Kultur-News KW 26-2019

Digitales

  • Eine App für eine Welt ohne Menschen und alle DSGVO-Geplagten! Was als Spaßprojekt des Künstlers „Damjanski“ begann kann in Zeiten der DSGVO alltäglich gute Dienste leisten. Tina Bauer berichtet auf „Onlinemarketing“.
  • „Be Internet Awesome“ oder wie Google Kindern beibringt Fake News zu erkennen. Aniko Milz auf „Onlinemarketing“ über ein Google-Projekt und Probleme bei YouTube.
  • DSGVO und kein Ende – die Zahlen: 454 Seiten Gesetzentwurf und 154 betroffene Fachgesetze, die geändert wurden. Ob das nun mehr Rechtssicherheit bringt? – via t3n
  • Zum 1.1.2020 wird der Mehrwertsteuersatz für E-Books von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die Konsequenz für die Leser? Wahrscheinlich keine. Für die Verlage: Mehreinnahmen. Jochen G. Fuchs kommentiert auf t3n.
  • „Szenario einer Lehrveranstaltung am Historischen Institut der Uni Köln: Ein Student hält ein Referat, alle anderen Studierenden haben die Köpfe über Ihre Handys gebeugt oder tippen darauf herum. Augenscheinlich hört keiner zu. Zwischendurch ein Lacher oder ein Seufzer. Was ist passiert? Ist das Seminar entglitten?? Nein, es geht um die bewusste Entscheidung, digitale Medien in den Seminarkontext einzubinden und auszuprobieren.“ – Ganz schön spannende Idee. Kim Opgenoorth berichtet mehr zu diesem Experiment auf dem Blog „Zeitenblicke“.
  • Klaus Graf berichtet auf „Archivalia“ über die vorbildliche Online-Sammlung des Kunstmuseums Basel.

Museum

  • „Wie katalogisiert man eigentlich virtuelle Realität?“ – eine spannende Frage, die Katrin Glinka und Franziska Diehr da auf „museum4punkt0“ stellen. Sie gewähren uns damit Einblicke in den Entstehungsprozess einer neuen Datenbank. Die Antwort, so viel steht fest, steht noch nicht fest – sie wird sich entwickeln und auf dem Blog wird weiter darüber berichtet werden.
  • Wie geht eigentlich VR im Museum, wenn man eigentlich kein Personal dafür hat? eine Frage, die sicher viele Museen umtreibt. Silvia Faulstich berichtet auf „museum4punkt0“ über ein Treffen im Museum Narrenschopf und im Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein und zeigt damit Beispiele dafür wie es gehen kann.
  • Die Angriffe auf Peter Schäfer, den ehemaligen Direktor des Jüdischen Museums Berlin und seinen daraus resultierenden Rücktritt, haben in den letzten Wochen für viele Diskussionen gesorgt. „Zahlreiche Museumsmitarbeiter, darunter auch viele aus Jüdischen Museen, haben zu den jüngsten Vorgängen um das Jüdische Museum Berlin Stellung genommen“, einen offenen Brief verfasst und die Frage gestellt, was diese Vorgänge für die Zukunft der Arbeit in Museen bedeuten. Die Fragen, die sich ergeben und wichtige Links findet man auf dem Blog des Jüdischen Museums München.
  • „Dass die Antike farbenfroh war, ist in der Forschung schon lange Konsens. Doch welche der wissenschaftlichen Erkenntnisse sind einem breiten Publikum bekannt und wie wird im Museum darauf eingegangen? Im Programm von AUF EIN WERK! #3 im Pergamonmuseum gab es Antworten.“ Dominique Falentin und Darya Novikava berichten auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.
  • Nachdem der Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen im Januar 2018 beschlossen hat, dass ein „Haus der Geschichte des Landes NRW“ vonnöten ist, gibt es nun einen ersten wissenschaftlichen Beirat, der sich mit der Umsetzung beschäftigen soll. Via „siwiarchiv
  • Das Museum für Volkskultur in Württemberg wird 30! Markus Speidel erzählt auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart über Alltagskultur, seinen Arbeitsplatz und das Museum.
  • Und noch ein Museum feiert dieser Tage Jubiläum! Ein Film zum 25-jährigen Jubiläums des „Haus der Geschichte“ in Bonn:

Ausstellungen

  • Gigantisch große steinerne Karten gibt es in Amsterdam zu sehen. Es sind die drei größten Weltkarten im Fußboden des Königlichen Palais. Bis zum 22. September sind diese Wunderwerke der Kartographie zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch einige besondere Kartenwerke, wie etwa den Kurfürstenatlas aus der Staatsbibliothek Berlin.
  • Otto Dix, Max Ernst und „Das junge Rheinland“- eine Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast und ein Projekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Vorgestellt auf dem Wissenschaftsportal L.I.S.A.
  • Von Winke-Queen, schwarzen Taxis, roten Bussen, ganz viel Tee und Brexit. Was denken die Deutschen eigentlich über die Briten? Das Haus der Geschichte in Bonn widmet dieser Frage vom 10. Juli 2019 bis zum 8. März 2020 eine Ausstellung unter dem Titel „Very British – ein deutscher Blick“.

Bibliotheken/Archive

  • 634 Jahre, 179 Seiten, 1 Mönch – das sind die schlichten Zahlen der wohl ältesten überlieferten Handschrift auf Papier in deutscher Sprache, die sich in deutschen Bibliotheken findet, wie der Deutschlandfunk meldet. Der Titel – „Buch der sieben Grade“ und es ist digitalisiert auf der Internetseite der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe zu sehen.
  • „Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit großer Bibliotheken im internationalen Vergleich“ eine Masterarbeit von Helena Winterhager via Archivalia.

Geschichte

  • Ein Fotograf, ein Jagdschloss, ausreichend Geschichte, ganz viele Geschichten und viele viele Fotos. Peter Rosegger erzählt auf dem Blog des „Museum Joanneum“ die Geschichte von Franz Josef Böhm.

Archäologie

  • Oswald Spengler hielt die Stadt für die Basis der Kultur – Archäologen zeigen auf, dass die Stadt auch die Basis aller „modernen“ Probleme ist. Von Umweltzerstörung bis Gewalt findet sich jedes Problem schon in 9.000 Jahre alten Städten, wie „Der Standard“ berichtet.
  • Archäologie unter Wasser – eine Insel – 360 Hochstammrosen und ein Welterbe. Na, haben Sie eine Idee? Evelyn Kutzer erzählt auf dem Schlösserblog Bayern über 6000 Jahre Geschichte und das Welterbe Roseninsel.
  • Nofretete – eine der schönsten Frauen, die je gelebt haben (ich als Frau darf das sagen) und eine Büste, die ihr ewiges Andenken beschert hat. Doch ihr Grab blieb bisher unentdeckt. Die Suche danach geht nun in eine neue Runde, wie das „Blog-Selket“ berichtet.
  • „Forschende haben am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Teile des Erbguts von zwei etwa 120.000 Jahre alten Neandertalern aus Deutschland und Belgien sequenziert. Die Analysen dieser Erbgut-Sequenzen ergaben, dass die letzten Neandertaler, die vor etwa 40.000 Jahren lebten, zumindest teilweise von diesen etwa 80.000 Jahre älteren europäischen Neandertalern abstammen. Im Erbgut des 120.000 Jahre alten Neandertalers aus Deutschland fanden die Forschenden außerdem Hinweise auf eine mögliche Abstammung von einer isolierten Neandertalerpopulation oder von Verwandten des modernen Menschen.“ – idw

Lesenswert

  • „Aufatmen im Orangenhaus“ heißt es auf Schloss Friedenstein, denn das Gebäude, das im vergangenen Herbst „wegen schwerwiegender statischer Mängel am Dachstuhl“ gesperrt werden musste ist gerettet, wie Franz Nagel auf dem Friedenstein-Blog mitteilt.
  • Wibke Ladwig berichtet auf dem Blog der „Herbergsmütter“ über eine Reise in das Sauerland und Pfähle zum Lauschen. ein schöner Reise-Tipp passend zur Sommerzeit.
  • Wenn aus einem Gemälde plötzlich zwei werden, dann ist man einer spannenden Geschichte auf der Spur. so erging es Claudia Kurdinova und Kerstin Krainer als sie sich ein Bild von Fritz Rhein einmal genauer anschauten. Was genau dahinter steckt gibt es auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin zu lesen.
  • Der 40. Nicht-Newsletter von „musermeku“ ist da und beschäftigt sich vor allem mit der Frage, ob denn freier Eintritt in Museen tatsächlich zu mehr Besuchern führt.
  • Von Tagträumen, Dramma-Modellen [nein, ich habe mich nicht vertippt 😉] und den Gründen warum Urlaub so wichtig ist. Das Dilemma zwischen „Wir ertragen das Nichtstun nicht mehr“ und notwendigem Freiraum auf „heise.de“.
  • Zum Thema Demokratie hat das „HISTutorial“ des Deutschen Historischen Museums ja in den letzten Monaten schon einige spannende Fragen gestellt. Die Frage hier allerdings finde ich am spannendsten: „Wie liebt man eigentlich demokratisch?“

In eigener Sache

Da ist er endlich, der erste Ausstellungs-Tipp nach meinem Besuch im LVR-LandesMuseum in Bonn!
Es geht um die Ausstellung „Europa in Bewegung – Lebenswelten im frühen Mittelalter“, die auf interessante und moderne Weise ein Zeitalter farbig und lebendig werden lässt, dass eigentlich als dunkel gilt.


Beitragsbild:
Eingang zur Ausstellung “Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter” im LVR-Landesmuseum Bonn
Foto: A. Kircher-Kannemann

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