Kultur-News KW 22-2020

Digitalisierung

  • Kann Mediävistik auch digital? Eine gute Frage, die immer noch recht oft mit „Nein“ beantwortet wird, aber offenbar ist dieses Nein nicht mehr so ganz der aktuelle Stand der Dinge. Hannah Busch über „Die Mediävistik und ihre digitalen Spielräume auf der #DHd2020“. via DHdBlog.
  • Digitale Sammlungen laden ein zum Stöbern, Flanieren und Forschen. Das Magazin „alexander“ der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg berichtet über ein Digitalisierungsprojekt in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum. PDF, ab S. 22.
  • Wikimedias Weg ins Jahr 2030 – Handlungsempfehlungen für die Zukunft, nachzulesen auf dem Wikimedia-Blog. Dabei geht es um mehr als Technik, ein besonderes Augenmerk liegt auch auf Inklusion, Nutzererfahrung und Partizipation.
  • „Die Digitalisierung bietet Museen neue Möglichkeiten, ihrem Publikum Inhalte zu vermitteln. Ein wichtiges Instrument dafür sind Reproduktionsfotografien. Wie die Regelungen dafür im Zuge der EU-Urheberrechtsrichtlinie ausgelegt und umgesetzt werden können, erläutert Stephanie Niederalt.“ bei iRights.

Museen

  • Das Forschungsprojekt „M-Ma-Märchenprinz – Kulturelle Bildungsarbeit im ländlichen Raum“ untersucht mittels einer Umfrage die Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe unter Corona-Bedingungen. Einen Link zur Umfrage gibt es beim Museumsbund.
  • Museen als Ankerpunkte und dennoch in der Krise? Landauf, landab stecken die Museen wegen Corona in der Krise. Einnahmeausfälle durch die wochenlangen Schließungen, deutlich weniger Besucher*innen nach den Wiedereröffnungen und die Sponsoren haben auch gerade andere Probleme. Wie sieht es aktuell aus in deutschen Museen und wie sehen sie die Zukunft? via Handelsblatt.
  • „Im Rahmen von #danachdenken steht die Frage im virtuellen Raum, wie die kuratorische Arbeit und die Vermittlung der Ausstellungsinhalte trotz „physical distancing“ funktionieren kann. Dabei ist „physical distance“ in einem Jüdischen Museum nicht so neu wie es im ersten Moment scheint. Es geht dabei nicht um die 1,50 Meter Abstand wie in Corona-Zeiten, sondern um ganz andere Distanzen. 6484 Kilometer zwischen dem ehemaligen Heimatort München und dem jetzigen Heimatort New York oder 2640 Kilometer zwischen München und Tel Aviv.“ Mehr zum „physical distancing“ auf dem Blog des Jüdischen Museums München.
  • „Neue Wege und Formen“ suchen ist das Credo, das viele aus der Corona-Krise ableiten. #KunstimNetz macht sich Gedanken über den „Auszug der Kultur (und Kunst) ins Netz. Stimmen zum Thema auf dem Blog des Museums Joanneum.
  • „Mit über 60.000 Werken von rund 5.000 Künstlern zählt das neue Kunstmuseum Albertina Modern zu den größten Häuser für Gegenwartskunst in Österreich.“ Angelika Schoder berichtet auf musermeku über eine Pressereise zur Albertina Modern.
  • Was bedeutet es, wenn man von „Kultur für alle“ spricht? Und was bedeutet es wenn man von einem „Museum für alle spricht“? lebenx0 hat sich anlässlich des Diversity-Tags mit diesen Fragen beschäftigt.
  • Mehr Besucher*innen durch digitale Angebote – das ist das neue Credo der Landesmuseen Schleswig-Holstein. Damit reagiert man auch hier auf die Corona-bedingten Schließungen und Einschränkungen. via welt.de.
  • „Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, kann den bisherigen Maßnahmen in der Corona-Krise auch Positives abgewinnen.
  • Das Digitale könne zwar nie das Original ersetzen. „Aber um insbesondere junge Menschen für die Themen, Inhalte und Geschichten der Museen zu gewinnen, ist die virtuelle Präsenz entscheidend, und da hat die Corona-Krise noch einmal einen Extra-Schub gegeben“, erklärte Parzinger in einer Sonderausgabe des „MuseumsJournals“ der Kulturprojekte Berlin GmbH.“ via Deutschlandfunk.

Ausstellungen

  • Siwiarchiv berichtet über die Ausstellung „Machtmensch. Familienmensch. Der Große Kurfürst.“ im Schlossmuseum Oranienburg und im Schloss Caputh.
  • „Wenn wir heute an Hannah Arendt denken, haben wir oft die ikonisch gewordenen Porträts des Fotografen Fred Stein vor Augen. Mehrfach fotografierte er die politische Theoretikerin, manchmal stundenlang in ihrem eigenen Wohnzimmer, und fing Arendts besondere Ausstrahlung meisterhaft ein. Was seine Bilder so besonders machen und wie sich die Lebenswege der beiden überhaupt kreuzten, davon berichtet Ulrike Kuschel, Projektassistentin unserer aktuellen Ausstellung „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ auf dem DHM-Blog.“
  • Maaike van Rijn gewährt uns auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart schon einmal einen kleinen Einblick in die Landesausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“, die am 24. Oktober im Alten Schloss ihre Tore öffnen wird.
  • „Eine neue Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden beschäftigt sich mit dem Essen. “Future Food – Essen für die Welt von morgen” zeigt bis zum 21. Februar 2021 historische Ansätze und aktuelle Ideen zu Nahrungsmittelherstellung und Handel mit Lebensmitteln“. via Süddeutsche.

Geschichte

  • Die Burggeister Posti und Stein erklären auf dem Blog des Museums Burg Posterstein warum das Mittelalter eigentlich Mittelalter heißt und wo es dieses Mittelalter überall gab.
  • Es gab eine Zeit, da waren sie wertvoller als Gold und die Kapitalanlage schlechthin, diese ganz besonderen Blumen, die bis heute das Gesicht unseres Nachbarlandes Niederlande prägen. Die Rede ist – ganz klar – von Tulpen. Auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin gibt es einen interessanten Beitrag zur „Tulpomanie“.
  • Der „Traum vom Fliegen“ und das Zürcher Unterland. Wenn Sie bisher dachten, dass man das nicht zusammen denken kann, dann sollten Sie unbedingt diesen Beitrag des Schweizer Nationalmuseums lesen.
  • Körperkult, Wellness und der Traum von neuen Lebensformen. Nein, das sind keine Erfindungen unserer Zeit – diese Ideen reichen weit zurück bis in die Zeit um 1900. Mehr zum Thema findet sich auf dem Blog von Europeana.
  • Die Geschichte des „eigenen Zimmers“ und des Rückzugs in die Privatsphäre ist eine Geschichte, die sich auch in der Kunst nachvollziehen lässt. Thomas Aufleger geht der Geschichte anhand eines Bildes aus der Graphischen Sammlung des Germanischen Nationalmuseums auf dem hauseigenen Blog nach.
  • „Social Distancing ist in den aktuellen Corona-Zeiten das Gebot der Stunde. Doch fällt vielen Menschen die verordnete Reduktion von sozialen Kontakten, der physische Abstand von Mitmenschen und der konsequente Rückzug ins Private schwer. Der Mensch ist ein soziales Wesen, er entfaltet sich im Austausch, im Miteinander und im Dialog. Und weil uns das so schwerfällt, gilt ein Leben in Zurückgezogenheit und Einsamkeit in allen Religionen und Kulturen als höchste Form der Spiritualität.“ Daniel Hess auf dem Blog des Germanischen Nationalmuseums über das so andere Lebensprinzip der Kartäuser.

Archäologie

  • Lassen Sie uns die griechische Antike einfach mal ganz neu schreiben: „Die Entstehung der griechischen Stadtstaaten, die Erfindung des griechischen Alphabets, die griechische Kolonisation und das Zeitalter Homers – sie alle könnten 50 bis 150 Jahre früher zu datieren sein. Das legt ein Befund von Archäologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nahe.“ via idw.
  • Erbgutanalysen deuten darauf hin, dass man in Frankreich schon immer ein wenig anders auf Veränderungen und auf Fortschritt reagiert hat, sogar schon in der Steinzeit. via DerStandard.

Lesenswert

  • Einladung zur Diskussion oder Symbol der Unterwerfung unter das Christentum? – Die Diskussion über das Kreuz auf dem Humboldt-Forum. via Süddeutsche.
  • „Einmal kurz weggeschaut – und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Fast über Nacht hat sich unser Leben in diesem Frühjahr verändert. Das wird in unseren Köpfen Spuren hinterlassen, von denen wir noch nichts ahnen.“ Cees Nooteboom – einer meiner Lieblingsschriftsteller – über die Welt in Zeiten von Corona. NZZ.
  • Der Kulturpolitische Reporter – Peter Grabowski – über die Kultur, die zwar nicht unbedingt system- aber definitiv zivilisationsrelevant ist und was das in Zeiten von Corona bedeutet.

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