Kultur-News KW 09-2020

Digitalisierung

  • Die Kunstgeschichte hat sich auf den goldenen Weg begeben: Nach Streit mit dem Verlag über den richtigen Weg in Sachen Open Access hat sich das Herausgeberteam der „Zeitschrift für Kunstgeschichte“ für goldenes Open Access und einen neuen Weg entschieden. via FAZ.net.
  • Die Meldung der Woche in Sachen Digitalisierung kommt wohl aus den USA, genauer gesagt vom Smithsonian Institute: 2,8 Millionen Abbildungen, teilweise auch in 3D hat das Smithsonian im Rahmen einer Open-Access-Initiative als gemeinfrei mit einer CC0-Lizenz ins Netz gestellt!
  • Ca. 100 3D-Modelle gibt es auf archaeo|3D zu sehen. Diese Plattform des Landesamts für Archäologie Sachsen zeigt aktuell Funde von der Steinzeit bis zur Bronzezeit. Außerdem ist es schade, dass die Seite zwar ein ausführliches Glossar bietet, aber leider keinerlei Hinweise über Rechte und eine mögliche Nachnutzung. (Ich habe zumindest nichts in der Hinsicht gefunden.)

Museen

  • Die Suche nach einer neuen Definition des Begriffs „Museum“ scheint sich – wie in den letzten Jahren gesehen – zu einer endlosen Geschichte zu entwickeln. In dieser Woche erschien auf der ICOM-Deutschland-Seite eine Chronologie der Suche.
  • Das Kultur- und Wissensportal “Kultuhura” gibt es in Thüringen schon länger. Mitte dieses Jahres soll nun ein virtuelles Landesmuseum hinzukommen. via Süddeutsche.
  • Für den Kreis Groß-Gerau gibt es nun eine neue Museums-Broschüre, die die alten – teilweise noch aus den 1980er-Jahren stammenden – ablöst. Die 72 Seiten umfassende Broschüre gibt es auch als PDF-Download.
  • Der Nicht-Newsletter von musermeku beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe vor allem mit musealen Themen: Da sind die Blockbuster-Ausstellungen, die zwar einträglich sind, aber auch die Vielfalt und Experimentierfreude der Kuratoren einschränken und da ist ein Museum, das ein neues Bezahlmodell basierend auf der Verweildauer getestet hat.
  • „Wir gehen ins Museum“ – ein Pixi-Buch und unglaublich viele Varianten … wer weiß. Auf jeden Fall bietet der Museumsbund nun Museen die Möglichkeit für 0,85 € pro Exemplar (Mindestabnahme 1.000 Stück) ein für das eigene Haus individualisiertes Pixi-Buch zu kreieren.
  • Das Linden-Museum in Stuttgart will sich zukünftig mehr mit seiner eigenen Geschichte und auch der Herkunft seiner Sammlungen beschäftigen. Ab Oktober wird sich das Haus speziell den ersten Jahrzehnten seiner Geschichte widmen, die in die Zeit des Kolonialismus fällt. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 1911, der erste Leiter war Karl Graf von Linden. via Süddeutsche.
  • Museumssanierungen sind augenblicklich offenbar allerorten ein gewichtiges Thema und während manche Häuser einfach für ein paar Jahre schließen nutzen andere die Sanierung, um neue Wege zu gehen und zumindest teilweise geöffnet zu bleiben, wie etwa das Museum Schloss Burg in Solingen.
  • In Bad Homburg geht man den Weg der Schließung. Das Horex-Museum ist bereits geschlossen und was das Gotische Haus betrifft: hier herrscht Umzugsstimmung. via Frankfurter Neue Presse.
  • Und während man in Bad Homburg fleißig umzieht stocken die Sanierungspläne in Hannover, denn man kann nicht umziehen: es mangelt an einem Zentraldepot. via Hannoverscher Allgemeine.
  • Eine Sanierung wäre auch bei Leipziger Museen nötig. Hier haben das Grassimuseum für angewandte Kunst, das Leipziger Museum der bildenden Künste, das Naturkundemuseum und das Stadtgeschichtliche Museum nun einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt, der auch mehr Geld fordert. via MDR Sachsen.
  • Inzwischen hat MDR Kultur gemeldet, dass das Konzept vom Stadtrat angenommen wurde. Man darf also gespannt sein auf die Umsetzung.
  • Wie rekonstruiert man ein Museumsschloss? Auf welche Epoche fokussiert man sich? – Interessante Einblicke bietet der Artikel: „Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020 – Teil 1“ von Jessica Korschanowski auf dem Blog recs.hypotheses.
  • Eine neue App nimmt die Besucher der Antikensammlung im Schloss Wilhelmshöhe mit auf eine Zeitreise. Mehr Informationen zur App, die auch außerhalb des Museums funktioniert gibt es auf dem Blog mhk. Museumslandschaft Hessen-Kassel.
  • Am Freitag wurde die Gemäldegalerie der Alten Meister in Dresden mit einem großen Festakt wiedereröffnet. via Süddeutsche.
  • Das Land Baden-Württemberg baut die Provenienzforschung weiter aus und stellt zusätzliche Gelder zur Verfügung. via Süddeutsche.
  • Das Archäologische Museum Frankfurt am Main und das Badische Landesmuseum mussten erst kürzlich Ausstellungen aufgrund der politischen Lage in Sachen Iran absagen. Doch erfreulicherweise halten beide Museen am Kontakt mit den iranischen Museen fest und haben eine Realisierung der Ausstellungen noch nicht aufgegeben. via Badische Neueste Nachrichten.
  • Die Keltenwelt am Glauberg soll wachsen. Das Land Hessen plant den Neubau eines Forschungszentrums unweit des Museums. via Frankfurter Rundschau.
  • Am 7. Juni eröffnet Dortmunds Naturmuseum neu. Einer der „Stargäste“ ist der Neandertaler, der auch schon seinen Platz eingenommen hat. via Revierpassagen.

Ausstellungen

  • Lust auf einen Zoobesuch, aber das Wetter ist zu schlecht? Für alle in und um München kein Problem, denn die Museen beherbergen Tiere ohne Ende und widmen ihnen eigene Ausstellungen. Einen Überblick liefert das Blog Museumsperlen.
  • „Mahlzeit Deutschland“ und „Herdanziehungskraft“ heißt ab dem 1. bzw. 22. März im Hessen-Park in Neu-Anspach. Zu sehen sind dann erst einmal viele Fotos rund um das Thema Essen und Ernährung und in der Hauptausstellung wird es um die Veränderung der Küche in den letzten 150 Jahren gehen. via Süddeutsche.
  • Tanja Praske hat sich umgeschaut in den Museen Münchens und gibt auf ihrem Blog „Kultur – Museum – Talk“ 13 Ausstellungstipps, die bis Dezember reichen. Also Zeit genug, auch für die, die nicht in München und Umgebung wohnen. Die Schwerpunkte der Ausstellungen liegen dabei auf Themen, die sie selber momentan beschäftigen. Das sind, wie sie selbst schreibt „vor allem die Präsentationen rund um den Kampf für Demokratie und gegen den Nationalsozialismus. Etwas, was nach Hanau, Thüringen und rechter Bedrohungen aktueller denn je ist. Daneben berühren mich Ausstellungen zu Emotionen im Porträt, in der Kunst und in der Mode.“

Bibliotheken / Archive

  • CC0 – heißt es nun im Brandenburgischen Landeshauptarchiv! Auf der Archiveigenen Website heißt es dazu: „Digitalisate von Archivgut, die das Brandenburgische Landeshauptarchiv in der Online-Recherche veröffentlicht, unterliegen der Freigabe Creative Commons Zero, kurz CC0. Das Brandenburgische Landeshauptarchiv entlässt das digitalisierte Archivgut in die Gemeinfreiheit – auch Public Domain genannt – und entspricht damit seinem öffentlichen Auftrag, zu dem von ihm bewahrten Archivgut Zugang zu schaffen. Das bedeutet, Sie werden für die Nutzung der Digitalisate in keiner Weise durch Lizenzbedingungen eingeschränkt.  Die mit CC0-Freigabe versehenen Inhalte dürfen verwendet, bearbeitet, verbreitet oder veröffentlicht werden, soweit keine weiteren Gesetzesvorschriften das einschränken. Weiterführende Informationen zu CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) Public Domain Dedication finden Sie hier: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de
    Die Angabe von Quellen ist wichtiger Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis. Es wird vorausgesetzt, dass genutzte und zitierte Quellen benannt werden. Die Nennung der bewahrenden Einrichtung ist ebenfalls üblich.“
    Bitte mehr davon!
    via Archivalia.

Geschichte

  • Mit Schlitten wäre es in diesem Winter schwierig geworden, aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat es sie ja noch gegeben, diese „normalen“ Winter mit Schnee, Kälte und Eis und aus dieser Zeit stammt dieser ausgesprochen ungewöhnlich aussehende Schlitten, den man heutzutage im Marstall des Nymphenburger Schlosses sehen kann und der einst ganz viel Musik transportierte. Mehr zum Musikschlitten und seiner Geschichte gibt es auf dem Schlösserblog Bayern.

Archäologie

  • Haben Sie auch manchmal Probleme Ihren Wecker zu hören? Dann könnte Platos Wecker, den Archäologen nachgebaut haben, vielleicht eine Option sein. via SWR.de.

Lesenswert

  • Hirtenidylle, ein Maler, Restaurierungsarbeiten und ein Bild, das auf Reisen geht. Geschichten rund um eine Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt auf dem Blog des Museums.
  • Glasperlen sind mehr als Schmuckstücke – sie sind Quellen für viel Geschichten und Geschichten rund um Handelsbeziehungen und noch einiges mehr. Auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin gibt es mehr Informationen rund um die Bedeutung von Glasperlen aus Amazonien.

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