Kultur-News KW 42-2019

Digitales

  • Kultur und Digitalisierung sind längst keine Gegensätze mehr – ganz im Gegenteil. Gemeinsam haben das Institut für Kultur- und Medienmanagement (KMM) und die Hamburg Open Online University eine Videoserie entwickelt, in der es um die Wirkung der Digitalisierung auf den Kulturbetrieb und das Kulturmanagement geht. Der erste Beitrag stammt von Christian Holst. Thema: Wie verändert die Digitalisierung den Kultursektor und wie können Kultureinrichtungen darauf marketingwirksam reagieren?
  • Erst einmal: Chapeau! „Seit dem 1. Oktober läuft im Deutschen Uhrenmuseum ein Großprojekt: Die etwa 1.300 Objekte der Dauerausstellung sollen spätestens 2021 online zu erkunden sein. Warum das Projekt ins Leben gerufen wurde und was Sie als Museumsbesucherinnen und –besucher erwartet“, das erfährt man im Blogbeitrag „(Deutsches Uhren-)museum-digital – Ein Werkstattbericht“.

Museum

  • Neue Perspektiven eröffnen und den Besucher der Ausstellung zum (Mit-)Macher der Ausstellung machen – das Konzept der ACC Galerie in Weimar. Angelika Schoder stellt auf Musermeku die Galerie und das Konzept vor.
  • Wird es nun ein Archäologisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern in Rostock geben oder nicht? Nachdem alles schon entschieden schien, scheint es nun wieder ganz anders zu sein. via Süddeutsche Zeitung.
  • Das digitale Zeitalter ist angebrochen in einem alten Schloss in Karlsruhe. Und wie so oft ist es die Archäologie, die vorneweg geht. Mit einem Lochstab aus Geweih beginnt in der Archäologischen Abteilung des Badischen Landesmuseums im Karlsruher Schloss das digitale Zeitalter. via Südkurier.
  • „Fake-Selfies vor pinken Traumkulissen: In Düsseldorf eröffnet ein Instagram-Museum“ – so titelt der Stern. Allerdings räumt man selber ein, dass das eigentlich gar kein Museum ist, denn es wird schlichtweg mal gar nichts ausgestellt. Es steht nur was herum – Kulissen eben für schicke oder auch weniger schicke Selfies. Ob das die Welt gebraucht hat? via Stern.
  • Online-Kommunikation und viele ehrenamtliche Helfer*innen. Der „neue“ Weg der nichtstaatlichen Museen im Landkreis Tirschenreuth Museen zu erhalten und attraktiver zu machen. via onetz.
  • „Eine Studie des Kulturwissenschaftlers Prof. Martin Tröndle zeigt: Je mehr junge Menschen ein Verhältnis zur Kunst haben, desto eher besuchen Sie Kultureinrichtungen. Doch wie kann es gelingen, diese Nähe zu Kunst und Kultur herzustellen? Sind Museen, Oper und Theater hier in der Pflicht?“ Audiothek Deutschlandfunk.
  • „Das Museum lebt von dem Ort, an dem es steht“! Ein Interview mit MiQua-Direktor Thomas Otten auf dem Blog des MiQua.

Ausstellungen

  • Und noch einmal Karlsruhe: Im Badischen Landesmuseum eröffnete am 19. Oktober eine neue Sonderausstellung unter dem Titel „Kaiser und Sultan. Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700“. Zur Ausstellung heißt es auf der Webseite des Museums: „Erstmals widmet sich die Große Landesausstellung den historischen und kulturellen Verflechtungen in Ostmittel- und Südosteuropa. Das im Herzen Europas gelegene Gebiet war im 17. Jahrhundert Schauplatz von Kriegen und Glaubenskonflikten. Im Spannungsfeld der Großmächte wurden das dreigeteilte Ungarn (Königliches Ungarn, Osmanisches Zentralungarn und Siebenbürgen) sowie die Balkanhalbinsel zu Transit- und Grenzräumen. Gerade dieser Korridor bildete sich auf dem europäischen Kontinent zu einem bislang kaum bekannten Tor des Wissenstransfers heraus. Die Ausstellung rückt die zivilisatorischen Neuerungen in den Mittelpunkt, die im Schatten von Machtpolitik und Glaubenskonflikten entstanden: Innovationen in Architektur, Kunst und Mode oder die Einführung neuer technischer Verfahren.“ Laufen wird die Ausstellung bis zum 19. April 2020. Und eine Besonderheit gibt es auch „Kaiser und Sultan to go“ – eine Online-Ausstellung als Ergänzung und Einstimmung.
  • Ringe – gegeben hat es sie scheinbar immer und das in völlig verschiedenen Arten, als Siegelring, Ehering, Pestring und vieles andere mehr. Das Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale) zeigt nun eine Ausstellung zu diesen ganz besonderen Schmuckstücken. „Die Schau präsentiert von den ältesten bekannten Fingerringen aus dem mährischen Pavlov über die goldenen Armringe der bronzezeitlichen Fürsten Mitteldeutschlands und den Torques der Kelten bis zu Tolkiens EINEM RING ein spektakuläres Panorama von Ringen der Macht. Amulettringe und Insignien beleuchten spirituelle und weltlichen Facetten der Macht bis hin zur ideellen Vorstellung des Rings als Liebespfand.“ heißt es auf der Webseite des Museums dazu. Zu sehen ist die Ausstellung vom 15. November 2019 bis 1. Juni 2020. Flyer als pdf.
  • „In den Vatikanischen Museen ist eine erste Abteilung des Völkerkundlichen Museums neu eröffnet worden. Aus diesem Anlass eröffnete Papst Franziskus eine Sonderschau unter dem Titel “Mater Amazonia – The Deep Breath of the World”.“ Mehr dazu gibt es bei Domradio.

Das Bauhaus-Logo, 1922 entworfen von Oskar Schlemmer [Public domain] via Wikimedia Commons

Bibliotheken/Archive

  • „Lost in Books“ oder „wie sahen eigentlich vor 100 Jahren Fristzettel aus?“. Die Staatsbibliothek Berlin hat eine Ausstellung erstellt, die uns ganz besondere „Fundstücke der Vergangenheit“ präsentiert. Das Schöne ist, dass es diese Ausstellung auch gleich noch in virtueller Form gibt und sich so jeder diese ganz besonderen Fundstücke anschauen kann.
  • Google Books feiert Geburtstag, den 15. Das ist ja mal was und offenbar hat man sich bei Google gedacht, das es Zeit wird das schon leicht angestaubte Image ein wenig zu entstauben und gibt dem Kind ein neues Kleid und auch ein paar neue Funktionen. Wünschenswerter wäre ja, meine ganz persönliche Meinung, dem Kind ein bisschen mehr lesenswerten Input zu geben und nicht ständig Bücher wieder rauszuschmeißen, die man gerade hineingenommen hat. Aber immerhin scheint sich überhaupt etwas zu bewegen und man ist ja oft schon mit Kleinigkeiten zufrieden. via Blog.digithek.ch.
  • „Nach jahrelanger Vorarbeit begann der öffentlich-rechtliche Südwestrundfunk kürzlich damit, Archivbestände online zu stellen. Welchen Nutzen die Gesellschaft davon hat und was die Rundfunkarchive hemmt, sich zu öffnen, erläutert die Dokumentarin Rabea Limbach.“ via iRights.
  • „Weitere zentrale Quellen zur Geschichte der Weimarer Republik jetzt online zugänglich“ via Blog Weimar.

Geschichte

  • Frühneuzeitliche Stände und Ständeversammlungen – ständig auf Widerspruch gepolt oder doch Faktoren des Interessenausgleichs? Petr Mata auf dem Blog Habsburgermonarchie über „Eine Landtagsszene aus dem 18. Jahrhundert“.
  • Eine neue Ausgabe der „Texte des RECS“ ist online. Es ist schon die Nr. 35! Thema diesmal: „Sternstunden eines Schlosses – Die Welt schaut auf einen Landsitz der Hohenzollern in Potsdam. 2. Teil: Die Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof – Der Auftakt“. Zu finden auf dem Blog des RECS.

Archäologie

  • Im „Block im Blog“ geht es beim Blog des LVR-Landesmuseums Bonn seit einiger Zeit um ganz besondere Funde: menschliche Überreste, mehr als 4.000 Jahre alt. Wie geht man damit um? Wie datiert man sie? In Teil 4 der Serie geht es nun um die Röntgenuntersuchung.
  • Eine interessante neue Serie findet sich bei L.I.S.A. Unter der Überschrift „Starker Stein – Römischer Porphyr im mittelalterlichen Sizilien“ beschäftigen sich die Archäologin Dr. Elise Morero und der Kunsthistoriker Dr. Ruggero Longo mit der letzten Ruhestätte des Normannenherrschers Wilhelm I.

Lesenswert

  • Der Frankfurter Hauptfriedhof – zwischen Parklandschaft und Erinnerungskultur. Jeannine Rückher stellt den Friedhof und seine sehenswerten Teile auf dem Blog des Historischen Museums Frankfurt vor.
  • „Wir haben als Gesellschaft ein Vermächtnis der Zeitzeugen überlassen bekommen. Dieses Vermächtnis müssen wir bewahren und lebendig halten.“ sagt Michael Stacheder, Regisseur und Schauspieler aus Bad Aibling. 2018 hat er die Max Mannheimer-Kulturtage in Bad Aibling ins Leben gerufen. Es geht darum „die aktive wie zivilgesellschaftliche Verantwortung für unsere Gegenwart sichtbar und erlebbar zu machen.“ Dafür engagiert sich Stacheder auch im Netz. Sein Credo dabei lautet: „Wir dürfen das Netz nicht den Populisten und radikalen Kräften überlassen. Da haben wir schon zu lange tatenlos zugesehen.“ Das ganze Interview mit Michael Stacheder findet sich auf dem Blog Ensemble Leggieramente. Danke an dieser Stelle an Tanja Praske, die auf dieses Interview aufmerksam machte.
  • Es ist Sonntag, da macht es Spaß ein wenig herumzuspazieren und da das Wetter gerade gar nicht so schön ist, machen wir das einfach mal digital und schauen uns einen verwunschenen Ort an: Der Kronprinzengarten mit Pavillon im Nymphenburger Schlosspark. Ein Beitrag auf dem Schlösserblog Bayern.
  • Wenn Sie jetzt noch weiter spazieren möchten, dann gibt es hier eine kleine Alleen-Wanderung ebenfalls beim Schlösserblog Bayern.
  • Achtung Bildungslücke! Wenn ich an Trachten denke, dann fallen mir spontan Bayern und der Schwarzwald ein mit den lustigen Bällchen-Hüten. Gar nicht eingefallen aber wäre mir Hessen, dabei ist es das Bundesland mit der größten Trachtenvielfalt. Mehr zu den hessischen Trachten auf dem Blog der Museumslandschaft Hessen-Kassel.
  • „Grenzkultur“ – ein Projekt im Nachklang des Jahres des „Immateriellen Kulturerbes“ 2018. „Unter dem Namen GRENZKULTUR soll das immaterielle Kulturerbe der Region [Emsland] in einer Vielfalt von Einzelprojekten erschlossen, dokumentiert und möglichst auf innovative Weise ins 21. Jahrhundert übertragen werden. So entwickelten sich nach einem Bottom-up-Prinzip mehr als 30 Projekte, die teils mit reinem Lokalbezug und teils mit grenzüberschreitendem Charakter und ebensolcher Zusammenarbeit dieses kulturelle Erbe abbilden wollen.“ Mehr dazu auf Kultur hoch N.
  • Es ist immer noch Bauhaus-Jahr und damit auch irgendwie Walter Gropius-Jahr. Benjamin Grau interviewte für den Blog der Klassik Stiftung Weimar Winfried Nerdinger zu der von ihm verfassten Biographie „Walter Gropius – Architekt der Moderne“.
  • Bleiben wir beim Bauhaus: Auf L.I.S.A. findet sich ein Vortrag von Anne Sudrow aus dem vergangenen Jahr zur deutsch-britischen Textildesignerin Margaret Leischner.

In eigener Sache

In der nächsten Woche gibt es hier wieder einmal eine Kulturwoche! “Grenzenlos” lautet der Titel diesmal. Damit sind nicht nur die Grenzen zwischen Ländern oder Territorien gemeint, sondern auch so manche Grenze im Kopf und natürlich die Grenzen zwischen Epochen und Stilen und nicht zuletzt die Grenze zwischen analog und digital.
Es wird also vielfältig, bunt und facettenreich in der nächsten Woche und doch findet sich am Ende alles irgendwie zusammen.


Beitragsbild:
Bronzene Kulthand des Gottes Jupiter, Fund aus Gelduba (Krefeld-Gellep)
Foto: A. Kircher-Kannemann

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