Digitalisierung – Geschichte, Bedeutung und Zukunft

Bild: KI-generiert
Digitalisierung – ein viel berufener Begriff in unseren Tagen. Beinahe kein Bereich des Lebens bleibt unberührt. In allen Branchen, allen Gebieten wird über Digitalisierung geredet. Beinahe ist der Begriff schon zu einer Art von „Buzzword“ geworden.
Doch eins fällt immer wieder auf: auch wenn alle darüber reden – viele scheinen nicht zu wissen worüber sie eigentlich reden. Wenn Sie eine Umfrage machen, was denn bitte eigentlich „Digitalisierung“ sei, dann kommen Sie schnell darauf, dass beinahe jeder so seine eigene Definition vom Begriff hat. Das macht es schwer wirklich miteinander über Digitalisierung zu reden und dann am Ende auch noch eine Lösung fürs Problem zu finden.
Da gerade auch im Kulturbereich und in den Geisteswissenschaften oftmals eine gewisse Unklarheit über den Begriff besteht und diese Unklarheit am Ende dazu führt, dass man die Chancen nicht nutzt, dafür aber die Ängste steigert, gibt es hier nun den Versuch ein wenig Klarheit über die „Digitalisierung“, ihre Technologien und ihre Themenfelder zu gewinnen. Unbegründete Ängste abbauen und die Chancen des Wandels ergreifen, das ist letztlich das Ziel, das wir alle verfolgen sollten, denn aufhalten lässt sich dieser Wandel schon lange nicht mehr.
Der vorliegende Beitrag verfolgt daher das Ziel, den Begriff der Digitalisierung historisch und systematisch einzuordnen, zentrale Technologien und Entwicklungen zu skizzieren und wichtige Themenfelder zu beleuchten. Dabei geht es weniger darum, einfache Antworten zu liefern, als vielmehr darum, ein fundiertes Verständnis für einen Wandel zu schaffen, der sich seit Jahrzehnten vollzieht und dessen Dynamik sich in jüngster Zeit nochmals deutlich beschleunigt hat.
Was genau bedeutet Digitalisierung
Was ist der Unterschied zwischen digital und analog?
Was sind analoge und digitale Medien?
Was sind digitale Technologien
Was ist der digitale Wandel?
Zur Geschichte und Entwicklung der Digitalisierung
Was bedeutet „Digital Revolution“?
Zur Geschichte und Entwicklung der Digitalisierung
Themenfelder der Digitalisierung
Beispiele für Digitalisierung im Kulturbereich
Chancen der Digitalisierung
Risiken der Digitalisierung
Digitalisierung und Ethik
Digitalisierung und Bildung
Digitalisierung und Gesellschaft
Digitalisierung in Deutschland
Was sind „Digital Humanities“?
Was bedeutet „Digital History“?
Digitale Geschichtswissenschaft
Digitale Geschichtsvermittlung
Digitalisierung ohne Kulturwandel funktioniert nicht!?
Inhaltsverzeichnis
Was genau bedeutet Digitalisierung?
„Der Begriff Digitalisierung bezeichnet ursprünglich das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate und ihre Verarbeitung oder Speicherung in einem digitaltechnischen System.“ Damit liegt die Information dann in sog. „diskreten Werten“ vor. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich was das denn nun wieder ist. Die Mathematiker unter Ihnen werden jetzt nicht fragend schauen, denn aus Ihrer Wissenschaft stammt der Begriff. „Diskrete Werte“ sind abgegrenzte oder auch abgetrennte Werte. Der Computer kann eben nur Nullen und Einsen, nichts dazwischen. Aus diesen sehr begrenzten Werten muss er die Information zusammenstellen. Wenn eine Uhr theoretisch unendlich viele Zeigerstellungen haben kann, dann kann das eine Digitaluhr nicht, denn sie kann nur die Zahlen 0-9 anzeigen und das im Regelfall dreimal für Stunde, Minute und Sekunde. Damit ist die Zahl der möglichen Werte stark begrenzt.
Diese Reduktion auf diskrete Werte ist die Grundlage der gesamten digitalen Technik. Während analoge Systeme theoretisch unendlich viele Zwischenwerte abbilden können, arbeiten digitale Systeme mit einer endlichen Anzahl klar definierter Zustände. Aus diesen Zuständen werden Informationen zusammengesetzt, gespeichert und verarbeitet.
Soweit also die Definition der Wikipedia zum Begriff der „Digitalisierung“ und der „diskreten Werte“. Doch was bedeutet das genau?
Versuchen wir es mit einem Beispiel: Sie haben ein Foto, vielleicht von Oma, so aus den 1970er oder 1980er Jahren. Das ist selbstredend analog, denn es wurde mit einem analogen Fotoapparat aufgenommen und dann in einem Fotolabor auf Fotopapier gebannt. Alles schön zu Fuß, keine Computer, nichts Digitales auf dem Weg. Wenn Sie nun dieses Foto nehmen und es auf einen Scanner legen oder aber mit dem Smartphone abfotografieren, womöglich noch mit dem Computer bearbeiten und auf der Festplatte, dem USB-Stick oder auch der Speicherkarte abspeichern, dann haben Sie es digitalisiert.
Das gleiche gilt natürlich auch für eine schöne alte Vinylschallplatte, die Sie mit dem Computer aufnehmen, nachbearbeiten und dann auch noch in MP3-Format umwandeln. Auch, wenn Sie Omas altes Kochbuch auf den Scanner legen oder mit einer Digitalkamera abfotografieren, dann digitalisieren Sie es.
Soweit, so gut. Oder auch nicht, denn eigentlich haben wir hier schon das Problem der Definition angerissen. Inzwischen sprechen nämlich auch viele Menschen von „Digitalisierung“, wenn Sie mit Ihrer Digitalkamera Fotos machen, obwohl diese nie zuvor analog vorgelegen haben. Das gleiche gilt für digitale Tonaufnahmen.
Digitalisierung bedeutet heute also im allgemeinen Sprachgebrauch nicht mehr zwingend die Umwandlung von analog in digital, sondern alles, was irgendwie digital ist. Über diese beiden grundsätzlich unterschiedlichen Bedeutungen und Definitionen sollten wir uns im Klaren sein, wenn wir uns über das Thema „Digitalisierung“ unterhalten.
Im alltäglichen Leben bedeutet Digitalisierung für die meisten Menschen eine Vereinfachung und eine Hilfe etwa auf der Suche nach Antworten – etwa durch Suchmaschinen, digitale Kommunikationsmittel oder Online-Dienste. Diese Perspektive greift jedoch zu kurz, wenn man die historischen und strukturellen Dimensionen des digitalen Wandels verstehen will.
Ein besonders prägnantes Beispiel für die Dynamik solcher Entwicklungen bietet die Zeit der COVID-19-Pandemie. In vielen Bereichen – insbesondere im Kulturbereich, in Museen und in den Geisteswissenschaften – kam es in kurzer Zeit zu einem erheblichen Digitalisierungsschub. Digitale Formate der Vermittlung, virtuelle Ausstellungen oder Online-Lehre wurden nicht nur ergänzt, sondern zeitweise zur zentralen Form der Wissens- und Kulturvermittlung.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung nach dem Ende der Pandemiephase, dass solche Digitalisierungsschübe nicht zwangsläufig zu dauerhaften Veränderungen führen. Vielmehr lässt sich beobachten, dass digitale Angebote teilweise wieder zurückgefahren oder neu justiert wurden. Auch dies ist Teil der Geschichte der Digitalisierung: Sie verläuft nicht linear, sondern in Phasen von Beschleunigung, Anpassung und gelegentlicher Rücknahme.
Was ist der Unterschied zwischen digital und analog?
Fangen wir von hinten an (also irgendwie historisch korrekt): „analog“ kommt aus dem altgriechischen und bedeutet ursprünglich „verhältnismäßig“. Diese Wortbedeutung bringt uns aber an dieser Stelle nicht wirklich weiter. Fragen wir also einmal den Duden. Der teilt uns mit, dass es mehrere Bedeutungsebenen des Wortes „analog“ gibt. Zunächst einmal den sog. „bildungssprachlichen“ Gebrauch. Hier bedeutet analog so viel wie ähnlich, vergleichbar, gleichartig; entsprechend. Im EDV-Bereich aber meint „analog“ kontinuierlich und stufenlos. Damit wären wir wieder bei den diskreten Werten: Kontinuität versus Abgrenzung. Diese Unterscheidung ist grundlegend für das Verständnis digitaler Technologien und bildet die Basis für viele der im Folgenden behandelten Entwicklungen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch meinen wohl die meisten von uns mit „analog“ so ziemlich alles, was nicht irgendwie mit einem Computer, dem Smartphone oder einer Digitalkamera zu tun hat.
Wenn Sie jetzt also einen Brief schreiben und Sie schreiben diesen herrlich altmodisch mit einem Füller auf Papier, dann ist das ganz eindeutig analog. Setzen Sie sich aber an ihr Laptop und schreiben den Brief mit einem Textverarbeitungsprogramm und schicken ihn dann auch noch per E-Mail weg, dann ist das ganz eindeutig digital. Selbst wenn Sie den Brief anschließend ausdrucken und per Post schicken, so hat er dennoch einen digitalen Prozess durchlaufen.
Dieses Beispiel zeigt zugleich, dass die Grenze zwischen analog und digital im Alltag nicht immer wirklich eindeutig verläuft. Häufig greifen beide Formen ineinander und bilden sogenannte hybride Prozesse, die für die heutige Informationsverarbeitung charakteristisch sind.
Daten als Grundlage der Digitalisierung
Digitale Technologien basieren wesentlich auf der Erfassung, Verarbeitung und Nutzung von Daten. In vielen Bereichen sind Daten zu einer zentralen Ressource geworden, die wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Prozesse prägt.
Dabei stellt sich zunehmend die Frage, wer über diese Daten verfügt, wie sie genutzt werden und welche Machtstrukturen daraus entstehen. Große Plattformen und Organisationen verfügen über erhebliche Datenmengen, während Nutzer:innen oft nur begrenzten Einblick in deren Verwendung haben.
Die Digitalisierung ist daher nicht nur ein technologischer, sondern auch ein datenbasierter Wandel, der Fragen nach Kontrolle, Transparenz und Teilhabe aufwirft.
Was sind digitale und analoge Medien?
Bevor wir uns mit der Unterscheidung von analog und digital in Sachen Medien beschäftigen, müssen wir erst einmal kurz definieren, was man unter Medien versteht und was sie eigentlich sind: Das Wort „Medium“ kommt aus dem Lateinischen und heißt eigentlich soviel wie „Mitte“ oder „Mittelpunkt“. Diese wörtliche Übersetzung allerdings bringt uns hier nicht viel weiter. Schaut man sich den griechischen Ursprung des Wortes an „méson“, dann allerdings kommt man der Sache schon näher, denn „méson“ meinte auch die „Öffentlichkeit“, das „Gemeinwohl“ und den „öffentlichen Weg“. Über diese Bedeutungsebene hat sich das Wort „Medium“ in unserem Sprachgebrauch zum „Kommunikationsmittel“ hin entwickelt. Solche Kommunikationsmittel sind vor allem Dinge, die etwas mit dem „öffentlich machen“ von Nachrichten und Meinungen zu tun haben, also etwa Zeitungen, Zeitschriften, Film, Funk, Fernsehen, aber auch Bücher und selbstredend das Internet.
In dieser Aufzählung haben wir auch schon analoge und digitale Medien enthalten. Dröseln wir das Ganze also einmal auf:
- analoge Medien: das sind zum Beispiel
„Printmedien“, also Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Plakate etc. Dazu kommen
weitere analoge Medien wie Filme, so sie denn auf einem Medium wie „Film“
aufgenommen wurden, wie 35mm-Film oder auch Super-8. Fotos zählen dazu, die mit
analogen Kameras aufgenommen wurden und auf Film- oder Diastreifen gebannt
wurden. Im Bereich des Hörens sind es Schallplatten, gute alte Kassetten oder
auch nicht digitales Radio. Analog Fernsehen geht heute in Deutschland nicht
mehr. - digitale Medien: das wichtigste digitale
Medium ist sicherlich das Internet. Aber auch Mobiltelefone sind ein digitales
Medium, ebenso wie CDs, Blue-Rays, DVDs, Tablets, E-Books, digitales Radio,
Fernsehen (inzwischen) und Digitalfotografie.
Digitale Medien basieren also auf der Speicherung und Verarbeitung von Informationen in diskreter Form. Sie umfassen eine breite Palette von Technologien und Formaten: von digitalen Texten, Bildern und Audioformaten über E-Books und digitale Fotografie bis hin zu Online-Inhalten, Streaming-Angeboten und sozialen Medien.
Während sich analoge und digitale Medien historisch klar voneinander unterscheiden lassen, ist diese Trennung in der Gegenwart zunehmend durchlässig geworden. Viele Inhalte entstehen heute digital, werden aber weiterhin in analogen Formen genutzt oder umgekehrt. Zudem hat sich das Verständnis von Medien im digitalen Kontext erweitert: Nicht nur einzelne Träger oder Formate sind entscheidend, sondern auch die Plattformen und Netzwerke, über die Inhalte verbreitet, rezipiert und bearbeitet werden.
Damit verschiebt sich der Fokus von einzelnen Medienträgern hin zu vernetzten Infrastrukturen der Kommunikation.
Digitale Medien sind daher weniger als einzelne Geräte oder Speichermedien zu verstehen, sondern vielmehr als Teil komplexer Kommunikations- und Informationssysteme, die Produktion, Distribution und Nutzung von Inhalten miteinander verbinden.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Was sind digitale Technologien
Unter digitalen Technologien versteht man Technologien, die auf der Erfassung, Verarbeitung, Speicherung und Übertragung digitaler Informationen beruhen. Dazu zählen grundlegende Komponenten wie Hardware, Software und Netzwerke ebenso wie die Systeme, die aus ihrem Zusammenspiel entstehen.
Digitale Technologien erfüllen dabei unterschiedliche Funktionen: Sie können analoge Informationen in digitale Formate überführen, digitale Daten verarbeiten und analysieren sowie Informationen in Echtzeit über große Distanzen hinweg verfügbar machen. Der Computer bildet historisch den Ausgangspunkt dieser Entwicklung, ist heute jedoch nur noch ein Bestandteil komplexer technologischer Infrastrukturen.
Inzwischen findet sich digitale oder Computertechnologie aber in ganz vielen Geräten, so dass wir auf eine umfassende Digitalisierung unserer Umwelt zusteuern. Selbst viele kleine Haushaltsgeräte kommen heute nicht mehr ohne Computertechnologie aus und können digital gesteuert werden. Das Smart-Home ist längst keine Zukunftsvision mehr, wie noch vor einigen Jahren, es ist heute ganz selbstverständlicher Alltag geworden. Es ist kein Problem mehr aus 2.000 Kilometer Entfernung zu sehen, wer gerade daheim vor der Türe steht und gleichzeitig noch die Gartenbewässerung einzuschalten und der Kaffeemaschine zu sagen, dass man in drei Tagen wieder da ist und dann gerne einen frisch gebrühten Kaffee hätte, während man gleichzeitig noch kurz den Inhalt des Kühlschranks checkt, um dann die fehlenden Lebensmittel zu bestellen. Und die werden natürlich von einem Computer in einem Lager zusammengesucht.
Ohne digitale Technologien ist unser heutiges Leben schon lange nicht mehr denkbar.
Vernetzte Systeme sind es, die es ermöglichen Daten kontinuierlich zu erfassen, auszuwerten und miteinander zu verknüpfen.
Besondere Bedeutung kommt dabei Technologien zu, die auf der Verarbeitung großer Datenmengen beruhen, etwa Verfahren des Maschinellen Lernens. Solche Systeme sind in der Lage, Muster zu erkennen, Vorhersagen zu treffen und zunehmend auch Entscheidungen zu unterstützen oder zu automatisieren. Damit verschiebt sich die Rolle digitaler Technologien: Sie dienen nicht mehr nur als Werkzeuge zur Verarbeitung von Information, sondern werden selbst zu aktiven Akteuren innerhalb digitaler Prozesse.
Digitale Technologien prägen somit nicht nur einzelne Geräte oder Anwendungen, sondern ganze Kommunikations-, Arbeits- und Lebenszusammenhänge. Sie bilden die Grundlage für die weitreichenden Veränderungen, die unter dem Begriff der Digitalisierung zusammengefasst werden.
Was ist der digitale Wandel?
Eigentlich haben wir die Frage nach dem digitalen Wandel schon beantwortet: Unter „digitalem Wandel“ versteht man die zunehmende Veränderung unserer Umwelt und unseres Lebens durch den Einzug digitaler Technologien. Wir laufen heute eben nicht mehr zur Telefonzelle, um die Mutter oder Freunde anzurufen, sondern wir greifen zum „Handy“ bzw. inzwischen zum Smartphone, das quasi jede:r von uns mit sich herumträgt. Wir greifen auch nicht mehr zum guten alten „Brockhaus“ oder irgend einem anderen Lexikon, um eine Wissenslücke zu schließen: wir „googeln“, lesen Wikipedia oder fragen eine künstliche Intelligenz, kurz „KI“ genannt. Selbst der Gang zum Bürgeramt der Stadt ist heute vielfach nicht mehr nötig, weil man vieles auch via Internet erledigen kann und es wird mehr von Tag zu Tag.
Der digitale Wandel oder auch die „digitale Transformation“ gilt uns heute auch als eine Art von Revolution, ähnlich wie die Industriellen Revolutionen ausgangs des 18. und während des 19. Jahrhunderts. So wie diese Revolutionen der Lebenswelt damals vielen Menschen Angst einjagten, so tut dies auch der digitale Wandel heute. Aber der digitale Wandel ist nicht nur ein technologischer, sondern auch ein kultureller und sozialer Prozess, der historisch verstanden werden muss.
Wahrscheinlich aber wird die Reaktion auf unsere heutigen Ängste in wenigen Jahren oder spätestens Jahrzehnten genauso aussehen, wie unsere heutige Reaktion auf die Ängste der Menschen des 18. und 19. Jahrhunderts: Man wird sie nicht mehr nachvollziehen können.
Während der Begriff des digitalen Wandels eher eine allgemeine Entwicklung beschreibt, betont „digitale Transformation“ gezielte Veränderungsprozesse innerhalb von Organisationen, Institutionen oder gesellschaftlichen Bereichen, die aktiv auf die Möglichkeiten digitaler Technologien reagieren.
Zur Geschichte und Entwicklung der Digitalisierung
Die Digitalisierung ist kein Kind des 21. Jahrhunderts. Wirklich begonnen hat die Geschichte der Digitalisierung in den 1930er und 1940er Jahren. Das binäre System, bestehend aus Einsen und Nullen, war die Basis für die Entwicklung der ersten Computer. Man schrieb das Jahr 1937, da begann die Revolution: „Z1“ hieß einer der ersten Rechenapparate auf Basis des binären Systems und war entwickelt worden von Konrad Zuse.
Schon richtig nach einem Computer sah im Vergleich zu Zuses „Z1“ der amerikanische ENIAC aus, der 1944 das Licht der Welt erblickte. Und auch Zuse entwickelte weiter und schuf im Jahr 1945 den „Z4“. Noch aber bestand das Innenleben der binären Rechenmaschinen aus Röhren und Relais. Außerdem waren sie gigantisch groß, der ENIAC etwa maß 10 mal 17 Meter. Das ist wenig handlich.
Der erste „Computer“, der auf Transistoren statt auf Röhren setzte, war der in den USA entwickelte TRADIC. Er war auch schon deutlich kleiner und hatte „nur“ noch die Größe von etwa drei Kühlschränken. In die Tasche stecken konnte man aber auch den noch nicht.
Überhaupt dauerte es ziemlich lange mit dem „in die Tasche stecken“. Aber ab den 1950er, spätestens ab den 1960er Jahren war die Revolution durch Computer nicht mehr aufzuhalten und die Technik schritt unaufhörlich voran. Die Geschwindigkeit der Geräte erhöhte sich stetig, ebenso die Menge an Daten, die sie verarbeiten konnten und zusätzlich wurden sie immer kleiner.
Einen enormen Sprung machte die Entwicklung der Digitalisierung in den 1980er Jahren mit den ersten Heimcomputern. Allen voran war es der Commodore, der sich einen Namen machte, aber auch Atari und Amiga zogen nach und revolutionierten so die Welt, denn endlich konnte beinahe jeder im heimischen Wohnzimmer in die digitale Welt eintauchen.
Seit den 1990er Jahren hat sich die Entwicklung der Digitalisierung nochmals deutlich beschleunigt. Mit der Verbreitung des Internets entstand eine globale Infrastruktur für Kommunikation und Informationsaustausch. In den 2000er Jahren führte die zunehmende Mobilität digitaler Technologien – insbesondere durch Smartphones – zu einer weiteren Integration digitaler Prozesse in den Alltag.
Die Gegenwart ist schließlich durch hochgradig vernetzte Systeme, große Datenmengen und den Einsatz von Verfahren wie Künstliche Intelligenz geprägt. Digitale Technologien sind heute nicht mehr auf einzelne Geräte beschränkt, sondern bilden komplexe Infrastrukturen, die nahezu alle Lebensbereiche durchdringen.
Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Allerdings zeigt ein historischer Blick, dass die Digitalisierung nicht als linearer Fortschrittsprozess verstanden werden sollte. Vielmehr handelt es sich um eine Abfolge von Innovationsschüben, technologischen Umbrüchen und gesellschaftlichen Anpassungsprozessen, deren langfristige Auswirkungen oft erst im Rückblick vollständig sichtbar werden.
Was bedeutet „Digital Revolution“?
Was die „Digitale Revolution“ bedeutet haben wir in den vorangegangenen Abschnitten eigentlich schon beantwortet. Wikipedia definiert den Begriff so: „Der Begriff Digitale Revolution bezeichnet den durch Digitaltechnik und Computer ausgelösten Umbruch, der seit Ausgang des 20. Jahrhunderts einen Wandel nahezu aller Lebensbereiche bewirkt und der in eine Digitale Welt führt, ähnlich wie die industrielle Revolution 200 Jahre zuvor in die Industriegesellschaft führte. Deshalb ist auch von einer dritten industriellen Revolution die Rede oder in technischer Hinsicht von mikroelektronischer Revolution.“
Eine solche Einordnung kann helfen, die Tragweite der Veränderungen zu verdeutlichen, greift jedoch zu kurz, wenn sie die Unterschiede zwischen den historischen Entwicklungen ausblendet.
Technische Grundlage dieser Entwicklung ist die Mikroelektronik, insbesondere der Mikrochip. Er ermöglicht die Verarbeitung großer Datenmengen auf kleinstem Raum und bildet die Basis für Computer, Netzwerke und zahlreiche digitale Anwendungen. Ohne diese Entwicklung wären weder das Internet noch mobile Kommunikation oder moderne Informationssysteme denkbar.
Digitale Technologien haben in der Folge zahlreiche Bereiche grundlegend verändert. In der Industrie ermöglichen sie automatisierte Produktionsprozesse, in der Kommunikation schaffen sie neue Formen des Austauschs, und in der Wissenschaft eröffnen sie neue Möglichkeiten der Analyse und Verarbeitung von Daten. Besonders deutlich werden diese Veränderungen auch im medizinischen Bereich, etwa bei bildgebenden Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, die präzisere und zugleich schonendere Diagnosen erlauben.
Ob es sich bei diesen Entwicklungen tatsächlich um eine „Revolution“ handelt, ist in der Forschung umstritten. Während der Begriff die tiefgreifenden Veränderungen betont, legt er zugleich eine gewisse Plötzlichkeit und Einheitlichkeit nahe, die der historischen Entwicklung nur bedingt entspricht. Tatsächlich vollzieht sich die Digitalisierung über einen längeren Zeitraum hinweg und ist von unterschiedlichen Phasen, Geschwindigkeiten und regionalen Ausprägungen geprägt.
Der Begriff „Digitale Revolution“ ist daher weniger als präzise historische Beschreibung zu verstehen, sondern vielmehr als Deutungsangebot, das die Wahrnehmung eines grundlegenden Wandels zum Ausdruck bringt.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Themenfelder der Digitalisierung
Die Themenfelder der Digitalisierung sind unendlich vielfältig. Sie beginnen bei ganz alltäglichen Dingen, wie der Türklingel und dem Kühlschrankinhalt und enden bei medizinischen Diagnoseverfahren und Fertigungstechniken in der Industrie. Es gibt heute wohl keinen Lebensbereich mehr, der nicht in irgendeiner Form von der Digitalisierung betroffen wäre. Wobei „betroffen“ hier keinesfalls negativ gemeint ist.
Man kann jedoch einige zentrale Felder benennen, in denen digitale Technologien eine besonders prägende Rolle spielen.
Dazu gehört zunächst der Bereich der Kommunikation und Information. Digitale Technologien ermöglichen neue Formen des Austauschs, der Vernetzung und des Zugangs zu Wissen. Plattformen, Datenbanken und Online-Dienste haben die Art und Weise verändert, wie Informationen erzeugt, verbreitet und genutzt werden.
Ein weiteres zentrales Feld ist die Verarbeitung und Analyse von Daten. Digitale Systeme sind in der Lage, große Datenmengen zu erfassen, zu speichern und auszuwerten. Verfahren wie Maschinelles Lernen eröffnen dabei neue Möglichkeiten, Muster zu erkennen und komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen. Auch in Wirtschaft und Industrie hat die Digitalisierung grundlegende Veränderungen angestoßen, etwa durch automatisierte Produktionsprozesse, digitale Steuerungssysteme und vernetzte Infrastrukturen.
Auch der Kulturbereich und die geisteswissenschaftliche Forschung sind inzwischen ohne Digitalisierung nicht mehr zu denken und es ergeben sich weitreichende Konsequenzen. Digitale Technologien ermöglichen hier neue Formen des Zugangs zu Quellen und Forschungsdaten. Programme zur automatisierten Handschriftenerkennung – etwa Transkribus – erleichtern die Arbeit mit historischen Dokumenten erheblich. Datenbanksysteme und digitale Sammlungen verbessern die Verfügbarkeit und Durchsuchbarkeit von Materialien.
Im Museums- und Vermittlungsbereich eröffnen Technologien wie „Virtual Reality“ und „Augmented Reality“ neue Möglichkeiten der Darstellung und Erfahrung von Geschichte und Kunst. Inhalte können kontextualisiert, visualisiert und für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet werden.
Die genannten Beispiele machen deutlich, dass Digitalisierung nicht auf einzelne Anwendungen oder Technologien beschränkt ist. Vielmehr handelt es sich um ein Geflecht unterschiedlicher Entwicklungen, die in verschiedenen Bereichen unterschiedlich ausgeprägt sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Längst sind auch die Geisteswissenschaften zu digitalen Wissenschaften geworden. In den Abschnitten „Digital Humanities“, „Digital History“, „Digitale Geschichtswissenschaft“ und „digitale Geschichtsvermittlung“ werde ich mich noch ausführlicher mit diesem Bereich beschäftigen.
Gegenwart und Zukunft Künstlicher Intelligenz
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz gehört zu den prägendsten Dynamiken der aktuellen Digitalisierung. Während digitale Technologien lange vor allem der Speicherung und Verarbeitung von Informationen dienten, übernehmen KI-Systeme zunehmend Aufgaben, die zuvor menschlicher Analyse, Interpretation oder Entscheidung vorbehalten waren.
In der Gegenwart ist Künstliche Intelligenz in vielen Bereichen bereits fest etabliert. Sie kommt etwa bei der Auswertung großer Datenmengen, in Suchmaschinen, Empfehlungssystemen oder bei der automatisierten Verarbeitung von Texten und Bildern zum Einsatz. Auch in den Geisteswissenschaften finden KI-gestützte Verfahren Anwendung, beispielsweise bei der Handschriftenerkennung, der Analyse großer Textkorpora oder der Strukturierung historischer Datenbestände.
Besonders sichtbar geworden ist diese Entwicklung durch Systeme, die Inhalte generieren können – etwa Texte, Bilder oder audiovisuelle Formate. Solche Anwendungen verändern nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch die Bedingungen von Wissensproduktion und Kommunikation. Die Grenze zwischen menschlich erzeugten und maschinell generierten Inhalten wird zunehmend unscharf.
Damit gehen grundlegende Fragen einher: Wie lässt sich die Qualität und Verlässlichkeit von Informationen beurteilen, wenn Inhalte automatisiert erzeugt werden? Welche Rolle spielt Autorschaft, wenn Texte oder Bilder nicht mehr eindeutig einer Person zugeordnet werden können? Und wie verändern sich wissenschaftliche und kulturelle Praktiken unter diesen Bedingungen?
Für die Geschichtswissenschaft und die Geschichtsvermittlung ergeben sich daraus sowohl neue Möglichkeiten als auch Herausforderungen. KI kann helfen, große Quellenbestände zu erschließen, Muster sichtbar zu machen oder neue Formen der Darstellung zu entwickeln. Gleichzeitig erfordert ihr Einsatz eine besonders sorgfältige Reflexion, da algorithmische Verfahren auf bestehenden Daten beruhen und bestehende Verzerrungen reproduzieren können.
Ein weiterer zentraler Aspekt betrifft die gesellschaftliche Dimension von KI. Automatisierte Systeme beeinflussen zunehmend, welche Informationen sichtbar werden, wie Entscheidungen vorbereitet werden und welche Inhalte verbreitet werden. Damit sind Fragen der Transparenz, der Kontrolle und der Verantwortung eng mit der Entwicklung Künstlicher Intelligenz verbunden.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass diese Entwicklungen weiter an Dynamik gewinnen werden. Es ist zu erwarten, dass KI-Systeme noch stärker in wissenschaftliche, kulturelle und alltägliche Prozesse integriert werden. Gleichzeitig wird die Fähigkeit, mit solchen Systemen kritisch und reflektiert umzugehen, zu einer zentralen Kompetenz.
Künstliche Intelligenz ist damit nicht nur ein weiteres technisches Werkzeug der Digitalisierung, sondern ein Faktor, der deren Entwicklung maßgeblich mitprägt. Sie verändert nicht nur, wie wir mit Informationen umgehen, sondern auch, wie Wissen entsteht, vermittelt und verstanden wird.
Für die Geistes- und Kulturwissenschaften stellt sich damit nicht mehr die Frage, ob Künstliche Intelligenz eingesetzt werden sollte, sondern nur wie sie sinnvoll und verantwortungsvoll in Forschung und Vermittlung integriert werden kann.
Beispiele für Digitalisierung im Kulturbereich
Auch der Kulturbereich ist seit vielen Jahren eng mit digitalen Entwicklungen verflochten. Digitale Technologien sind hier nicht mehr nur Ergänzung, sondern in vielen Fällen integraler Bestandteil von Kommunikation, Vermittlung und Forschung geworden.
Ein zentrales Feld ist die digitale Kommunikation. Museen, Kultureinrichtungen und Kulturschaffende nutzen soziale Medien und Online-Plattformen, um ihre Arbeit sichtbar zu machen, neue Zielgruppen zu erreichen und mit ihrem Publikum in Austausch zu treten. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen dieser Kommunikation verändert: Sichtbarkeit ist zunehmend von algorithmischen Strukturen abhängig, und Plattformen sind nicht mehr nur neutrale Distributionskanäle, sondern eigenständige, ökonomisch geprägte Öffentlichkeiten.
Vor diesem Hintergrund gewinnen eigene digitale Plattformen wieder an Bedeutung. Institutionelle Websites und insbesondere Blogs bieten die Möglichkeit, Inhalte unabhängig von externen Plattformen zu veröffentlichen, dauerhaft verfügbar zu machen und in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Sie ermöglichen eine inhaltliche Tiefe und Kontextualisierung, die in fragmentierten Social-Media-Formaten oft nur eingeschränkt realisierbar ist. Damit werden sie zunehmend zu zentralen Infrastrukturen kultureller Kommunikation und digitaler Souveränität.
Darüber hinaus spielen digitale Publikationsformen eine wichtige Rolle für die Vermittlung kultureller Inhalte. Texte, Sammlungspräsentationen, Hintergrundinformationen oder wissenschaftliche Einordnungen sind häufig nicht nur Begleitmaterial, sondern selbst Teil des kulturellen Angebots.
Ein besonders sichtbarer Bereich der Digitalisierung im Kulturbereich sind virtuelle Ausstellungen und digitale Sammlungen. Einrichtungen wie die Deutsche Nationalbibliothek, die Bayerische Staatsbibliothek oder die Europeana stellen umfangreiche Bestände online zur Verfügung und entwickeln eigenständige digitale Ausstellungsformate. Solche Angebote ermöglichen einen ortsunabhängigen Zugang zu kulturellem Erbe und eröffnen neue Formen der Präsentation und Kontextualisierung.
Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend von der reinen Digitalisierung bestehender Inhalte hin zur Entwicklung eigenständiger digitaler Formate.
Gerade während der COVID-19-Pandemie gewann dieser Bereich erheblich an Bedeutung. Digitale Formate wurden in vielen Fällen zur zentralen Form der Vermittlung, als physische Ausstellungsräume zeitweise nicht zugänglich waren. In der Folge haben sich hybride Modelle etabliert, in denen digitale und analoge Angebote miteinander kombiniert werden.
Auch immersive Technologien wie virtuelle und erweiterte Realität finden zunehmend Anwendung im Kulturbereich. Sie ermöglichen neue Formen der Darstellung und Erfahrung, etwa durch rekonstruierte Räume, interaktive Inhalte oder ergänzende digitale Informationen vor Ort. Beispiele hierfür sind unter anderem das Goethe-Museum Düsseldorf, das Museum Burg Linn oder die Keltenwelt am Glauberg.
Die genannten Beispiele verdeutlichen, dass Digitalisierung im Kulturbereich nicht auf einzelne Technologien oder Formate beschränkt ist. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel unterschiedlicher Entwicklungen, die Kommunikation, Vermittlung und Forschung gleichermaßen betreffen.
Im internationalen Vergleich zeigen sich dabei unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten. Auch wenn in Deutschland in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte zu verzeichnen sind, wird weiterhin diskutiert, inwieweit digitale Potenziale im Kulturbereich umfassend ausgeschöpft werden.

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Chancen der Digitalisierung
Die Chancen der Digitalisierung sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Bereich, institutionellem Kontext und Zielsetzung. Anstelle einer allgemeinen Gegenüberstellung von Chancen und Risiken erscheint es sinnvoll, zentrale Potenziale genauer zu benennen und einzuordnen.
Eine grundlegende Chance besteht im erweiterten Zugang zu Information und kulturellen Inhalten. Digitale Technologien ermöglichen es, Wissen orts- und zeitunabhängig verfügbar zu machen. Für Kulturinstitutionen bedeutet dies, dass Sammlungen, Forschungsergebnisse und Vermittlungsangebote ein deutlich größeres und vielfältigeres Publikum erreichen können als im rein analogen Raum.
Eng damit verbunden ist die Möglichkeit neuer Formen der Vermittlung. Digitale Formate erlauben es, Inhalte unterschiedlich aufzubereiten, zu kontextualisieren und miteinander zu verknüpfen. Texte, Bilder, audiovisuelle Medien und interaktive Elemente können kombiniert werden und eröffnen so neue Zugänge zu kulturellen Themen.
Eine weitere zentrale Chance liegt in der Produktion und Bereitstellung von Inhalten selbst. Digitale Publikationsformen – insbesondere auf eigenen Plattformen wie Websites oder Blogs – ermöglichen es Kulturinstitutionen, Inhalte dauerhaft verfügbar zu machen, unabhängig von externen Plattformen zu kontrollieren und in einen größeren Zusammenhang einzubetten. In diesem Sinne ist digitale Kommunikation nicht nur Mittel der Sichtbarkeit, sondern Teil der kulturellen Praxis.
Gleichzeitig bieten digitale Technologien neue Möglichkeiten der Vernetzung und Zusammenarbeit. Forschung, Vermittlung und kuratorische Arbeit können über institutionelle und geografische Grenzen hinweg organisiert werden. Digitale Infrastrukturen erleichtern den Austausch von Daten, Ideen und Methoden.
Die COVID-19-Pandemie hat diese Potenziale in besonderer Weise sichtbar gemacht. In einer Situation, in der physische Zugänge zu Kulturinstitutionen stark eingeschränkt waren, wurden digitale Angebote vielfach zur zentralen Form der Vermittlung. Initiativen wie #Closedbutopen verdeutlichen, wie digitale Formate genutzt wurden, um kulturelle Inhalte weiterhin zugänglich zu halten.
Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Reichweite allein kein hinreichendes Ziel digitaler Kommunikation ist. Insbesondere im Kontext sozialer Medien sind Sichtbarkeit und Zugang zunehmend von Plattformlogiken abhängig. Vor diesem Hintergrund gewinnen eigene digitale Infrastrukturen an Bedeutung, die langfristige Verfügbarkeit, Kontextualisierung und inhaltliche Kontrolle ermöglichen.
Die Chancen der Digitalisierung liegen daher nicht allein in der Erweiterung bestehender Kommunikationswege, sondern in der Möglichkeit, kulturelle Inhalte neu zu produzieren, zugänglich zu machen und in nachhaltige Zusammenhänge einzubetten.
Risiken der Digitalisierung
Noch immer ist es so – zumindest in Deutschland – das zumeist mehr über die Risiken der Digitalisierung gesprochen und diskutiert wird, denn über die Chancen. In manchen Situationen fühlt man sich da fast zurückversetzt ins 19. Jahrhundert, als die ersten Eisenbahnen in Betrieb genommen wurden und dann so langsam aber sicher die Pferdekutschen Konkurrenz von ersten motorisierten Automobilen erhielten. Da ging eine Welle der Panik durchs Land, dass ja die Geschwindigkeit von 20 km/h viel zu gefährlich sei für den menschlichen Körper und Strafzettel wurden verteilt, wenn sich eine Gardine durch ein vorbeifahrendes Automobil in Bewegung setzte.
Es ist halt immer so, dass Menschen vor etwas Neuem erst einmal Angst empfinden. Man weiß eben nicht was so alles passieren wird, wohin die Entwicklung noch führen wird. Nun, in Sachen Geschwindigkeit und Automobile wissen wir inzwischen, dass das Ganze seine zwei Seiten hat.
Ähnlich wird es sicher auch in hundert Jahren mit der Digitalisierung aussehen.
Dennoch sollten die Risiken der Digitalisierung nicht allein als Ausdruck allgemeiner Technikskepsis verstanden werden. Vielmehr lassen sich konkrete Problembereiche benennen, die mit der gegenwärtigen Entwicklung digitaler Technologien verbunden sind.
Ein zentraler Aspekt betrifft die ökologischen Auswirkungen. Digitale Infrastrukturen benötigen erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen. Der Betrieb von Rechenzentren, die Produktion von Endgeräten sowie der Abbau von Rohstoffen wie Kobalt, Kupfer oder seltenen Erden sind mit ökologischen Belastungen verbunden, die häufig weniger sichtbar sind als die digitalen Anwendungen selbst.
Ein weiterer Problembereich betrifft den Arbeitsmarkt. Automatisierungsprozesse können bestehende Tätigkeiten verändern oder überflüssig machen, während gleichzeitig neue Berufsfelder entstehen. Wie sich diese Entwicklungen langfristig auswirken, ist Gegenstand intensiver Diskussionen und hängt stark von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
Von besonderer Bedeutung sind zudem Fragen des Datenschutzes und der Überwachung. Digitale Technologien ermöglichen es, große Mengen personenbezogener Daten zu erfassen, auszuwerten und miteinander zu verknüpfen. Dies schafft neue Möglichkeiten der Kontrolle und Nachverfolgbarkeit, die sowohl staatliche als auch private Akteure betreffen.
Hinzu kommen strukturelle Veränderungen im Bereich der Öffentlichkeit. Digitale Plattformen beeinflussen zunehmend, welche Inhalte sichtbar werden und wie Informationen verbreitet werden. Algorithmische Auswahlmechanismen können dazu führen, dass bestimmte Perspektiven verstärkt und andere ausgeblendet werden. Dies hat Auswirkungen auf Meinungsbildung, gesellschaftlichen Diskurs und den Umgang mit Information.
Auch der Einsatz von Künstliche Intelligenz wirft neue Fragen auf. Automatisierte Systeme können Entscheidungen unterstützen oder vorbereiten, sind jedoch nicht frei von Verzerrungen und operieren auf der Grundlage vorhandener Daten. Daraus ergeben sich Herausforderungen im Hinblick auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung.
Die Risiken der Digitalisierung liegen somit nicht in der Technologie selbst, sondern in den Bedingungen ihrer Entwicklung und Anwendung. Sie machen deutlich, dass digitale Prozesse nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich, politisch und ethisch gestaltet werden müssen.
Digitalisierung und Ethik
Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Technologien hat sich auch die Diskussion um ethische Fragen erheblich ausgeweitet. Digitale Ethik befasst sich dabei nicht nur mit dem Verhalten einzelner Nutzer:innen, sondern zunehmend mit strukturellen Bedingungen digitaler Systeme und deren Auswirkungen auf Gesellschaft, Wissen und Kommunikation.
Frühe Debatten konzentrierten sich vor allem auf Phänomene wie Cybermobbing, Hate Speech oder problematische Kommunikationsformen im Internet. Diese Themen sind weiterhin relevant, greifen jedoch zu kurz, wenn man die gegenwärtigen Herausforderungen digitaler Entwicklungen verstehen will.
Im Zentrum aktueller ethischer Diskussionen stehen vielmehr Fragen des Umgangs mit Daten, der Verantwortung von Plattformen und der Gestaltung digitaler Infrastrukturen. Digitale Systeme erfassen, speichern und verarbeiten große Mengen an Informationen, oft ohne dass Nutzer:innen vollständige Kontrolle oder Transparenz über diese Prozesse haben. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen nach Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und der Kontrolle über digitale Inhalte.
Ein weiterer zentraler Bereich betrifft den Einsatz von Künstliche Intelligenz. KI-Systeme werden zunehmend in Entscheidungsprozesse eingebunden, etwa bei der Auswahl von Informationen, der Analyse von Daten oder der Generierung von Inhalten. Dies wirft Fragen nach Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung auf. Wer ist verantwortlich für Entscheidungen, die durch automatisierte Systeme vorbereitet oder getroffen werden? Und auf welcher Grundlage entstehen diese Entscheidungen?
Auch im Kulturbereich stellen sich spezifische ethische Herausforderungen. Wenn Inhalte digitalisiert, neu kontextualisiert oder automatisiert verarbeitet werden, betrifft dies Fragen der Repräsentation, der Auswahl und der Deutung. Kulturinstitutionen tragen hier eine besondere Verantwortung, da sie nicht nur Inhalte bereitstellen, sondern auch deren Einordnung und Vermittlung gestalten.
Digitale Ethik umfasst somit ein breites Spektrum an Fragestellungen, die weit über individuelle Verhaltensregeln hinausgehen. Sie betrifft die Gestaltung digitaler Systeme ebenso wie deren Nutzung und erfordert eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, kulturellen und technischen Bedingungen der Digitalisierung.
Zur Ethik des Digitalen gibt es zum Beispiel bei der Bundeszentrale für politische Bildung eine Einführung unter dem Titel „Digitalisierung als ethische Herausforderung“.
Das Institut für digitale Ethik hat „10 Gebote der Digitalen Ethik“ zusammengestellt, die heute vielleicht etwas verstaubt wirken, aber immer noch wichtige Leitgedanken beinhalten:
„1. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
2. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtet wirst und Deine Daten gesammelt werden.
3. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus
verschiedenen Quellen.
4. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
5. Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln
gelten.
6. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
7. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
8. Miss Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
9. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.
10. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.“
Digitalisierung und Bildung
Der Bildungsbereich gehört zu denjenigen Feldern, in denen die Auswirkungen der Digitalisierung besonders deutlich sichtbar sind. Digitale Technologien haben nicht nur den Zugang zu Wissen erleichtert, sondern auch die Formen des Lernens, Lehrens und Forschens grundlegend verändert.
Eine zentrale Entwicklung ist die zunehmende Verfügbarkeit von Quellen und Materialien in digitaler Form. Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen stellen umfangreiche Bestände online zur Verfügung, sodass wissenschaftliche Arbeit in vielen Fällen ortsunabhängig erfolgen kann. Der Zugang zu Wissen ist dadurch breiter und flexibler geworden, auch wenn Fragen der Zugänglichkeit und Lizenzierung weiterhin eine Rolle spielen.
Darüber hinaus haben sich neue Formen der Wissensvermittlung etabliert. Onlinekurse, digitale Lernplattformen und offene Bildungsangebote ermöglichen es, Lerninhalte unabhängig von institutionellen Rahmen zu nutzen. Formate wie MOOCs haben diese Entwicklung früh geprägt, werden heute jedoch durch vielfältigere und stärker integrierte Lernangebote ergänzt.
Ein wesentlicher Aspekt der Digitalisierung im Bildungsbereich ist die Etablierung hybrider Lernformen. Präsenz- und Onlineformate werden zunehmend miteinander kombiniert, sodass Lernen nicht mehr an einen festen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden ist. Auch wissenschaftliche Konferenzen und Austauschformate finden heute häufig in digitaler oder hybrider Form statt, was die internationale Vernetzung erleichtert.
Gleichzeitig verändern digitale Technologien die Produktion von Wissen selbst. Digitale Werkzeuge ermöglichen neue Formen der Zusammenarbeit, der Analyse und der Darstellung von Forschungsergebnissen. Offene Publikationsformate, Blogs und digitale Plattformen tragen dazu bei, wissenschaftliche Inhalte breiter zugänglich zu machen und unterschiedliche Formen der Beteiligung zu ermöglichen.
In jüngster Zeit gewinnt zudem der Einsatz von Künstliche Intelligenz im Bildungsbereich an Bedeutung. KI-gestützte Systeme können Lernprozesse unterstützen, Inhalte personalisieren und bei der Analyse von Daten helfen. Gleichzeitig werfen sie grundlegende Fragen nach der Rolle von Autorschaft, der Bewertung von Leistungen und der Qualität von Wissen auf.
Aktuelle Entwicklungen im Bildungsbereich zeigen zudem, dass Digitalisierung nicht allein eine Frage technischer Ausstattung ist. So wird im Kontext neuer Förderprogramme und Forschungsinitiativen zunehmend betont, dass digitale Bildung nur dann nachhaltig wirksam ist, wenn sie mit didaktischen Konzepten, fachlichen Anforderungen und der gezielten Qualifizierung von Lehrkräften verbunden wird. Projekte wie der Kompetenzverbund „lernen:digital“, an dem unter anderem die Otto-Friedrich-Universität Bamberg beteiligt ist, verdeutlichen, dass digitale Transformation im Bildungsbereich vor allem dann erfolgreich ist, wenn sie aus den jeweiligen Fachkontexten heraus gedacht und umgesetzt wird.
Die Digitalisierung eröffnet im Bildungsbereich somit weitreichende Möglichkeiten, stellt aber zugleich neue Anforderungen an Institutionen, Lehrende und Lernende. Sie verändert nicht nur den Zugang zu Wissen, sondern auch die Bedingungen seiner Entstehung und Vermittlung.
Digitalisierung und Gesellschaft
Dass die Digitalisierung auch die Gesellschaft in zunehmendem Maße verändert, darüber besteht wohl kein Zweifel mehr. Allein die neuen Kommunikationsmöglichkeiten sowie die vielfältigen Informationsmöglichkeiten, die durch die Digitalisierung geschaffen wurden, haben unser Leben in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv verändert. Musste man in den 1980er Jahren noch verzweifelt nach einer Telefonzelle suchen, wenn man jemandem etwas dringendes mitteilen wollte, so lässt sich das heute ganz bequem mal eben ohne Umwege Messenger-Diensten erledigen.
Digitale Technologien beeinflussen nicht nur einzelne Lebensbereiche, sondern prägen grundlegende Formen von Kommunikation, Information und sozialer Interaktion.
Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Transformation der Öffentlichkeit. Digitale Plattformen ermöglichen es, Informationen schnell und in großer Reichweite zu verbreiten, und eröffnen neue Möglichkeiten der Teilhabe. Gleichzeitig verändern sie die Bedingungen, unter denen Öffentlichkeit entsteht: Sichtbarkeit wird zunehmend durch algorithmische Prozesse gesteuert, und die Auswahl von Informationen ist nicht mehr allein das Ergebnis individueller Entscheidungen, sondern auch technischer Vorauswahl.
Dies hat weitreichende Folgen für die gesellschaftliche Kommunikation. Die Vielzahl verfügbarer Informationen führt nicht automatisch zu einer breiteren oder ausgewogeneren Wissensbasis. Vielmehr lässt sich beobachten, dass sich Informationsräume ausdifferenzieren und teilweise voneinander abschotten. Diskussionen über sogenannte „Filterblasen“ oder fragmentierte Öffentlichkeiten verweisen auf diese Entwicklung.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Veränderung von Alltagspraktiken. Digitale Kommunikation ist in vielen Bereichen zur Selbstverständlichkeit geworden und ermöglicht eine hohe Flexibilität und ständige Erreichbarkeit. Gleichzeitig führt diese Entwicklung zu neuen Herausforderungen im Umgang mit Aufmerksamkeit, Zeit und Informationsverarbeitung. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, Öffentlichkeit und Privatheit werden zunehmend durchlässig.
Darüber hinaus verändert die Digitalisierung auch soziale Beziehungen und Formen der Interaktion. Digitale Medien schaffen neue Möglichkeiten der Vernetzung, können aber zugleich bestehende Ungleichheiten verstärken oder neue Formen der Exklusion hervorbringen, etwa durch ungleichen Zugang zu Technologien oder unterschiedliche Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien.
Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung sind daher ambivalent. Sie eröffnen neue Handlungsspielräume und Formen der Teilhabe, gehen jedoch zugleich mit strukturellen Veränderungen einher, deren langfristige Folgen noch nicht vollständig absehbar sind.
Digitalisierung in Deutschland
Mit dem Thema „Digitalisierung in Deutschland“ könnte man Bücher und wahrscheinlich sogar ganze Enzyklopädien füllen. Während die einen ganz zufrieden sind mit Smartphone, Instagram und Co., sehen die anderen auf andere Länder und stellen schnell fest, dass Deutschland in vielen Bereichen der Digitalisierung eigentlich ein Entwicklungsland ist.
Schon an einigen wenigen Beispielen kann man das Hinterherhinken Deutschlands in Sachen Digitalisierung schnell deutlich machen:
- Haben Sie zum Beispiel schon einmal versucht in der Eifel mit ihrem Smartphone eine Internetseite zu öffnen? – Nein? Dann sollten Sie es auch nicht unbedingt probieren, es sei denn Sie wollen
frustriert aufgeben. Deutschland ist noch immer das Land der Funklöcher. In unseren Nachbarländern sieht das deutlich besser aus. - Wenn Sie versuchen möchten im Homeoffice zu arbeiten oder auch sich beruflich selbständig machen zu wollen und dafür das Internet benötigen, dann machen Sie das bitte nicht am Niederrhein oder in irgendwelchen netten ruhigen Dörfern, denn da gewinnen Sie schnell den Eindruck, dass wir noch immer in den Zeiten des 56k-Modems leben (falls Sie sich an die
noch erinnern können). - Wenn Sie Inhaber:in einer Kreditkarte sind und zu der in Deutschland nicht mehr ganz so seltenen Sorte Mensch gehören, die die Kontaktlos-Funktion nicht hat sperren lassen, dann wundern Sie sich
wahrscheinlich auch nicht mehr darüber, wenn man Ihnen im Geschäft die Karte aus der Hand nimmt. Ich jedenfalls tue das schon länger nicht mehr. Fragt man nach warum, dann bekommt man meist zu hören, dass das ja sowieso oft nicht funktionieren würde. Nun, bei unseren Nachbarn in Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden funktioniert es prima und da will auch niemand die Karte in die Hand nehmen.
Es bleibt also noch viel zu tun, um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben und vor allem den Menschen die Angst vor dem Digitalen zu nehmen.
Das war 2019, als ich diesen Beitrag hier ursprünglich erstellt habe. Und heute?
Die Digitalisierung in Deutschland ist – wie oben gesehen – seit Jahren Gegenstand intensiver Diskussionen. Einschätzungen fallen dabei unterschiedlich aus: Während in einigen Bereichen deutliche Fortschritte erzielt wurden, wird in anderen weiterhin ein erheblicher Nachholbedarf konstatiert.
Ein zentraler Problembereich betrifft die digitale Infrastruktur. Trotz Ausbauprogrammen bestehen insbesondere in ländlichen Regionen weiterhin Defizite bei der Versorgung mit leistungsfähigem Internet und mobilen Netzen. Diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf Arbeitsmöglichkeiten, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe aus.
Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung wird die Digitalisierung seit Jahren vorangetrieben, etwa durch Initiativen zum Ausbau von E-Government-Angeboten. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Umsetzung oft langsamer verläuft als geplant und digitale Prozesse nicht immer konsequent genutzt werden können. Der Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ist daher weiterhin uneinheitlich.
Im wirtschaftlichen und alltäglichen Bereich lassen sich ebenfalls Unterschiede beobachten. Digitale Bezahlsysteme, Plattformdienste oder automatisierte Prozesse sind zwar weit verbreitet, werden jedoch im internationalen Vergleich teilweise zurückhaltender eingesetzt oder langsamer implementiert. Hier spielen neben technischen auch kulturelle und regulatorische Faktoren eine Rolle.
Gleichzeitig hat sich die Situation in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen verbessert. Der Ausbau digitaler Infrastrukturen schreitet voran, und digitale Anwendungen sind zunehmend selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Die Diskussion über die Digitalisierung in Deutschland bewegt sich daher zwischen Fortschritt und strukturellen Herausforderungen.
Insgesamt zeigt sich, dass Digitalisierung nicht allein eine technische Frage ist, sondern auch von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt. Die Entwicklung verläuft entsprechend nicht einheitlich, sondern ist von unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Prioritäten geprägt.

Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0
Was sind „Digital Humanities“?
„Das Fach Digital Humanities (‚digitale Geisteswissenschaften‘) umfasst die Anwendung computergestützter Verfahren und die systematische Verwendung digitaler Ressourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Reflexion über deren Anwendung. Es handelt sich um ein interdisziplinär ausgerichtetes Fach, dessen Vertreter sowohl durch eine traditionelle Ausbildung in den Geistes- und Kulturwissenschaften ausgewiesen sind als auch durch ihre Vertrautheit mit einer Reihe von einschlägigen Konzepten, Verfahren und Standards der Informatik. […] Typische Arbeits- und Forschungsfelder sind zum Beispiel digitale Editionen, quantitative Textanalyse, Visualisierung komplexer Datenstrukturen oder die Theorie digitaler Medien.“ so die nicht ganz so knappe, aber sehr gute Definition der Digital Humanities in der Wikipedia.
Der Begriff „Digital Humanities“ bezeichnet ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das digitale Methoden, Werkzeuge und Ressourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften einsetzt und zugleich deren Auswirkungen reflektiert. Im Zentrum stehen dabei sowohl die Anwendung computergestützter Verfahren als auch die kritische Auseinandersetzung mit deren Möglichkeiten und Grenzen.
Digital Humanities verbinden klassische geisteswissenschaftliche Fragestellungen mit Ansätzen aus der Informatik, der Informationswissenschaft und verwandten Disziplinen. Typische Arbeitsfelder sind unter anderem digitale Editionen, die Analyse großer Textkorpora, die Visualisierung komplexer Daten oder die Entwicklung digitaler Forschungsinfrastrukturen.
Die Bedeutung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Digitale Werkzeuge werden heute in vielen Bereichen selbstverständlich eingesetzt, etwa bei der Erschließung von Quellen, der Analyse von Texten oder der Organisation und Auswertung von Forschungsdaten.
Ein anschauliches Beispiel ist die automatisierte Handschriftenerkennung, wie sie etwa durch Transkribus ermöglicht wird. Solche Anwendungen erleichtern die Arbeit mit historischen Dokumenten erheblich und eröffnen neue Möglichkeiten der Forschung, insbesondere bei großen und bislang schwer zugänglichen Beständen.
Gleichzeitig sind die Digital Humanities nicht auf die Anwendung von Technologien beschränkt. Sie umfassen auch die Reflexion darüber, wie digitale Verfahren wissenschaftliche Praxis verändern. Dazu gehören Fragen nach Datenstrukturen, Methoden, Standards sowie nach der Interpretation und Darstellung von Forschungsergebnissen.
Die Digital Humanities sind damit weniger als klar abgegrenzte Disziplin zu verstehen, sondern vielmehr als ein dynamisches Forschungsfeld, das sich an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und digitalen Technologien entwickelt.
Was bedeutet „Digital History“?
Der Begriff „Digital History“ bezeichnet die Anwendung digitaler Methoden, Werkzeuge und Infrastrukturen in der Geschichtswissenschaft sowie die Reflexion ihrer Auswirkungen auf historische Forschung und Lehre.
Im Zentrum steht dabei nicht nur die Nutzung digitaler Technologien, sondern die grundlegende Veränderung der Bedingungen, unter denen historische Erkenntnis entsteht. Digitale Quellen, Datenbanken und Forschungsumgebungen haben den Zugang zu Material ebenso verändert wie die Methoden seiner Analyse und Interpretation.
Wie Mareike König bereits 2019 formulierte, hat die Digitalisierung historische Forschung und Lehre in vielfältiger Weise transformiert: Massendigitalisierungsprojekte ermöglichen einen orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Quellen und Literatur. Digitale Werkzeuge eröffnen neue methodische Zugänge, etwa durch quantitative Analysen, Visualisierungen oder die Arbeit mit großen Datenbeständen. Zugleich haben sich Kommunikations- und Publikationsformen in das Netz verlagert und schließen partizipative Formate ein.
Diese Entwicklungen haben sich in den vergangenen Jahren weiter verstetigt. Digitale Elemente sind heute in vielen Forschungsprojekten selbstverständlich integriert, Lehrangebote greifen zunehmend auf digitale Methoden zurück, und die Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse erfolgt häufig auch in digitalen Formaten. Formate wie Citizen Science oder kollaborative Forschungsprojekte erweitern zudem die Beteiligung an historischen Prozessen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich Digital History nicht mehr als Randbereich der Geschichtswissenschaft verstehen. Vielmehr handelt es sich um ein integrales Bestandteil fachlicher Praxis, das sowohl methodische Innovationen als auch neue Formen der Zusammenarbeit und Vermittlung umfasst.
Gleichzeitig bleibt Digital History ein dynamisches Feld. Die fortschreitende Entwicklung digitaler Technologien – etwa im Bereich der Datenanalyse oder der Künstliche Intelligenz – stellt die Geschichtswissenschaft vor neue methodische und epistemische Fragen. Dazu gehören etwa der Umgang mit großen Datenmengen, die Nachvollziehbarkeit algorithmischer Verfahren oder die Rolle von Interpretation in zunehmend datenbasierten Forschungsprozessen.
Digital History ist damit nicht nur Ausdruck der Digitalisierung der Geschichtswissenschaft, sondern auch ein Raum, in dem deren zukünftige Entwicklung verhandelt wird.
In diesem Sinne verschiebt sich der Fokus von der Frage, ob digitale Methoden eingesetzt werden, hin zu der Frage, wie sie sinnvoll und reflektiert in den Forschungsprozess integriert werden können.
Digitale Geschichtswissenschaft
Offen gestanden bin ich ein Fan von Treppenwitzen. Manchmal allerdings sind sie weniger amüsant als vielmehr aufschlussreich – so auch im Fall der digitalen Geschichtswissenschaft in Deutschland.
In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Bereich einiges getan. Innerhalb des Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands existiert bereits seit vielen Jahren eine Arbeitsgemeinschaft zur digitalen Geschichtswissenschaft, die sich als offenes Forum für digitale und datenbasierte Forschung und Lehre versteht. Digitale Verfahren eröffnen hier neue Möglichkeiten der Erschließung, Analyse, Visualisierung und Vermittlung historischer Inhalte und erweitern damit das traditionelle methodische Spektrum des Fachs.
Zugleich wird betont, dass diese Entwicklungen einer kritischen Reflexion bedürfen. Fragen nach Datenstrukturen, Methoden, Standards und insbesondere nach einer digitalen Quellenkritik gewinnen zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund wachsender digitaler Bestände und genuin digital entstandener Quellen.
Die digitale Geschichtswissenschaft hat sich damit in den letzten Jahren deutlich ausdifferenziert. Sie umfasst nicht nur methodische Innovationen, sondern auch institutionelle Strukturen, Netzwerke und Forschungsinfrastrukturen, etwa im Rahmen von Initiativen wie der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur.
Vor diesem Hintergrund wirkt ein Blick zurück fast wie ein klassischer Treppenwitz: Noch vor wenigen Jahren ließ sich beobachten, dass ausgerechnet dort, wo digitale Methoden theoretisch reflektiert wurden, grundlegende Aspekte digitaler Praxis nicht immer konsequent umgesetzt waren – etwa in der Gestaltung und Zugänglichkeit eigener Webangebote.
Dass sich dies inzwischen geändert hat, ist jedoch kein Detail, sondern Ausdruck einer breiteren Entwicklung. Digitale Geschichtswissenschaft beschränkt sich heute nicht mehr auf die Anwendung einzelner Werkzeuge, sondern umfasst auch Fragen der digitalen Kommunikation, der Sichtbarkeit von Forschung und der Gestaltung eigener Infrastrukturen – von Forschungsdaten bis hin zu Blogs, Websites und kollaborativen Plattformen.
Die digitale Geschichtswissenschaft ist damit nicht mehr als Randphänomen zu verstehen, sondern als integraler Bestandteil historischer Forschung und Lehre. Zugleich bleibt sie ein dynamisches Feld, in dem methodische, technische und epistemische Fragen weiterhin verhandelt werden.
Digitale Geschichtsvermittlung
Die Digitalisierung geht auch an der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsvermittlung nicht vorbei. Digitale Formate eröffnen neue Möglichkeiten, historische Inhalte zugänglich, anschaulich und ortsunabhängig erfahrbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung von Informationen, sondern auch um neue Formen der Vermittlung, Beteiligung und Kontextualisierung.
Ein frühes Beispiel sind Apps zur historischen Vermittlung im öffentlichen Raum. Sie ermöglichen es, Geschichte direkt an konkreten Orten erfahrbar zu machen – etwa bei Stadtrundgängen, Denkmalerkundungen oder thematischen Routen. Beispiele hierfür sind etwa „Wallraffs Köln“ oder die „HistoriaApp by HHU“ in Düsseldorf, die Stadtgeschichte, Kartenmaterial und historische Informationen miteinander verbinden.
Darüber hinaus haben sich digitale Ausstellungen, virtuelle Rundgänge, Scrollytelling-Formate, interaktive Karten, 360°-Aufnahmen und multimediale Erzählformen etabliert. Sie können historische Räume sichtbar machen, die nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind, und historische Zusammenhänge auf eine Weise vermitteln, die analoge Formate sinnvoll ergänzt.
Solche Möglichkeiten habe ich selbst bereits 2019/2020 in Projekten zur digitalen Geschichtsvermittlung erprobt. Auf meinen Seiten zu Bad Nauheim etwa wurden 360°-Aufnahmen genutzt, um interessierten Menschen einen Einblick in die Badehäuser, Wartesäle, Schmuckhöfe und Badezellen zu ermöglichen, während diese vor Ort aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht zugänglich waren. Damit zeigte sich früh, dass digitale Formate nicht nur Ersatzlösungen sind, sondern eigenständige Zugänge zu historischen Orten schaffen können.
Inzwischen hat sich auch die öffentliche Diskussion über digitale Geschichtsvermittlung deutlich weiterentwickelt. Digitale Erinnerungsarbeit findet heute in sehr unterschiedlichen Formen statt: als virtuelles Gedenkstättenangebot, als Motion Comic, als Chatbot-Spiel, als Crowdsourcing-Projekt oder als KI-gestütztes Werkzeug zur Identifikation historischer Personen. Solche Projekte zeigen, dass digitale Geschichtsvermittlung nicht auf Wissensvermittlung im engeren Sinn beschränkt ist, sondern auch Formen des Erinnerns, Forschens und Mitwirkens eröffnet.
Gleichzeitig ist der digitale Raum kein neutraler Vermittlungsraum. Gerade im Bereich der Geschichte zeigt sich, wie stark soziale Medien zur Verbreitung von Geschichtsrevisionismus, Desinformation und manipulativ verkürzten historischen Erzählungen genutzt werden. Rechtsextreme Akteure verwenden Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube, um historische Fakten zu verzerren, NS-Verbrechen zu relativieren oder Opfer- und Täterrollen umzudeuten. Kurze, emotionalisierte Formate, algorithmische Verstärkung und inzwischen auch KI-generierte Inhalte erschweren dabei die kritische Einordnung.
Digitale Geschichtsvermittlung muss daher immer auch digitale Quellenkritik vermitteln. Wer Geschichte im Netz rezipiert, muss fragen können: Wer erzählt? Welche Quellen werden genannt? Was wird ausgelassen? Welche Emotionen werden angesprochen? Welche Bilder, Sounds oder Schnitte erzeugen bestimmte Deutungen? Und welche Interessen stehen hinter einer historischen Darstellung?
Damit verschiebt sich die Aufgabe historischer Bildung im digitalen Raum. Es reicht nicht mehr, verlässliche Inhalte bereitzustellen. Geschichtsvermittlung muss zugleich Kompetenzen fördern, um unseriöse, revisionistische oder manipulative Inhalte erkennen und einordnen zu können.
Digitale Geschichtsvermittlung ist damit Chance und Herausforderung zugleich. Sie ermöglicht neue Zugänge zu Geschichte, erweitert Formen der Erinnerungskultur und schafft Räume für Beteiligung. Zugleich macht sie deutlich, dass historische Kompetenz im digitalen Zeitalter immer auch Medienkompetenz, Quellenkritik und demokratische Wachsamkeit einschließen muss.
Digitalisierung ohne Kulturwandel funktioniert nicht!?
Digitalisierung ist nicht allein eine technische Entwicklung. Sie verändert nicht nur Werkzeuge, Arbeitsprozesse und Kommunikationswege, sondern auch Erwartungen, Gewohnheiten und kulturelle Praktiken. Deshalb greift es zu kurz, digitalen Kulturwandel ausschließlich auf Unternehmenskulturen oder institutionelle Strategien zu beziehen. Gemeint sein muss ebenso die Veränderung alltäglicher Lebensweisen, sozialer Beziehungen und gesellschaftlicher Verständigungsprozesse.
Gerade hier zeigt sich die Ambivalenz der Digitalisierung besonders deutlich. Digitale Technologien ermöglichen neue Formen der Information, Teilhabe, Kreativität und Zusammenarbeit. Zugleich können sie zu Überforderung, permanenter Erreichbarkeit, Reizüberflutung und zur Verengung von Wahrnehmungsräumen beitragen. Die viel beschworene Erweiterung des Horizonts tritt nicht automatisch ein; sie muss aktiv gestaltet werden.
Deshalb ist nicht alles, was digital möglich ist, auch sinnvoll. Digitalisierung braucht Reflexion, Auswahl und Haltung. Dazu gehört auch die Fähigkeit, digitale Angebote bewusst zu nutzen, Grenzen zu setzen und analoge Räume nicht vorschnell als überholt zu betrachten. Abschalten, Unterbrechen und Nicht-Erreichbarkeit sind keine Rückschritte, sondern können Teil einer reflektierten digitalen Alltagskultur sein.
Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung die Möglichkeit, Dinge anders zu denken: Forschung, Vermittlung, Kommunikation und kulturelle Teilhabe können neu organisiert, vernetzt und zugänglich gemacht werden. Gerade im Kulturbereich und in der Geschichtsvermittlung entstehen dadurch Chancen, die weit über technische Effekte hinausgehen. Digitale Formate können neue Perspektiven eröffnen, historische Inhalte anders erfahrbar machen und Menschen erreichen, die auf analogem Weg möglicherweise nicht erreicht würden.
Entscheidend ist daher nicht die Frage, ob Digitalisierung stattfindet, sondern wie sie gestaltet wird. Sie ist kein Selbstzweck und keine zwangsläufige Erfolgsgeschichte. Ihre Wirkung hängt davon ab, welche Ziele, Werte und Praktiken mit ihr verbunden werden.
Digitalisierung braucht deshalb Kulturwandel – aber einen reflektierten. Einen Kulturwandel, der technische Möglichkeiten ernst nimmt, ohne ihnen blind zu folgen; der Chancen nutzt, ohne Risiken auszublenden; und der digitale Entwicklungen nicht als Ersatz für Kultur versteht, sondern als Teil ihrer fortlaufenden Veränderung.
Dieser Text entstand ursprünglich im Jahr 2019. Im April 2026 wurde er grundlegend überholt, ausgeweitet und auf einen aktuellen Stand gebracht.

Dr. Anja Kircher-Kannemann
Promovierte Historikerin, Autorin, Kulturvermittlerin und Bloggerin.
Themen: digitale Kulturvermittlung – #digKV – Social Media – Storytelling – Geschichte(n) erzählen
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Digitalisierung
22. Januar 2017
Kultur-News KW 13-2022
3. April 2022
4 Kommentare
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Dr.-Ing. Erich Wehrhahn
Sehr geehrte Frau Dr. Anja Kircher-Kannemann
Zu analog und digital: es gab Analog-Computer welche die Additionen und Intergrationen ermöglichten um Differentialgleichungen zu lösen. Diese wurden nicht programmiert sondern mit elektrischen Verbindungen konfiguriert.
Die Digital-Computer benutzen numerische Approximationen um diese Aufgaben zu lösen.
Ein Problem gibt es mit der Anwendung vom Begriff Digitalisierung. Es wird auch die Funktion von Vernetzung impliziert, obwohl sie nichts mit der Darstellung der Daten zu tun hat. Die Funktion ist die Datenübertragung. Zum Beispiel, das Internet überträgt digitale Daten aber digitalisiert sie nicht. Freimaurer sind nicht digitalisiert, sie sind aber vernetzt. Mit dem Internet können sie auch digitale Daten übertragen.
Die Daten kann man vernetzen (im Netz verteilen) aber die Netze digitalisiert man nicht.
Bezüglich der Ängste in der ‚Digitalisierung‘ meine ich, sie ist berechtigt wegen der Manipulationen durch die Softwareentwickler. Man weis nicht immer ob das Programm auch das richtige macht. Das Internet ist gefährlich aber das ist ein Problem der Vernetzung nicht der Digitalisierung.
Mir sind zwei geringe Fehler aufgefallen, in
„Was genau bedeutet Digitalisierung“ steht …Und auch, wenn Sie Omas altes Kochbuch auf den Scanner legen oder mit #einem Digitalkamera abfotografiere#, dann digitalisieren Sie es…
und in
„Was bedeutet „Digital Revolution“? steht …Selbst die Medizin funktioniert heute nicht mehr #…# Mikrochips und Computer…
Ihre Bemerkung: „Doch eins fällt immer wieder auf: auch wenn alle darüber reden – viele scheinen nicht zu wissen worüber sie eigentlich reden. Wenn Sie eine Umfrage machen, was denn bitte eigentlich „Digitalisierung“ sei, dann kommen Sie schnell darauf, dass beinahe jeder so seine eigene Definition vom Begriff hat.“
Da kann ich Ihnen nur zustimmen!
MfG. Erich Wehrhahn
A. Kircher-Kannemann
Sehr geehrter Herr Wehrhahn,
vielen herzlichen Dank für ihre interessanten Anmerkungen.
Als Historikerin, die sich auf ein nicht heimatliches Feld begibt (in diesem Fall eben die Digitalisierung) bin ich immer sehr dankbar für hilfreiche Anmerkungen von Fachleuten und für Tipps und Hintergrundinformationen.
Herzliche Grüße
Anja Kircher-Kannemann
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