Kultur im Netz – Social Media & Co

Nie war es wichtiger als heute auf sich aufmerksam zu machen. Sich ein unverwechselbares Profil zu schaffen oder, um es in „Denglisch“ zu sagen: Ein Personal Branding zu erschaffen.

Das, was beim ersten Lesen wie eine billige und tausendfach wiedergekäute Plattitüde klingt, ist allerdings wahr und kann nicht oft genug wiederholt werden. Außerdem gilt es zu bedenken: Dies gilt bei Leibe nicht nur für große Unternehmen oder für Freelancer, dies gilt (oder sollte zumindest gelten) mehr denn je auch für Kulturinstitutionen.

In diesem Zusammenhang sind Internet und Social Media Fluch und Segen zugleich.

Fluch und Segen von Social Media

Segen sind sie, weil sie die Hemmschwelle senken für Menschen, die im Leben einen Fuß in ein Museum oder gar ein Archiv setzen würden. Über das Internet aber, insbesondere über die Sozialen Medien wird es möglich auch diese Menschen zu erreichen und so ein neues Publikum zu erschließen.

Fluch sind sie, weil sie Zeit kosten, Engagement verlangen und auch neue Fähigkeiten, die meist nicht zum klassischen Tätigkeitsbereich des Historikers, Kunsthistorikers, Archäologen oder Archivars zu passen scheinen.

Deshalb ist es schon durchaus verständlich, dass viele Kulturinstitutionen eher zehnmal überlegen, ob Sie sich in diesen Moloch genannt Internet und Social Media stürzen sollen oder nicht, zumal es da ja auch noch diese Geschichten rund um Shitstorms gibt, die immer wieder zu hören sind. Da ist es nachvollziehbar, dass der Gedanke mit der eigenen Einrichtung „ins Netz zu gehen“ durchaus auch negative Gefühle und ein gewisses Bauchgrummeln auslösen kann.

Die Erfahrungen der Institutionen, die es gewagt haben allerdings zeigen, dass zumindest letztere Angst eher unbegründet ist. Sicher wird es auch immer wieder einmal negative Aussagen und Kommentare geben, aber die kann man durchaus auch positiv für sich nutzen. Man kann auf sie eingehen, sie als konstruktiv auffassen und sich selber auf diese Art weiterentwickeln. Social Media ist ja keine Einbahnstraße, sondern diese Kanäle ermöglichen es sich mit den Kritikern auseinanderzusetzen. So kann Kritik auch als Chance begriffen werden.

 

Social Media und Blog – Außenstellen und Schaltzentrale

In den letzten Jahren, in denen ich mich intensiv mit Internet, Social Media, Blogs und Co. beschäftigt habe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass insbesondere bei komplexen Inhalten, die vermittelt werden sollen (und genau um solche handelt es sich bei Kulturinstitutionen ja nun einmal), Social Media alleine wenig hilfreich sind.

Warum? Nun, das ist recht einfach: Zum einen gibt es inzwischen eine unglaubliche Zahl an Portalen. Wenn wir uns nur die Mitgliederstärksten anschauen so sind dies: Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, YouTube, Tumblr, Pinterest und Google+. Dazu kommen dann noch unterschiedliche Dienste, die diese Portale anbieten, wie etwa Instagram Stories, Facebook Live und viele mehr [insgesamt sind es aktuell über 230!]. Hier den Überblick zu behalten ist unglaublich schwer.

Erschwerend hinzu kommt, dass die meisten dieser Plattformen ein spezielles Publikum haben: Snapchat etwa ist spannend für junge Menschen, wenn Sie sich aber eher an die Generation 35+ wenden, dann sind Sie hier falsch.

Das nächste Problem ist: Die wenigsten dieser Kanäle lassen sich untereinander vernetzen, sie sind quasi autark, arbeiten nur mit wenigen anderen zusammen und so heißt es stets und ständig: Jedes Bild, jede Idee, jeder Termin sollte bzw. muss angepasst auf den jeweiligen Kanal neu gepostet werden. Das kostet Zeit und gelegentlich auch Nerven und führt auch gerne mal dazu, dass man sich verzettelt.

Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Dilemma begegnet man dem Blog.

 

Schaltzentrale Blog

Das Blog (ja, ich weiß, die meisten sagen inzwischen „der Blog“, aber ich bin da altmodisch) bietet bis heute, auch wenn es von manchen gerne totgesagt wird, ungeheure Möglichkeiten. Grundsätzlich sollte man es als Schaltzentrale ansehen und als hauptsächliches Mittel das eigene Branding, also die eigene Marke, sprich Institution zu stärken.

Das Blog ist der einzige Ort im Netz, wo es keine fremden Regeln gibt. Hier bestimmt man selbst welche Inhalte man wie an den geneigten Leser, Zuhörer oder Betrachter bringt. Egal, ob geschriebener oder gesprochener Text, ob bewegtes oder unbewegtes Bild, ob E-Book oder Info-Grafik, auf dem eigenen Blog funktioniert alles (ok, wenn man weiß wie). Man kann mit allen Möglichkeiten des Internets spielen und mit den Menschen kommunizieren. Eine ungeheure Chance, die man nutzen sollte!

So kann das Blog zur Schaltzentrale der eigenen Darstellung in der Öffentlichkeit werden und von hier aus können die eingestellten und zur Verfügung gestellten Inhalte über die, für die eigene Zielgruppe relevanten Sozialen Medien, „verteilt“ und publik gemacht werden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.