Kultur-News KW 28-2019

Digitales

  • Digitalisierung und Open Science – diese beiden wichtigen Themen der modernen Wissenschaft finden sich nun auch verstärkt in den „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). via „wisspub.net
  • Ein Computer, der Linear B entziffern kann! Heißt das, dass es bald keine nicht entzifferten Sprachen mehr geben wird? via heise. de
  • Die Nutzung des Smartphones und ein Gehirn, das in den Abwehrmodus schaltet. Ein Interview mit dem Neurobiologen Martin Korte über die Gefahren der aktuellen Mediennutzung. via t3n
  • „Immer mehr wissenschaftlich Arbeitende wollen ihre Forschungsergebnisse unter einer freien Lizenz offen zur Verfügung stellen und veröffentlichen. Ein neuer Leitfaden erläutert die rechtlichen Fragen, die sich in Einrichtungen und bei Verlagen bei „Open Science“ stellen.“ via iRights. Das Download des Buches von Till Kreutzer und Henning Lahmann: Rechtsfragen bei Open Science gibt es hier.

Museum

  • Spannende Zahl: In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit 452 Museen und museumsähnliche Einrichtungen. Die meisten davon befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Und noch eine Zahl: seit 2010 wurden 15 Museen neu gegründet! via Süddeutsche
  • „Verseucht, zerfressen, überflutet“ – so lautet die Überschrift eines neun Spalten langen Artikels von Jörg Häntzschel in der Süddeutschen Zeitung. Thema sind die deutschen ethnologischen Museen, genauer gesagt ihre Depots in denen offenbar oftmals desaströse Zustände herrschen.
  • Das Thema bewegt weiter: „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Vollständigkeit und Sammeln für die Ewigkeit unmöglich sind.“ sagt Bonaventure Ndikung und plädiert für die Notwendigkeit, dass ethnologische Museen sich neu erfinden müssen. via SZ
  • Partizipation von Laien im Museum – wie kann man interessierte Menschen in die Arbeit eines Museums einbinden? Über dieses Thema unterhielt sich Kristin Oswald mit Karina Grömer vom Naturhistorischen Museum Wien. Nachzulesen ist das Interview auf dem Blog BKW (Bürger – Künste – Wissenschaft).
  • Angelika Schoder hat sich auf „musermeku“ mit Digitalstrategien für Museen beschäftigt. Dabei geht es um die Frage, wie man eine solche Digitalstrategie entwickelt, welche Maßnahmen sie erfordert und wie sie umgesetzt werden kann.
  • Wie ein Museum auf neuartige Weise BesucherInnen und Interessierte in seine Arbeit einbezieht: Die Restaurierung von Rembrandts Nachtwache – ein Projekt im laufenden Betrieb und mit Livestream. via Deutsche Welle
  • Übrigens gibt es eine derartige Live-Restaurierung derzeit nicht nur im Rijksmuseum in Amsterdam. Auch in Deutschland wird live restauriert, wenn auch kein Gemälde: „Der erste deutsche Gezeitenrechner wird restauriert – und Museumsgäste können live dabei sein. Dieser besondere Schatz aus der Sammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) lässt sich neben der Virtual-Reality-Sonderausstellung „360⁰ POLARSTERN“ im Neubau bestaunen. Mit der Live-Restaurierung ergeben sich exklusive Einblicke in eine Form der Museumsarbeit, die ansonsten hinter den Kulissen erfolgt.“ via idw
  • Wie soll ein Museum mit Kunst aus der Zeit des Nationalsozialismus umgehen? Soll man sie überhaupt ausstellen? Wie soll man sie kommentieren? Bei L.I.S.A. gibt es dazu Vorträge von Thomas Röske, Julius Redzinski und Michael Nungesser

Das Goethe-Museum in Düsseldorf in Schloss Jägerhof
Das Goethe-Museum in Düsseldorf in Schloss Jägerhof Foto: A. Kircher-Kannemann

Ausstellungen

  • Gemeinsam mit Burg Posterstein waren die Herbergsmütter in dieser Woche – anlässlich der Ausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ – im #Staubrausch. Nachzulesen ist hier auch ein Beitrag von Wolfgang Stöcker, dem „Vater“ des Staubarchivs.
  • Außerdem geht es um ganz viele Wollmäuse.
  • Das „Junge Rheinland“ und weibliche Künstlerinnen – die 3. Episode auf L.I.S.A. zur Ausstellung „Das Junge Rheinland“ im Kunstpalast Düsseldorf widmet sich der weiblichen Seite dieser Künstlervereinigung.
  • Kulturtussi aka Anke von Heyl war im Marta Herford und hat sich die Ausstellung „Haltung und Fall“ angeschaut. Rundweg positiv und empfehlenswert lautet ihr Urteil.

Geschichte

  • Die Großmutter Europas, viele viele Heiratsanträge und das größte dynastische Treffen der Neuzeit – Thomas Aufleger aus dem Schlösserblog-Bayern über Queen Victoria und ihr Verhältnis zu ihren Kindern und Enkeln.
  • Wem gehören die Archive und die Bibliothek der Preußenkönige? Wem gehören die Schlösser und die Kunstwerke? – Einen Blick auf die ausgesprochen unterschiedlichen Sichtweisen wirft Klaus Graf mit Links zu weiteren aktuellen Beiträgen zum Thema.
  • Wenn drei Brüder in den 1850er Jahren gen Indien und den Himalaya reisten, dann gab es eine Menge zu berichten, vor allem wenn sie auch enge Beziehungen zu Alexander von Humboldt unterhielten. Der Historiker Moritz von Brescius über die Gebrüder Schlagintweit. Das Video des Vortrags findet sich bei L.I.S.A.
  • Die Altertumswissenschaften und der Nationalsozialismus – „Studierende der Geschichtswissenschaften nahmen die Fächer Alte Geschichte, Klassische Philologie und Klassische und Vorderasiatische Archäologie an der Frankfurter Universität insbesondere während der NS-Zeit unter die Lupe.“ via idw

Archäologie

  • Die Himmelsscheibe von Nebra – seit ihrer Entdeckung ist sie ein Rätsel, denn woher stammt das Wissen auf der Scheibe? Wer hat sie zu welchem Zweck gefertigt? Ist das Wissen minoisch oder vielleicht doch ägyptisch? Wie weit reichten die Verbindungen zwischen Menschen und Kontinenten in der Bronzezeit? Fragen über Fragen denen sich Wissenschaftler nun intensiver zuwenden, so die Süddeutsche Zeitung.
  • Forscher der Universitäten Tübingen und Athen scheinen nachgewiesen zu haben, dass der Homo sapiens früher nach Europa zog, als man bisher dachte. Ein 210.000 Jahre alter Schädel aus Griechenland scheint dies zu beweisen. via idw

Lesenswert

  • Die Freiheit der Wissenschaft wird in Ungarn immer weiter eingeschränkt, die Akademie der Wissenschaften gar „unter politische Vormundschaft gestellt“ und was tut die EU? Sie sieht zu, sagt nichts und schachert lieber weiter um Posten. Den Artikel von Rainer Schreg zu diesem Thema sollte man unbedingt lesen!
  • Weltkulturerbe! – Das Erzgebirge hat es endlich geschafft, um genau zu sein hat es das historische Bergbaugebiet geschafft, die Montanregion Erzgebirge / Krusnohorí. Nicht geschafft hat es hingegen der Donaulimes, den Änderungsideen aus Budapest „sei Dank“. Aber es gibt aus deutscher Sicht noch einen zweiten Grund zu jubeln: das historische Augsburger Wassersystem hat es ebenfalls auf die Liste der Welterbestätten geschafft. via Spiegel-online
  • Andrea Hahn war wieder einmal unterwegs und ist mit einer spannenden Geschichte zurückgekommen, die mit den Worten beginnt: „Manche Burg möchte wenigstens einen einzigen Burggeist ihr Eigen nennen und kann es nicht. Andere Burgen würden gerne veritable Kunstschätze vorweisen und haben sie nicht. Viele sind zu unserem Leidwesen zerstört und unbewohnt, auch würde man lieber einen idyllischen Burggarten statt des meist ausgetretenen Grases zwischen den Zwingermauern betreten.“ – Lassen Sie uns also zur Gamburg nach Baden-Württemberg reisen.
  • Goethe – Faust und das „Fräulein-Problem“ oder die Frage: Wie übersetzt man Goethes Faust auf Koreanisch? – Antworten gibt es von Michael Knoche auf dem Blog „biblio
  • Ein Fluch, eine Prüfung, ein Geist und ganz viele Uhren – wie das zusammenpasst? Schauen Sie einfach selbst und lesen Sie über die Geschichte nach beim Uhrenmuseum Furtwangen.

Beitragsbild:
Modell von Burg Linn
Foto: A. Kircher-Kannemann

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