Kultur-News KW 02-2020

Digitales

  • Das sogenannte Decretum Burchardi, das wohl wichtigste kirchliche Rechtsbuch des 11. und 12. Jahrhunderts soll nun ediert, kommentiert und kontextualisiert werden. Dazu soll es eine digitale Arbeitsplattform geben, die Open Access zur Verfügung stehen soll. Das mit 6 Millionen Euro geförderte Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner (Universität Kassel), Prof. Dr. Klaus Herbers (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Ludger Körntgen (Johannes Gutenberg-Universität Mainz). via zkbw.
  • Eine klassische Ausstellung wird virtuell und glänzt mit einem 360°-Panorama: Die Ausstellung „Demokratie wagen? Baden 1818–1919“ des Landesarchivs Baden-Württemberg gibt es nun auch als virtuellen Rundgang im Netz.

Museen

  • 2020 ist auch Raffael-Jahr, denn es jährt sich der 500. Todestag des außergewöhnlichen Malers. Aus diesem Anlass widmen die Berliner Museen sich in gleich drei unterschiedlichen Projekten dem Renaissancemeister. Im Mittelpunkt des Textes von Sven Stienen auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin steht eine unbekannte Madonna.
  • Schloss Burg, einstmals Stammsitz der Grafen und Herzöge von (Jülich-Kleve)-Berg kann nun auch virtuell erlebt werden. Eine App macht es möglich und soll Graf Adolf V. von Berg in die ganze Welt auf Reisen schicken. via RP-online. Allerdings scheint es noch immer Probleme mit Android-Geräten zu geben, wie man den Kommentaren im Play-Store entnehmen kann. Mein Test (ich nutze eher ältere und nicht hochpreisige Geräte) ergab: bei einem Gerät klappt es gut, bei einem so lala und bei einem gar nicht.
  • Die App ist ein erster Bestandteil der Neuausrichtung. Seit diesem Monat gibt es mit Gregor Ahlmann einen neuen „Burgherrn“ und der hat viele Ideen, die über die App und die Sanierung der Burg hinausgehen. via WDR.
  • Auf ins digitale Zeitalter heißt es auch im Süden der Republik: Rund um Konstanz begeben sich zahlreiche Museen in die digitale Welt mit 360° Panoramen, spektakulären Neubauten und Avataren. via Südkurier.
  • Eine Museumsnacht nur für Kinder (Alter 5 bis 12) wir es am 31. Januar in Düsseldorf geben. Teilnehmende Museen an der Kindermuseumnacht sind: Filmmuseum, Goethe-Museum, Heinrich-Heine-Institut, Hetjens-Museum, Mahn- und Gedenkstätte, SchifffahrtMuseum, Stadtmuseum und Theatermuseum. via WZ.
  • 2021 soll es in Frankfurt eröffnen, das Deutsche Romantik Museum. Schon jetzt wirbt das Museum um Paten, die eines oder mehrere der Zehntausenden von Objekten von Büchern, Grafiken bis hin zu Schreibnecessaires von Bettina von Arnim adoptieren. via SWR.
  • Das Jura-Museum in Eichstätt, das 2018 geschlossen wurde, da das Bischöfliche Priesterseminar als Träger ausschied, ist wiedereröffnet worden. Neuer Träger ist nun die katholische Universität Eichstätt. Mit der Wiedereröffnung möchte die neue Leiterin des Museums, die Geologin Christina Ifrim, auch gleich durchstarten. Das Museum soll sich breiter aufstellen und ins digitale Zeitalter eintreten. via Süddeutsche.
  • Der Fund des Monats im LVR-Landesmuseum Bonn sieht aus wie ein dunkler eher langweiliger Stein. Das einzig interessante: er hat ein Loch in der Mitte. Was es mit diesem Stein auf sich hat erfährt man auf dem Blog des LVR-Landesmuseums.
  • Das Berend-Lehmann-Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt erhält 615.000 Euro vom Magdeburger Wirtschaftsministerium. Mit diesem Geld soll die Dauerausstellung grundlegend überarbeitet, modernisiert und erweitert werden. via Süddeutsche.

Ausstellungen

  • „Vor 500 Jahren startete im spanischen Sevilla der Seefahrer Ferdinand Magellan im Jahr 1519 seine Reise zu den Gewürzsinseln. Obwohl es ursprünglich nicht beabsichtigt war, wurde diese Reise die erste Weltumsegelung in der Geschichte. Das Archivo Gerneral de Indias widmet diesem historischen Ereignis nun eine große Sonderausstellung, die inhaltlich und szenografisch sehr gelungen ist.“ Damián Morán Dauchez hat sich die Ausstellung angeschaut und berichtet auf musermeku über Konzeption, Szenografie und den Erfolg dieser Ausstellung.

Bibliotheken / Archive

  • Die Monacensia, sprich die Münchener Stadtbibliothek hat eine neue Website und die ist richtig gut geworden. Hier finden sich Informationen zur Bibliothek, ihren Sammlungen und Ausstellungen und natürlich die Veranstaltungen und die Weiterleitung auf das Blog der Bibliothek. Interessant nicht nur für Nutzer*innen der Bibliothek.
  • Die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg hat Inventur gemacht und dabei zwei offenbar sensationelle frühmittelhochdeutsche Handschriften gefunden, die bis dato nicht verzeichnet waren. „Bei den Funden handle es sich um den ältesten deutschsprachigen Belegtext des apokryphen Nikodemus-Evangeliums sowie um ein Fragment des Sankt Trudperter Hohenlieds, des frühesten Kommentars dieses alttestamentlichen Buches in frühmittelhochdeutscher Sprache.“ via zkbw.

Geschichte

  • Christof Hannemann beschäftigt sich auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin mit der Geschichte der Friedrichswerderschen Kirche. Der Schinkel-Bau war lange wegen Sanierung geschlossen und soll in diesem Sommer wiedereröffnet werden. via Blog.smb.museum.

Archäologie

  • Der Niedergermanische Limes, der von vielen auch „nasser Limes“ genannt wird, weil er den Rhein als Grenze nutzte, nimmt nun einen Anlauf als Verlängerung des Obergermanisch-Rätischen Limes, der bereits Welterbe ist, ebenfalls in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen zu werden. 400 Kilometer lang war dieser Teil der römischen Grenze und erstreckte sich vom nördlichen Rheinland-Pfalz bis hin zum Seebad Katwijk in den Niederlanden. via Süddeutsche.

Lesenswert

  • Lust ein wenig Kunstgeschichte online zu lernen? Dann machen Sie sich einfach virtuell auf ins Städelmuseum. „Kunstgeschichte online – der Städel Kurs zur Moderne“ ist ein kostenfreies Angebot, das anhand von 250 ausgewählten Werken Einblicke in die Kunst der Zeit zwischen 1750 und heute bietet. Kunsthistorische und bildwissenschaftliche Kenntnisse werden fachgerecht und abwechslungsreich für alle Interessierten dargeboten und lassen sich in fünf Modulen via Computer, Smartphone oder Tablet abrufen.
  • Goethe und seine Sammlungen – ein Thema mit dem man sich wohl endlos beschäftigen kann, denn Goethe war ein vielseitiger Forscher und auch ein vielseitiger Sammler. In seiner Sammlung findet sich zum Beispiel auch eine „Blitzkugel“ – was es damit und mit anderen Dingen auf sich hat, damit beschäftigt sich Gudrun Püschel in ihrer Dissertation „Parerga und Paratexte – Wie Dinge zur Sprache kommen. Praktiken und Präsentationsformen in Goethes Sammlungen“. Auf dem Blog der Klassik-Stiftung gibt es ein Interview mit ihr über Goethes Sammlung und die Blitzkugel.
  • Die Schwarzwälder Uhren sind weltberühmt. Aber die originalen Holzuhren sind im Grunde inzwischen ausgestorben. Auf dem Blog des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen berichtet einer der letzten Lehrlinge, der das alte Handwerk noch gelernt hat über seine Lehrzeit.

In eigener Sache

In den vergangenen Monaten war ich viel unterwegs. Vor allem Bad Nauheim war immer wieder ein Ziel, das ich angesteuert habe. Nicht nur der überall präsente Jugendstil hat es mir hier angetan, sondern auch die Welt der Kurbäder und ihre Geschichte.
Jetzt habe ich all diese Besuche in einem etwas längeren Artikel gebündelt. Unter dem Titel „Bad Nauheim – Kurbad zwischen Mathildenhöhe und “Great Spas““ geht es auf eine Kulturreise in die Jugendstilperle der Wetterau.

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