Kultur-News KW 06-2020

Digitalisierung

  • Open Access und eine neue Arbeitsgruppe beim Wissenschaftsrat: „Der Wissenschaftsrat hat sein Arbeitsprogramm für die erste Hälfte des Jahres 2020 verabschiedet, welches unter anderem eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Open Access beinhaltet [weitere Informationen].“ via zkbw.
  • Der Hang des Bauhaus zu Kunststoffen hat auch so seine Tücken, vor allem aus konservatorischer Sicht, denn Plastik wird mit der Zeit porös und brüchig und schon zerfällt das gute Stück oder bekommt zumindest Risse. Aber das Problem nähert sich einer Lösung und die heißt 3D-Scan. via Klassik-Stiftung Weimar.
  • Braucht es in unserer digitalen Welt eigentlich noch Museumskataloge oder sind sie sinnlose, kostspielige Staubfänger? Diese Frage geisterte in dieser Woche viel herum. Viele unterschiedliche Stimmen zum Thema finden sich bei der Süddeutschen.

Museen

  • Museen und Gedenkstätten sehen sich zunehmend rechtsextremen Interventionsversuchen ausgesetzt. Geschichte, insbesondere der Holocaust, wird verharmlost, negiert und Geschichte umgedeutet. Museumsmitarbeiter und Kulturleute werden diffamiert und ggf. sogar bedroht. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin hat nun eine Broschüre herausgegeben unter dem Titel „Nur Schnee von gestern? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen“.
  • „Mit dem Programm „Digitaler Wandel an nichtstaatlichen Museen im ländlichen Raum“ fördert das Land das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee, das Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau, das Museum Haus Löwenberg Gengenbach und das Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen. Die vier Museen werden mit jeweils 40.000 Euro dabei unterstützt, digitale Medien in der Wissensvermittlung einzusetzen und nachhaltig in ihren Museumskonzeptionen zu verankern.“ via zkbw.
  • Provenienzforschung in München: Das „Museum Fünf Kontinente“ erforscht die Herkunft von gut 200 Exponaten aus Kamerun. via Monopol-Magazin.
  • „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ so lautet das Motto für das neue Themenjahr der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Mehr Informationen und alle Veranstaltungen zum Thema gibt es bei den Schlössern- und Gärten.
  • Die Diskussion über eine neue Museumsdefinition geht munter weiter und ein Ende scheint nicht so recht absehbar zu sein. via Archivalia.
  • „2020 wird ein ganz besonderes Jahr für das LVR-LandesMuseum Bonn – wir feiern unseren 200. Geburtstag. Darum sind wir voller Vorfreude in das neue Jahr gestartet und wollen euch heute zeigen, was euch in unserem Jubiläumsjahr erwartet.“ Und das ist eine ganze Menge und vor allem ganz schön vielfältig. Mehr dazu auf dem Blog des LVR-Landesmuseums Bonn.
  • Ein Podcast für’s Museum?! Sinnvolle Nische oder alles Unsinn? Kulturmanagement.Net hat sich mit dem Phänomen der Podcasts und dem Sinn für Museen auseinandergesetzt.

Ausstellungen

  • „In diesem Jahr feiert das Land und mit ihm die literarische Welt Friedrich Hölderlins 250. Geburtstag. In europaweit rund 650 Veranstaltungen wird an die Bedeutung und Aktualität Hölderlins erinnert. „Friedrich Hölderlin hat seine Wurzeln in der einzigartigen Literaturlandschaft Baden-Württembergs“, betonte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski anlässlich eines Pressegesprächs zur Eröffnung des Hölderlinjahres 2020 im Deutschen Literaturarchiv Marbach. […] Erste Höhepunkte im Programm sind die Eröffnungen zweier auch mit Landesmitteln sanierter Gedenkstätten, des Hölderlinturms in Tübingen am 15. Februar und des Geburtshauses in Lauffen mit besagter Ausstellung am 20. März. Bereits am 19. März, eröffnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Marbach die Ausstellung „Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie“. Am 21. April folgt die Ausstellung „Aufbrüche-Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“, mit der die Württembergische Landesbibliothek Einblick in ihre einzigartige Sammlung von Hölderlin-Handschriften gibt.“ via zkbw.
  • Spannende Ausstellungen und interessante Links zu ganz unterschiedlichen Ausstellungen in Bayern hat das Blog Museumsperlen zusammengestellt und offenbar gibt es demnächst noch viel mehr Tipps. Man darf also gespannt sein.
  • Tattoos sind seit einigen Jahren große Mode und scheinbar sollte man welche haben, wenn man dazugehören will. Früher war es anders, da waren tätowierte Menschen ehr in wenig sichtbaren Nischen daheim und Tätowierer waren Geheimtipps, wenig öffentlich. Wie sehr sich das geändert hat sieht man daran, dass es ein Tätowierer mit seiner Kunst nun sogar ins Museum geschafft und zu einer eigenen Sonderausstellung gebracht hat. Mehr zur St- Pauli-Legende Christian Warlich und der Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte gibt es auf musermeku.
  • Studierende des Fachbereichs Kunstgeschichte an der Universität Leipzig haben unter dem Titel „Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung“ eine Ausstellung erarbeitet, die noch bis zum 31. März in der Kulturstiftung Leipzig zu sehen ist. via Leibniz-GWZO.

Eingang zur Burg Friedberg – Foto: A. Kircher-Kannemann

Bibliotheken / Archive

  • „Das Digitale Deutsche Frauenarchiv erhält institutionelle Förderung durch den Bund“. via Archivalia.
  • Iwein digital – das wird es bald bei der UB Heidelberg geben, erste Schritte sind gemacht. Auf dem Blog der Uni Heidelberg heißt es zum Projekt: „Die UB Heidelberg bereitet im Kontext ihrer Editionsaktivitäten heiEDITIONS in Zusammenarbeit mit Prof. Florian Kragl (Erlangen) und Prof. Victor Millet (Santiago de Compostela) eine neue digitale Edition dieses Werks vor. Soeben wurde die Website mit der Beschreibung des Projekts freigeschaltet. Über sie gelangt man zunächst zur virtuellen Handschriftenbibliothek mit digitalen Abbildungen aller Handschriften und Fragmente. In einer zweiten Phase werden schrittweise die Transkriptionen neben den Handschriften erscheinen. Beginnend mit 2022/23 werden dann nach und nach Editionen ausgewählter, wichtiger Überlieferungszeugen zugänglich sein.“
  • 980.000 Bücher und viele Geschichten, die gibt es in der Bibliothek des Deutschen Museums zu finden. Mehr dazu auf dem Blog des Deutschen Museums.

Geschichte

  • Viele Fürsten hatten sie – die Kunstkammern und Naturalienkabinette. Eine besonders beeindruckende Sammlung findet sich in Bayern. Am 5. Februar 1598 begann der bayerische Hofrat Johann Baptist Fickler mit der Sisyphos-Aufgabe diese zu inventarisieren. Christian Quaeitzsch schildert auf dem Schlösserblog Bayern die Aufgabe und gewährt Einblicke in die Kunstkammer.

Archäologie

  • „Vor rund 4000 Jahren war Assiut ein bedeutendes kulturelles Zentrum in Mittelägypten. Die antike Stadt mit ihren Tempeln, Palästen, Bibliotheken und Wohnhäusern ist unter den Ablagerungen der Nilüberschwemmungen und moderner Überbauung verschwunden, weshalb sie unter den Sehenswürdigkeiten nie den Rang von Theben oder Luxor erreichte. Im Gegenteil: Bis vor Kurzem war nur wenig über die Geschichte Assiuts bekannt und die moderne Großstadt genoss im Land kein hohes Ansehen. Doch das Bild verändert sich, seitdem ein deutsch-ägyptisches Kooperationsprojekt den Gräberberg Assiut al-gharbi im Westen der Stadt eingehend erforscht hat.“ via idw.
  • Die neusten Erkenntnisse in Sachen Kelten und Heuneburg hat das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart vorgestellt. Ein ausführlicher Beitrag findet sich auf Archäologie-Online.

Lesenswert

  • Verlegerbeteiligung und Leistungsschutzrecht – der Entwurf des Bundesjustizministeriums beinhaltet Zündstoff und sorgt für reichlich Diskussionen. via i-Rights.
  • Restaurierungen fördern ja manchmal die kuriosesten oder auch spannendsten Dinge zutage. Im Fall der Neuen Residenz Bamberg, die fast zehn Jahre lang saniert wurde, war das nicht anders. Zutage traten „die schönsten Häfen Italiens in sonnigen Ansichten“. Mehr dazu gibt es auf dem Schlösserblog Bayern.
  • „Eine Gesellschaft, die das zivilisierte Streiten verlernt, verliert ihre Fähigkeit, Konflikte auszutragen und Kompromisse zu erzielen, und damit ihre demokratische Kernkompetenz“ – dieses Zitat aus einer Rede der Staatsministerin Monika Grütters sind in der vergangenen Woche viel zitiert, viel geteilt und viel kommentiert worden. Das Video der gesamten Rede (ca. 50 Minuten) findet sich auf YouTube und wer lieber nachliest, für den gibt es das ganze auch in schriftlicher Form. Beide Links finden sich auf dem Blog der Klassik Stiftung.
  • „Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat sein „Kochbuch für Baukultur“ in zweiter Auflage veröffentlicht. Die im Jahr 2017 erstmals erschienene Publikation vermittelt Themen der Baukultur auf ungewöhnliche Art: 33 „Kochrezepte“ sollen das Bewusstsein für gutes Planen und gutes Bauen und die Wahrnehmung von Baukultur im Alltag stärken.
    Die vorgestellten Formate sind aus dem ehrenamtlichen Engagement von Baukulturinitiativen in Dörfern, Klein- und Mittelstädten hervorgegangen, die im Forschungsprojekt „Baukultur konkret“ untersucht wurden. Die Rezepte thematisieren öffentliche Aktionen, Exkursionen, Ausstellungen, Workshops und Beratungsangebote. Die Ideen aus der Praxis sind als übertragbare Ideen zum „Nachkochen“ für alle gedacht, die sich vor Ort engagieren möchten.“ via idw.
  • „Wo sich Natur- oder menschengemachte Katastrophen ereignen, ist materielles Kulturerbe oftmals in Gefahr. Vorsorgemaßnahmen können dazu beitragen, den Schaden zu begrenzen. Der Prince Claus Fund (Amsterdam/Niederlande) und die Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf/Deutschland) haben daher die gemeinsame Initiative “Emergency Preparedness for Cultural Heritage under Threat” ins Leben gerufen.“ Mehr dazu bei Archäologie-Online.

In eigener Sache

Aus gegebenem Anlass eine Frage bzw. Bitte an die Leser der Kultur-News:
Kann mir jemand noch weitere Tipps in Sachen #SavingHeritage bzw. #HeritageAtRisk geben? – Es geht um die Digitalisierung bedrohten Kulturguts, speziell Architektur in Deutschland.
Schon einmal herzlichen Dank für Ihre / Eure Hilfe!

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