Kultur-News KW 35-2020

Digitalisierung

  • Gerade die Digitalisierung von Sammlungen wirft immer wieder Rechtsfragen auf mit deren Beantwortung sich viele Institutionen durchaus schwer tun. Digis-Berlin hat nun eine kleine Rechtsfibel herausgegeben, die bei der Beantwortung der wichtigsten Fragen helfen und somit die Digitalisierung von Kulturgut und Sammlungen erleichtern soll.
  • „Museum uploaded“ heißt es beim Stadtmuseum Deggendorf. „Das Projekt Museum Uploaded ist ein Kooperationsprojekt von vier Institutionen mit dem Ziel der innovativen Weiter- beziehungsweise Neuentwicklung von Informationstechnologien für die neue Dauerausstellung des Stadtmuseums Deggendorf. […] Konkret handelt es sich hierbei um drei digitale Teilprojekte: ein Content Management System (CMS), das erlaubt die festinstallierten Medienstationen der Ausstellung zentral zu verwalten, einen digitalen Museumsbegleiter, der die Geschichten der Exponate erzählt und Zugang zu Vertiefungsebenen bietet und eine barrierefreie digitale Anwendung zur Verknüpfung von Museums- und Stadtraum.“ heißt es dazu offiziell.
  • Mit Preisen und Programmen Digitalisierung im Kulturbereich fördern und stärken, das schreiben sich zunehmend sowohl Bund als auch Länder auf die Fahnen. Der aktuell wohl wichtigste Preis trägt den Namen „KulturLichter“: „Kulturelle Bildung ermöglicht die Teilhabe an Kunst, Kultur und Gesellschaft, stärkt Kreativität und Ausdrucksfähigkeit. Bund und Länder haben daher einen neuen Preis für digitale kulturelle Bildung ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit der Auszeichnung „KULTURLICHTER – Deutscher Preis für kulturelle Bildung“ Projekte und Projektideen zu fördern, die digitale Instrumente in der kulturellen Bildung und der Kulturvermittlung innovativ einsetzen. Die Projekte oder Konzepte sollen der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dienen, übertragbar und für andere Kultureinrichtungen nutzbar sein, und den Wissenstransfer und die Vernetzung von Kultur- und Bildungseinrichtungen fördern.“ heißt es auf der Website zur Intention.
  • Die Kulturstiftung der Länder hat gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien das Programm „Kultur.Gemeinschaften“ aufgelegt. Hier geht es um digitale Kulturvermittlung, Kulturkommunikation und digitale Content-Produktion.
  • Ein Gemeinschaftsprojekt unter der Ägide von Anke von Heyl trägt den Namen „DigAMus“. „Wir suchen entsprechend nach Best Practice Beispielen, die uns daran erinnern, was möglich ist und die alle inspirieren sollen, weitere tolle digitale Museumsangebote für Besucher*innen zur Verfügung zu stellen.“ heißt es auf der Website.
  • „dive in“ heißt ein weiteres Programm der Kulturstiftung des Bundes und es ist eine direkte Antwort auf die Einschränkungen des Kulturbetriebs durch die Corona-Pandemie, wie es auf der Website heißt: „Mit „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ will die Kulturstiftung des Bundes daher bundesweit Kulturinstitutionen darin unterstützen und motivieren, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle pandemiebedingte Situation zu reagieren.“
  • Und noch ein Preis, diesmal von der Kulturpolitischen Gesellschaft: ausgezeichnet werden sollen vorbildliche Initiativen einer zukunftsorientierten kulturpolitischen Praxis. Angesprochen werden vor allem Projekte und Initiativen, die ressort- und disziplinübergreifende Strategien entwickelt haben, die strukturelle und inhaltliche Experimente gewagt haben und damit wegweisende Ansprüche für Kulturpolitik und Kulturplanung definiert haben.

Museen

  • „Alles in Bewegung“ wird es im kommenden Jahr bei insgesamt 20 Kultureinrichtungen im Bergischen Land heißen. Der Arbeitskreis der Bergischen Museen möchte damit seine Aktivitäten fortsetzen und neue Besuchergruppen anziehen. Von Velbert bis Nümbrecht gibt es dann Sonderausstellungen, Vorträge, Konzerte, digitale Events, Aktionstage und auch Rad- und Wandertouren, wie das Solinger Tageblatt berichtet.
  • Es steht nicht gut um die New Yorker Museen und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie, um ihre Kosten decken zu können demnächst Werke aus ihren Sammlungen veräußern müssen, wie der Spiegel jetzt berichtet.
  • Trotz Corona-Krise soll das Humboldt-Forum in Berlin im Dezember eröffnet werden berichtet das Monopol Magazin.

Ausstellungen

  • Der menschliche Körper ist ja nicht unbedingt und in allen Bereichen wirklich die Krone der Schöpfung. Schon der aufrechte Gang ist eher eine Fehlhaltung und in Sachen Anpassung sind wir Menschen etwa den Kakerlaken eindeutig unterlegen. In der Londoner Wellcome Collection gibt es nun eine Dauerausstellung mit dem Titel „Being Human“. „In der Ausstellung geht es darum, was die Gesundheit und das menschliche Leben im 21. Jhd. ausmachen. Besucher sind hier dazu eingeladen, sich mit den Chancen und Risiken auseinanderzusetzen, die moderne medizinische Forschung bieten. Es geht außerdem um den Wandel in der Einstellung uns selbst gegenüber, zu unseren Mitmenschen und zu unserer Umwelt.“ Angelika Schoder hat sich für musermeku  die Ausstellung und ihre Grundprinzipien näher angeschaut.

Bibliotheken / Archive

  • Nochmal 20 Jahre wird es dauern bis Goethes Werk und Nachlass endlich digitalisiert sind, das teilte der MDR in dieser Wiche mit. Insgesamt wird es dann ein Vierteljahrhundert gedauert haben.

Geschichte

  • Das Schlösserblog-Bayern hat sich in dieser Woche in einer Beitragsserie dem Leben und Werk König Ludwigs II. gewidmet. Anlass dazu bot der Todestag des Märchenkönigs, der sich zum 175. Mal jährte. Den Anfang machte ein Beitrag über das „Leben und Lebenswerk“ des bayerischen Königs. Weiter ging es mit dem „Ort wo alles begann“, dem Schloss Nymphenburg. Gefolgt von einem Artikel über die „Schlösser König Ludwigs“. Den Abschluss bildete ein Beitrag über den Kauf von Linderhof.
  • „Ihre Zeichnungen machen es deutlich: Gabriella Rosenthal konnte sich für Menschen begeistern – unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion. Und so wandelte Gabriella Rosenthal Zeit ihres Lebens mit scheinbarer Leichtigkeit unter Menschen verschiedenster Herkunft und überschritt dabei ständig vermeintliche Grenzen. Ein Vorbild modern gelebter Diversität!“ das Blog des Jüdischen Museums München widmet sich in einem Beitrag dieser faszinierenden Frau.
  • Das Jahr 321 ist speziell für die jüdische Geschichte nördlich der Alpen ein besonders wichtiges Datum: In diesem Jahr erließ Kaiser Konstantin ein Edikt, dass die Berufung von Juden in die Stadträte der Provinzstädte ermöglichte. Durch dieses Edikt ist erstmals schriftlich jüdisches Leben nördlich der Alpen fixiert worden. Das Miqua hat sich diesem bedeutsamen Datum gewidmet und eine eigene Handreichung dazu erarbeitet.
  • 1803 konnten die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach endlich wieder in ihr Residenzschloss einziehen. Fast dreißig Jahre lang mussten sie sich ohne ein solches behelfen, denn das alte war 1774 abgebrannt. Das neue Residenzschloss bot eine Besonderheit, die Verehrung wie didaktische Ideen miteinander verband: die Dichterzimmer. Diesen besonderen Räumen und ihrer Bedeutung widmet sich ein Beitrag auf dem Blog der Klassik-Stiftung.
  • Gute Frage: „Did the Romans believe in their gods?“ – einer Antwort nähert sich Susan Dunning in einem 16-minütigen Audiobeitrag bei L.I.S.A.
  • Luftschiffe, Zeppeline – sie haben etwas mythisches an sich und sind sicherlich so ziemlich die faszinierendsten Fluggeräte, die es gibt. Das Zeppelin-Museum widmet sich in einem zweiteiligen Artikel der „Großen Fahrt des Z III zum Kaiser nach Berlin“ im August des Jahres 1909.
  • Wenn ein Kaiser in einem kleinen Theater spionieren lässt, dann gibt es auf jeden Fall eine spannenden Geschichte zu erzählen und das tut das Friedensteinblog mit dem Beitrag „Das Hoftheater und hoher Besuch aus Wien“.

Archäologie

  • In Hessen haben Archäologen der Frankfurter Goethe-Universität ein bislang unbekanntes römisches Marschlager entdeckt, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.
  • „Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelten ihre Werkzeuge weiter. Das hat eine Forschungsgruppe der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Università degli Studi die Ferrara (UNIFE) anhand von Funden in der niederbayrischen Sesselfelsgrotte herausgefunden. Die Archäologen haben ihre Forschungsergebnisse nun in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.“ via IDW

Lesenswert

  • Kulturtussi Anke von Heyl widmet sich in ihrem aktuellen Blogbeitrag der Retortenstadt Bergkamen und der Kunst im öffentlichen Raum.
  • Botanische Gärten – sie sind herrliche Orte zum Lustwandeln, zum Entdecken, aber auch zum Forschen. Ein Blogbeitrag bei Europeana widmet sich den Botanischen Gärten als Orten an denen Natur der Wissenschaft begegnet.
  • „Feuchtigkeit und Schimmel machen Probleme in historischen Gemäuern wie Schlössern und Kirchen. Mit dem Klimawandel droht Kulturdenkmälern und -gütern Gefahr aus der Gegenrichtung – Wissenschaftler suchen nach einer Schutzstrategie“ berichtet das Monopol Magazin.

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