Kultur-News KW 39-2020

Digitalisierung

  • Wissenschaftliches Bloggen und die akademische Nutzung sozialer Medien als eine spezifische Form der Wissensproduktion. Levke Harders über „Soziale Medien und historisches Wissen“ auf dem Blog „Migration and Belonging“.
  • „Keilschriftliche Manuskripte aus Tontafelsammlungen der Hethiter von vor rund 3.500 Jahren werden in einem neuen DFG-Projekt vollumfänglich online zugänglich gemacht.“ via IDW.

Museen

  • Es hakt bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das schon länger. Nach dem Brandbrief der Museumsdirektoren Berlins war klar, dass eine Diskussion und wohl auch zeitnahe Veränderungen unumgänglich sein würden. Wie der RBB nun berichtet geht man diese „Herkulesaufgabe“ nun an. Ein Ziel ist vor allem die Museen zu stärken, sie attraktiver und digitaler zu machen und ihnen mehr Handlungsspielraum zu geben.
  • Am 3. Oktober sollen nun auch das Bode- und das Pergamonmuseum in Berlin wieder öffnen. via Monopol-Magazin.
  • Hermann Parzinger teilte in diesem Zusammenhang auch mit, dass die Renovierung des Pergamonmuseums gut voranschreite. via Süddeutsche.
  • Und wo wir gerade beim Pergamonmuseum sind: es feiert Geburtstag, den 90.! Das Monopol-Magazin gratuliert dazu.
  • Manchmal eröffnet ein Museum auch nicht, so wie das Picasso-Museum in Aix-en-Provence. via Monopol-Magazin.
  • „Cristina Navarro und Dietmar Fuhrmann arbeiten im Teilprojekt „Visitor Journeys neu gedacht – digitale Erweiterung des Museumsbesuchs“ der Staatlichen Museen zu Berlin. In dem Projekt „AR Interactive Guide Tool“ entwickeln sie in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Kuratorin für die Ozeaniensammlung des Ethnologischen Museums und KollegInnen aus dem Referat Bildung, Vermittlung, Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin eine Anwendung, die erstmals AR-Technologie in der interpersonellen Vermittlungssituation im Museum einsetzt.“ Mehr zur App gibt es bei museum4punkt0.
  • „Die Gipsformerei ist die älteste und eine der faszinierendsten Einrichtungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Ein von der Ernst von Siemens Kunststiftung gefördertes Projekt legt nun den Grundstein für eine Erforschung der einzigartigen Formensammlung.“ Die Projektleiterin Veronika Tocha erklärt auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin, was dahintersteckt.
  • 44 Minuten über die Kunst der Veränderung und die Notwendigkeit für Museen sich neu zu erfinden. Eine Diskussion mit Dr. Ralf Beil, Generaldirektor UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Dr. Andreas Henning, Direktor des Museum Wiesbaden, Prof. Dr. Astrid Pellengahr, Direktorin des Württembergischen Landesmuseum Stuttgart unter Moderation von Marie-Christine Werner, Zu finden beim SWR.

Ausstellungen

  • Die bayerische Landesausstellung „Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen“ wird im kommenden Jahr nicht wie geplant auf Schloss Herrenchiemsee stattfinden. Grund ist die Corona-Pandemie. Die Hygienebestimmungen schränkte die mögliche Anzahl der Besucher zu sehr ein heißt es. Deshalb wird die Ausstellung in das Haus der Bayerischen Geschichte nach Regensburg verlegt, berichtet der Bayerische Rundfunk.
  • Ja, manchmal hat irrwitzige Mode auch was Gutes oder sie könnte es zumindest haben, denn „in den 1860er Jahren [hätten Frauen] vermutlich kaum Probleme, den Corona- Mindestabstand 2020 von 1,50 m einzuhalten“ bei einem Kleiderumfang von bis zu 8 Metern. Das und noch viel mehr erfährt man in der aktuellen Sonderausstellung „Kleidung in Bewegung. Weibliche Mode seit 1850“ im Historischen Museum in Frankfurt. Einen kleinen Einblick in die Ausstellung gibt es auf dem Blog des Museums.
  • Nach einer umfassenden Restaurierung wird die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin als Teil der Alten Nationalgalerie am 27. Oktober mit der Sonderausstellung «Ideal und Form» mit Skulpturen des 19. Jahrhunderts wiedereröffnet. via Monopol-Magazin.
  • Öfter mal was Neues: „Das Mauritshuis in Den Haag zeigt eine Ausstellung mit nur einem Gemälde für nur je einen Betrachter. Keine Geräusche, keine Menschenmassen.“ Mehr über die Ausstellung gibt’s beim Monopol-Magazin.
  • Das Marta-Museum zeigt eine neue Ausstellung. „Glas und Beton“ zwei jahrtausendealte Werkstoffe und ein moderner Zugang für die Besucher*innen der Ausstellung. Mehr über die Ausstellung und das Konzept gibt es auf dem Marta-Blog.
  • „Die Ausstellung „Princess Eliza – englische Impulse für Hessen-Homburg“ erzählt zum 250. Geburtstag von Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg (London 1770 – Frankfurt 1840) die faszinierende Geschichte der eingeheirateten britischen Prinzessin. In ihrer neuen Heimat entfaltete die wohl bedeutendste Landgräfin von Hessen-Homburg ein Feuerwerk an Aktivitäten zur Förderung der verarmten Landgrafschaft. Sie kam mit modernen Ideen aus Großbritannien, liebte ihre neuen Aufgaben und wollte nützlich sein.“ Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 17. Januar im Schloss Bad Homburg und dazu gibt es eine digitale Ergänzung.

Geschichte

  • Gudrun Szczepanek erzählt auf dem Schlösserblog Bayern die Geschichte der Münchener Hofreitschule, die Grundsteinlegung am 27. Mai 1820, die Zerstörung im 2. Weltkrieg und den Wiederaufbau.
  • Wenn ein Maler, der auch Vegetarier ist, einen Skandal auslöst, dann ist das eine Geschichte, die unbedingt erzählt werden muss. Was es mit diesem Wiener Skandal der Jahrhundertwende auf sich hat, das erzählt das Blog „Vegetarisch in Wien um 1900“.
  • Um mittelalterliche Minnekästchen, Geheimnisse und den Wunsch nach Privatheit geht es in dem Beitrag „Mittelalterliche Minnekästchen: Zwischen Sehnsucht, Verbot und Spiel“ von Sonja Linowitzki auf dem Blog „the article“.
  • Klaus Mann? Ein Theaterkritiker? Aviv Hilbig-Bokaer beleuchtet auf dem Blog der Staatsbibliothek Berlin den „unbekannten Mann“ und sein Leben in den 1920er Jahren.
  • Die Cunard-Line ist einer jener Schifffahrts-Mythen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die verbunden sind mit Luxus und Glanz ebenso wie mit Hoffnung auf ein neues Leben. Mehr zur Geschichte dieser Schifffahrtsgesellschaft gibt es auf dem Europeana-Blog.
  • Kennen Sie Melli Beese? Ich gestehe: Ich nicht. Zumindest nicht bis ich auf dem Blog des Deutschen Museums über die spannende Lebensgeschichte dieser Luftfahrtpionierin las.

Archäologie

  • Eine Halsgeige und der „bislang der älteste und der einzig erhaltene Schienenpanzer“ aus römischer Zeit wurden nun in Kalkriese bei Osnabrück gefunden. via Süddeutsche.

Lesenswert

  • „Anfang September präsentierte ein breites Bündnis von Studierenden und Lehrenden, Geschichtslehrer*innen, Hobby-Historiker*innen, interessierten Einzelpersonen, Vereinen, Museen, Theatern, Gedenkstätten, zivilgesellschaftliche Initiativen, etc. die Initiative HiWelt. Historiker*innen für ein weltoffenes Thüringen.“ via VHD.
  • Mehr zur Positionierung der Geschichtswissenschaft gegen Rassismus findet sich in dem Beitrag „Rassismus und Geschichtswissenschaft“ von Christina Morina und Norbert Frei bei L.I.S.A.
  • Was in aller Welt sind eigentlich „Digital Humanities“? – Lia-Sophie Voigt liefert auf dem Blog „textlab“ eine Erklärung für „Dummies“ und startet damit in eine Blogserie.
  • Kuckuck, Kuckuck und Kuckuck oder: was ist eigentlich der Plural von Kuckuck? Denn den braucht man, wenn man über die Ausstellung im Uhrenmuseum in Furtwangen erzählen möchte. Mehr gibt es übrigens wie immer auf dem Blog des Museums.
    [P.S.: der korrekte Plural lautet Kuckucke 😉)
  • „Für Kultur und Medien sollen im kommenden Jahr gut 120 Millionen Euro zusätzlich im Bundeshaushalt bereitstehen. Nach dem Regierungsentwurf für den Etat 2021, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete, stehen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dann insgesamt 1,94 Milliarden Euro zur Verfügung.“ via Monopol-Magazin.
  • „Es gibt über 200 verschiedene Gebärdensprachen und Dialekte auf der Welt! Sie sind oft weniger mit gesprochenen Sprachen verbunden als man denkt und haben komplexe und reiche Geschichten, Linguistik und Grammatik.“ mehr über Gebärdensprachen findet sich auf dem Europeana-Blog.
  • Veränderungen antreiben und Visionen entwickeln – Daniele Turini auf dem Blog Netzkultur über „Unternehmenstransformation, Methoden und Ansätze“ für den Kulturbereich.

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