Kultur-News KW 23-2019

Digitales

  • Kulturflatrate statt Uploadfilter? Seyavash Amini und Andreas Huß  haben sich auf „t3n“ Gedanken über eine mögliche Umsetzung der Urheberrechtsreform der EU gemacht.
  • YouTube ist mehr als Musikvideos gucken, denn Jugendliche nutzen YouTube heute als „Bildungs- und Kulturort“. Verschenken Kulturinstitutionen hier etwa Potential? – Pressemittelung des idw.
  • Ein bisschen Göttlichkeit geht doch immer, oder? Die Columbia University hat wahrscheinlich so gedacht und „Digitaldante“ ins Netz gestellt und das ist mehr als nur die „göttliche Komödie“.
  • I-Rights erklärt, wie CC-Search funktioniert und wie man mittels dieser seit April mit neuer Version am Start befindlichen Suchmaschine möglichst lizenzfreie Bilder finden kann.
  • Bloggen in der Wissenschaft – das heißt: selten bloggen, wenig kommentieren aber viel lesen und darüber sprechen. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage auf dem Redaktionsblog von Hypotheses.

Museum

  • Ein Museum wird grün! Durch eine Zusammenarbeit des LWL-Museums in Herne und Design-Studierenden der FH Münster soll ein Konzept entstehen, um das Museum näher an die Menschen zu bringen, Hemmschwellen abzubauen und so neue Besuchergruppen zu erschließen. Wichtig sind den Studierenden in ihren Konzepten zum einen der Wunsch nach Entdeckung und Erfahrung und auch Reflektion und Ruhe, wie jetzt die WAZ berichtet.
  • Das neue Urheberrecht hat uns ja schon einige Nerven gekostet, nun aber könnte es auch Museen Probleme bereiten. Der Grund dafür ist der darin festgeschriebene Vergütungsanspruch, wenn urheberrechtlich geschütztes Material in einem Ausstellungskatalog veröffentlicht wird. – Wie dann wohl demnächst solche Kataloge aussehen werden?
  • Christian Gries berichtet auf seinem Blog „Iliou melathron“ vom Bayerischen Museumstag unter dem Motto „Im digitalen Raum“.
  • Virtual Reality und eine Audienz im Schloss, das gibt es nun im Karlsruher Schloss zu erleben.

Seracher Dichterkreis
kolorierter Stich nach einem verschollenen Ölgemälde von Heinrich von Rustige (1810–1900) (Goethezeitportal) [Public domain], via Wikimedia Commons

Ausstellungen

  • Der Medieval manuscripts blog der British Library berichtet über die seit dem 7. Juni laufende Ausstellung „Leonardo da Vinci: A Mind in Motion“.
  • Google Arts an Culture und eine Ausstellung, die erhalten bleibt. Christian Gries beschreibt auf seinem Blog „Iliou melathron“ die digitale Strategie der Alten Pinakothek die Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ auch über das Ende der eigentlichen Ausstellung hinaus digital fortbestehen zu lassen.
  • Wieder einmal eine große Ausstellung, die ihre Schatten weit vorauswirft: „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“. Zu sehen sein wird diese Ausstellung im nächsten Jahr im Diözesanmuseum Paderborn, wie das Blog „siwiarchiv“ berichtet.
  • Das Badische Landesmuseum zeigt ab dem 13. Juli in Schloss Karlsruhe die Sammlungsausstellung „Archäologie in Baden“: „An 13 Stationen illustrieren ausgewählte Objekte die frühe Kulturgeschichte in Baden von der Altsteinzeit (ca. 650.000 v. Chr.) bis zu den Karolingern (8. Jh. n. Chr.). Präsentiert werden hier herausragende und einzigartige Stücke: u. a. ein bei Karlsruhe gefundener in Bronzedraht gefasster Eberzahn (1200–1100 v. Chr.).“

Bibliotheken/Archive

  • Ein Blog über Künstlerbücher, das gibt es jetzt bei Hypotheses. Eröffnet wurde das Blog von der Bayerischen Staatsbibliothek und lädt jeden ein sich mit dem Thema zu befassen und zum Blog beizutragen.
  • Rheinland-Pfalz treibt die Digitalisierung der Bibliotheken voran. In der Meldung heißt es: „Landesbibliothekszentrum schreibt Sonderprogramm „Digitaloffensive Öffentliche Bibliotheken RLP“ aus: Schnelle Netze für das Ehrenamt Mit einem Sonderprogramm „Digitaloffensive Öffentliche Bibliotheken Rheinland-Pfalz“ 2019-2020 hilft das Land den Öffentlichen Bibliotheken in Dörfern, Verbandsgemeinden und Städten im Land bei der schnellen Digitalisierung.“
  • „Im Rahmen ihrer Open-Access-Angebote und der damit verbundenen Förderung von Open Access unterstützt die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek die Open Library of Humanities (OLH) durch Teilnahme an deren Library Partnership Subsidy System.“, wie zkbw.blogspot berichtet.

Geschichte

  • Ein Paradiesvogel, ein Ammonit und die Reise einer Marmorbüste – eine Geschichte zu „200 Jahre Albert und Victoria von Coburg“. Eckhard Mönnig erzählt auf dem Schlösserblog Bayern die Geschichte einer Marmorbüste im Naturkunde-Museum Coburg.
  • Beleidigungen und Schmähungen, das sind keine neuen Phänomene. Schon Caesar hatte damit zu kämpfen. Wie die „Beleidigungskultur“ in Rom so aussah, das erfährt man im Vortrag von Martin Jehne auf L.I.S.A.
  • Stéphane Lévesque stellt de Fage „What’s Histoy For?“ Denn Geschichte weist nicht in die Zukunft- oder vielleicht doch? In seinem Beitrag für Public History Weekly stellt er die „4 wesentliche[n] Geschichtstraditionen“ vor  und plädiert für Geschichte als Fach, dass „Orientierung im Wandel der Zeit“ liefert.
  • „Vergoldete Knabenfiguren und ein Geländer mit Tradition – Neue Erkenntnisse zur Fahnentreppe des Potsdamer Stadtschlosses“ lautet der Titel des neuesten Textes des RECS. Inzwischen sind hier 34 Beiträge zu ganz unterschiedlichen Themen versammelt.
  • „Zunächst mal der Check: Selfie Blogger vs. Matthäus Schwarz. Macht immer eine gute Figur? Check. Hat nicht nur guten Geschmack sondern traut sich auch mal was? Check. Hat seinen eigenen Style und ist kreativ? Check. Ist jemand, den man gesehen haben muss – everybody knows him? Check. ….oder doch nicht?“ Das Blog des Herzog Anton Ulrich-Museums stellt einen ungewöhnlichen Mann und sein Büchlein vor.

Archäologie

  • „Ein Verbundprojekt unter der Federführung des Landesamtes für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart untersucht erstmals systematisch die kultur-historische Bedeutung des prähistorischen Textilhandwerks in Baden-Württemberg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben über drei Jahre mit insgesamt knapp einer Millionen Euro. Mit dabei ist auch die Universität Würzburg.“ – Pressemitteilung des idw.
  • „Ein internationales Forschungsteam hat menschliche Überreste von 21 archäologischen Fundorten untersucht, um mehr über Auswirkung und Evolution des Pesterregers Yersinia pestis während der ersten Pestpandemie (541-750 n. Chr.) zu erfahren. In einer Studie, die nun in der Fachzeitschrift PNAS publiziert wurde, gelang es dem Team, das gesamte Erbgut aus Überresten verschiedener, über 1300 Jahre alter Pestbakterien aus Deutschland und erstmals auch darüber hinaus aus Großbritannien, Frankreich und Spanien zu rekonstruieren. So konnte eine bisher unbekannte Vielfalt an Pesterregern aufgedeckt werden, die unter anderem neue Erkenntnisse über die Pest im frühmittelalterlichen Bayern liefert.“ – Pressemitteilung idw.
  • Die Universität Wien feiert 150 Jahre „Klassische Archäologie“. Dazu gibt es ein interessantes Video zur Geschichte des Faches und der Menschen dahinter:

Lesenswert

  • Passend zu Pfingsten liefert das Blog Museumsperlen wieder einmal Ausflugstipps. Diesmal geht’s in die Oberpfalz, genauer gesagt nach Regensburg.
  • Wieviel wiegt eigentlich ein Kilo? – Nein, ich bin nicht verrückt geworden und will Sie auch nicht in die Irre führen. Lesen Sie einfach die „Kilo-Geschichte“ auf dem Blog des Deutschen Museums.
  • Also Eier gibt es schon mal keine (das ist Ostern), einen Baum und Geschenke auch nicht (das ist Weihnachten), was gibt es denn dann zu Pfingsten, dem wohl einzigen zweitägigen christlichen Fest, das anscheinend ohne alle Bräuche und Zubehör auskommt. Walter Feldbacher beantwortet die Frage auf dem Blog des Universalmuseums Joanneum zumindest mal in Bezug auf die Südsteiermark.
  • Musermeku begab sich wieder einmal auf eine Bloggerreise. Diesmal ging es ganz in meine Nähe nach Krefeld, Oberhausen, Hagen, Essen und Dortmund und zwar im Zeichen von „bauhaus 100“.
  • Lust auf Kaffee und Tee? Lust an der Geschichte von Kaffee und Tee? Dann sollten Sie unbedingt diese Masterarbeit lesen, wo es um die Geschichte dieser beiden Heißgetränke geht. Danke an Klaus Graf „Archivalia“ für das Auffinden dieser Arbeit, die ganz wunderbar auch zu meiner Geschichte von der „ersten Barista“ passt.
  • Der Sommer, der gleich zweimal beginnt, eine Wende und Blätter. Wie das alles zusammenpasst? Das ist ganz einfach auf dem Blog des Deutschen Uhrenmuseums nachzulesen.

In eigener Sache

Der letzte Beitrag der Reihe #Tischzuchten ist online!
Es geht um einen interessanten und fast unbekannten Mann, der nicht nur der Mundkoch der Herzogin Anna Amalia war, sondern auch der Gartennachbar Goethes. Und als wenn das nicht schon gereicht hätte war er auch noch Besitzer eines Gasthauses und Autor diverser Kochbücher.
Ich wünsche viel Spaß mit dieser letzten Tischzucht “Von Laren, Servietten und feinen Weinen”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.