesse, als sich der Fake herausstellte.
„Diese Beispiele machen deutlich, dass die Deutungshoheit
über das kulturelle Erbe nicht mehr allein bei den Kulturinstitutionen liegt.
Dank der digitalen Medien werden mehr Menschen zu kulturellen Akteuren und
bringen sich in Debatten zu kulturellen Themen ein, beteiligen sich an der
Kulturproduktion und beeinflussen damit auch die allgemeine Vorstellung davon,
was Kultur ist und leisten soll. Das ist nicht mehr allein den
Kultureinrichtungen vorbehalten.“
[Christian Holst (2019): „Hello, we’re from the internet“ – Zur digitalen
Transformation des Kulturbetriebs. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE: https://www.kubi-online.de/artikel/hello-were-from-the-internet-zur-digitalen-transformation-deskulturbetriebs
(letzter Zugriff am 28.02.2020)]
Genau diese Aussage von Holst trifft den Kern! Kulturinstitutionen haben die berühmte Deutungshoheit, um die sie so fürchten, längst weitgehend verloren.
Solche Beispiele zeigen nicht nur die Dynamik digitaler Öffentlichkeiten, sondern auch, wie schwer sie für Institutionen kontrollierbar sind.
Ganz ähnlich formulierte es auch Anke von Heyl in der Zusammenfassung der Web-Talk Reihe „Kultur(en) der Digitalität“, veranstaltet von der Kulturpolitischen Gesellschaft, die im Juni und Juli 2020 – also mitten in der Corona-Pandemie – stattfand. Sie schrieb:
„Die bisherigen Gatekeeper sind nicht mehr alleine verantwortlich für die Herstellung von kulturellen Inhalten und neue Technologien ermöglichen mehr und diversere Beiträge zur Kultur. Aufmerksamkeit wird zu einem wichtigen Gut […].“
Aufmerksamkeit wird zu einem wichtigen Gut – und damit auch zu einer knappen Ressource und: Neue Technologien ermöglichen mehr und diversere Beiträge zur Kultur.
Also, was tun? Den Kopf in den Sand stecken und Business as usual betreiben? Oder vielleicht doch einfach selber die digitalen Kanäle nutzen – strategisch, bewusst und mit klaren Zielen und das gestiegene Interesse, die Aufmerksamkeit für sich nutzen, sich beteiligen und Einfluss nehmen?
Letztere Variante erscheint eindeutig als die klügere – auch wenn sie neue Herausforderungen und Verantwortlichkeiten mit sich bringt und sie hat den Vorteil noch mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Bestände und Aktionen zu erzeugen. Diese Methode erlaubt es zudem Diskussionen und Aktionen zu steuern und führt überdies zu neuem Input, zu neuen Ideen. So eröffnen sich im besten Fall neue Möglichkeiten auf die im eigenen und abgeschlossenen Raum nie aufmerksam geworden wäre.
„Sharing ist caring“ – diesen Slogan haben sich schon vor langer Zeit Blogger auf die Fahnen geschrieben, um darauf hinzuweisen, wie wichtig das Teilen ihrer Beiträge ist, um Inhalte bekannt zu machen und in die Welt zu tragen – und damit überhaupt erst sichtbar zu halten. Dieser Slogan hat aber auch Gültigkeit für die Kultur und Kulturerbe, denn nur indem man sie teilt und in die Welt trägt, kann man sie auf Dauer auch erhalten.
In diesem Sinne ist die Nutzung digitaler Wege keine Gefahr für die Kultur und ihre Institutionen, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass sie sichtbar, relevant und wirksam bleiben.
Museen, Kulturinstitute und Social Media
Viele – um nicht zu sagen sehr viele – Museen und andere Kulturinstitutionen nutzen inzwischen Social Media, mehr oder minder stark und mit mehr oder minder Erfolg. Am weitesten verbreitet war lange Zeit die berühmte – und teilweise auch berüchtigte – Facebook-Seite, die später vor allem durch Instagram ergänzt wurde. Inzwischen hat sich die Plattformlandschaft jedoch deutlich verändert: Neue Formate und Kanäle wie TikTok haben an Bedeutung gewonnen, während andere Plattformen an Relevanz verloren oder sich stark gewandelt haben.
Plattformen wie Twitter – heute X – haben lange eine wichtige Rolle für die fachliche Vernetzung gespielt. Inzwischen ist ihre Bedeutung für viele Institutionen jedoch zurückgegangen oder wird zumindest kritischer betrachtet.
Facebook hingegen eignet sich vor allem, um mit dem Besucher oder Gast in Kontakt zu bleiben, Fragen zu beantworten und neue Informationen mit den eigentlichen Nutzern zu teilen.
Die einzelnen Plattformen erfüllen unterschiedliche Funktionen – von Information und Vernetzung über Dialog bis hin zur Inszenierung von Inhalten.
Instagram hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und ist längst mehr als eine reine Bildplattform. Formate wie Stories und Kurzvideos prägen die Kommunikation ebenso wie ausführlichere Texte und narratives Storytelling.
Gleichzeitig sind Kulturinstitutionen auf Plattformen unterwegs, deren Regeln sie nicht selbst bestimmen: Algorithmen, Sichtbarkeitslogiken und sich ständig verändernde Funktionen beeinflussen maßgeblich, welche Inhalte überhaupt wahrgenommen werden.
Alle genannten Dienste bieten grundsätzlich die Möglichkeit, mit Interessierten und Fachleuten in Kontakt zu treten und Aufmerksamkeit zu generieren – auch wenn Reichweite längst nicht mehr ohne Zeit, Strategie und oft auch finanzielle Mittel entsteht.
Umso wichtiger wird es für Kulturinstitutionen, neben Social Media auch eigene Kanäle wie Websites oder Blogs zu stärken, um unabhängig von Plattformen kommunizieren zu können.
Eines jedoch benötigt die Nutzung all dieser Plattformen: Zeit, Personal und vor allem ein Konzept – und die Bereitschaft, dieses Konzept kontinuierlich anzupassen.
Digitale Kulturvermittlung, Kulturvermittlung im digitalen Raum und Marketing
„Kulturelles Erbe muss im Netz präsent sein, damit es nicht an Relevanz einbüßt, und Kontexte müssen erhalten bleiben, damit Kulturerbe nicht seine Bedeutung verliert.“[8]
Diese Aussage ist heute aktueller denn je – auch wenn sich die Bedingungen, unter denen Sichtbarkeit im Netz entsteht, deutlich verändert haben.
Diese Erkenntnis ist vor allem für Institutionen, sowie Kommunen und Vereine relevant, die sich dem Erhalt von Kulturgut verschrieben haben, bzw. dazu verpflichtet sind. Da dies oft nicht ohne hohen Kapitaleinsatz leistbar ist, muss – auch wenn eine idealistische Sichtweise durchaus schöner wäre – der Marketing-Aspekt stets mit einbezogen werden.
Dabei ist die Investition in digitale Kulturvermittlung respektive Kulturvermittlung im digitalen Raum eine Investition, die sich auch aus marketingtechnischer Sicht lohnt, denn es ist eine Investition in die Zukunft – in Sichtbarkeit, Reichweite und nicht zuletzt in die eigene Relevanz. Vor allem aber trägt das in die digitale Welt „Hineintragen“ der eigenen Kulturgüter zu einem Imagegewinn und stärkt zugleich Sichtbarkeit, Vertrauen und die öffentliche Wahrnehmung der Institution. Hinzu treten Vermarktungsmöglichkeiten, die sich erst aus der Digitalisierung selbst ergeben – von der Bereitstellung von Bildmaterial über digitale Angebote bis hin zu neuen Formen der Monetarisierung und Kooperation.
Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, schrieb hierzu im Jahr 2016:
„Dazu kommt, dass das Internet heutzutage die zeitgemäße Kommunikationsform darstellt, die – unabhängig von der (aufwendigeren) Möglichkeit des Zugangs zum Original – einen weltweiten Zugriff auf das Abbild und die beschreibenden Erschließungsdaten ermöglicht. Daraus resultiert eine bislang unbekannte Transparenz von Beständen. Sodann schafft die Online-Verfügbarkeit eine erhöhte Sichtbarkeit der Objekte und der Einrichtungen, die die Sammlungen bewahren. Eine weitere Auswirkung ist die aktive Einbeziehung der Internetnutzer – Wissenschaftler wie Laien – in die institutionelle Arbeit: Das schafft positive Effekte, die irgendwo zwischen Outsourcing, Crowdsourcing und Expertsourcing liegen, zwischen Sammeln von Quellenmaterial, Quellinformationen und Wissen – sie dient damit der Wissenserweiterung. Dies alles ermöglicht neben dem Zugang zur interessierten Öffentlichkeit und Forschung, also dem nicht-kommerziellen Sektor, zuletzt auch neue Vermarktungsmöglichkeiten, etwa durch die Bereitstellung von hochwertigem, kostenpflichtigen Bildmaterial für kommerzielle Zwecke.“[9]
Viele dieser Aspekte haben bis heute Bestand – auch wenn sich die Dynamiken digitaler Kommunikation und Vermarktung seitdem weiter ausdifferenziert haben. Gleichzeitig bewegen sich Kulturinstitutionen dabei in einem Umfeld, das sie nur bedingt kontrollieren können: Plattformen, Algorithmen und sich wandelnde Nutzungsgewohnheiten beeinflussen maßgeblich, welche Inhalte sichtbar werden.
Sicherlich besteht aus Sicht der Kulturinstitution bzw. des Kulturerbes immer eine Gefahr, wenn Marketing-Aspekte mit einbezogen werden – insbesondere dann, wenn Reichweite und Aufmerksamkeit zum Selbstzweck werden und so das eigentliche Ziel, nämlich der Erhalt des Kulturguts, in den Hintergrund rückt. Aber es bleibt der Fakt, dass Kultur und vor allem deren Erhalt Geld kostet und mit einem Marketing, dass das Augenmaß nicht verliert, kann Kultur selbst aktiv zu ihrem Erhalt beitragen, ohne ihren eigentlichen Auftrag aus den Augen zu verlieren.
Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Vermittlung und Marketing zunehmend: Inhalte, die informieren und bilden, tragen gleichzeitig zur Sichtbarkeit und Positionierung der Institution bei.
Social Media Walks und Hashtags
Seit die Digitalisierung in die Kulturwelt einzog hat sie vor allem für eins gesorgt: Dynamik! Wohl keine andere Neuerung hat in der Kulturlandschaft in so kurzer Zeit so viel bewegt wie die Digitalisierung, insbesondere der Einsatz von Social Media. Sie haben neue Formen der Offenheit erzeugt – wenn auch unter Bedingungen, die zunehmend von Plattformlogiken geprägt sind. Auch haben sie einen ganz besonderen Wandel mit sich gebracht: Kultur verlässt den Elfenbeinturm und begibt sich raus, notfalls auch raus auf die Straße oder sie lädt sozusagen die Menschen auf der Straße ein einfach mal reinzukommen.
Diese Einladung gilt ganz besonders bei sogenannten Social Media Walks oder auch Insta- oder Blogger-Walks. Da ergehen Einladungen an Content Creator und andere Social-Media-affine Akteure. Man trifft sich in einem Schloss, einem Museum, einem Park oder einem anderen mit Kultur erfüllten Ort und berichtet zeitgleich über das, was man sieht, hört und erfährt.
Die Wirkung solcher Walks ist kaum zu unterschätzen – auch wenn sie heute stärker geplant und strategisch begleitet werden müssen, um tatsächlich Reichweite zu erzielen.
Sie finden grundsätzlich unter einem sogenannten Hashtag (#) statt. Diesem Hashtag kann jeder Interessierte folgen – zumindest theoretisch, denn Sichtbarkeit und Reichweite hängen heute stark von den jeweiligen Plattformlogiken ab – und so an diesem Walk teilnehmen und seine Meinung, seine Ideen und Gedanken äußern, auch wenn er hunderte oder gar tausende Kilometer entfernt ist.
Ein ausgesprochen erfolgreicher Walk dieser Art fand im September im LWL-Museum für Archäologie in Herne im Vorfeld einer neuen Sonderausstellung statt. Unter dem Hashtag #PestQuest trafen sich zahlreiche Blogger und Instagrammer, erlebten eine Führung durch die Pest-Ausstellung und berichteten live via Twitter, Facebook und Co. sowie im Nachklang auf ihren Blogs. Wochenlang war diese Ausstellung so via Social Media in aller Munde.
Ähnlich erfolgreich gestaltete sich auch #BNMArtDogs, ein BloggerWalk vom Bayerischen Nationalmuseum zur aktuellen Sonderausstellung „Treue Freunde – Hund und Menschen“. Die Social Media-Aktivitäten zum entsprechenden Hashtag wurden außerdem in diesem Fall auf Wakelet zusammengestellt – ein Beispiel dafür, wie Inhalte auch über einzelne Plattformen hinaus dokumentiert und zugänglich gemacht werden können.
Solche Beispiele zeigen, wie wirkungsvoll diese Formate sein können – sie lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres eins zu eins übertragen, da sie stark von Zeitpunkt, Plattform und beteiligten Akteuren abhängen.
Es gibt zahlreiche weitere Aktionen, die via Social Media und mittels Hashtags veranstaltet werden können, so zum Beispiel auch Blogparaden. Der Möglichkeiten gibt es viele – von klassischen Blogger-Walks über Hashtag-Kampagnen bis hin zu partizipativen Formaten, bei denen Nutzerinnen und Nutzer aktiv Inhalte mitgestalten. Man muss sie nur nutzen wollen und sollte nicht unterschätzen, dass auch solche Aktionen ein durchdachtes Projektmanagement benötigen, um erfolgreich zu sein.
Eines erzeugen all diese Aktionen – so sie gut gemacht sind – auf jeden Fall: Aufmerksamkeit! Und damit eine zentrale Voraussetzung für Sichtbarkeit und Relevanz im digitalen Raum.
Gleichzeitig sind viele dieser Formate von einer gewissen Kurzlebigkeit geprägt – umso wichtiger ist es, ihre Ergebnisse zu dokumentieren und nachhaltig nutzbar zu machen.

Kultur bloggt
„Man muss nicht immer das Haus verlassen, um Kultur zu erleben und zu entdecken. Kultur und Computer, das passt in Zeiten der Digitalisierung prima zusammen. Das gilt nicht nur für Wikipedia, wo man viel über Kultur und Geschichte nachlesen und anschauen kann und das gilt auch nicht nur für die Europeana mit ihren Sammlungen.
Kulturerlebnis am Computer (oder auch am Tablet oder Smartphone), das gilt vor allem für viele Blogs, die über Kultur in ganz vielfältigen Formen informieren und so vielen Menschen ganz unterschiedliche Facetten von Kultur näherbringen.“
Diese Sätze schrieb ich unter dem Titel „Kultur bloggt“ anlässlich einer #Kulturwoche auf meinem Blog. Vieles von dem, was ich damals geschrieben habe, gilt auch heute noch – vielleicht mehr denn je.
Dabei ergab sich die inzwischen zu einem festen Format gewordene Kulturwoche eher durch einen Zufall, als ich einmal tatsächlich eine ganze Woche lang Zeit hatte jeden Tag ein anderes Museum, bzw. einen besonderen Kulturort aufzusuchen.
Am Ende des Artikels gibt es eine kleine Blogroll, also eine Zusammenstellung von Blogs, die sich mit dem Thema Kultur und zwar in quasi all seinen Facetten beschäftigen – ein Bereich, der sich in den letzten Jahren verändert hat, aber keineswegs an Bedeutung verloren hat. Außerdem schaffen diese Blogs Raum für vertiefte Inhalte, Einordnung und langfristige Zugänglichkeit.
Es sind nicht nur Blogs kulturaffiner Menschen, sondern zu einem großen Teil auch Blogs von Museen, die mittels eines Blogs Geschichte und Geschichten aus ihrem Haus vorstellen. Besondere Quellen zum Beispiel oder auch besondere Exponate, manchmal auch Mitarbeiter und deren Aufgabenbereiche. Sie nutzen diese Blogs nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als Marketinginstrument und das in vielen Fällen sehr erfolgreich. Der Vorteil: Man hat selber in der Hand, was die Menschen über das eigene Haus erfahren und man bleibt unabhängig von Plattformen, deren Regeln und Sichtbarkeitsmechanismen sich jederzeit ändern können. Man kann das Bild nach außen selbst stark beeinflussen. Man kann Wissen und Wissenswertes nach Außen tragen und man behält die Hoheit über die eigenen Inhalte – ein Aspekt, der im Kontext zunehmender Plattformabhängigkeit an Bedeutung gewinnt.
Inhalte bleiben auffindbar, referenzierbar und können auch Jahre später noch genutzt werden – ein klarer Vorteil gegenüber vielen kurzlebigen Social-Media-Formaten.
Übrigens bloggt auch Europeana – und zeigt damit, dass auch große Plattformen auf langfristige, redaktionelle Inhalte setzen. Auf dem Blog gibt es zahlreiche Geschichten, Hintergrundinformationen und Links zu interessanten digitalen Aktionen.
Digitale Sammlungen
Inzwischen gibt es viele digitale Sammlungen, denn immer mehr Kulturinstitutionen haben erkannt wie wichtig diese sind, insbesondere, um den Erhalt von Kulturgut, wenigstens auf diesem Wege, gewährleisten zu können – und es zugleich sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen. Insbesondere Beispiele wie der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009 und der Brand von Notre Dame 2019 haben hierfür eine breite Öffentlichkeit sensibilisiert und zu umfassenden Maßnahmen geführt.
Digitale Sammlungen sind dabei jedoch weit mehr als eine „digitale Kopie“ analoger Bestände. Sie bilden vielmehr die Grundlage der musealen Arbeit im digitalen Raum. Denn wie im analogen Museum gilt auch hier: Die Sammlung ist die Basis für alle weiteren Aufgaben – für Forschung, Dokumentation und Vermittlung.
Mit der Digitalisierung geht dabei eine Verschiebung einher: Im Zentrum stehen nicht mehr nur die Objekte selbst, sondern zunehmend auch die sie beschreibenden Daten. Diese sogenannten Metadaten – also strukturierte Informationen zu Objekten wie Material, Entstehungszeit, Provenienz oder Kontext – ermöglichen es erst, Sammlungen zu erschließen, zu vernetzen und in größere Zusammenhänge einzuordnen. Sie sind damit eine zentrale Voraussetzung für die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit digitaler Sammlungen.
Ein gutes Beispiel ist in dieser Hinsicht die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die schon früh eine weitreichende Digitalisierungsagenda aufgesetzt hat und sich bemüht in Sachen Digitalisierung beispielhaft voranzuschreiten. Wie wichtig man die Digitalisierung von Kulturgut nimmt, formuliert die Stiftung auf ihrer Website so:
„Digitalisierung ist eine Kernaufgabe aller Institutionen, die kulturelles und geistiges Erbe bewahren. Sie ist eine Querschnittsaufgabe, die Teil der Erhaltung, der Erschließung und der Vermittlung ist. Und sie ist heute eine unverzichtbare Basis für die Erforschung des Kulturerbes.
Die Digitalisierung schafft einen einfachen und demokratischen Zugang zu Wissen und kulturellen Inhalten. Über Internetportale können Wissensinhalte unabhängig von Zeit und Ort recherchiert werden. Intelligente Verknüpfungen verschiedener Datenbanken und das Bereitstellen interaktiver Nutzerfunktionen eröffnen neue Möglichkeiten für die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Wissenschaft. Besondere Dienstleistungen für die Wissenschaft bietet die Stiftung mit virtuellen Forschungsumgebungen und virtuellen Fachbibliotheken.
Für die Digitalisierung ihrer umfangreichen Bestände hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine stiftungsübergreifende Digitalisierungsstrategie entwickelt. Darin definiert sie die inhaltlichen Prioritäten für die nächsten Jahre. Die Umsetzung der Strategie findet als Daueraufgabe, aber auch häufig im Rahmen von drittmittelfinanzierten Projekten statt.
Mit SPK digital ermöglicht die Stiftung einen zentralen Zugang zu Digitalisaten und Nachweissystemen aller ihrer Einrichtungen. Mit Hilfe des 2015 eingerichteten Zentrums für digitale Kulturgüter in Museen (ZEDIKUM) sollen 3D-Digitalisate generiert und weltweit für die Forschung zugänglich gemacht werden. Die Stiftung ist zudem am Aufbau weiterer spartenübergreifender Portale beteiligt und liefert Daten an die Deutsche Digitale Bibliothek sowie an Europeana. Außerdem ist sie in verschiedene Netzwerke zur Digitalisierung von kulturellem Erbe eingebunden.
Der Zugang zu den digitalen Angeboten der Stiftung ist für private wie für Forschungszwecke grundsätzlich und dauerhaft kostenfrei. Dies hat die Stiftung mit ihrem Beitritt zur Berliner Erklärung zu Open Access bekräftigt. Lediglich für die Nutzung von Digitalisaten zu kommerziellen Zwecken erhebt die Stiftung Gebühren. Einer von ihr entwickelten Best practice-Empfehlung zum Umgang mit Open Access haben sich auch andere öffentliche Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen angeschlossen.“
Gerade der Weg hin zu einer digitalen Sammlung nutzt den Museen und Kulturinstitutionen, wie auch Jörn Brunotte feststellte. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Bereich Weiterbildung – Museumsmanagement fiel ihm schon mehrfach auf, dass Museen zum Teil sehr wenig über ihre eigenen Sammlungen wissen und dementsprechend auch Probleme hinsichtlich eines klaren Sammlungskonzepts haben. Brunotte schrieb: „Viele Museen haben (immer noch ) kein Sammlungskonzept. Häufig wird durch die Digitalisierung der Sammlung der Schritt zu einer Systematisierung getan.“
Auch in dieser Hinsicht liefert die Digitalisierung also einen wichtigen Impuls: Sie zwingt dazu, sich mit den eigenen Beständen auseinanderzusetzen, Strukturen zu schaffen und Sammlungen neu zu denken.
Mit der digitalen Sammlung entstehen dabei jedoch auch neue Aufgaben und Anforderungen. Neben der klassischen Sammlungsarbeit treten zunehmend Tätigkeiten wie die Pflege digitaler Daten, deren langfristige Sicherung sowie die Kontextualisierung und Vernetzung von Informationen. Dies erfordert nicht nur technische Infrastruktur, sondern auch entsprechendes Fachpersonal – ein Bereich, in dem viele Institutionen aktuell noch vor großen Herausforderungen stehen.
Auch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ging man vor einigen Jahren den Weg hin zur digitalen Sammlung. Dabei stellte sich die Frage: „Was bedeutet das digitale Zeitalter für wissenschaftliche Sammlungen?“ Gemeinsam mit dem Germanischen Nationalmuseum ging man dieser Frage im gemeinsamen Digitalisierungsprojekt „Objekte im Netz“ nach und kam zu einem sehr positiven Ergebnis:
„Wir unterstützen die Freude am Forschen und Entdecken“, ist sich Udo Andraschke sicher. Und dies ist für den Zentralkustos der FAU ein ganz wesentliches Element wissenschaftlicher Sammlungen. „Indem wir digital stöbern, flanieren und entdecken finden wir oft etwas, wonach wir gar nicht gesucht haben. Und dann stellen wir neue Fragen, erweitern den Forschungshorizont und gelangen zu neuen Erkenntnissen.“ Ganz egal ob es um antike Münzen, zoologische Modelle oder wertvolle Zeichnungen geht.“
Diese Möglichkeiten zeigen, dass digitale Sammlungen nicht nur der Sicherung von Kulturgut dienen, sondern auch neue Formen des Forschens und Entdeckens ermöglichen.
Mit genau diesen Fragen – etwa nach der Rolle von Sammlungen im digitalen Raum, nach Metadaten, Kontextualisierung und neuen Formen der Sammlungspflege – habe ich mich auch als Teil der Autor:innengruppe „Forum Virtuelle Museen“ intensiver beschäftigt.
In der international angelegten und von AVICOM unterstützten Publikation „Virtuelle Museen – Ein Plädoyer. Rund um die Uhr. Rund um die Welt“ habe ich unter anderem zu den Bereichen Sammeln, Forschen, Ausstellen und Bewahren im virtuellen Museum beigetragen.
Plattformen für digitales Kulturgut
Bei der enormen Anzahl an Kulturinstitutionen, die es in Deutschland und Europa gibt, ist es sinnvoll, die Angebote in bestimmten Bereichen zu bündeln. Dies geschieht auch im Sinne der Sichtbarkeit, denn bei zu vielen Angeboten besteht immer die Gefahr, das Richtige nicht zu finden und am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen – zumal Sichtbarkeit im digitalen Raum nicht automatisch gegeben ist.
Plattformen übernehmen dabei eine zentrale Funktion: Sie bündeln nicht nur Inhalte, sondern schaffen durch Standardisierung und Vernetzung überhaupt erst die Grundlage dafür, dass digitale Sammlungen auffindbar und nutzbar werden.
Für diese Bündelung wurden sowohl in Deutschland als auch in Europa verschiedene Plattformen und sogenannte Aggregatoren geschaffen. In Deutschland ist es die Deutsche Digitale Bibliothek, die die digitalen Objekte der einzelnen Institutionen auf ihrer Seite gebündelt, strukturiert erschlossen und durchsuchbar gemacht hat. Auf europäischer Ebene arbeitet sie eng mit Europeana zusammen, die als zentrale europäische Plattform Kulturdaten aus zahlreichen Ländern zusammenführt.
Grundlage dieser Plattformen sind standardisierte Metadaten und Schnittstellen, die es ermöglichen, Inhalte institutions- und länderübergreifend zu verknüpfen und gemeinsam nutzbar zu machen.
„Die Digitalisierung des Kulturgutes ist keinesfalls nur als spezifische Länderaufgabe wahrzunehmen. Sie stellt sich auch auf Bundes- und europäischer Ebene. Die dort implementierten Einrichtungen und Portale – die Deutsche Digitale Bibliothek sowie die Europeana – sind die natürlichen Partner im Prozess der Digitalisierung. Die technische Kooperation ist dabei von zentraler Bedeutung, da diese die Grundlage bildet, um die Kulturportale der jeweils nächsten Ebene nach den Kriterien der Effizienz und Effektivität mit den notwendigen Daten zu beliefern.“[10]
Diese Einschätzung ist nach wie vor zutreffend – auch wenn die Bedeutung solcher Plattformen heute noch weiter gewachsen ist.
Plattformen wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder Europeana sind dabei längst nicht mehr nur Präsentationsräume, sondern zentrale Infrastrukturen für Forschung, Vermittlung und die Nachnutzung kultureller Daten. Sie bilden damit eine wesentliche Grundlage für viele der Entwicklungen, die digitale Kulturvermittlung heute prägen.
Die Deutsche Digitale Bibliothek
Ihr Selbstverständnis hat die Deutsche Digitale Bibliothek 2016 in einem Strategiepapier wie folgt beschrieben:
„Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek wollen wir die
zentrale Plattform für Kultur und Wissen in Deutschland schaffen. Damit werden
die verteilten Bestände und Sammlungen des kulturellen Erbes virtuell
zusammengeführt und über ein Portal gemeinsam sichtbar gemacht. Die Deutsche
Digitale Bibliothek bildet eine vertrauenswürdige Quelle für das Kultur- und
Wissenserbe und macht es in attraktiver Weise dauerhaft zugänglich und
erfahrbar. Sie öffnet die digitalen Inhalte möglichst weitgehend für die
Nachnutzung sowie für Anreicherungen und Erweiterungen.
Die Deutsche Digitale Bibliothek weiß sich von der Expertise und dem
Leistungsvermögen der deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen und vom
Reichtum ihrer Sammlungen getragen. Mit vielfältigen Aktivitäten machen wir auf
ihre digitalen Angebote aufmerksam und sensibilisieren so für das kulturelle
und wissenschaftliche Erbe Deutschlands insgesamt.
Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek fördern wir den Dialog und die
Vernetzung der deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen untereinander. Wir
führen ihre digitalen Bestände und Metadaten zusammen, stärken den Austausch
von Erfahrungen und Technologien und bringen innovative Entwicklungen im
Bereich Digitalisierung und Zugänglichmachung von Kulturgut voran. Damit tragen
wir auch zu der notwendigen Standardisierung in diesen Feldern bei.“[11]
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und macht Hoffnung für die Zukunft des Kulturerbes in Deutschland:
„Bisher haben sich bereits über 2000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in der Deutschen Digitalen Bibliothek zusammengeschlossen. Etwa 300 davon liefern über 20 Millionen Objekte. Sie alle profitieren vom so geschaffenen gemeinsamen Online-Schaufenster und wirken durch die Auswahl und standardisierte Zusammenführung ihrer digitalen und digitalisierten Kulturschätze der Defragmentierung von sozialen Kontexten und Bedeutungszusammenhängen entgegen, schaffen neue Zusammenhänge und Bedeutungen und stellen so sicher, dass unser kulturelles Erbe seinen Platz in der Gesellschaft behält und nicht überlagert wird durch die schnelllebigen Nachrichten und kommerziellen Versuchungen der Gegenwart.“[12]
Update April 2026: Diese bereits beeindruckend klingenden Zahlen sind inzwischen längst übertroffen. Aktuell liefern 4.982 Einrichtungen mehr als 27 Millionen Objekte für die DDB.
Europeana und europäisches Kulturerbe
Europeana ist eine zentrale europäische Plattform für digitales Kulturerbe – und vereint Elemente einer virtuellen Bibliothek ebenso wie die eines virtuellen Museums. Mit seinen Ausstellungen stellt Europeana themenbezogene und aufbereitete Informationen zu verschiedenen Bereichen, wie Mode, Migration, Industriegeschichte oder auch Jugendstil zusammen und stellt in diesem Zusammenhang auch Materialien zum Download zur Verfügung unter Angabe der jeweiligen Urheberrechte.
Dabei geht es nicht nur um die Präsentation von Inhalten, sondern vor allem um deren strukturierte Erschließung und Vernetzung über Institutions- und Ländergrenzen hinweg.
Europeana basiert auf einem Vorgängerprojekt, das bereits im Jahr 1997 unter dem Namen GABRIEL – Gateway and Bridge to Europe’s National Libraries – gegründet wurde. Der Ursprung ist tatsächlich eine virtuelle Bibliothek.
Am 28. April 2005 verfassten der französische Staatspräsidenten Jacques Chirac, der polnische Staatspräsidenten Aleksander Kwaśniewski, der deutscher Bundeskanzler Gerhard Schröder, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány einen Brief, in dem sie dem damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, den Aufbau einer virtuellen europäischen Bibliothek vorschlugen, um Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen.
Im Jahr 2007 war es dann soweit und im Rahmen des EContentplus Programms ging eine erste Version von Europeana an den Start. Etwa 1.000 Kulturinstitutionen hatten für diesen Start ca. 4,5 Millionen digitale Objekte beigesteuert. Aktuell [Stand April 2026] umfasst Europeana mehr als 60 Millionen Kunstwerke, Artefakte, Bücher, Videos und Audios aus ganz Europa, die in digitaler Form von verschiedenen Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt wurden.
Europeana fungiert dabei nicht nur als Schaufenster für europäisches Kulturerbe, sondern zunehmend auch als Infrastruktur für Forschung, Bildung und die Nachnutzung kultureller Daten.
Ihr Ziel formuliert Europeana auf der Website so:
„UNSERE MISSION
Wir verwandeln die Welt mit Kultur! Wir wollen auf Europas reiches Erbe
aufbauen und es Menschen einfacher machen, dieses zu nutzen, ob für die Arbeit,
zum Lernen oder einfach nur zum Spaß.“
Ein Problem bzgl. der eben vorgestellten Plattformen besteht allerdings darin, dass der Zugang in der Regel an bestimmte institutionelle und technische Voraussetzungen geknüpft ist. Dazu gehören insbesondere Anforderungen an die Qualität der Digitalisate sowie an die Struktur und Standardisierung der Metadaten. Private Museen oder Vereine, die keine Anbindung an eine öffentliche Institution haben, können auch keine digitalen Objekte zur Deutschen Digitalen Bibliothek oder Europeana beisteuern. Begründet wird dies damit, dass die Qualität der Digitalisate und vor allem der Metadaten gewahrt werden soll und muss. Dieses Vorgehen stellt die Qualität der Digitalisate und Informationen sicher, schließt jedoch zugleich Teile des kulturellen Erbes von der Sichtbarkeit auf diesen Plattformen aus. Gleichzeitig wird auf europäischer Ebene zunehmend darüber diskutiert, wie diese Zugänge erweitert und auch kleinere oder nicht institutionell angebundene Akteure stärker eingebunden werden können.
Die Frage nach einer breiteren und zugleich qualitätsgesicherten Öffnung dieser Plattformen bleibt damit weiterhin eine zentrale Herausforderung.
Virtuelle, digitale und hybride Museen
Bisher sprachen wir über digitale Sammlungen, die die Objekte verschiedener Museen, Bibliotheken oder Archive im digitalen Raum sichtbar machen. Aber das weltweite Netz kann noch mehr, denn inzwischen gibt es ganze Museen, die ausschließlich im digitalen Raum existieren – auch wenn der Begriff des „virtuellen Museums“ dabei nicht immer eindeutig verwendet wird.
Eine Lösung ist dies vor allem in Zusammenhängen, wo die Errichtung und der Unterhalt eines analogen Museums nicht möglich ist. Manchmal fehlt das Geld, die geeignete Räumlichkeit oder aber ein Ort ist gleich ganz verschwunden. Die Einrichtung eines virtuellen Museums bietet in solchen Fällen die Möglichkeit Menschen über ein Thema zu informieren und Objekte sichtbar zu machen, ganz ohne einen realen bzw. analogen Raum dafür zu haben.
Gleichzeitig zeigt sich hier ein zentrales Potenzial virtueller Museen: Sie ermöglichen es, Themen sichtbar zu machen, die sich in der analogen Welt nur schwer oder gar nicht darstellen lassen.
Dabei ist zu beachten, dass virtuelle Museen keineswegs nur „Notlösungen“ sind. Sie können eigenständige kulturelle Räume darstellen, die – ähnlich wie analoge Museen – sammeln, bewahren, erforschen und vermitteln.
Ein solches – rein virtuelles – Museum ist zum Beispiel das „Museum der verlorenen Heimat – Virtuelles Museum Erkelenz“. Gezeigt werden in diesem Museum Orte, die es nicht mehr gibt, weil sie dem Braunkohletagebau weichen mussten. Die Erinnerung an sie und ihre Geschichte kann aber mit Hilfe dieses digital virtuellen Raumes aufrechterhalten werden. Unterstützt wird dieses virtuelle Museum unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland, der Sparkassen Kulturstiftung Rheinland und der Kreissparkasse Heinsberg.
Ein Beispiel, das zeigt, wie virtuelle Museen gerade dort ansetzen können, wo physische Orte verschwunden sind.
Ein weiteres Beispiel ist das „Virtuelle Migrationsmuseum“, das über die Geschichte der Migration in Deutschland informiert. Thematischer Schwerpunkt sind hier vor allem die drei Zeiträume 1945 bis 1973, 1973 bis 1989 und 1989 bis heute.
Die ehemalige Synagoge in Niederzissen (Kreis Ahrweiler) ist ein weiteres Projekt in Sachen virtuelles bzw. digitales Museum und und ein Beispiel für eine hybride Form des virtuellen Museums, bei der sich analoger und digitaler Raum ergänzen, denn die Synagoge gibt es tatsächlich noch und in ihr befindet sich auch tatsächlich ein kleines Museum in dem die wichtigsten Sammlungsbestände gezeigt werden. Solche hybriden Modelle sind in der Praxis besonders häufig anzutreffen. Den größten Teil der Sammlung aber findet man im virtuellen Museum, das durch die Hilfe zahlreicher Unterstützer realisiert werden konnte. Fördermittel erhielt das Projekt unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland, der LEADER-Regio Rhein-Eifel, der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz. Die Kosten betrugen insgesamt 65.000 €.
Die neuste Meldung zum Thema „virtuelle Museen“ kommt aus Thüringen: Hier hat man bereits vor einiger Zeit das digitale Kultur- und Wissensportal „Kulthura“ eingerichtet. Auf diesem Portal gibt es neben Informationen zu digitalen Beständen, Ausstellungen und Kulturinstitutionen in Thüringen auch Digitalisate zu historischen Persönlichkeiten wie Martin Luther, Thomas Müntzer und Alfred Edmund Brehm sowie besonderen Ausstellungsobjekten zu sehen.
Solche Angebote bewegen sich dabei oft an der Grenze zwischen digitaler Sammlung, Plattform und virtuellem Museum.
Inzwischen hat dieses Portal noch einen Ableger erhalten. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens Thüringens entstand ein virtuelles Landesmuseum. Dieses Projekt hat sich konzeptionell zwischen digitaler Sammlung, Plattform und virtuellem Museum positioniert.
Viele der aktuell als „virtuelle Museen“ bezeichneten Angebote sind – schaut man sich auch die genannten Beispiele an – bei genauerem Hinsehen eher digitale Sammlungen oder Online-Ausstellungen als eigenständige Museen.
Was ist eigentlich ein „virtuelles Museum“?
Eine interessante und vor allem wichtige Frage – nicht zuletzt deshalb, weil der Begriff des „virtuellen Museums“ bis heute nicht eindeutig verwendet wird. Denn nicht alles, was von einem Museum im digitalen Raum gemacht wird ist auch gleich ein Schritt Richtung „virtuelles Museum“ – und nicht jedes digitale Angebot ist automatisch ein solches.
Um es auf den Punkt zu bringen: Nicht alles, was digital ist, ist damit auch ein virtuelles Museum – und nicht jedes virtuelle Museum erfüllt automatisch die Kriterien eines Museums im Sinne von ICOM.
Die oben genannten Beispiele geben schon einmal einen guten Anhalt dafür, was denn ein virtuelles Museum ist oder sein könnte.
In der Forschung wird der Begriff seit den 1990er Jahren diskutiert und dabei sehr unterschiedlich verwendet – teilweise für digitale Sammlungen, teilweise für eigenständige digitale Museumsformate.
Plattformen wie Europeana oder die Deutsche Digitale Bibliothek etwa sind sehr wichtige Infrastrukturen – sie sind jedoch keine virtuellen Museen im engeren Sinne, sondern Aggregatoren kultureller Inhalte.
Eine mögliche Annäherung an den Begriff liefert Bernd Günter, der sich bereits früh mit dieser Frage beschäftigt hat.
Im Rahmen der Abschlusstagung zur Ausstellung „Schöne neue Welten“ im Zeppelin-Museum Friedrichshafen stellte er im April 2018 die Frage. „Was ist ein virtuelles Museum, was kann es sein, was meint überhaupt virtuell?“
Als Antwort auf diese Frage lieferte er folgende Definition: „Ein ‚virtuelles Museum‘ ist nicht einfach ein ‚footprint‘ eines traditionellen (analogen) Museums, sondern eine (organisatorische) Einheit, die in der digitalen Welt zuhause ist. Es verwendet kein Grundstück und Gebäude als physische Infrastruktur, sondern beruht auf programmierter Software. Es nutzt eine Mischung aus digitalen Kommunikationsmedien und -abläufen sowie bestimmte Elemente, Eigenschaften und Implikationen […].“
Diese Definition macht bereits deutlich, dass zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden muss.
Wenn wir diese Definition übernehmen, dann zeigt sich, dass manche der oben genannten Beispiele streng genommen gar keine „virtuellen Museen“ sind, denn eigentlich gibt es diese Museen ja auch physisch: es gibt Gebäude in denen man sich all dies (oder zumindest recht vieles davon) anschauen kann, was man auch im digitalen, sprich im Internet, sieht. In solchen Fällen sind die „virtuellen“ Teile eigentlich nur ein verlängerter und ins digitale gesetzter Arm des eigentlichen Museums.
Trotz dieser Unterschiede bleibt ein Grundprinzip bestehen: Exponate und Informationen werden digital zugänglich gemacht und in neue Zusammenhänge gestellt. Bernd Günter plädiert nicht ganz zu unrecht dafür in solchen Fällen aber lieber von „digitalen“ denn von „virtuellen“ Museen zu sprechen.
Diese Unterscheidung ist auch heute noch sinnvoll, wird jedoch in der Praxis nicht immer konsequent eingehalten.
Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: Zum einen rein virtuelle Museen, die ausschließlich digital existieren und kein physisches Pendant besitzen. Zum anderen hybride Formen, die als Erweiterung eines bestehenden Museums in den digitalen Raum fungieren.
In der Praxis sind vor allem diese hybriden Formen weit verbreitet, da viele Museen ihre analogen Angebote gezielt um digitale Komponenten ergänzen
Der Vortrag von Bernd Günter unter dem Titel „Virtual Reality und der Weg zum virtuellen Museum. Illusion, Chance oder gar Notwendigkeit?“ findet sich übrigens auch bei YouTube [ab Minute 33:13].
Im eben genannten Vortrag nannte Bernd Günter auch insgesamt 16 „Elemente, Eigenschaften und Implikationen eines virtuellen Museums“, die hier – da sie einen guten Überblick zum Thema bieten – wiedergegeben werden:
- Virtuell = Medium, kein physisches Gegenstück; Kombination aus analogen und digitalen Elementen
- Aggregation von Content aus den Bereichen des tangiblen und des intangiblen Kulturerbes
- Möglichkeit, neue Kontextverbindungen herzustellen
- Virtuelle, digitale Präsentationen und Speicherung […]; schnelle Anpassung und Modifikation; Bewahren analoger Objekte, Ausstellungen und Präsentationen
- Nutzung aktueller IT-Technologien […]
- Multimedia-Charakter
- Weltweiter Zugang mit sehr niedrigen Barrieren; universelle Teilhabe
- Veränderung und u. U. Erweiterung des Wahrnehmungs- und Erfahrungsraums
- Weltweite Vernetzung von Museumsressourcen
- Erweiterte und vereinfachte Forschungsmöglichkeiten
- Möglichkeit schneller individualisierter Interaktion bei sehr niedrigen Barrieren
- Mitwirkung / Interaktion der User und aktive Mitgestaltungsmöglichkeit – begrenzt durch Kuratieren
- Unmittelbares Feedback und Analyse des Besucher- / User-Verhaltens
- Möglichkeit digitaler Kreation (neue Objekte, neue Interpretationen, neue Diskussionen, ’neue Welten‘
- Bildungsfunktion und umfassendes Kompetenz-Center
- Kompatibel mit ICOM-Standards (Museumsziele und -funktionen; Code of Ethics)
Entscheidend ist dabei: Auch virtuelle Museen folgen im Kern den gleichen Aufgaben wie analoge Museen – sie sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln und stellen aus.
Die Frage ist also weniger, ob ein Museum virtuell oder analog ist – sondern wie es diese Aufgaben im jeweiligen Raum erfüllt.
In meinen Beiträgen zur Publikation „Virtuelle Museen“ habe ich mich unter anderem mit zentralen Aufgaben wie Sammeln, Forschen, Ausstellen und Bewahren im virtuellen Raum beschäftigt – also genau jenen Bereichen, die auch für analoge Museen grundlegend sind. Dabei zeigt sich sehr deutlich: Diese Aufgaben lösen sich im digitalen Kontext nicht auf, sie verändern und erweitern sich.
So entstehen Sammlungen, die längst nicht mehr nur aus digitalisierten Objekten bestehen, sondern auch aus rein digitalen Inhalten – von digitaler Kunst über virtuelle Räume bis hin zu KI-generierten Bildern. Forschung und Dokumentation entwickeln sich weiter, denn durch digitale Inventarisierung, Metadaten und Vernetzung können virtuelle Museen zu Knotenpunkten von Wissensnetzwerken werden.
Auch in der Vermittlung eröffnen sich neue Möglichkeiten: von individualisierten Zugängen über interaktive Formate bis hin zu partizipativen Ansätzen, bei denen Nutzer:innen selbst Inhalte mitgestalten. Hinzu kommt der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz, der sowohl in der Forschung als auch in der Vermittlung neue Perspektiven eröffnet.
Virtuelle Museen sind damit nicht einfach eine digitale Variante bestehender Einrichtungen, sondern entwickeln sich zu eigenständigen, dynamischen Wissens- und Erfahrungsräumen, die über die Möglichkeiten klassischer Museumsformate hinausgehen. Sie sind damit weniger ein fest umrissenes Format als vielmehr ein sich ständig weiterentwickelnder Möglichkeitsraum.
Die Zukunft virtueller Museen: vernetzt, interaktiv, intelligent
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass diese Entwicklung längst nicht abgeschlossen ist. Vielmehr stehen virtuelle Museen erst am Anfang einer Transformation, die durch technologische Innovationen weiter beschleunigt wird. So wird etwa der Einsatz von künstlicher Intelligenz zunehmend an Bedeutung gewinnen – nicht nur zur Analyse und Aufbereitung von Sammlungsdaten, sondern auch als Werkzeug für Besucher:innen, um Inhalte individuell zu erschließen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Gleichzeitig eröffnen Technologien wie Virtual Reality, Augmented Reality und sogenannte Social-XR-Anwendungen neue Formen des gemeinsamen Erlebens: Virtuelle Museen können zu sozialen Räumen werden, in denen Menschen ortsunabhängig zusammenkommen, Ausstellungen gemeinsam erkunden und miteinander interagieren.
Damit entwickeln sich virtuelle Museen zunehmend zu offenen, partizipativen und vernetzten Plattformen, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch aktiv zur gemeinsamen Wissensproduktion beitragen.
Virtuelle Museen sind damit nicht nur digitale Abbilder, sondern experimentelle Räume für die Zukunft von Kultur und Wissen.
Was bewirkt die Digitalisierung von Kulturerbe heute?
Museen, Bibliotheken, Archive und andere Kulturinstitutionen haben einen wichtigen und dauerhaften bildungs- und wissenschaftspolitischen Auftrag – und dieser verändert sich im digitalen Zeitalter spürbar. Mit Hilfe der Digitalisierung und digitaler Angebote können sie Zugangshürden zu Kultur und Wissen aktiv, kreativ und nachhaltig senken – und deutlich mehr Teilhabe ermöglichen.
Konkret zeigt sich das in verschiedenen Bereichen:
- Offenheit und Nachnutzbarkeit von Kulturdaten
- verbesserte Zugänglichkeit und Barrierefreiheit
- stärkere Vernetzung von Inhalten und Institutionen
- schnellere und breitere Verfügbarkeit von Informationen
- neue und erweiterte Forschungsgrundlagen
- bessere Möglichkeiten für interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Förderung gesellschaftlicher Diskurse
- Raum für die Entwicklung und Erprobung innovativer Technologien
Ein zentraler Aspekt dabei ist der Kontext, in dem Kulturgut wahrgenommen wird. Ellen Euler und Paul Klimpel wiesen hierzu treffend darauf hin dass „Erst wenn das einzelne Kulturobjekt aus einem Museum, einer Bibliothek und einem Archiv in seinem jeweiligen Bedeutungszusammenhang wahrgenommen wird […] dafür eine Wertschätzung entstehen [kann], die das kulturelle Erbe in der Gesellschaft wirksam bleiben lässt.“[13]
Digitalisierung kann genau diesen Zusammenhang sichtbar machen und herstellen – indem sie Objekte, Daten und Informationen miteinander verknüpft.
Digitalisierung macht Kulturerbe damit nicht nur zugänglicher, sondern auch verständlicher.
Kulturerbe digital: Neue Perspektiven für Forschung und Wissenschaft
Insbesondere für die Wissenschaft und die Forschung birgt die Digitalisierung enormes Potential – und hat die Arbeitsweise in vielen Bereichen grundlegend verändert. Waren früher etwa für Historiker:innen lange und kostenaufwändige Archivreisen der Normalfall, so lassen sich heute viele Dinge zumindest teilweise vom heimischen Computer aus erarbeiten. Viele Quellen und Bücher sind inzwischen im Open Access verfügbar oder können von Archiven und Bibliotheken als Digitalisate bereitgestellt werden. Das spart nicht nur Kosten, sondern vor allem Zeit – und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung.
Welche Auswirkungen dies konkret hat, beschreibt Ursula Bernhardt sehr treffend:
„Digitale Werkzeuge haben die Informationsgewinnung und die Kommunikationsformen revolutioniert und damit auch die Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche Arbeit verändert. Digitalisate als Teil einer E-Science-Umgebung ermöglichen es Wissenschaft und Forschung, zeit- und ortsunabhängig mit dem kulturellen historischen Erbe zu arbeiten und dank der internationalen Vernetzung dieses Erbe immer wieder neu zu kontextualisieren. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Beschleunigung der Forschung, zur Setzung neuer Forschungsimpulse und zur Erschließung des Materials. Bislang unbekanntes oder nur schwer zugängliches Material kann der Forschung sichtbar und zugänglich gemacht werden.“[14]
Genau diese Entwicklungen sind es, die digitale Forschung heute prägen – und die Arbeit mit Kulturerbe nachhaltig verändern.
Digitale Sammlungen und virtuelle Museen können in diesem Zusammenhang zu zentralen Forschungsumgebungen werden, in denen Daten nicht nur gesammelt, sondern auch vernetzt, analysiert und weiterentwickelt werden.
Forschung wird damit nicht nur schneller, sondern auch vernetzter und offener.
Open Data / Open Science
Eng verbunden mit diesen Entwicklungen ist auch der Gedanke von Open Data und Open Science. Immer mehr Kulturinstitutionen stellen ihre Digitalisate und Metadaten offen zur Verfügung und ermöglichen so eine Nachnutzung über die ursprünglichen Kontexte hinaus.
Für die Forschung bedeutet das einen grundlegenden Wandel: Daten können nicht nur leichter gefunden, sondern auch miteinander verknüpft, analysiert und weiterverarbeitet werden. Neue Fragestellungen entstehen oft erst durch diese Offenheit und die Möglichkeit, unterschiedliche Datenbestände miteinander zu kombinieren.
Gleichzeitig eröffnet Open Data auch Chancen für eine breitere Beteiligung – etwa durch Citizen Science-Projekte oder kollaborative Forschungsansätze, bei denen nicht nur Wissenschaftler:innen, sondern auch interessierte Nutzer:innen zur Wissensproduktion beitragen.
Offenheit wird damit zu einem zentralen Faktor für die Weiterentwicklung von Forschung im digitalen Raum. Gleichzeitig wirft diese Offenheit aber auch Fragen auf – etwa nach Qualität, Kontext und Verantwortung im Umgang mit Daten.

Virtuelle Ausstellungen – Kulturvermittlung digital
Eine „Kulturgut bewahrende Einrichtung“ ist „jede Einrichtung im Bundesgebiet, deren Hauptzweck die Bewahrung und Erhaltung von Kulturgut und die Sicherung des Zugangs der Öffentlichkeit zu diesem Kulturgut ist, insbesondere Museen, Bibliotheken und Archive“.[15] Das wichtige an diesem Satz aus der Handreichung zum neuen Kulturgutschutzgesetz ist in diesem Zusammenhang „die Sicherung des Zugangs der Öffentlichkeit“. Kulturinstitutionen haben damit nicht nur die Möglichkeit, ihre Sammlungen zugänglich zu machen – es ist ihr zentraler Auftrag!
Genau hier setzt die Digitalisierung an und eröffnet neue Möglichkeiten – etwa durch virtuelle Ausstellungen.
Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: rein virtuelle Ausstellungen und solche, die als Ergänzung zu einer physischen Ausstellung entstehen.
Ein Beispiel für eine solche ergänzende digitale Ausstellung ist „Caravaggio & Bernini. Entdeckung der Gefühle“ des Kunsthistorischen Museums Wien. Die Ausstellung war dort 2019/20 zu sehen und ist heute digital weiterhin zugänglich.
Ähnlich verhält es sich mit „Demokratie wagen“ des Landesarchivs Baden-Württemberg. Hier wurde die ursprüngliche Ausstellung mittels 360°-Aufnahmen digitalisiert und so dauerhaft begehbar gemacht.
Gleich als rein virtuelle Ausstellung geplant und ins Leben gesetzt wurde 2017 die Ausstellung „Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern. Anhänger, Gegner, Sympathisanten“.
Die Möglichkeiten virtueller Ausstellungen sind vielfältig: Sie können analoge Angebote ergänzen, verlängern oder – etwa bei Schließungen oder zeitlich begrenzten Ausstellungen – dauerhaft verfügbar machen.
Gleichzeitig eröffnen sie neue Formen der Vermittlung, die über den klassischen Ausstellungsraum hinausgehen.
Ausstellungen werden damit nicht mehr nur gezeigt, sondern können dauerhaft erfahrbar bleiben.
Qualität virtueller Ausstellungen
So vielfältig die Möglichkeiten virtueller Ausstellungen sind, so unterschiedlich ist auch ihre Qualität. Nicht jede digitale Ausstellung nutzt die Potenziale des digitalen Raums tatsächlich aus.
Häufig beschränken sich Angebote darauf, analoge Ausstellungen eins zu eins ins Digitale zu übertragen – etwa durch 360°-Rundgänge. Diese können zwar einen Eindruck vermitteln, schöpfen die Möglichkeiten digitaler Vermittlung jedoch oft nicht aus.
Digitale Ausstellungen entfalten ihr Potenzial vor allem dann, wenn sie die spezifischen Stärken des Mediums nutzen: etwa durch interaktive Elemente, zusätzliche Kontextinformationen, Verlinkungen oder die Möglichkeit, Inhalte individuell zu erkunden.
Entscheidend ist damit nicht nur, dass eine Ausstellung digital verfügbar ist, sondern wie sie im digitalen Raum umgesetzt wird.
Digitalisierung allein macht noch keine gute Ausstellung.
All diese Entwicklungen sind eng mit technologischen Innovationen verbunden, die neue Formen der Vermittlung überhaupt erst ermöglichen.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Was ist Augmented Reality?
„Augmented“ bedeutet im Englischen „erweitert“. „Augmented Reality“ bezeichnet eine erweiterte Realität, bei der digitale Inhalte in die reale Umgebung eingeblendet werden. In der Regel geschieht dies visuell, etwa über Smartphone- oder Tablet-Anwendungen. Sichtbar werden dabei Inhalte, die real nicht vorhanden sind – die aber historische Zustände rekonstruieren oder mögliche Szenarien darstellen können.
Schon heute gibt es zahlreiche Museen, die mit Augmented Reality arbeiten. Erst kürzlich habe ich einige davon besucht: Auf Schloss Burg in Solingen etwa erscheint über eine App Graf Adolf von Berg virtuell im Rittersaal – gemeinsam mit seinem Pferd. Auch das Goethe-Museum in Düsseldorf nutzt entsprechende Formate, die beispielsweise die Lebendmaske Goethes digital erfahrbar machen.
Die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality in Museen und an Kulturdenkmälern sind vielfältig: Besucher können etwa über ihr Smartphone eine gedeckte Tafel sehen, wo tatsächlich nur ein leerer Tisch steht. Ebenso lassen sich historische Personen in ihre ursprünglichen Räume zurückholen – sei es für ein „Selfie“ oder als digitaler Guide durch die Ausstellung.
Augmented Reality bietet damit vielfältige Möglichkeiten, Besucher:innen aktiv in Ausstellungen einzubeziehen und Inhalte interaktiv zu vermitteln. Gleichzeitig ist ihr Einsatz oft mit technischen und finanziellen Anforderungen verbunden, die nicht jede Institution gleichermaßen leisten kann.
Richtig eingesetzt, kann Augmented Reality jedoch dazu beitragen, Geschichte und Kultur auf neue, unmittelbare Weise erfahrbar zu machen.
Augmented Reality ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie digitale Technologien die klassische Kulturvermittlung erweitern können.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Was ist Virtual Reality?
Eine weitere Technologie ist die „Virtual Reality“, also die virtuelle Realität. Sie wird definiert als „die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung“.[16] Der Begriff entstammt übrigens tatsächlich einem Science Fiction-Roman. So kann es gehen, was 1982 noch absolute Zukunftsmusik war, ist heute – zumindest in Teilen – Realität.
Zum Erleben von Virtual Reality braucht es spezielle Headsets. Sie suggerieren dem Träger, dass er sich in einer anderen Umgebung befindet, und ermöglichen es ihm, sich mittels Controllern in dieser virtuellen Welt zu bewegen, Objekte zu greifen und mit der Umgebung zu interagieren.
Diese Technik ist nicht ganz ohne und birgt durchaus auch Gefahren, die ich persönlich erleben durfte: man läuft nämlich Gefahr tatsächlich das Gefühl für die reale Umgebung zu verlieren, zu stolpern, anzuecken und ähnliches. Auch Übelkeit oder Sehstörungen können auftreten.
Ausprobiert habe ich eine solche Virtual Reality Anwendung im Museum Burg Linn. Offen gestanden war ich begeistert einmal selbst ein Katapult zu laden, durch die Burg zu laufen und mit diesen virtuellen Figuren in Kontakt zu treten. Aber man sollte immer eine fachkundige Person bei sich haben, denn – wie gesagt – diese Technik hat auch so ihre Schattenseiten.
Eine neue Studie am Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven ergab durchweg positive Effekte des Einsatzes von Virtual Reality. Simone Eick – Direktorin des Hauses – sagte in einem Interview bei „museum4punkt0„: „In unserem Experiment erwies sich Virtual Reality als effektive Methode, bei den BesucherInnen positive Emotionen zu wecken und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. So wurden die VR-Anwendungen als unterhaltsamer und vergnüglicher empfunden als die traditionellen Präsentationsformen mit Texttafeln und Hörstationen. Diese positiven Empfindungen beziehen sich auf das Vermittlungsinstrument als solches und nicht auf den ernsten Inhalt, der damit transportiert wird. VR kann somit einen wertvollen Beitrag zur Zufriedenheit der BesucherInnen leisten. Dabei schätzten die StudienteilnehmerInnen insbesondere die Möglichkeit, durch interaktive Elemente die virtuelle Welt selbst beeinflussen zu können, statt nur passiv daran teilzuhaben.“
Die Studie zeigt damit deutlich, welches Potenzial Virtual Reality für die emotionale Ansprache und die Besucherbindung haben kann.
Im Unterschied zur Augmented Reality ersetzt Virtual Reality die reale Umgebung vollständig durch eine digitale Welt.
Augmented Reality vs. Virtual Reality
Augmented Reality und Virtual Reality werden häufig in einem Atemzug genannt, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Funktionsweise.
Während Augmented Reality die reale Umgebung erweitert, indem digitale Inhalte in diese eingeblendet werden, ersetzt Virtual Reality die Realität vollständig durch eine computergenerierte Welt.
Für die Kulturvermittlung bedeutet das: Augmented Reality ergänzt bestehende Ausstellungen und Orte, während Virtual Reality eigenständige, immersive Erlebnisräume schafft.
Beide Technologien bieten damit unterschiedliche, sich aber ergänzende Möglichkeiten, Kultur neu erfahrbar zu machen.
Welche Form sinnvoll ist, hängt dabei immer vom jeweiligen Ziel und Kontext ab.
Ausblick: AR, VR und die Zukunft der Kulturvermittlung
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Entwicklung in diesem Bereich längst nicht abgeschlossen ist. Technologien wie Augmented Reality und Virtual Reality werden zunehmend weiterentwickelt und miteinander kombiniert.
Gleichzeitig spielt auch der Einsatz künstlicher Intelligenz eine immer größere Rolle. Sie kann dabei helfen, Inhalte individuell aufzubereiten, personalisierte Zugänge zu schaffen oder Besucher:innen durch virtuelle Räume zu begleiten. Auch in der Erstellung und Analyse von Inhalten eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten.
In diesem Zusammenhang wird häufig auch vom sogenannten „Metaverse“ gesprochen – also digitalen Räumen, in denen Menschen sich bewegen, miteinander interagieren und gemeinsam Inhalte erleben können. Für Museen und Kulturinstitutionen eröffnen sich hier neue Möglichkeiten, Ausstellungen nicht nur digital abzubilden, sondern als soziale, interaktive Räume zu gestalten.
Gleichzeitig gilt auch hier: Nicht jede technische Innovation ist automatisch sinnvoll. Entscheidend bleibt, welchen Mehrwert sie für die Vermittlung bietet und wie gut sie in bestehende Konzepte eingebunden wird.
Richtig eingesetzt können diese Technologien jedoch dazu beitragen, Kultur noch zugänglicher, erlebbarer und vielfältiger zu machen.
Die Technik ist dabei immer nur das Mittel – entscheidend ist, was wir daraus machen.

Was bedeutet OpenGLAM heute?
GLAM ist ein Akronym und steht für „Galleries, Libraries, Archives, Museums“. Diese sogenannten Gedächtnisorganisationen haben die Aufgabe, Kulturerbe zu sammeln, zu bewahren, zu erschließen und öffentlich zugänglich zu machen. Diese Aufgaben verbinden sie – und verpflichten sie zugleich.
Die GLAM-Bewegung entstand im Zuge der Digitalisierung, die die Gemeinsamkeiten dieser Institutionen besonders deutlich sichtbar machte. Gleichzeitig wurden auch gemeinsame Herausforderungen sichtbar – insbesondere im Umgang mit Digitalisierung, Ressourcen und Zugänglichkeit.
Zu „OpenGLAM“ transformierte die Bewegung durch den Wunsch und den Auftrag, das von ihnen verwaltete Kulturgut auch öffentlich zu machen.
Eine zentrale Rolle für OpenGLAM spielt die Wikimedia-Bewegung, insbesondere mit Plattformen wie Wikimedia Commons. Diese ermöglicht es, insbesondere inzwischen gemeinfreie Werke, seien es Kunstwerke, Denkmäler oder Schriftgut, für alle zugänglich unter einer sogenannten Creative Commons-Licence einzustellen und somit allen Menschen zur Nutzung zur Verfügung zu stellen. Dadurch erhalten nicht nur Wissenschaftler:innen, sondern auch interessierte Nutzer:innen einen deutlich einfacheren Zugang zu Materialien, die zuvor oft nur schwer zugänglich waren.
Entscheidend ist dabei nicht nur der Zugang, sondern auch die Möglichkeit der Weiterverwendung – etwa für Forschung, Bildung oder kreative Projekte.
OpenGLAM ist damit ein zentraler Baustein digitaler Kulturvermittlung.
Herausforderungen von OpenGLAM
So überzeugend die Idee von OpenGLAM ist, so bringt sie doch auch Herausforderungen mit sich. Denn Offenheit bedeutet für viele Institutionen zunächst einen Kontrollverlust – oder zumindest die Angst davor.
Wird Kulturgut frei zugänglich gemacht, kann es genutzt, verändert und in neue Kontexte gestellt werden. Das ist einerseits ausdrücklich gewünscht, wirft andererseits aber Fragen nach Qualität, Kontext und Verantwortung auf.
Hinzu kommen ganz praktische Aspekte: Digitalisierung, Aufbereitung und Bereitstellung von Daten erfordern Ressourcen – Zeit, Personal und finanzielle Mittel. Gerade kleinere Einrichtungen stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
Auch innerhalb der Institutionen bedeutet OpenGLAM oft ein Umdenken. Bestehende Arbeitsweisen, Rollenverständnisse und Abläufe müssen hinterfragt und teilweise neu gedacht werden.
OpenGLAM ist damit weniger ein Zustand als vielmehr ein Prozess – einer, der Zeit braucht, aber langfristig neue Möglichkeiten für Zugang, Teilhabe und Zusammenarbeit eröffnet.
Offenheit will also nicht nur gewollt, sondern auch gestaltet werden.
Was bedeutet Open Access?
Im Zusammenhang mit Kultur im digitalen Raum fällt auch immer wieder der Begriff „Open Access“. Dieser – wörtlich übersetzt – „offene Zugang“ führt häufig zu Missverständnissen und sorgt nicht selten auch für Skepsis gegenüber digitaler Kulturvermittlung. Deshalb vorweg: Offener Zugang ist nicht gleichbedeutend mit rechtsfreier Nutzung. Zudem bezieht sich Open Access zunächst einmal in erster Linie auf wissenschaftliche Publikationen, zunehmend aber auch auf Kulturgut. Alles andere fällt in den Bereich freier oder eben nicht ganz so freier Lizenzen. Die allerdings stehen auf einem anderen Blatt und können, wie bereits oben angemerkt, nach den Richtlinien der Creative Commons-Licence geregelt werden.
Open Access bedeutet zunächst, dass Inhalte frei im Internet zugänglich sind – sie können gelesen, angesehen, heruntergeladen, gespeichert und verlinkt werden, ohne dass dafür Kosten entstehen.
Gleichzeitig bedeutet Open Access nicht, dass Inhalte beliebig verändert oder weiterverbreitet werden dürfen. Die konkreten Nutzungsrechte können unterschiedlich ausgestaltet und auch eingeschränkt sein. Nicht alles, was Open Access ist, ist automatisch gemeinfrei. Es gibt diverse Abstufungen und auch Einschränkungen.
Grundsätzlich werden im Open Access meist zwei zentrale Wege unterschieden:
• der „Goldene Weg“ – die direkte Veröffentlichung im digitalen Raum
• der „Grüne Weg“ – eine parallele Veröffentlichung digital und in Printform
Daneben existieren in der Praxis weitere, oft als „grauer Weg“ bezeichnete Modelle. Hierbei werden Inhalte zwar digital und gedruckt veröffentlicht, der Zugang zur Printversion ist jedoch eingeschränkt oder nicht öffentlich zugänglich – ein Ansatz, der insbesondere im wissenschaftlichen Publikationsbereich und bei spezialisierten Verlagen durchaus verbreitet ist.
Die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, die inzwischen von zahlreichen Institutionen weltweit unterzeichnet wurde, bezieht ausdrücklich auch Kulturgüter aus Bibliotheken, Museen und Archiven ein. Auch sie sollen – ebenso wie wissenschaftliche Publikationen – frei und öffentlich zugänglich sein.
Hagen W. Lippe-Weissenfeld plädiert in seinem Essay „Die Corona-Krise als Chance für die Kultur“ zudem dafür sog. „Open-Source-Software“ zu nutzen: „Open Source, was für offene Software steht. Maximal demokratisch, weil unabhängig von kommerziellen Anbietern geschlossener Softwaresysteme. Wer als Kulturanbieter bewusst Open-Source-Software einsetzt, möchte, dass dadurch offene Diskursplattformen entstehen, die von ihm selbst und seinen Besuchern unbegrenzt und permanent weiterentwickelt werden können. Geeignet für kleine wie große Einrichtungen. Wissenstransfer, offener Erfahrungsaustausch, gemeinsames Lernen, agile Steuerungsmethoden, kollaboratives Arbeiten stünden plötzlich gleichwertig neben analogem Museums-, Opern- oder Clubbesuch. Digital Culture als fester Bestandteil kultureller Bildung. Hier hat Kultur massiv Nachholbedarf.“
Was sind Normdaten?
Die Grundlage digitaler Kulturvermittlung
„Normdaten sind das Rückgrat eines maschinenlesbaren, semantischen Netzes der Kultur und Wissenschaft.“, so steht es im GND-Entwicklungsprogramm 2017-2021 der Deutschen Nationalbibliothek. Das klingt zunächst kompliziert – ist aber im Grunde einfacher, als es scheint.
Versuchen wir es also mal mit einem Beispiel:
Jeder dieser einzelnen Punkte kann natürlich noch weiter aufgeschlüsselt und quasi in ein Netz eingebunden werden:
All diese Angaben lassen sich wiederum weiter verzweigen. Am Ende steht ein weitverzweigtes und im Grunde nicht mehr überschaubares Netz von Informationen, das man das semantische Netz der Normdaten nennt.
All diese Daten aber lassen sich kategorisieren, hier etwa in die Kategorien: kunstgeschichtliche, historische und geographische Anteile. Schaut man die Werke an, so lassen sich wahrscheinlich Kategorien bilden in Bezug auf die Orte, wo die Werke zu finden sind, also Museen, Archive etc. Vielleicht gibt es Forschungsprojekte, die zusätzliche Informationen beisteuern oder Bibliotheken und Archive. Die Kategorisierung vereinfacht eindeutig schon einmal die Flut an Informationen.
Aus diesen Verknüpfungen entstehen sogenannte Normdaten – standardisierte Datensätze, die eindeutige Informationen zu Personen, Orten, Werken oder Begriffen enthalten. Ein zentrales Beispiel ist die Gemeinsame Normdatei (GND), die von der Deutschen Nationalbibliothek gepflegt wird:

Screenshot der Webseite der Deutschen Nationalbibliothek (Browser: Opera 11.62) -via Wikimedia Commons gemeinfrei
Solche Normdaten bilden die Grundlage für viele digitale Kulturangebote. Sie sorgen dafür, dass Informationen eindeutig zugeordnet, miteinander verknüpft und über verschiedene Plattformen hinweg auffindbar werden – etwa in der Deutschen Digitalen Bibliothek oder bei Europeana.
Normdaten sind damit ein zentraler Bestandteil von Linked Open Data und ermöglichen es, Kulturdaten über Institutionsgrenzen hinweg miteinander zu vernetzen.
Ohne Normdaten wäre digitale Kulturvermittlung in dieser Form kaum möglich.
Digitale Kulturvermittlung ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil der täglichen Praxis in Museen, Archiven und Bibliotheken. Die Möglichkeiten sind vielfältig – von digitalen Sammlungen über virtuelle Ausstellungen bis hin zu immersiven Technologien wie Virtual Reality.
Entscheidend ist dabei jedoch nicht die Technik allein, sondern ihr sinnvoller Einsatz. Nur wenn digitale Angebote einen echten Mehrwert bieten, können sie dazu beitragen, Kultur zugänglicher, verständlicher und nachhaltiger zu vermitteln.
Oft sind es dabei gerade die Geschichten hinter den Objekten, die den entscheidenden Unterschied machen: Ein einzelnes Exponat bleibt selten für sich allein stehen – erst im Zusammenhang, eingebettet in seine Geschichte, wird es wirklich greifbar und relevant. Digitale Formate bieten hier die Möglichkeit, genau diese Geschichten sichtbar zu machen, weiterzuerzählen und miteinander zu verknüpfen.
Wie wichtig Storytelling in der digitalen Kulturvermittlung ist und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, habe ich in einem weiteren Beitrag ausführlicher dargestellt.
Die digitale Transformation eröffnet enorme Chancen – sie verlangt aber auch ein Umdenken. Offenheit, Vernetzung und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, werden dabei zu zentralen Faktoren für eine erfolgreiche Kulturvermittlung im digitalen Raum.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Jahr 2020 veröffentlicht. Im April 2026 wurde er überarbeitet, erweitert und aktualisiert.
[1] Der Vergangenheit eine Zukunft. Kulturelles Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Paul Klimpel und Ellen Euler, Berlin 2015, hier: Geleitwort der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB, S. 10. Online-Ressource: http://s522348684.online.de/wp-content/uploads/2017/03/ddbZukunft_iRights.pdf
[2] Ellen Euler und Paul Klimpel: Einleitung, in: Der Vergangenheit eine Zukunft. Kulturelles Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Paul Klimpel und Ellen Euler, Berlin 2015, S. 12.
[3] Hermann Parzinger: Kulturelles Erbe und Digitalisierung, in: Der Vergangenheit eine Zukunft. Kulturelles Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Paul Klimpel und Ellen Euler, Berlin 2015, S. 29.
[4] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium des Innern, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.): Digitale Agenda 2014-2017. August 2014, S. 19.
[5] Till Manning: kulturerbe-niedersachsen.de: Niedersachsens kulturelles Gedächtnis, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 102. Online Ressource: http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2016/168/chapter/HamburgUP_DDB_KulturellesErbe_02_Vielfalt_Nds.pdf
[6] Zitat entnommen „Ueber digiCULT“.
[7] Zitiert nach Melanie von Bismarck: »Hallo, Vermittlung!?« – (K-)Ein Tagungsbericht der Moderatorin. Online-Ressource der Körber-Stiftung: https://www.koerber-stiftung.de/natuerlich-kunst/bericht-hallo-vermittlung
[8] Ellen Euler und Paul Klimpel: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 8f. Online Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de//sites/default/files/media/documents/ellen_euler_paul_klimpel_vorwort_cc_by-nd_4.0_auszug_aus_foederale_vielfalt_globale_vernetzung.pdf
[9] Hermann Parzinger: Kulturelles Erbe und Digitalisierung, in: Der Vergangenheit eine Zukunft. Kulturelles Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Paul Klimpel und Ellen Euler, Berlin 2015, S. 30.
[10] Till Manning: kulturerbe-niedersachsen.de: Niedersachsens kulturelles Gedächtnis, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 106. Online Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de/sites/default/files/media/document/2019-01/Till%20Manning%20Niedersachsens%20kulturelles%20Ged%C3%A4chtnis%20CC%20BY-ND%204.0%20Auszug%20aus%20F%C3%B6derale%20Vielfalt%20Globale%20Vernetzung.pdf
[11] Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online – Strategie 2020, hier S. 14. Online-Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de//sites/default/files/media/documents/ddb_strategie_2020_download.pdf
[12] Ellen Euler und Paul Klimpel: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 9. Online Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de//sites/default/files/media/documents/ellen_euler_paul_klimpel_vorwort_cc_by-nd_4.0_auszug_aus_foederale_vielfalt_globale_vernetzung.pdf
[13] Ellen Euler und Paul Klimpel: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 8. Online Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de//sites/default/files/media/documents/ellen_euler_paul_klimpel_vorwort_cc_by-nd_4.0_auszug_aus_foederale_vielfalt_globale_vernetzung.pdf
[14] Ursula Bernhardt: Die Digitalisierung von Kulturgut im Geschäftsbereich des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in: Ellen Euler und Paul Klimpel: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung, in: Föderale Vielfalt – Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt, hg. v. Ellen Euler und Paul Klimpel (Schriftenreihe „Kulturelle Erbe in der digitalen Welt“, Bd. 2), Berlin 2016, hier S. 16. Online Ressource: https://cms.deutsche-digitale-bibliothek.de//sites/default/files/media/documents/ellen_euler_paul_klimpel_vorwort_cc_by-nd_4.0_auszug_aus_foederale_vielfalt_globale_vernetzung.pdf
[15] Online unter: http://www.kulturgutschutz-deutschland.de/SharedDocs/Downloads/DE/HandreichungKGSG.pdf?__blob=publicationFile&v=2, S. 113.
[16] Artikel Virtuelle Realität, in: Wikipedia.


Dr. Anja Kircher-Kannemann
Promovierte Historikerin, Autorin, Kulturvermittlerin und Bloggerin.
Themen: digitale Kulturvermittlung – #digKV – Social Media – Storytelling – Geschichte(n) erzählen
Kultur-News KW 07-2020
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10 Kommentare
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Tanja Praske
Liebe Anja,
was für ein Mammutpost – aber prima „Digitale Kulturvermittlung“ ist ein wichtiges Medium, klug aufgebaut, bewirkt es viel. Gibt übrigens einen Hashtag auf Twitter dafür #digKV 😉
Danke für die Erwähnung von #BNMArtDogs. Ich muss da noch die aktuellsten Beiträge der Teilnehmer aufführen. Das ist ja das Schöne an BloggerWalks: Es erscheinen auch viel später noch Artikel dazu. Während es auf Echtzeit auf Twitter brummen kann, die ersten Tage danach auf Instagram noch brennt, können Wochen oder Monate später noch Artikel der Teilnehmenden eingehen. So geschehen hier, aber auch beim BloggerWalk #ErikaMann, der von jaellekatz noch im Februar einen Blogpost brachte.
Zu Virtual Reality – was das ist, schrieb ich mal für die Kolumne des DHM einen Artikel, vielleicht ist das als Ergänzung hier auch ganz interessant: https://www.dhm.de/blog/2018/02/23/was-ist-virtual-reality/
Also, merci dir für den Artikel!
Herzlich,
Tanja
A. Kircher-Kannemann
Liebe Tanja, danke Dir für den Link. Manchmal müssen halt auch Mammutposts sein. Dieser entstand, weil ich Menschen, die zum einen Angst vor Digitalisierung haben und zum anderen auch nicht viel Ahnung einiges erklären wollte und dann dachte ich mir, dass ich es eigentlich auch veröffentlichen könnte. So wird das Thema wieder einmal aktuell und gerade solche Ergänzungen wie deine – Link und Erfahrung mit Aktionen – helfen insgesamt weiter, um die Kulturvermittlung im digitalen Raum weiterzutragen und populärer zu machen.
Herzliche Grüße,
Anja
Damian Kaufmann | Zeilenabstand.net - Kultur & Digitales
Liebe Anja,
was für ein aufwändiger Artikel! Und so wichtig! Danke für diese umfangreiche Zusammenstellung zum Stand der Kulturvermittlung. Ich werde darauf sicher häufiger für meine eigene Arbeit zurückgreifen.
A. Kircher-Kannemann
Lieber Damian, danke Dir! Danke dir vor allem für Dein Projekt über den Maler Emil Hopf, das zeigt, dass auch Privatleute in Sachen digitaler Kulturvermittlung viel bewegen können.
Herzliche Grüße, Anja
Christina Sebastian
Liebe Anja,
herzlichen Dank für diesen tollen, umfangreichen Artikel! Bin gerade dabei, meine Abschlussarbeit im Zertifizierungskurs der Bayerischen Museumsakademie genau zum Thema der Kulturvermittlung im digitalen Raum zu verfassen und finde hier bei dir noch viele wunderbare Anregungen. Du wirst auf jeden Fall erwähnt werden.
Liebe Grüße aus München
Christina
A. Kircher-Kannemann
Liebe Christina, vielen Dank! Freut mich, dass Dir mein Beitrag bei Deiner Abschlussarbeit helfen kann. Ich drück Dir die Daumen dafür.
Herzliche Grüße, Anja
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