Kultur-News KW 43-2020

Digitalisierung

  • Am 27. Oktober, pünktlich zum UNESCO Welttag des Audiovisuellen Erbes öffnen Deutsches Rundfunkarchiv und die Sender der ARD ihr Archiv. Mehrere Tausend Videos bis zum Entstehungsdatum 31. Dezember 1965 werden dann frei im Netz zugänglich und nutzbar sein.

Museen

  • Es war wohl die Schockmeldung der Woche: Unbekannte Täter verübten einen Anschlag auf Kunstwerke auf der Berliner Museumsinsel. Einen ausführlichen Bericht findet man beim Deutschlandfunk.
  • Auch in Nordrhein-Westfalen, im Kreismuseum Wewelsburg, wurden bereits im Juli 50 Objekte mit einer öligen Flüssigkeit beschädigt, wie das Monopol-Magazin berichtet.
  • „Ich bin überzeugt davon: Das höchste Gut eines Museums ist es, glaubwürdig zu sein.“ Mirjam Wenzel, Leiterin des Museums, über die neue Dauerausstellung und die Pläne des Jüdischen Museums Frankfurt. Via Frankfurter Rundschau.
  • Damian Kaufmann hat sich bei seinem neuesten Museums-Tipp auf die Spuren der Römer gemacht und auf die Spuren einer sagenumwobenen Schlacht von der der Ort noch immer nicht ganz gewiss zu sein scheint. Sie erraten es wahrscheinlich schon: er reiste nach Kalkriese ins dortige Museum, das der legendären Varusschlacht gewidmet ist.
  • Der Blog des Staatlichen Museums für Archäologie Sachsen geht in eine kreative Pause. Man darf also gespannt sein, wie es danach weitergeht und in welche Richtung die Neuausrichtung führt. Gerne würde ich hier einen Link auf den bisher bestehenden Blog einfügen, der aber ist leider nicht mehr erreichbar!
  • Noch vor gar nicht so langer Zeit waren sie “state of the art”: Audioguides und Hörstationen in Museen. Doch spätestens Corona hat ihnen den Garaus gemacht. Der Weg führt immer mehr hin zur Nutzung des eigenen Smartphones und da gibt es durchaus unterschiedliche Möglichkeiten. Angelika Schoder stellt bei musermeku in einem, im Auftrag erschienenen Artikel verschiedene Möglichkeiten der Smartphone-Nutzung vor.
  • Der Marta-Blog berichtet über den Internationalen Kuratorentag, der in diesem Jahr ganz anders war und vielleicht gerade deshalb wichtige Denkanstösse lieferte und über ein Pamphlet für einen Richtungswechsel.
  • Wenn eine Museumsmitarbeiterin sich für eine Ausstellung auf die Suche nach Exponaten begibt, vor allem nach welchen, die eher Alltagsdinge sind, dann kann dabei eine spannende Geschichte entstehen, wie in diesem Fall im Jüdischen Museum München.

Ausstellungen

  • Um Surrealismus und Magie wird es im nächsten Herbst im Museum Barberini gehen. Bilder von Dali, Max Ernst und vielen anderen Künstlern aus mehr als 40 internationalen Museen werden für die Schau zusammengetragen. Mehr zur geplanten Ausstellung bei RBB24.
  • “Sechs Zeichnungen von Christoph Heinrich Kniep werden erstmals im Goethe-Nationalmuseum ausgestellt. Die Exponate erzählen viel über den Künstler und Reisebegleiter Goethes, sie erzählen aber auch vom tragischen Schicksal ihres Vorbesitzers.” Mehr dazu auf dem Blog der Klassik Stiftung.
  • So sahen sie also aus, die Lieblingspferde der Markgrafen von Ansbach … Während Bilder gerne einmal verfälschen und idealisieren tun Präparate das deutlich weniger und genau die wird es demnächst wieder zu sehen geben. Obwohl: ein wenig spooky sind sie schon.
    Offenbar hatte man besonders edle oder tapfere Pferde präparieren lassen, um sie für immer der Nachwelt zu erhalten. Mehr über den neuen Ausstellungsbereich und die Präparate gibt es auf dem Schlösserblog Bayern nachzulesen.

Bibliotheken / Archive

  • „Einmaliges Zeugnis der Zeitgeschichte wird digital zugänglich gemacht. Seit 1.10. wird der Nachlass von Gotthold Schwela (Bogumił Šwjela, 1873-1948) am Sorbischen Institut in Bautzen digitalisiert und detailliert erschlossen. Schwela war Pfarrer, Sprachwissenschaftler, Publizist, Schriftsteller, Übersetzer und Kulturpolitiker in der Niederlausitz. Das von der DFG mit 111.000 Euro finanzierte Projekt über das Förderprogramm „Digitalisierung und Erschließung” (Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme) trägt den Titel „Archivische Findmittel und Quellen: Digitalisierung und Tiefenerschließung des Nachlasses von Gotthold Schwela” und läuft für 18 Monate bis März 2022.“ via IDW.
  • Die Österreicher mögen ihre Bibliotheken: Immerhin 71% der Befragten einer Studie gaben an, dass sie Bibliotheken als sehr wichtig erachten. Schaut man sich allerdings die Antworten auf die Frage an, ob sie denn hingehen oder aber die Medien lieber selber kaufen, dann sind 61% für selber kaufen. Fragt sich, ob eine ähnliche Umfrage in Deutschland zu den gleichen Angaben käme.

Geschichte

  • Frauen als Schriftstellerinnen, das war ja lange Zeit ein Problem. Zumindest in unserem Kulturkreis, denn der älteste erhaltene Text der Weltliteratur – die Gula-Hymne – stammt offenbar von einer Frau! wie die Welt berichtet.
  • Manche Künstler waren erfolglos, manche wurden zu Dieben, andere zu Fälschern und manche sogar zu Mördern. Der Museenblog Nürnberg beschäftigt sich mit einem eher unbekannten Vertreter dieser Spezies, dem Künstler und Fälscher Christian Ludwig Kaulitz, geboren 1693 in Berlin.
  • Von Schwertern, Bastionen und geometrischen Formeln – eine Analyse von Tommy Jark auf dem Blog “Fortifica“.

Archäologie

  • Ausgrabungen am Kurplatz in Baden (Schweiz) ergaben reiche Funde aus der Römerzeit. Zutage kamen neben Anlagen, die zum römischen Thermalbad gehörten auch  Sakralgebäude, wie der SRF berichtet.
  • Italienische Truppen während eines türkischen Kriegs auf einer griechischen Insel – was das alles für die Geschichte der Archäologie bedeutet, darüber mehr bei Europeana.

Lesenswert

  • Kennen Sie das auch? Kaum rückt die Uhrenumstellung näher, schon geht das zweimal jährlich stattfindende Rätselraten los: vor oder zurück? Das Uhrenmuseum Furtwangen hat deswegen mal ein paar Eselbrücken zusammengestellt, um das Umstellen leichter zu machen.

Sprudelhof Bad Nauheim
Mythische Figuren am großen Sprudel – Sprudelhof Bad Nauheim Foto: A. Kircher-Kannemann

In eigener Sache

„Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren“ lautet der Titel eines alten Liedes von Fred Raymond. Nun, Heidelberg war es bei mir nicht. Es war Bad Nauheim, wie man vielleicht auch schon dem ein oder anderen Blogpost des letzten Jahres entnehmen konnte.

Dass es ausgerechnet Bad Nauheim war begann mit einem Zufall (man nennt ihn Kur) und führte zum Wunsch ein Projekt zu starten, um ein einmaliges Kulturgut virtuell und digital in die Welt zu tragen. In den letzten Monaten habe ich mich diesem Projekt in jeder freien Minute gewidmet. Wichtig war es mir vor allem deswegen, weil das Herzstück der Stadt, der sogenannte „Sprudelhof“ – eine der größten zusammenhängenden Jugendstilanlagen Europas – für längere Zeit nicht mehr zugänglich sein wird. Er wird renoviert und in Teile ziehen Mieter ein oder sind bereits eingezogen. Für die interessierte Öffentlichkeit gibt es also kaum mehr eine Möglichkeit sich die Innenräume anzuschauen.

Das Projekt Bad Nauheim ist noch lange nicht abgeschlossen und wahrscheinlich wird es eine Art von Lebensaufgabe werden, aber inzwischen gibt es auf der Seite einiges zu sehen. Und vielleicht gibt es ja hier einige Jugendstilfans, die einfach mal hineinschauen möchten in die Welt des Jugendstilbads Bad Nauheim.

Mein Dank gilt übrigens der Stiftung Sprudelhof, insbesondere Herrn Thielmann, der mir die Möglichkeit gegeben hat all die Aufnahmen zu machen.
Gedankt sei auch dem Jugendstilverein Bad Nauheim für viele Tipps und Informationen rund um den Sprudelhof und den Jugendstil in Bad Nauheim.

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