Kultur-News KW 23-2020

Digitalisierung

  • Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Abteilung Kultur von Berlin hat ein Förderprogramm zur digitalen Entwicklung im Kulturbereich aufgelegt: „Förderempfängerinnen und Förderempfänger können Kultureinrichtungen, Vertreterinnen und Vertreter der Freien Szene und Zusammenschlüsse einzelner Personen mit (Wohn-) Sitz und Tätigkeitsschwerpunkt in Berlin sein.“
  • Open Culture BW meets VR – Unter diesem Motto fand unter Teilnahme der Hochschule Karlsruhe am vergangenen Wochenende [16./17. Mai] der erste rein virtuell durchgeführte Hackathon der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg statt.“ Am Hackathon nahmen auch 13 Studierende der Hochschule Karlsruhe teil, die sich im vergangenen Semester mit dem Einsatz von AR und VR beschäftigt haben. Sie arbeiteten mit insgesamt fünf Museen und Archiven zusammen, darunter die Kunsthalle Karlsruhe, das Landesarchiv Württemberg und das Zeppelin Museum.
  • Skulpturen und Kunst im öffentlichen Raum von NRW entdecken kann man nun mit einer eigenen App. „NRW Skulptur“ enthält „700 Werke im öffentlichen Raum NRWs“ und bietet neben Routenvorschlägen auch Informationen über die Werke und die Künstler*innen.
  • „Digitalisierung in Zeiten der Corona-Pandemie. Soziologischer Impuls zu möglichen Konsequenzen der Digitalisierung auf die soziale Ungleichheit in der Corona-Krise“. via Soziologieblog.
  • Wie die universitäre Lehre die Angebote von #DigKV #DigAMus und #Closedbutopen nutzen kann: „Präsenzfreies Sommersemester 2020 (6): Virtuelle Museumsbesuche statt Exkursion“. Nachzulesen bei archaeologiskop.
  • „Im Rahmen des Kolloquiums Digital Humanities – Aktuelle Forschungsprojekte der Universität zu Köln stellte Elisa Cugliana ihr Projekt Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Digitales: Die Edition der FNHD-Übersetzung von Marco Polos Reisebericht vor“ – ein digitales Editionsprojekt. Mehr dazu auf Blog von Digital Humanities Cologne.
  • Auf dem Blog Zeitenblicke liefert Christine Schmitt eine Nachlese zum digitalen Symposium „Zukunft der Objekte – Objekte der Zukunft“, das sich mit der Digitalisierung bzw. dem Einsatz digitaler Methoden und Techniken an Museen beschäftigte.
  • Jörn Brunotte hat auf seinem Blog „:beramus“ zur Blogparade aufgerufen. „#closedoropen“ heißt es hier und es geht um die Frage, ob Museen wieder öffnen sollen oder doch lieber erst einmal nicht und auch darum, was Besucher*innen zur Öffnung meinen und wie die bisherigen Erfahrungen aussehen. Bisher sind vier Beiträge zur Blogparade eingegangen, die noch bis zum 20. Juni läuft.
    Mein Beitrag wird aller Voraussicht nach in der nächsten Woche vorliegen.

Museen

  • ICOM und UNSECO haben nun einen Bericht zu den Auswirkungen von Covid-19 auf Museen und Museumsmitarbeiter*innen weltweit veröffentlicht. Einige Zahlen zeigen, dass die Lage weltweit in manchen Bereichen durchaus kritisch ist, vor allem in Bezug auf Schließungen und die Weiterbeschäftigung von Personal.
  • In Deutschland sollen die Auswirkungen von Corona auf den Kulturbereich nun finanziell abgefedert werden: 1 Milliarde Euro wird dafür in die Hand genommen. „Nach Angaben von Grütters soll mit 250 Millionen Euro Kultureinrichtungen bei der Umsetzung etwa von Hygienekonzepten, Online-Ticket-Systemen oder Belüftungssystemen geholfen werden. Die Gelder sollen vor allem Einrichtungen erhalten, die nicht überwiegend öffentlich finanziert werden. Dazu zählen etwa Kulturzentren, Musikclubs, Theater, Kinos, Messen oder Literaturhäuser.
    Bis zu 450 Millionen Euro sind vorgesehen, um Kulturschaffende aus der Kurzarbeit zu holen und ihr Wirken zu finanzieren.“ Digitale Angebote werden mit 150 Millionen Euro gefördert. via Monopol-Magazin.
  • „Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters angekündigten Hilfen für Kulturschaffende in Höhe von einer Milliarde Euro grundsätzlich begrüßt – sieht den Betroffenen aber nicht genug geholfen.“ Mehr dazu beim Monopol-Magazin.
  • Der „Baumarkteffekt“ ist ausgeblieben, nun sehen sich selbst die „Big Three“ der österreichischen Museen: Kunsthistorisches Museum (KHM), Belvedere und Albertina einer prekären finanziellen Situation gegenüber und denken laut über Personalabbau nach, wie der Standard berichtet.
  • Live dabei sein, wenn ein Lanz-Bulldog repariert und restauriert wird. Das ist sicherlich etwas, das viele interessiert und das ist jetzt im Deutschen Museum auch tatsächlich möglich. Wie das geht? Gläserne Wände machen es möglich, die Besucher*innen den Blick in die Restaurierungswerkstatt ermöglichen, wie Sabine Pelgjer auf dem Blog des Deutschen Museums erzählt.
  • Sie haben Kunst zum Fressen gern: Würmer, Motten und Käfer. Auch Feuchtigkeit und Licht schaden vielen Kunstwerken und zerstören sie mit der Zeit. Was also tun? „«Man bräuchte mehr Zeit und Geld für Hygiene», fordert deshalb Andrea Funck, Professorin für Konservierung und Restaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Doch an der Reinigung werde angesichts der Etats oft zwangsläufig gespart.“ via Welt.de.
  • „Im Rahmen von „museum4punkt0“ setzte sich das Projektteam am Deutschen Auswandererhaus intensiv mit Vermittlungschancen durch Virtual Reality auseinander.“ Ein Interview mit Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven bei museum4punkt0.
  • Wohin Geldnot ein Museum treibt: „”Es schmerzt uns selber sehr, dass wir Bilder verkaufen müssen, aber es ist die Ultima Ratio, es ist die einzige Möglichkeit, um das Museum zu retten”, sagte der Präsident des Stiftungsrates, Lukas Breunig, dem Schweizer Sender SRF am Donnerstag.“ via Monopol-Magazin.
  • Nils Bühler ist auf dem „Kultur-Blog“ der Frage nachgegangen ob Chatbots ein geeignetes Mittel zur musealen Wissensvermittlung sind und hat dabei auch einen Blick nach rechts und links geworfen und sich verschiedene digitale museale Angebote angeschaut.
  • Passend zum UNESCO-Welterbetag gibt es einen Spaziergang zu den Schlössern und Gärten Potsdam und Berlin:

Ausstellungen

  • Kaum hat die Neue Galerie in Kassel wieder geöffnet gibt es auch gleich eine Sonderausstellung: „Moderne für Jedermann. Kunst und Ware im Jugendstil“ heißt die und glänzt interessanten und teils auch skurrilen Exponaten aus dem Alltag zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Mehr zur Sonderausstellung findet sich auf dem Blog Museum-Kassel.
  • „In der Ausstellung “iSOLATION. is it over yet?” beschäftigt sich der italienisch-schweizerische Künstler Andy Picci (*1989) mit der Isolation – einem Thema, das durch die Corona-Krise besondere Aktualität erhalten hat.“ Mehr über die Ausstellung zu erfahren gibt es bei musermeku.
  • Das „Grundbedürfnis“ nach Kreativität und die Frage was man alles aus einem Peace-Zeichen machen kann. Das Marta Herford-Museum stellt seine bis August verlängerte Ausstellung „Hocus Focus“ vor.

Bibliotheken / Archive

  • „Archivar sein heißt auch, gute Geschichten erzählen zu können.“ Bernhard Fischer, Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar über Digitalisierung, Forschung und Vermittlungsarbeit in Archiven. Ein Interview auf dem Blog biblio.hypotheses.
  • Die Staatsbibliothek Bamberg beherbergt einen Schatz, der zum Zweimal-Hinschauen zwingt, denn so manches, das hier aussieht wie ein Original ist „nur“ eine Kopie, genauer gesagt eine Durchpause. Franziska Ehrl wirft auf „arthistoricum“ einen Blick auf die Graphiksammlung Joseph Hellers.
  • Es ist Internationale Archivwoche vom 8. bis 14. Juni! Neben zahlreichen Archiven unterstützt auch Wikimedia die Aktion, wie das Blog des LWL-Archivamts mitteilt.

Geschichte

  • Es schaukelt, es kann durchaus auch einmal sehr nass werden, es ist salzig und allgemein irgendwie eher ungemütlich und dennoch laufen und laufen sie – die Schiffschronometer und das in aller Regel auch noch ziemlich genau. Im Beitrag „Zeitenwende“ beschäftigt sich das Blog des Deutschen Uhrenmuseums mit dieser beinahe unglaublichen Erfindung.

Archäologie

  • Interdisziplinarität bringt Wissenschaft meist deutlich weiter. Ein gutes Beispiel dafür gibt es aktuell und es betrifft die Qumran-Rollen. Sie nämlich werden nun mittels DNA-Analyse in die richtige Reihenfolge gebracht. Geschrieben nämlich sind sie auf der Haut von Schafen und die lässt sich analysieren. via Forschung & Lehre.
  • „Israelische Wissenschaftler haben offenbar das Rätsel um die Bauherren einer antiken Brücke zum Tempelberg in Jerusalem gelöst. Der Bau der nach ihrem Entdecker Charles William Wilson auch als „Wilson-Bogen“ benannten Brücke sei unter König Herodes begonnen“ worden, wie das Neue Ruhr-Wort berichtet.

Lesenswert

  • Wenn man von der Arbeit verfolgt wird – egal wohin man geht oder fährt, dann kann das manchmal schon ein hartes Los sein. Wenn es dann auch noch Wittelsbacher sind, die die Verfolgung aufnehmen, dann kann einem manches schon einmal schwedisch vorkommen. So erging es Christian Quaeitzsch, Konservator im Residenzmuseum München in seinem letzten Vor-Corona-Urlaub. Was er so alles erlebt hat, das beschreibt er auf dem Schlösserblog Bayern.
  • „Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Prof. Dr. Matthias Müller von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ein dreijähriges Forschungsprojekt zu den weltweit bekannten Kunstsammlungen des Dresdner „Grünen Gewölbes“ bewilligt. Der Mainzer Kunsthistoriker wird dieses Projekt gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Direktor des „Grünen Gewölbes“, Prof. Dr. Dirk Syndram, ab Juli 2020 durchführen. Kooperationen bestehen darüber hinaus mit dem Kunsthistorischen Museum in Wien, zu dessen Sammlungen auch die berühmten Kunstkammerbestände des habsburgischen Kaiserhauses gehören.“ via idw.
  • Warum nicht mal zum Homeschooling in den Schlosspark gehen? Hat sich Daniela Günther gefragt und es dann auch gleich gemacht. Geworden ist daraus eine Lehrstunde in Antiker Mythologie.
  • Und eigentlich hätte man die Biostunde wohl auch gleich dranhängen können. Mehr zur Idee auf dem Schlösserblog Bayern.
  • Einfach mal erklärt und das gleich im doppelten Wortsinn: das gilt für den neuen Blogbeitrag des LVR-Landesmuseums Bonn. Hier geht es um die Frage, was denn ein*e Kunsthistoriker*in an einem Museum eigentlich so tut.
  • „Mehr als nur ein Taschenspiegel: Die Spiegelkapsel aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt verrät einiges über die höfische Kultur des 14. Jahrhunderts – etwa was das kleine, aber feine Werk mittelalterlicher Elfenbeinschnitzerei mit edlen Damen, wackeren Rittern und der Liebe zu tun hat.“ Mehr zur Spiegelkapsel und zur höfischen Welt gibt es auf dem Blog „the ARTicle“.
  • Eine „Querdenkerin“ zwischen innovativer Vermittlungsarbeit, Wissenschaft und Perspektivwechsel. Adrienne Braun führte für das Blog des Landesmuseums Stuttgart ein Interview mit Astrid Pellengahr, der neuen Direktorin des Landesmuseums.

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