Kultur-News KW 07-2020

Digitalisierung

  • Wenn Schlösser sich mit Bloggern treffen um mit Hunden gemeinsam zu walken, dann nennt man das #BNMArtDogs und wir sind auf einem vom Bayerischen Nationalmuseum gemeinsam mit Tanja Praske organisierten BloggerWalk in der aktuellen Sonderausstellung „Treue Freunde – Hund und Menschen“. Anika Koller hat auf dem Schlösserblog Bayern über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei diesem BloggerWalk geschrieben.
  • Eine Übersicht über die Reaktionen und Erlebnisse im Zusammenhang mit #BNMArtDogs hat Tanja Praske auf Wakelet zusammengestellt.
  • Bereits seit einiger Zeit existiert die „Digitale Kunsthalle“ des ZDF. Jetzt gibt es hier eine Ausstellung zur NS-Raubkunst. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Städel Museum Frankfurt.
  • Open Access – eine schöne Idee aber eine problematische und von vielen Hemmnissen begleitete Umsetzung. Ja, das ist leider immer noch so und irgendwie steht zu befürchten, dass dies auch noch eine ganze Weile so bleiben wird. Ich zum Beispiel muss mich heute noch immer für meine Entscheidung entschuldigen meine Diss einst OA veröffentlicht zu haben. Das Blog Zeitenblicke fasst noch einmal viele Probleme rund um OA zusammen und weist auf eine Veranstaltung zum Thema hin.
  • Wo wir gerade bei Open Access sind: Wer schon immer seine Videos u-ä. mit Musik unterlegen wollte und sich immer geärgert hat, dass es unendlich schwierig ist gemeinfreie  Musik zu finden, die man dafür nutzen kann, der kann jetztanfangen zu lächeln, denn zwei US-Musiker haben es nach etlichen Jahren gerichtlicher Auseinandersetzungen geschafft knapp 69 Milliarden Melodien, algorithmisch erzeugt, unter der Public Domain Mark ins Netz zu stellen. via iRights.
  • Und weiter geht’s mit Open Access: „Die Initiative Docs for Democracy und die AG Dok wollen die Produktion und den Vertrieb öffentlich-rechtlich finanzierter Dokumentar-Formate neu aufstellen. Künftig sollen Landesmedienanstalten über Fördervergaben entscheiden und alle Werke frei lizenziert und vielfältig nutzbar sein.“ via iRights.
  • Twitter und die Wissenschaftskommunikation – funktioniert es oder funktioniert es nicht? Levke Harders und Gianna Mai haben den Twitteraccount @UniBielefeld50 ausgewertet. via belonging.hypotheses.

Museen

  • Es gibt ein neues Museumsblog! Das Haus der Kunst in München wagt sich (wieder einmal) an das Unterfangen Corporate Blog. „Die Inhalte des Blogs sind meist ausstellungsbegleitend, sie erweitern und vertiefen die Inhalte und Themen der aktuellen Ausstellungen und Künstler*Innen.“ wie es in der Einleitung heißt. Man darf also gespannt sein.
  • „Ab dem Frühjahr 2020 fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen die Kunst- und Kulturmuseen in NRW durch die Ermöglichung von zweijährigen Forschungsvolontariaten. Im Rahmen des Förderprogramms “Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW” sollen die Kunst- und Kulturmuseen in zentralen Bestandteilen ihrer Kernaufgaben – dem Sammeln, Bewahren und Erforschen – maßgeblich unterstützt werden. Zu diesem Zweck stärkt das Programm das individuelle Profil der Museen und gibt ihnen Gelegenheit, eine Generation junger Nachwuchswissenschaftler*innen in ihren Häusern auszubilden und in der scientific community zu vernetzen. Das Förderprogramm „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ schafft für Volontierende damit erstmals ein spezifisch der Erschließung und Erforschung von musealen Sammlungen gewidmetes Ausbildungsprogramm.“ Mehr dazu auf der Website der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
  • Für alle Freunde des „weißen Goldes“, sprich des Porzellans, gibt es auf dem Blog des Historischen Museums Frankfurt einen interessanten Museums-Tipp unter dem Titel „Das weiße Gold von Höchst. Es geht ins Porzellan-Museum im Kronberger Haus, das die größte Sammlung von Höchster Porzellan beherbergt.
  • Es ist die Woche der Museums-Tipps. Hier kommt noch einer: Auf dem Blog Ausstellungskritik stellt Nicole Guether das Belfaster Titanic-Museum vor.
  • In dieser Woche gibt es mal eine eher ungewöhnliche Schlagzeile zu Mallorca: es wird ein neues Museum geben und zwar im Archäologie-Park am Puig de sa Morisca bei Santa Ponça. Finanziert wird das Projekt übrigens aus dem Mitteln der Touristensteuer … (ich erspare mir mal einen Kommentar 😉). via Mallorcazeitung.

Ausstellungen

  • Wer noch keinen Jubiläumsjahr-Overkill hat, sondern solche Festivitäten gut findet und nicht genug davon bekommen kann, der sollte nach Wuppertal fahren, denn neben Hölderlin und Beethoven wird in diesem Jahr auch der 200. Geburtstag von Friedrich Engels gefeiert. Dazu gibt es sogar eine eigene Website „Engels2020“ mit zahlreichen Informationen zu Veranstaltungen, Ausstellungen und vielem mehr.

Bibliotheken / Archive

  • #SavingHeritage in Sachen Archive: „Der Notfallverbund Duisburger Archive und Museen hat mit Fördermitteln der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) sieben Notfallcontainer mit Materialien zur Erstversorgung von Archivgut in Katastrophenfällen beschafft. Die Container wurden heute im Rahmen eines Pressetermins der Feuerwehr Duisburg zur Einlagerung übergeben.“ Eine Lehre, die man nicht zuletzt aus dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs zog. Mehr dazu gibt es in der WDR Mediathek.
  • Lust auf Hessische Geschichte macht der (fast neue) YouTube-Kanal des Hessischen Landesarchivs. Zwar gibt es diesen Kanal schon etwas länger, aber seit etwa drei Monaten wird er deutlich intensiver genutzt und bespielt. Zu sehen gibt es zahlreiche Videos, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen der Landesgeschichte beschäftigen. Das Angebot reicht von Zeichnungen der Nassauischen Schlösser – darunter Weilburg – aus dem Jahr 1617 bis hin zum Bundestagswahlkampf in Hessen im Jahr 1949. via dablog.hypotheses.

Geschichte

  • „Es fehlte an einigen äussern Zufälligkeiten; sonst hätte ich gewagt, Musiker zu werden. Zur Musik nämlich fühlte ich schon seit meinem neunten Jahr den allerstärksten Zug“ diese Sätze stammen von Friedrich Nietzsche. Mehr über Nietzsche und die Musik und zu Ausstellung „Nietzsche komponiert“ gibt es auf dem Blog der Klassik-Stiftung.
  • „Paul Kahl, Literatur- und Kulturhistoriker, spricht im Interview mit Bibliotheksdirektor Reinhard Laube über die Auslandskontakte der Vorgängereinrichtung der Klassik Stiftung Weimar. Die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar (NFG) unterhielten während des Bestehens der DDR umfangreiche Beziehungen zu Staaten jenseits des Eisernen Vorhangs, vor allem zu Italien. Die dort gezeigten Sonderausstellungen waren nicht nur der Vermittlung des klassischen Weimarer Kulturerbes gewidmet, sondern sollten die DDR als das vermeintlich bessere Deutschland gegenüber der Bundesrepublik legitimieren.“ Einen Link zum Video und weitere Informationen gibt es auf dem Blog der Klassik-Stiftung.

Archäologie

  • „Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben im Frühjahr 2019 im römischen Gräberfeld von Haltern am See zwei außergewöhnliche Funde gemacht: den kunstvoll verzierten Dolch eines Legionärs und den zugehörigen Waffengürtel. Diese Entdeckung hat Seltenheitswert: Europaweit gibt es keine weitere derartig gut erhaltene Kombination von dieser Waffe mit Scheide und dem dazu passenden Gürtel. Der kunstvoll verzierte Dolch und der Gürtel wurden nach ihrer Entdeckung in einem aufwendigen Verfahren in der LWL-Restaurierungswerkstatt in Münster wiederhergestellt.“ Mehr zu diesem herausragenden Fund und den Restaurierungsarbeiten gibt es in der Pressemitteilung des LWL und in einem YouTube-Video.
  • Über 80 Gräber aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend haben Archäologen im östlichen Nildelta gefunden. via Blog Selket.

Lesenswert

  • Zwar ist der Valentinstag gerade vorbei, aber mit dem Thema Liebe kann man sich ja immer beschäftigen: das Blog des LVR-LandesMuseums Bonn stellt Funde rund um den Valentinstag und das Thema Liebe vor.
  • In diesem Falle hörenswert ist das Interview mit Guido Heinen, dem Leiter der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags auf L.I.S.A. Zu dem Interview kam es, weil man sich bei L.I.S.A. folgende Frage stellte: „Als Wissenschaftsportal einer wissenschaftsfördernden Stiftung fragen wir uns in der Redaktion auch immer wieder, wem die ganze Wissenschaft eigentlich nützt. Muss sie überhaupt einem konkreten oder gar anwendungsnahen Nutzen verpflichtet sein? Oder ist Wissenschaft eher frei von solchen Nutzenerwägungen und genügt sich selbst? Der Deutsche Bundestag leistet sich mit seinen Wissenschaftlichen Diensten eine eigene Unterabteilung, die seinen Abgeordneten mit wissenschaftlichen Gutachten zur Verfügung steht. Zu welchem Zweck, fragen wir uns auch vor dem Hintergrund, dass Analyse der Wissenschaftlichen Dienste zu durchaus brisanten Themen sowohl von der Politik als auch von den Medien weitgehend ignoriert werden? Ist die Politik überhaupt verpflichtet, wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen? Wie steht es eigentlich um das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik in demokratisch verfassten Gesellschaften? Wann ist Wissenschaft hilfreich und wann stört sie vielleicht sogar den Politikbetrieb?“

Modell Adolfsturm Wetterau-Museum Friedberg Hessen
Das Stadtmodell von Friedberg mit dem alles überragenden Adolfsturm im Wetterau-Museum in Friedberg Foto: A. Kircher-Kannemann

In eigener Sache

Ich war wieder einmal in Sachen Museen und Museums-Tipp unterwegs. Ausgesucht habe ich mir diesmal ein kleines Museum in einer kleinen Stadt in Hessen, das zwar ziemlich unbekannt ist (zumindest außerhalb der Region), dass aber ausgesprochen vielfältig ist und sich nun – auch mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt – auf den Weg gemacht macht Neues zu probieren: das Wetterau-Museum in Friedberg.

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