Kultur-News KW 45-2019

Digitales

  • Durchaus erfreuliche Nachricht: „Internet Archive führt Links zu Büchern bei Wikipedia ein – Links sollen Wikipedia-Nutzer direkt zu den vom Internet Archive digitalisierten Büchern führen. 130.000 Quellen sind bereits gesetzt.“ via heise.online.
  • Digitalisierung wird auch für Museen immer wichtiger. Klingt inzwischen wie ein alter Hut, ist aber immer noch nicht in allen Köpfen angekommen. Dass Digitalisierung vor allem eine Chance bedeutet erklärt Jessica Mack-Andrick, stellvertretende Leiterin des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen Nürnberg (KBZ). Im Gespräch mit der Bayern 2-regionalZeit erläutert sie warum in der Museumspädagogik neue Wege versucht werden müssen. via BR24.
  • „Die EU-Urheberrechtsreform ist durch und mit ihr die umstrittenen Regelungen zu den Uploadfiltern. Jetzt müssen die Gesetzgeber diese in nationales Recht umsetzen. Damit die kulturelle Vielfalt im Internet erhalten bleibt, sollte der Anwendungsbereich möglichst klein bleiben, erklärt Till Kreutzer.“ auf i-Rights.
  • „Während der zweitägigen Konferenz in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main diskutierten Vertreter und Vertreterinnen von Museen, Archiven und anderen Kulturerbe-Einrichtungen nicht nur über die Probleme bei der Digitalisierung von Inhalten, sondern vor allem über pragmatische Lösungen.“ Eine Zusammenfassung findet sich bei i-Rights.

Trophaea – römische Siegeszeichen auf dem Schlachtfeld – Funde aus Krefeld-Gellep (Gelduba)
Foto: A. Kircher-Kannemann

Museum

  • Museen setzen sich für den Klimaschutz ein: „«Klimaschutz wird ein wichtiges Thema für die documenta 15 in Kassel im Jahr 2022 sein», sagte Sabine Schormann, Generaldirektorin der weltweit führenden Präsentation zeitgenössischer Kunst, der dpa zur Begründung der Initiative. Initiiert wurde der Vorstoß vom Berliner Kulturmagazin «Monopol».“ via Welt.de.
  • Ein Haus der Geschichte für Nordrhein-Westfalen – stimmt, da war was. Wie sieht es aus mit den Planungen, wer unterstützt das Projekt und weitere interessante Informationen finden sich auf dem Blog des SiwiArchiv.
  • Das Medizinhistorische Museum der Charité in Berlin schließt seine Pforten für eine umfassende Modernisierung. Die Wiedereröffnung ist für 2021 geplant. via Süddeutsche.
  • Es tut mir ja schon leid, aber die negativen Geschichten rund um Museen reißen leider nicht ab. In dieser Woche hat es das Deutsche Schifffahrtsmuseum getroffen mit einer Anzeige. Offenbar sind Teile der Flotte durch schlichtes Nichtstun dort beschädigt worden. via butenundbinnen.
  • Ein Mobilitätsfond für Geschichte und Kultur: „Kinder und Jugendliche haben seit April freien Eintritt in den 18 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Schulkinder und Kita-Kinder können sich die Fahrtkosten finanzieren lassen. Erste Bilanz nach sechs Monaten: Über 9.600 Kinder und Jugendliche sind kostenlos ins Museum gefahren. Insgesamt 249 Schulklassen und Kitagruppen haben seit April von dem neuen “LWL-Mobilitätsfonds” profitiert. Die meisten Klassen kamen aus Grundschulen (76) und Gymnasien (45).“ via Ruhrbote.

Ausstellungen

  • Ein Interview mit der Kuratorin der Turner-Ausstellung in Münster und weitere Informationen zur Ausstellung hat der WDR zusammengestellt.
  • „Das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt in seiner Pfeilerhalle vom 9. November 2019 bis 11. Oktober 2020 eine Ausstellung herausragender Porzellane des Art déco. Präsentiert werden rund 400 Exponate.“ via LVZ.
  • Angelika Schoder hat sich die neue Ausstellung „Making Van Gogh“ im Städel Museum angeschaut und auf musermeku ihre Eindrücke beschrieben.

Bibliotheken/Archive

  • Der Einsturz des Stadtarchivs Köln ist zehn Jahre her. Zehn Jahre in denen sich, vor allem in Sachen Digitalisierung eine Menge getan hat. Aus der Not wurde in Köln eine Tugend und ein Vorzeigeprojekt. via Archivalia.
  • Das Landesarchiv Hessen hat YouTube entdeckt und startet eine Geisterjagd in Darmstadt. via Archivalia.

Geschichte

  • „Über Jahrhunderte hinweg war das Sammeln von Tieren und deren Haltung in Menagerien ein beliebter Zeitvertreib des Adels und zugleich Machtdemonstration. Exotische Tiere konnten nur über gute Handelsbeziehungen und mit enormem finanziellen Aufwand erworben und gehalten werden.“ Der Schlösserblog Bayern wirft nun einen Blick auf diese Geschichte und beginnt dabei mit der Haltung exotischer Tiere unter Herzog Wilhelm V. im 16. Jahrhundert.

Keramikfunde aus Krefeld-Gellep (Gelduba) – Foto: A. Kircher-Kannemann

Archäologie

  • Die Himmelsscheibe von Nebra war ein Sensationsfund und seit ihrer Entdeckung gibt sie Rätsel auf. Eines dieser Rätsel scheint jetzt jedenfalls geklärt zu sein: Das Wissen auf ihr stammt aus dem Nahen Osten. via Süddeutsche.
  • Müssen wir die Menschheitsgeschichte schon wieder umschreiben? „Der aufrechte Gang und die gemeinsamen Vorfahren des Menschen und der Menschenaffen haben sich möglicherweise nicht in Afrika, sondern in Europa entwickelt. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam um Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen in einer am Mittwoch im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie. Böhme hat in Süddeutschland Fossilien einer bislang unbekannten Primatenart entdeckt: Die versteinerten Überreste des Danuvius guggenmosi, der vor 11,62 Millionen Jahren lebte, lassen den Schluss zu, dass er sich sowohl auf zwei Beinen als auch kletternd fortbewegen konnte. Die Fähigkeit, aufrecht zu gehen, gilt als zentrales Merkmal von Menschen.“ via idw.
  • Die Kelten fangen ja langsam an mich zu verfolgen, da passt es, dass der Standard sich eines seltenen Importguts angenommen hat: eine griechische Schale, die vor 2.500 Jahren als Handelsgut zu den Kelten gelangte.
  • Waren es am Ende doch Krankheiten, Bakterien und Viren des modernen Menschen, die den Neandertaler aussterben ließen? Wissenschaftler der Stanford University haben ein neues Modell und eine neue These zum Aussterben der Neandertaler vorgelegt. via Wissenschaft.de.
  • Kann eine Frau eine Kriegerin gewesen sein? Jahrelang galt dies als unmöglich. Neueste Forschungen aber gehen davon aus, dass dies doch so gewesen sein könnte. Waren Wikingerfrauen also doch quasi gleichberechtigt und zogen auch sie in die Schlacht? Diese These würde zumindest zu der Meldung der letzten Woche passen, dass die Frauen der Wikinger den gleichen Ernährungs- und Pflegezustand aufweisen wie Männer. via Focus.
  • Der Standard listet die besten Archäologieblogs neben dem eigenen auf und gibt Leseempfehlungen.

Terra Sigillata-Schale mit eingeritztem Namen aus Krefeld-Gellep (Gelduba)
Foto: A. Kircher-Kannemann

Lesenswert

  • Eine eher unglückliche Liebesgeschichte und eine Frau für die das Schreiben Freiheit bedeutet – eine Geschichte über Emily Dickinson. via Welt.de.
  • Über die Versammlung von Gerechten, barocke Ausstattung und eine spannende Frau, die jung gestorben ist, darüber erzählt der neueste Blogbeitrag von Christian Quaeitzsch auf dem Schlösserblog Bayern. Unter dem Titel „Wo zwei oder drei Gerechte versammelt sind…“ geht es um den Goldenen Saal in der Münchner Residenz, sein Bildprogramm und Henriette Adelaide, geborene Prinzessin von Savoyen.
  • Der Klimawandel droht die historischen Parks und Gärten massiv zu schädigen. Vor allem Rotbuchen haben mit Trockenheit und Hitze ein Problem und sterben. Anders als in „normalen“ Parks und Gärten kann in historischen Anlagen aber nicht einfach mit resistenten Sorten aufgeforstet werden, was zu Problemen führt. via Süddeutsche.
  • Es ist Spätherbst, wir nähern uns unaufhaltsam dem Winter, doch in der Schlossgärtnerei denkt man schon an den Frühling und alles beginnt von vorn. Einen Blick auf den Herbst in der Orangerie des Belvedere gibt es auf dem Blog der Klassik Stiftung.

In eigener Sache

Im Museum Burg Linn in Krefeld wurde am heutigen Sonntag eine neue Sonderausstellung eröffnet. Titel der Ausstellung „Abenteuer Großgrabung. Gräberfeld, Bataverschlacht, Römersiedlung“. Zu sehen sind erste Ergebnisse der Grabungskampagne 2017/18.
Am Freitag war ich auf der Pressekonferenz und durfte mir die Ausstellung im Vorfeld anschauen. Viele interessante, spannende und auch traurige Geschichten habe ich gefunden.


Beitragsbild:
“Abenteuer Großgrabung”
Die tägliche Arbeit der Archäologen –
Foto: A. Kircher-Kannemann

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