Kultur-News KW 24-2019

Digitales

  • Machen Wissenschaftsverlage in Zeiten der Digitalisierung eigentlich noch Sinn? Günter M. Ziegler meint ja und erklärt seine Sicht auf dem Portal „Forschung und Lehre“.
  • Neue und offene Bildungsinhalte schaffen und zur Verfügung stellen. Nur zu häufig noch ein ferner Wunschtraum, der an vielen Problemen scheitert. In Norwegen sieht das vollkommen anders aus. Hier fließen seit zehn Jahren öffentliche Gelder in die Produktion und Verbreitung eben solcher offener Bildungsmaterialien. „i-Rights“ im Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Frank J. Müller.
  • musermeku“ hat die Liste der Kunst-, Museums- und Kulturblogs überarbeitet und aktualisiert. Es sind wieder viele gute Tipps dabei. Eine Durchsicht lohnt in jedem Fall! An dieser Stelle ein herzlicher Dank dafür, dass auch ich in dieser Liste stehe.
  • Wenn das Internet den Baedeker ersetzt. „Ein Gastbeitrag von Martin Spantig, Projekt Museen & Tourismus, bei der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern zum Bayerischen Museumstag 2019“ auf dem Blog iliou-melathon von Christian Gries.
  • „Wissenschaftler*innen erobern soziale Netzwerke – wie funktioniert Wissenschaftskommunikation mit Blogs und Twitter?“ Lara Caspers beschäftigt sich auf dem Blog „Digital Humanities Cologne“ mit dieser Frage.

Museum

  • Manche Museen schaffen es tatsächlich sich als moderner Lernort aufzustellen und viele viele Schulklassen und Jugendliche in ihr Haus zu ziehen. Eines dieser positiven Beispiele ist das Neandertal-Museum in dem Schüler*innen in Workshops sehr anschaulich und greifbar für das Bio-Abitur lernen können.
  • Digitalisierung und Partizipation – das sind die beiden wohl wichtigsten Schlagwörter in Bezug auf Museen, die aktuell in Umlauf sind. Kristin Oswald hat Hubertus Kohle interviewt, Professor für Kunstgeschichte und Digitalisierung an der LMU München.
  • Das neue Heft „Zeithistorische Forschungen“ beschäftigt sich mit der „Geschichtspolitik im Museum“. Es geht um „Das Museum im Zweiten Weltkrieg“ ebenso wie um das „Humboldt Forum in Berlin und die deutsche Kolonialvergangenheit“, wie einer Pressemitteilung des IDW zu entnehmen ist.
  • Kunstvermittlung mit Spielkarten gibt es jetzt im Museum Joanneum. Ein neuer Weg, ein anderer Zugang und viele Fragen. Wäre Graz nicht so weit weg, würde ich das gerne mal ausprobieren.
  • Und wieder wurde ein neues Museum auf den Weg gebracht, diesmal in Düsseldorf. Gewidmet ist dieses Museum Clara und Robert Schumann und es soll die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts zum Thema haben, wie die Rheinische Post berichtet.
  • Apotheken können übrigens wunderschön sein. Das zeigt die nun rekonstruierte Apotheke Katharinas von Medici auf Schloss Chenonceau. Klaus Graf hat auf Archivalia einige interessante Links dazu zusammengetragen.
  • „Digitalisierung nimmt Einfluss auf alle Aspekte unserer Gesellschaft. Auch an der Kulturszene geht das nicht spurlos vorüber. Hinter den Kulissen von Theatern, Archiven und natürlich Museen wird viel darüber diskutiert. Was könnte der richtige Weg sein? Wie werden sich Kultureinrichtungen verändern?“ – Das Uhrenmuseum Furtwangen beim „Denkfest 2019“ in Heidelberg.

Eingang zur Ausstellung "Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter" im LVR-Landesmuseum Bonn F
Eingang zur Ausstellung “Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter” im LVR-Landesmuseum Bonn Foto: A. Kircher-Kannemann

Ausstellungen

  • An dieser Stelle möchte ich schon einmal zwei Ausstellungen im LVR-Landesmuseum in Bonn empfehlen, die ich mir gerade anschauen durfte: Die erste ist „Europa in Bewegung. Lebenswelten im frühen Mittelalter“. Diese Ausstellung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projektes CEMEC (Connecting Early Medieval European Collections) und zeigt auf beeindruckende Weise wie wenig dunkel die „Dark Ages“ waren.
  • Die zweite Ausstellung ist besonders spannend für Kinder und bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen, Anfassen, Erleben und spielerischem Erfahren der mittelalterlichen Lebenswelt. Unter dem Titel „Ritter und Burgen. Zeitreise in Mittelalter“ gibt es viele Möglichkeiten zum Mitmachen, Bauen, Spielen und Tanzen.
  • Beide Ausstellungen laufen noch bis zum 25. August und demnächst gibt es hier auf Kultur-Geschichte(n)-Digital mehr darüber zu lesen.

Bibliotheken/Archive

  • Wenn die Arbeit in Bibliothek und Archiv zum Workout wird, dann steckt garantiert ein neues Projekt dahinter. In diesem konkreten Fall die Erforschung der Kölner Jesuiten und damit die Erschließung der jesuitischen Büchersammlung. Vanessa Skowronek berichtet auf dem Blog „Zeitenblicke“ über die Arbeit.
  • Bloggen über Künstlerbücher heißt es jetzt bei Hypotheses. In den Kultur-News KW 23-2019 hatte ich das Projekt schon kurz vorgestellt. Jetzt gibt es eine Vorstellung des neuen Blogs auf dem Blog von arthistoricum. Lilian Landes von der Bayerischen Staatsbibliothek stellt das Projekt dort vor und lädt zur Mitarbeit ein.

Geschichte

  • „Pietas Austriaca“ – die ganz besondere Art der Frömmigkeit im Hause Habsburg und die Kaiserinnen als konfessionelle Repräsentantinnen. Wie diese Frömmigkeit und die Repräsentation durch die die Kaiserinnen aussah, das beschreibt Katrin Keller in ihrem Blogbeitrag „Die Hüterin des Glaubens“.
  • Frühneuzeitliche Kunst- und Wunderkammern sind absolut in. Christian Mathieu beschäftigt sich auf dem Blog der Staatsbibliothek Berlin mit „Künstliche[r] Intelligenz avant la lettre“ mit Künstlicher Intelligenz und frühen Automaten.
  • Die Belagerung des Grazer Schlossberges und Napoleons Kunst der Selbstvermarktung. Ulrich Becker erzählt auf dem Blog des Museums Joanneum die Geschichte eines Bildes und der Napoleonica der kulturhistorischen Sammlung. Ein beeindruckendes und martialisches Bild mit rotglühenden Geschosskugeln, Rauch und das vor tiefdunklem Hintergrund. Belagerungen waren reinste Dramen und Ausdruck unvorstellbarer Grausamkeiten, wie auch 2015 auf der Tagung „Zeit und Militär“ deutlich wurde, die ich besprechen durfte.
  • Welche digitalen Kompetenzen braucht eigentlich ein/e Historiker*in in der heutigen Zeit? Welche digitalen Kompetenzen müssen demnach in einem Geschichtsstudium vermittelt werden? Mareike König beschäftigt sich auf dem Blog „Digital Humanities am DHIP“ mit diesen Fragen.

Archäologie

  • Das LVR-Landesmuseum Bonn stellt den Fund des Monats Juni vor: eine Bronzekanne, die nördlich von Kerpen-Manheim gefunden wurde auf dem Gelände eines römischen Gutshofs, der dem Braunkohletagebau Hambach zum Opfer fiel. Hinter der Bronzekanne steht übrigens eine dramatische und lesenswerte Geschichte.
  • Sie ist übrigens wirklich faszinierend diese Bronzekanne, wie ich selbst feststellen konnte als ich am Freitag zu Gast sein durfte im LVR-Landesmuseum.

Lesenswert

  • Ein bisschen Humor muss ja auch mal sein: Und Humor hat er bewiesen dieser Sebastian Pertsch, der mit seiner Bewerbung aus der Zeit gefallen ist. Als Reaktion auf eine aus der Zeit gefallene Stellenausschreibung, wie t-online berichtet.
  • Teresa Dendorfer, Margareta Sonnenwald und Gerhard Lehrberger begleiten Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth bei einem Rundgang durch das Alte Schloss der Bayreuther Eremitage und finden heraus was Marmor ist und was nur glänzt. Ein Blogpost auf dem Schlösserblog Bayern.
  • Wieviel Europa und vor allem welches Bild von Europa soll man eigentlich in einem Geschichtsbuch vermitteln? Wie soll man Europa im Geschichtsunterricht darstellen? Markus Furrer geht diesen und noch mehr Fragen zum Thema in seinem Artikel „How Much and Which Europe in a History Book?“ auf Public History Weekly nach.
  • Wenn ein Bild durch Tausende Hände gegangen ist, wenn Generationen von Restauratoren mal mehr mal weniger gelungen Hand daran angelegt  haben, dann stellt sich die Frage: „Was ist eigentlich noch original an diesem Bild“ Maria Zielke erzählt die Geschichte des Bildes „Maria mit Kind“ von Francesco Squarciones und über die aktuellen Maßnahmen der Restauratorin Maria Reimelt auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.

In eigener Sache

Die Woche war turbulent und ereignisreich und deswegen ist leider kein einziger Blogbeitrag so richtig fertig geworden.

Aber ich möchte mich an dieser Stelle schon einmal herzlich bei Stephanie Müller vom LVR-Landesmuseum für den spannenden, interessanten und auch lustigen Einblick in ihr Museum bedanken, den ich am Freitag haben durfte.

Was ich so alles gesehen und angestellt habe, das gibt es hier bald in der Reihe „Museums-Tipp“ zu lesen und in gleich zwei Beiträgen über die Sonderausstellungen “Europa in Bewegung – Lebenswelten im frühen Mittelalter” und “Ritter und Burgen – Zeitreise ins Mittelalter. Eine Mitmachausstellung


Beitragsbild:

So sah er aus der berühmte Neandertaler
LVR Landesmuseum Bonn – Foto: A. Kircher-Kannemann

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