Kultur-News KW 44-2020

Digitalisierung

  • Da ist sie – die neue Blogparade in Sachen Kultur. Unter dem Titel #femaleheritage geht es bei der Münchener Stadtbibliothek in den nächsten Wochen rund um Frauen und ihre Geschichte(n). „Was fällt Euch spontan zu Frauen und Erinnerungskultur ein? An welche prägenden Frauen erinnert Ihr Euch? Welche weibliche Persönlichkeit ist vergessen und sollte Eurer Meinung nach wieder aktiv erinnert werden? Wir von der Monacensia im Hildebrandhaus laden Euch zur Blogparade „Frauen und Erinnerungskultur #femaleheritage“ (Laufzeit: 11. November bis 09. Dezember 2020) ein.“ Mehr über die neue Blogparade gibt es auf dem Blog der Münchener Stadtbibliothek.
  • Er war sehr erfolgreich – der DigaMus-Award. Eine Zusammenfassung des Geschehens rund um den Award und ein Versprechen für das nächste Jahr gibt es nun auch.
  • Von wegen mit Kultur kann man doch kein großer Influencer werden. Der Franzose Antoine Bonin beweist mit seinem Instagram-Account @Versaillesadness und 127.000 Followern das Gegenteil. Ein Interview mit ihm gibt es auf dem Schlösserblog Bayern.

Museen

  • Da ist er, der Lockdown-Light für November und das heißt deutschlandweit: Museen müssen schließen. Das Monopol-Magazin hat Reaktionen darauf zusammengetragen. Die allermeisten Direktor*innen der Museen betrachten die Entscheidung als falsch, auch wenn sie teils Verständnis äußern. Eins jedenfalls zeigt die Schließung deutlich: Museen werden seitens der Politik eher als Freizeit- denn als Bildungseinrichtungen gesehen.
  • Mehr zu den Reaktionen in einem weiteren Beitrag des Monopol-Magazins.
  • „Kulturstaatsministerin Monika Grütters befürchtet angesichts der durch ihre Regierung beschlossenen neuen Corona-Beschränkungen schwere Folgen für die Kulturszene“. via Monopol-Magazin.
  • Der Deutsche Museumsbund mahnt angesichts der erneuten Schließungen eine notwendige finanzielle Kompensation an, nachdem er zuvor eindringlich darum gebeten hatte Museen nicht erneut zu schließen.
  • „Droht nach dem Lockdown ein Museumssterben? – Der Corona-Lockdown zwingt Deutschlands Museen zu schwierigen Einschnitten. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, fürchtet sogar Schließungen.“ via DW.com.
  • Nun trifft die Corona-Krise auch das Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Etwa 15 Stellen müssen wegen fehlender Einnahmen gestrichen werden. via Monopol-Magazin.
  • „Vertane Chance: Aufgabe des Berliner Humboldt-Forums wäre es, die Menschheitsgeschichte als Teil der Naturgeschichte darzustellen. Dazu wird es nicht kommen.“ – Arno Widmann setzt sich in der Frankfurter Rundschau kritisch mit dem im Dezember öffnenden Humboldt-Forum auseinander.
  • Über die Böblinger Museen ist in diesem Jahr ja schon viel gesagt und geschrieben worden. Nun gibt es die Ergebnisse einer Bürgerbefragung. Via Kreiszeitung Böblinger Bote. Achtung: Die Befragung ist falsch verlinkt, also nicht einfach daraufklicken, sondern URL kopieren.
  • Die Corona-Krise setzt den Museen weltweit finanziell zu. Darüber ist in den letzten Monaten viel geschrieben und geredet worden. Einige Museen aber scheinen aus der Krise auch Profit zu schlagen, wie BR24 berichtet.
  • Die Museen in Sachsen-Anhalt seien gut durch die Krise gekommen, heißt es bei RTL. Allerdings sollte man den Text bis zum Ende lesen, denn da steht dann, dass dies nur Häuser in kommunaler Trägerschaft betrifft und private Museen sehr wohl große Probleme haben.
  • Amazon hat in den USA eine neue Plattform ins Leben gerufen: „Amazon Explore“. Hier gibt es geführte Touren durch Urlaubsdestinationen ebenso wie durch Warenhäuser. Jim Richardson stellt bei Museumsnext die Frage, ob diese neue Plattform auch für Museen eine Option darstellen könnte, insbesondere auf die Monetarisierung. Dank an Tanja Praske für das Teilen dieses Beitrags!
  • „Jetzt ist es offiziell: Das Deutsche Museum in München bekommt für seine Generalsanierung 300 Millionen Euro mehr von Bund und Freistaat. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) besiegelten die Zahlung am Freitag“ via Zeit-Online.
  • Junge und technikaffine Menschen möchte das Wallraff-Richartz-Museum in Köln nun besonders als Besucher in den Blick nehmen. Um diese Zielgruppe für Kunst zu gewinnen gibt es nun eine neue App. via WDR.
  • Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den neuen Ausstellungsbereich des Neanderthal-Museums mit 120.000 Euro. via Ratinger Wochenblatt.
  • „Mondrian-Erben fordern 200 Mio. US-Dollar vom Kunstmuseum Krefeld“. via Archivalia.
  • „Zur Wiedereröffnung der Friedrichswerderschen Kirche werden auch zahlreiche dort beheimatete Kunstwerke restauriert. Ein marmornes Standbild des Archäologie-Pioniers Johann Joachim Winckelmann stellte die Restauratorin Anna von Graevenitz vor besondere Herausforderungen.“ Mehr dazu auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.

Ausstellungen

  • „In der Ausstellung „Real Feelings“ im HeK – Haus der elektronischen Künste Basel befassen sich aktuell 20 internationale Kunstakteure mit der Beziehung zwischen Technologie und Emotionen. Sie zeigen in ihren Werken, wie unsere Gefühle im 21. Jhd. repräsentiert, manipuliert oder verändert werden.“ Mehr über die Ausstellung gibt es bei musermeku.

Bibliotheken / Archive

  • Der Frage von Klaus Graf (Archivalia) kann ich mich nur vollumfänglich anschließen: “Corona-Chaos: Was zum Teufel ist so schwierig daran, die Gedächtnisinstitutionen von Anfang an bei allen Maßnahmen im Blick zu haben?”
  • Eine Zusammenstellung der Verordnungen und Maßnahmen in Bezug auf Corona gibt es auf dem Blog Bibliothekarisch.
  • Provenienzforschung gibt es nicht nur in Sachen Kunst oder bei ethnologischen Objekten, sondern auch in Sachen Büchern. Ein Beitrag auf dem Blog der Klassik-Stiftung Weimar zeigt den Umgang mit geraubten Büchern.

Geschichte

  • Für manche ist sie bis heute ein Mythos, für manche noch immer eine große Künstlerin – für die, die sich mit ihr eingehender beschäftigt haben allerdings eher eine Propagandistin und eine Täterin: Leni Riefenstahl. Jens Hinrichsen hat sich in einem Beitrag beim Monopol-Magazin mit Leni Riefenstahl anlässlich einer neuen Biographie und einer Arte-Dokumentation (Ausstrahlung am 18. November) beschäftigt.

Archäologie

  • Nicht nur Ägypten und Italien können immer wieder mit neuen spektakulären archäologischen Funden aufwarten. Das geht auch in Deutschland. In diesem Fall in Mainz: hier haben Archäologen eine auf einem Kalbskopf stehende Steinfigur gefunden. Sie stellt wahrscheinlich die Göttin Venus dar und stammt aus dem 1.-2. nachchristlichen Jahrhundert. via Süddeutsche.
  • „Überraschende Zutat entdeckt: Blei sorgte offenbar schon in einigen altägyptischen Tinten dafür, dass Geschriebenes rasch trocknete, geht aus einer Analyse von fast 2000 Jahre alten Papyrus-Schriften hervor. Bisher nahm man an, dass der entsprechende Einsatz von Bleiverbindungen auf die Malerei des 15. Jahrhunderts zurückgeht, als diese Substanzen zur schnelleren Aushärtung von Ölfarben verwendet wurden.“ via Wissenschaft.de.

Lesenswert

  • Aus acht mach fünf und dann nur noch eine: Chemnitz wird 2025 Kulturhauptstadt Europas. Das ist auch ein politisches Zeichen für mehr Offenheit und Toleranz und ein “Lichtblick”, wie Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch es formulierte. Mehr zur Wahl und den Reaktionen beim Monopol-Magazin.
  • “Provenienzforschung – dieses Wort findet man immer häufiger in der öffentlichen Diskussion; vor allem seit dem sogenannten Schwabinger Kunstfund 2012 oder den Debatten um koloniale Sammlungsgüter. Zugleich ist zu bemerken, dass der Begriff „Provenienz“ einem Großteil der Bevölkerung noch nicht bekannt ist.” Elisabeth Geldmacher unternimmt auf dem Blog “retour” einen Erklärungsversuch für alle, die sich bis dato mit dem Begriff schwertun.
  • Schillernd geht es gerade auf dem Europeana-Blog zu. Genauer gesagt: schillernd und zerbrechlich. Der Blog zeigt Glaskunst von der Antike bis zum Jugendstil.
  • Wem Strand und Muscheln in dieser Corona-Zeit fehlen, dem sei ein Ausflug auf den Blog der Staatlichen Museen Berlin empfohlen. Hier findet sich viel “Strandgut” des Museums.
  • Ok, Halloween ist jetzt schon vorbei, aber vielleicht mag ja doch noch jemand auf dem Medieval manuscripts Blog einen Blick auf mittelalterliche Geister werfen.

In eigener Sache

Wer etwas auf sich hielt im 19. und frühen 20. Jahrhundert, der ging auf Bäderreise. Neben der Mund-zu Mund-Propaganda, die für Besucherströme in den Kurbädern sorgte, gab es auch den “Bäder-Almanach. Er war das Handbuch für alle, die an einer Bäderreise interessiert waren und auch für die Ärzte, die eine solche verordneten.
Was der Bäder-Almanach so alles an Informationen bereit hielt, das habe ich mir am Beispiel von Bad Nauheim einmal angeschaut und interessante Informationen für das Jahr 1901 gefunden. Klar wird: das Vergnügen war mindestens genauso wichtig bei der Bäderreise wie die Gesundheit.

Kurhaus Bad Nauheim um 1900- historische Postkarte

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