Kultur-News KW 10-2020

Digitalisierung

  • Wikibase und die Normdaten der Deutschen Nationalbibliothek – geht das zusammen? „Wikimedia Deutschland e.V. und die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) haben gemeinsam in den vergangenen Monaten die Eignung von Wikibase als Software für die Gemeinsame Normdatei (GND) evaluiert. Der proof of concept untersucht, ob Wikibase – die Software hinter Wikidata – die Zusammenarbeit mit Bibliotheken sowie diversen Communities vereinfachen würde. Barbara Fischer, liaison counsel an der Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) der Deutschen Nationalbibliothek und Jens Ohlig von Wikimedia Deutschland e.V. stellen im Gespräch die Ergebnisse vor.“ Das Gespräch mit teils überraschenden Ergebnissen findet sich auf wiki.dnb. [EDIT: der Beitrag wurde gelöscht! Warum? Vielleicht weiß es jemand]
  • Petition von Wikimedia: „Öffentliches Geld – öffentliches Gut“ zur #ÖGÖG Petition heißt es auf der Seite: „Wir alle ermöglichen mit unserem Rundfunkbeitrag die Produktion von Bildungsinhalten. Sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk uns diese Inhalte dann nicht auch frei zur Verfügung stellen? Schließen Sie sich der Forderung von Wikimedia Deutschland an und setzen Sie sich dafür ein, dass Bildungsinhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter freie Lizenzen gestellt werden. Denn: Beiträge, deren Erstellung durch öffentliche Gelder finanziert wird, sollen auch der Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung stehen. Lehrkräfte und Bildungsakteure können die Inhalte so ohne Einschränkungen als Lehrmaterialien im Unterricht nutzen.“
  • „Die bedeutendsten Ikonen des griechisch-orthodoxen Katharinenklosters auf der ägyptischen Halbinsel Sinai sind jetzt online zugänglich. Sie wurden im Rahmen des Projekts „Icons of Sinai“ des Fachbereichs für Kunst und Archäologie der US-Universität Princeton archiviert.“ meldet Deutschlandfunkkultur.

Museen

  • „Ein Kunstwerk zu betrachten verhält sich zum Digitalisat wie das Bild auf der Speisekarte bei manchem asiatischen Lokal zum wirklichen Essen.“ so Bernhard Maaz, Generaldirektor der bayerischen Staatsgemäldesammlung über die Digitalisierung von Kunstwerken und über die Motivation großangelegter Digitalisierungsprojekte. via digi.bayern.
  • Auch im Badischen Landesmuseum ist die Digitalisierung aktuell ein wichtiges Thema. Dazu gehören auch neue Arten und Methode Geschichte zu erzählen. via karlsruhe.digital.
  • Besser spät als nie, heißt es aktuell in Augsburg. Zwar liegt der 300. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart nun schon einige Monate zurück, aber erst jetzt eröffnet in Augsburg das Leopold-Mozart-Haus. Nach umfangreichen Sanierungen ist das Geburtshaus von Leopold Mozart wieder zu besichtigen. via Süddeutsche.
  • Die Städtischen Museen Freiburg haben bereits im Februar eine Online-Sammlung ins weltweite Netz gestellt. „Um eine hohe Verfügbarkeit der Inhalte zu gewährleisten, sollen die Daten mittelfristig auch in überregionale Wissensportale wie LEO-BW, DDB, Europeana und Fachportale (z.B. Münzportal-BW und kenom für Münzen, MIMO für Musikinstrumente, Graphikportal etc.) ausgespielt werden.“ heißt es auf der Website.
  • Ein barrierefreies Museumsportal gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr für Rheinland-Pfalz. Dazu gehören eine Seitenbeschreibung in Gebärdensprache, sowie Bereiche in leichter Sprache. Das Portal informiert über die Museen in Rheinland-Pfalz, sowie über Sonderausstellungen, die Museums-Gastronomie und aktuelle Themen.
  • In der vergangenen Woche gab es die Nachricht über eine neue Museumsbroschüre im Kreis Groß-Gerau. In dieser Woche ziehen die hessischen Kreise Wetterau, Gießen und Vogelsberg nun nach mit einer Museumsbroschüre, die ebenfalls als PDF-Download zur Verfügung steht.

Ausstellungen

  • „Das Paradies vor der Haustür – Vom Revier ins Sauerland“ heißt die zweite Sonderausstellung im noch recht neuen Sauerlandmuseum. Nach der vielbeachteten August-Macke-Ausstellung hat man sich nun einem kulturhistorischen Thema zugewandt. Ulrike Schowe berichte auf dem Blog des Sauerland-Museums über die neue Ausstellung.
  • Das Blog Museumsperlen erzählt – passend zum Internationalen Frauentag – von vielen starken und kreativen Frauen, darunter vier Künstlerinnen und zwei Ausstellungsmacherinnen. Zu entdecken sind sie in einer Ausstellung im Haus der Kunst in München.
  • „Welche Vorstellungen haben wir vom Kongo und dessen Kunst?“ Mit dieser Frage beginnt Angelika Schoder auf musermeku ihren neuesten Artikel. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich höchsten sehr vage Ideen und so wird es vermutlich vielen gehen. „Fiktion Kongo. Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart“ heißt die Ausstellung im Museum Rietberg in Zürich, die sie besucht hat und in diesem Beitrag vorstellt. Dabei geht es um drei unterschiedliche Perspektiven – drei verschiedene Blickwinkel auf die doch beinah unbekannte Kunst des Kongo und natürlich auch um Dekolonisierung.

Geschichte

  • Ein prunkvoller Schreibtisch, seine Geschichte und ein beinah 200 Jahre altes Residenzinventar. Sebastian Karnatz erzählt auf dem Schlösserblog Bayern die Geschichte der Schreibmöbel in der Neuen Residenz Bamberg.
  • Das 18. Jahrhundert und eine rasante technische Entwicklung: Die Taschenuhr vom Stunden- zum Sekundenzeiger. „Spindelkolben – kleine Fenster in die Zeitgeschichte“ heißt der neueste Beitrag auf dem Blog des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen. Was es damit und mit dem „Unruhkloben“ auf sich hat, das erklärt der Beitrag mit vielen Detailbildern.
  • Alexander von Humboldt und die Fotografie – erstaunlicherweise haben beide tatsächlich viel miteinander zu tun, wie auf dem Blog des Deutschen Historischen Museums zu erfahren ist: „Im August 1839 lüftete die Pariser Akademie der Wissenschaften das Geheimnis um das erste fotografische Verfahren und machte es der Menschheit zum Geschenk. Einer der wichtigsten Paten für die Daguerreotypie als „open source“ war Alexander von Humboldt, wie Kunsthistorikerin Anna Ahrens in ihrem Blogartikel zur Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ aufzeigt.“

Archäologie

  • Die älteste Pyramide Ägyptens ist nun wieder für Besucher geöffnet. Allerdings gibt es einen Haken: lediglich 45 Personen pro Tag dürfen sich dieses einmalige Kulturdenkmal anschauen. Lange Wartezeiten sind also vorprogrammiert. via Süddeutsche.
  • Der Streit um die Entschädigungssumme für einen römischen Pferdekopf aus Bronze zwischen einem Landwirt im Lahn-Dill-Kreis und dem Land Hessen ist endlich nach Jahren beendet. via Süddeutsche.
  • Ein 5.000 Jahre altes Schwert hat eine Archäologin in einem Kloster in Venedig gefunden. Welchem Zweck dieses Schwert einst diente, ob es wirklich zum Kämpfen gedacht war oder eher rituellen Zwecken diente ist noch nicht geklärt. Eines aber ist erstaunlich: für sein Alter sieht es unglaublich gut aus. via Süddeutsche.

Lesenswert

  • Was ist ein Unterwasserbrief? Wieso wirft jemand einen Brief aus einem Zeppelin und was hat eigentlich Albert Einstein anderen Leuten so geschrieben? Interessante Fragen oder? Mehr zur brieflichen oder nach-brieflichen Kommunikation gibt es auf dem Blog des Deutschen Museums zu lesen.
  • Gleich ein doppeltes Jubiläum gibt es in diesem Jahr in Sachen Konrad Röntgen zu feiern: zum einen wäre der Mann, der den Strahlen ihren Namen gab in diesem Jahr 175 Jahre alt geworden und zum anderen entdeckte er eben diese Strahlen vor genau 125 Jahren. via idw.
  • „Die Numismatik, die Münzkunde, ermöglicht immer wieder eine Reise durch Raum und Zeit. An Münzen und Medaillen lässt es sich gut durch die Geschichte und die Welt hangeln. Für unsere Zeit im Münzkabinett mussten wir diesmal allerdings nicht weit in die Vergangenheit reisen, sondern starteten direkt in der Gegenwart. Schnell wurde jedoch klar, dass wir uns auf einer Berg- und Talfahrt befanden.“ Was es mit der Berg- und Talfahrt auf sich hat, das gibt es auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart zu lesen.

Kulturvermittlung digital
Kulturvermittlung digital

In eigener Sache

Wie einige bereits bemerkt haben, habe ich mich in einem etwas längeren Text mit dem Thema der Kulturvermittlung in Zeiten der Digitalisierung beschäftigt. Der Grund dafür war, dass ich Menschen, die der Digitalisierung eher kritisch gegenüberstehen die Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, näherbringen wollte. Der hier auf dem Blog veröffentlichte Text basiert auf den Recherchen dazu und wird in den nächsten Wochen und Monaten regelmäßig ergänzt werden. Für weitere Hinweise zum Thema bin ich dankbar und nehme sie gerne auf.

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