Kultur-News KW 38-2019

Digitales

  • „Digitalisierung mit Augenmaß“ fordert Eckhart Arnold, Leiter des Referats für IT und Digital Humanities der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und erklärt, „Warum Digitale Lexikalische Systeme nicht halten, was sie versprechen“ am Beispiel des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache. via dhmuc.hypotheses.
  • iRights hat eine Liste zusammengestellt, die sich freien Bildungsmaterialien beschäftigt. Es geht um Fragen wie „Wofür braucht es frei lizenzierte Bildungsmaterialien? Wie lassen sich „Open Educational Resources“ (OER) auffinden, nutzen und erstellen? Welche rechtlichen Fragen werfen sie auf?“.
  • Wieder einmal DSGVO: der Bundesrat hat ein neues Gesetz gebilligt, das eine Anpassung von insgesamt 154 einzelnen Gesetzen an die DSGVO vorsieht. Das Gesetz sieht insgesamt vor, dass die Rechte von Nutzern zugunsten von Anbietern eingeschränkt werden. Ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter etwa wird nun erst ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern notwendig sein. via heise.de.
  • Der SWR macht es vor: ein digitales Fernsehgedächtnis und damit eine Datenbank der Fernsehgeschichte. Als erster Sender in Deutschland wird der SWR systematisch historisches Material ins Netz stellen. Dazu gehören Regionalmagazine ebenso wie Dokumentarfilme und Quizshows. Die 50er und 60er Jahre werden also wieder lebendig. Starten soll das Angebot am 27. Oktober, dem Welttag des audiovisuellen Erbes. via Über Medien.
  • „Alles in allem zeigt sich, dass das DWDS als digitales lexikalisches System keine Alternative zu Wörterbüchern klassischer Prägung darstellt. Dazu mangelt es ihm vor allem an der Verlässlichkeit der gelieferten Informationen. Zudem verhalten sich „Digitale Lexikalische Systeme“ parasitär zu den lexikografischen Forschungsprojekten, aus deren Daten sie sich speisen.“ Eckhart Arnold und seine Kritik am digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache“ (DWDS) auf dem Hypotheses-Blog von Digital Humanities München.

Museum

  • Ein Kooperationsprojekt am Ethnologischen Museum Berlin befasst sich gemeinsam mit den Kooperationspartnern aus Namibia mit den Themen Kolonialismus, Kunst und Kultur und erforscht Teile der Sammlung neu. Zum Projekt gibt es ein Interview auf dem Blog SMB-Museum.
  • Ja, es klingt fast unglaublich, aber noch ein neues Museum für zeitgenössische Kunst wird wohl bald eröffnet und zwar in Freiburg im Breisgau. Beherbergen wird es die Sammlung des kürzlich verstorbenen Unternehmers und Kunstsammlers Paul Ege. via Süddeutsche.
  • 3D-animierte Erklärvideos und auch für Laien einfach handhabbare digitale Werkzeuge – museum4punkt0 testet neue Möglichkeiten und Inhalte für die Ausstellungsinstallation „Datarama“.

Ausstellungen

  • Kaiser Maximilian I. – besser bekannt als der „letzte Ritter“ ist nun auch digital zum Leben erwacht. Die Österreichische Nationalbibliothek hat ihre Ausstellung zu diesem Kaiser bei Google Arts and Culture eingestellt.
  • „Heute, in einer Zeit, die wie keine andere von den Naturwissenschaften geprägt ist, gehört Wissenschaftsgeschichte nicht zum Bildungskanon, nicht zum Allgemeinwissen. Nicht einmal die Naturwissenschaften gehören wirklich dazu. Wer ist Carl von Linné? Was genau hat Humboldt erforscht, entdeckt, beschrieben? Oder wer ist der Schöpfer der Urknall-Theorie? So kommt es, dass unser Allgemeinwissen diesbezüglich mehr aus Irrtümern und Legenden besteht, als aus Verbürgtem.“ Wohl wahr, diese einleitenden Sätze von Thomas Schmuck auf dem Blog der Klassik Stiftung kann man nur unterschreiben. Die Sätze gelten der Vorstellung einer Ausstellung zu Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung, die bis zum 5. Januar 2020 unter dem Titel „Abenteuer der Vernunft. Goethe und die Naturwissenschaften um 1800“ im Schiller-Museum in Weimar zu sehen ist.
  • „Eine Ausstellung in der panke.gallery in Berlin erforscht das Digital Commons in künstlerischen Praktiken. „Open Scores. How to program the Commons“ verbindet Kunst und Internet. Im umfangreichen Rahmenprogramm kann das Publikum die Projekte näher kennenlernen.“ via iRights.
  • „Dr. Sven Lüken, Kurator der Ausstellung „Die Armbrust – Schrecken und Schönheit“ und Sammlungsleiter Militaria, zeigt die wertvollen Armbruste im Depot des Deutschen Historischen Museums und gibt Einblicke in die Geschichte und Technik der Waffe.“
  • „DER STRUWWELPETER. Zappel-Philipp, Paulinchen und Hanns Guck-in-die-Luft. Zwischen Faszination und Kinderschreck von Hoffmann bis Böhmermann“ ist der Titel der neuen Ausstellung in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Bernd Berke hat die Ausstellung besucht und berichtet auf Revierpassagen.
  • „Haben Sex Toys Gefühle? Wovon träumen sie und welche Wünsche haben sie? Diese Frage stellt sich Merrill Beth Nisker (*1966) aka Peaches aktuell im Hamburger Kunstverein.“ Angelika Schoder beschäftigt sich auf musermeku mit der Ausstellung „Whose Jizz Is This?“
  • Mittwoch war #PestQuest – Tag. Was es damit auf sich hat? #PestQuest war und ist der Hashtag zur neuen Ausstellung im LWL Museum für Archäologie in Herne, wo sich seit der offiziellen Ausstellungseröffnung am Freitag alles um die „Pest“ dreht. Am Mittwoch gab es dazu einen Social Media Walk und Damian Kaufmann war, genau wie ich auch, dabei. Es war ein interessanter und ausgesprochen informativer Abend in einer Ausstellung, die sehr zu empfehlen ist. Auf seinem Blog Zeilenabstand.net stellt Damian Kaufmann die Ausstellung in Herne vor.
  • Tanja Praske war wieder einmal unterwegs in der Welt der Museen und Ausstellungen und hat 11 Tipps zusammengestellt für Ausstellungen in München, die im Herbst und Winter dort zu sehen sein werden. „Die vielseitigen Themen erstaunen, wie Kosmos Kaffee, Kriegsreporterin, Migration, Hunde, Japan, Afrika, Mode, Anthonis van Dyck, Lebensmenschen und Licht in Kanada. 11 Münchner Museen offenbaren dir fremde und gegenwärtige Lebenswelten, auch via Virtual Reality und aktive Stationen.“ Es gibt also viel zu sehen und Langeweile wird wohl nicht aufkommen.

Bibliotheken/Archive

  • Michael Knoche wirft auf dem Biblio-Blog einen Blick auf die Zentralbibliothek in Dresden und ihr Leben im Kulturpalast.

Archäologie

  • Digitalisierung ist auch in der Archäologie ein wichtiges Thema und sie zeitigt oftmals auch ganz besondere Erfolge, wie zum Beispiel jetzt im Archäologischen Park in Xanten (APX). via Niederrhein-Nachrichten.
  • Experten der Universität Tel Aviv haben das Aussehen des Denisova-Menschen rekonstruiert und festgestellt, dass er wohl ein Verwandter des Neandertalers war. via Stuttgarter Nachrichten.
  • Die Grabungen in Kalkriese gehen weiter: „Ziel der Grabungskampagne ist es, weitere Erkenntnisse zu den bisher entdeckten Wall-Graben-Anlagen zu gewinnen und die Befunde in einen Gesamtzusammenhang zu bringen.“ Ausführliche Informationen gab nun der Landkreis Osnabrück heraus.
  • „Seit Anfang September legen Archäologie-Teams des Landesdenkmalamtes Berlin untergegangene Stadtquartiere rund um den historischen Molkenmarkt in Berlin-Mitte frei. Begonnen wurden mit zwei Teilflächen von insgesamt ca. 5000 Quadratmetern, ab 2020 wird die Großgrabung weitere Flächen des Bebauungsplangebiets 1-14 bearbeiten. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren ca. 25.000 Quadratmeter Fläche archäologisch untersucht werden.“ Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Berlin.
  • Ein 1.500 Jahre altes Mosaik m nordisraelischen Hippos soll die Speisung der Fünftausend durch Jesus zeigen. via Focus.

Lesenswert

  • „Sanft beschienen von der auf Kerzenstärke gedimmten Beleuchtung tragen die fantasievollen Skulpturen der Logenrahmungen, deren elegant geschwungene Ornamentik und der schillernde Glanz der rot gelüsterteten „Drapperien“ aus Holz dazu bei, den Besucher in die Mitte des 18. Jahrhunderts zu versetzten…“ was hier klingt wie die Beschreibung einer Märchenkulisse ist die Beschreibung eines Theaters, um genau zu sein des Cuvilliés-Theaters mit seiner einstmals revolutionären Bühnentechnik. Auf dem Schlösserblog Bayern erzählt Christian Quaeitzsch von diesem Theater und seiner Geschichte.
  • Und übrigens: Es ist toll, dass Sie die Kultur-News lesen und das gleich aus ganz vielen Gründen heraus und Sie tun sich damit sogar etwas Gutes, denn Lesen schärft alle Sinne, wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben. Mehr zur Studie und ihren Ergebnissen gibt es bei Science.ORF.
  • Mehr kulturelles Leben in den Regionen soll in den nächsten Jahren in Baden-Württemberg geben und dafür steht ein eigener Fördertopf zur Verfügung. Museen, Kunst und Kultur sollen von diesen Fördermaßnahmen profitieren. via zkbw.
  • Crowdfunding im Kulturbereich – macht das Sinn, hat das Aussicht auf Erfolg und wer macht da eigentlich mit und gibt Geld? Christian Henner-Fehr hat sich das Crowdfunding auf seinem Kulturmanagement-Blog einmal genauer angeschaut und gibt hilfreiche Tipps für alle, die über diese Art der finanziellen Unterstützung nachdenken.
  • Es war ein wenig still geworden auf der Webseite von „Bürger – Künste – Wissenschaft“ doch nun ist man zurück mit einem Blog-Newsletter, Citizen Science in den Geisteswissenschaften und Partizipationsorientierter Wissensgenerierung im Museum.

Schloss Benrath Düsseldorf - Rückansicht
Schloss Benrath Düsseldorf, Rückansicht Foto: A. Kircher-Kannemann

In eigener Sache

Wie oben schon erwähnt war der Mittwoch #PestQuest gewidmet, der neuen Ausstellung im LWL-Museum für Archäologie in Herne. In der nächsten Woche wird zu dieser Ausstellung hier auf dem Blog auch (aller Voraussicht nach) ein Beitrag folgen.

Auch ansonsten war ich nicht untätig und es gibt einen neuen Museums-Tipp. Diesmal gepaart mit ein wenig #Schlössersafari, denn es ging nach Schloss Benrath in Düsseldorf. Dieser Museums-Tipp fällt ein klein wenig anders aus als seine Vorgänger, denn das Schloss war über viele Jahre mein Arbeitsplatz, da kommt man nicht umhin eine ganz andere Sichtweise aufs Objekt zu haben.

In der kommenden Woche werde ich noch einmal in Sachen Goethe und Jugendstil unterwegs sein. Es könnte also durchaus passieren, dass sich die Kultur-News KW 39 entweder ein wenig verschieben oder aber kürzer ausfallen werden. Das wird sich zeigen.


Beitragsbild:
Schloss Benrath Rückansicht – Foto: A. Kircher-Kannemann

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