Kultur-News KW 05-2020

Digitalisierung

  • Die ehemalige Synagoge von Niederzissen im Kreis Ahrweiler ist nun digital. Möglich gemacht haben das zwei Faktoren: Zum einen ist die Synagoge in der Zeit des Nationalsozialismus nicht zerstört worden und man fand dort vor einigen Jahren zahlreiche historische Dokumente und zum anderen hat sich der Kultur- und Heimatverein für das Projekt stark gemacht und 65.000 € für die Digitalisierung zusammengetragen. via Archivalia.
  • Das Blog „zeitenblicke“ der Frühneuzeitler der Universität Köln zieht um und wird demnächst unter dem Dach von Hypotheses zu finden sein.

Museen

  • Ausgesprochen erfreulich ist die Tatsache, dass eine Digitalisierungswelle durchs Land rollt und nun offenbar auch endgültig die Museen erfasst hat! Neben der oben schon genannten Synagoge in Niederzissen gibt es in dieser Woche drei weitere Beispiele:
  • 1. Sven-Hinrich Siemers, neuer Leiter des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg setzt sich für die Digitalisierung des Museumsbestandes ein. Leider habe ich aktuell keine näheren Infos, das der Artikel sich hinter einer Pay-Wall versteckt. – Quelle: https://www.svz.de/27208467 ©2020
  • 2. Das Museum Kurhaus in Kleve digitalisiert aktuell auch ganz fleißig und wird seine Kunst ins Netz stellen. via RP-Online.
  • 3. Die Freiburger Museen digitalisieren ebenfalls und stellen eine Onlinesammlung ins Netz. via Badische Zeitung.
  • Bitte weiter so!
  • Am 29. Februar, bzw. am 21. März eröffnet ein neues Museum in der Nähe von Koblenz. Das Gebäude ist altehrwürdig – ein Schloss und es gehört der Familie Sayn-Wittgenstein. Gewidmet ist das neue Museum zwei besonderen Frauen der Familie: Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Fotografin und Leonilla Fürstin zu Sayn-Wittgenstein. Das Museum soll sich neben der Lebensgeschichte der beiden Frauen auch der Familien- und Sozialgeschichte der vergangenen 200 Jahre widmen. via Süddeutsche.
  • Viele Münchener Museen befinden sich aktuell in einer prekären Situation, denn es gibt einen großen Sanierungsstau. via Abendzeitung.
  • Der Semperbau am Dresdner Zwinger feiert große Neueröffnung. Sieben Jahre hat die Sanierung gedauert. Vom 28. Februar bis zum 1. März gibt es nun ein großer Wiedereröffnungs-Festwochenende der Staatlichen Kunstsammlungen. via Süddeutsche.
  • Wir bleiben beim Thema Sanierung von Museumsbauten und wenden uns nach Braunschweig: ab Mai schließt hier das Landesmuseum für eine Generalsanierung. via Süddeutsche.
  • 4 Ausstellungen und 227 Veranstaltungen, davon 35 Familienführungen, 45 Kinderführungen und 73 Kindergeburtstage, das ist nur ein Teil dessen, was im vergangenen Jahr auf Burg Posterstein so alles stattgefunden hat. Es ist wirklich toll wie aktiv dieses Museum ist, vor allem auch im WWW. Ich sage nur Chapeau! und wünsche mir noch viel mehr Museen, die so aktiv und engagiert sind! via Blog Burg Posterstein.
  • Das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen ist fremdgegangen und hat über den Tellerrand geblickt und das gleich im doppelten Sinne, denn zum einen geht es im aktuellen Blogbeitrag um Züge und zum anderen ist man mal eben über die Grenze nach Frankreich gehüpft. Genauer gesagt ging es für einen Besuch ins Cité du Train nach Mulhouse.

Ausstellungen

  • Ein Totenkopf als Uhr? Klingt skurril, macht aber Sinn, denn er symbolisiert wie kaum etwas anderes die Vergänglichkeit. Aber die Totenkopfuhr ist nicht das einzige ungewöhnliche Stück, dass sich in der neuen Schatzkammer des Uhrengewölbes im Landesmuseum Stuttgart findet. Ausgestellt werden hier seit neuestem Kleinuhren, die auch gerne mal an der Kette hängen. via Blog Landesmuseum-Stuttgart.
  • Wie baut man eigentlich Saurier? – Gute Frage! Wenn Sie es erfahren möchten, dann lesen Sie unbedingt den Beitrag auf dem Blog Museumsperlen, denn hier wird es erklärt und gezeigt. Der Bau der Saurier war übrigens keine lustige Idee von Jurassic Park-Fans, sondern erfolgte für die Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere“ im Lokschuppen Rosenheim“, die noch bis zum 13. Dezember 2020 zu sehen ist.

Digitalisierung - Chancen, Risiken, Kultur, Definition
Digitalisierung – Chancen, Risiken, Kultur, Definition

Bibliotheken / Archive

  • „Zum 21. Januar 2020 trat die neue Nutzungsordnung des Hessischen Landesarchivs in Kraft. Die Nutzung im Haus der Geschichte Darmstadt ist davon insofern betroffen, dass die angepassten und aktualisierten Regelungen auch für die Unterlagen im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt gelten. Beispielsweise wurde die bereits seit längerem geltende Erlaubnis, im Lesesaal selbst Fotografien von Archivgut herzustellen, nun auch in der neuen Ordnung fixiert. […] Das Hessische Landesarchiv informiert auf seiner Internetseite über die geänderte Nutzungsordnung.“ via dablog.
  • Es geht munter weiter mit der Digitalisierung der Weimarer Geschichte. Neu online ist der Bestand „R 401 Vorläufiger Reichswirtschaftsrat“. via Blog Weimar.

Geschichte

  • Der zweite Teil der L.I.S.A.-Serie über die Alben des Deutschen Hauses ist online. Diesmal geht es um die ungarische Seite, um Buda und um Pest.
  • Ungeachtet des Brexit gehen neue Forschungsprojekte von Großbritannien und Deutschland an den Start: „Wie waren die Stadtverwaltungen in Augsburg und Aberdeen im Spätmittelalter organisiert? Wie entwickelten sie sich? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gab es? Und welche Begriffe verwendeten die beiden Verwaltungen bei der Dokumentation ihres Handelns? Antworten auf diese Fragen liefern will ein Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universität Aberdeen, das im kommenden Monat startet. Dafür wollen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler historische Quellen aus Augsburg und Aberdeen auswerten, die bereits digitalisiert worden sind und nun als XML-Datensätze vorliegen.“ via idw.

Archäologie

  • Neue Funde legen nahe, dass die Bevölkerung in Mexiko vor 9-13.000 Jahren vielfältiger war als bisher gedacht. Von Inuit über nordamerikanische Indianer bis zu Europäern finden sich auf relativ engem Raum Nachweise. via Wissenschaft.de.
  • Mal wieder der Neandertaler! Der ist ja so ein richtiger Europäer – oder? Eben offenbar nicht, denn nun wurden seine Gene auch im südlichen Afrika gefunden. via Der Standard.

Lesenswert

  • Wie immer sehr lesenswert: der „Nicht-Newsletter“ von Musermeku. In der Ausgabe 47-01-2020 geht es vor allem um die Frage wie wichtig es Besuchern von Museen, Zoos und anderen Einrichtungen ist, dass sie live Social-Media nutzen können und der Welt erzählen, was sie gerade tun. Gerade für viele Museen sicherlich ein Artikel, den sie dringend lesen sollten!
  • Lange hat es gedauert doch der Streit zwischen der Gemeinde St. Goar und dem Haus Hohenzollern hat nun endlich dazu geführt, dass die Familie den Anspruch der Gemeinde auf die Burg Rheinfels anerkannt hat. via Archivalia.
  • #SavingHeritage: „Wo sich Natur- oder menschengemachte Katastrophen ereignen, ist materielles Kulturerbe oftmals in Gefahr. Vorsorgemaßnahmen können dazu beitragen, den Schaden zu begrenzen. Der Prince Claus Fund (Amsterdam/Niederlande) und die Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf/Deutschland) haben daher die gemeinsame Initiative “Emergency Preparedness for Cultural Heritage under Threat” ins Leben gerufen. Nach einer internationalen Ausschreibung stehen die ersten neun Förderprojekte nun fest. Die ausgewählten Anträge stammen aus acht Ländern – von Museen und Archiven, Stiftungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Ihre Projekte sind Bedrohungen wie Bränden, Überschwemmungen, Erdrutschen, Erdbeben, Kriminalität und Krieg gewidmet. Die Fördermittel belaufen sich auf etwa € 20.000 pro Projekt.“ Die Projekte finden sich in Kenia, Simbabwe, Bhutan, Indien, Jemen, Peru, Jamaika und Surinam. via idw.
  • Was macht man eigentlich im Winter bei Eis und Schnee – ok, davon hat’s in diesem Winter nicht so richtig viel, aber man weiß ja nie – mit schönen großen, alten Skulpturen, die in einem Schlosspark stehen? Wenn Sie sich diese Frage schon einmal gestellt haben, dann hat der Schlösserblog Bayern die Antwort darauf.
  • „Wo der Mensch im Leben hergekommen, die Seite, von welcher er in ein Fach hereingekommen, läßt ihm einen bleibenden Eindruck […].“ – Kristin Knebel berichtet auf dem Blog der Klassik Stiftung über Goethes Freundschaft zur Geognosie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.