Kultur-News KW 08-2019

Digitales

  • EU-Urheberrechtsreform: Die EU-Staaten und ja, auch die Bundesregierung gehört dazu, haben diesen „ganz tollen“ Gesetzentwurf bestätigt und mir fällt dazu langsam nichts mehr ein.

Hier noch eine Analyse von Friedhelm Greis bei Golem.

 

  • Es war einmal … so fangen viele hässliche Geschichten an, so auch die von Pixabay. Waren sie nicht schön, die Zeit, wo man dort Bilder unter einer CCO-Lizenz finden konnte? – Seit dem 1. Januar ist das Geschichte und war einmal, denn Pixabay hat sich eigene Lizenzen gestrickt. iRights erklärt die neuen Lizenzen und die Fallstricke.

  • Gleich zwei neue digitale Portale hat nun die Herzog August Bibliothek vorgestellt. Im Pressetext heißt es dazu: „Das Portal „Frühneuzeitliche Gelehrtenbibliotheken aus den Sammlungen der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel“ bietet Dank der digitalen Re-konstruktion [sic!] einen phänomenalen Einblick in die Bibliothek eines religiösen Dissidenten im 17. Jahrhundert; es präsentiert die digitale Edition eines seiner Briefwechsel und gibt präzisen Einblick in mehr als dreißig Bibliotheksverzeichnisse aus drei Jahrhunderten:
    Die digitale Plattform „Druckstrategien und Gebrauchsformen von Psaltern aus den Sammlungen der Herzog August Bibliothek” konzentriert sich auf Praktiken der Herstellung und Benutzung von gedruckten Psaltern als dem meistgelesenen Buch der europäischen Vormoderne und bietet erstklassige Digitalisate von kostbaren Stücken. Anhand von zwanzig ausgewählten und in digitaler Form angebotenen Exemplaren bietet die Plattform die Möglichkeit, sowohl allgemeine Aspekte als auch spezifische Dynamiken der Produktion und Rezeption von Psaltern in der Frühen Neuzeit kennenzulernen:“. (Und nein, ich weiß nicht warum die Sätze mit Doppelpunkten enden).

 

  • 340.000 Digitalisate umfasst das „Syrian Heritage Archive Project“ inzwischen. Seit 2011, also seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien Sammeln der Direktor des Museums für Islamische Kunst und viele andere Material, dokumentieren und digitalisieren. Ziel ist es Kulturerbe zu erhalten, zu retten und vielleicht irgendwann einmal auch rekonstruieren zu können.

Ab Ende Februar 2019 wird all dies in der Ausstellung „Kulturlandschaft Syrien. Bewahren und Archivieren in Zeiten des Krieges“ im Pergamonmuseum präsentiert und Besucher*innen können sich auf eine virtuelle Reise begeben.

 

Wasserfontänen Schwetzingen
Schlosspark Schwetzingen – Arionbrunnen; Foto: A. Kircher-Kannemann

Museum

  • Freier Eintritt in Museen scheint für die Besucherzahlen durchaus hilfreich zu sein, so zumindest berichtet der WDR bzgl. des Folkwang Museums. Hier sollen die Besucherzahlen von 37.000 im Jahr 2014 auf 106.000 im Jahr 2018 (dann ohne Eintrittsgeld) gestiegen sein. Stimmen die Zahlen, dann wäre dies ein wahrhaft fulminanter Anstieg. Bleibt die Frage, ob jetzt nur die Menschen, die früher eh schon ins Museum gegangen sind nun einfach öfter gehen oder ob man tatsächlich neue Besuchergruppen ins Museum ziehen konnte, denn die Zahl der minderjährigen Besucher in Museum sinkt seit Jahren.

 

  • Erinnern Sie sich noch an die Sache mit dem Goldfisch und der Aufmerksamkeit? Da gab es diese Studie, die besagte, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines modernen westlichen Menschen nur noch bei 8 Sekunden läge und dies seit weniger als bei einem Goldfisch. Was das mit Museen zu tun hat? Nun, die Aufmerksamkeitsspanne eines Museumsbesuchers scheint noch niedriger zu sein: etwa 4 Sekunden – Smartphone sei Dank (oder auch nicht).

 

  • Museen und Kunstgegenstände können spannend sein wie ein Krimi, das hat sich nun wieder einmal anhand einer kleinen Elfenbeindose in Kassel gezeigt. Der Krimi handelt von eben dieser Elfenbeindose, einem Landgrafen, einer Königin und einem amerikanischen Soldaten. Dauer des Krimis: 73 Jahre. Die Auflösung gibt’s auf dem Blog der Museumslandschaft Hessen-Kassel.

 

  • Kolonialismus und der Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialem Kontext ist seit geraumer Zeit ein vieldiskutiertes Thema. Nun hat der Deutsche Kulturrat dazu eine Stellungnahme erarbeitet, die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen dazu anhält ihr Sammlungsgut zu prüfen. Gleichzeitig appelliert man an die Politik ein Gesamtkonzept für den Umgang mit diesen Objekten zu entwickeln.

Offenbar gibt es rund um diese Stellungnahme und das Konzept inzwischen erhebliche Querelen und Auseinandersetzungen, die beim Deutschen Kulturrat nachzulesen sind. Ich enthalte mich hier an dieser Stelle einer Meinung und einer Einschätzung, da ich noch nicht die Gelegenheit hatte die umfangreichen Texte zu lesen.

 

 

  • Zählen in der Kunst nur noch Megaschauen? Geht es nur noch um möglichst große Zahlen, um das Spektakel und möglichst tolle Schlagzeilen? Und vor allem ist diese Entwicklung eher Chance oder doch vielmehr Gefahr? – Eine Diskussion auf dem Marta-Blog.

 

 

Ausstellungen

  • Wow, das kann auch nicht jeder von sich behaupten, dass er 523 nach seinem Tod nochmal eine Karriere startet und dann zum Serienstar und zum Influencer mutiert. Das Blog des Landesmuseums Stuttgart stellt anlässlich der Ausstellung „Faszination Schwert“ den ersten regierenden Herzog von Württemberg-Teck – Eberhard im Bart – vor und zeigt, was der mit der Serie „Game of Thrones“ zu tun hat.

 

Bibliotheken/Archive

  • Es gibt schon wieder ein neues bloggendes Archiv! Seit kurzem bloggt das Stadtarchiv Bielefeld! – Schon seit 2007 war man hier internetmäßig aktiv mit dem „RückKlick“, der historische Ereignisse aus den unterschiedlichsten Feldern der Stadtgeschichte aufgriff. Jetzt gibt’s eben diesen „RückKlick“ als eigenes Blog.

 

Herberge im Archäologischen Park Xanten
Xanten Archäologischer Park – Blick auf rekonstruierte Gebäude
Foto: A. Kircher-Kannemann

Geschichte

  • Die Ministerialen des Kölner Erzstifts im Hochmittelalter“ lautet der Arbeitstitel eines Dissertationsprojekts, das gerade am Lehrstuhl  für Historische Hilfswissenschaften und Archivkunde an der Universität Bonn entsteht. Es geht um die Entstehung und die Entwicklung der Ministerialität am Hof der Kölner Erzbischöfe in den Jahren 1050 bis 1250.

 

 

  • Eine Prinzessin, ein Großherzog, eine üppige Mitgift und eine traurige Geschichte – oder auch eine Geschichte darüber was es mit der „Bubenquelle“ so auf sich hat. Thomas Aufleger hat sich auf dem Blog der Bayerischen Schlösserverwaltung mit der Geschichte von Prinzessin Mathilde, der Tochter König Ludwigs I. von Bayern beschäftigt.

 

  • Joseph Fraunhofer und die Geschichte der Entdeckung des Planeten Neptun. Ralf Würschinger auf dem Blog des Deutschen Museums über ein ganz besonderes Fernrohr, den Mann, der es erfand und die Anfänge der Astrophysik.

 

  • Mode-Ikonen und Trendsetter gibt es nicht nur heute, die gab es auch schon im 16. Jahrhundert. Almut Bues stellt Zofia Jagiellonka, die Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel vor, die nicht nur schöne Kleider liebte, sondern auch Kräutergärten und Kunst.

 

  • „Wie veränderten Elektrizität und Elektronik die Armbanduhr?“ – diese Frage stellt das Blog des Deutschen Uhrenmuseums in Furtwangen und stellt die Geschichte der Armbanduhr mit Batterie vor.

 

  • Ein Schloss, das Weltgeschichte schrieb: Jürgen Luh über Schloss Cecilienhof und die Potsdamer Konferenz von Juli bis August 1945.

 

 

Lesenswert

  • Wie wird man eigentlich Legionär und was muss man dafür eigentlich alles können? – Das Blog des Römermuseums in Haltern beantwortet diese Fragen und liefert so einen spannenden Einblick in das Leben eines römischen Legionärs.

 

 

Beitragsbild: Der noch unfertige Kölner Dom, gemalt von Max Hasak (1856-1934) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

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