Kultur-News KW 12/13-2019

Vorab

Diesmal gibt es eine verspätete Zweiwochenausgabe der Kultur-News, denn Grippe und Computerprobleme haben mich ein wenig ausgebremst, deswegen sind manche News auch nicht mehr ganz so neu, aber ich wollte sie auch nicht einfach löschen.

Vorneweg gibt es auch gleich eine traurige Meldung: Jan H. Sachers vom Blog „HistoFakt“ hat nach fünf Jahren seine wöchentlichen „Fundstücke“-genannten News eingestellt. Die Gründe sind vielfältig. An dieser Stelle von mir ein herzlicher Dank für die vielen Infos und Neuigkeiten der letzten Jahre und für die Empfehlung der Kultur-News!

 

 

Digitales

  • „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ oder auch ein „Clash of Civilizations“ wenn Digitalisierung auf Geisteswissenschaften trifft. Fabian Cremer über Digital Humanities und Projektmanagement.

  • Ist Artikel 9a der EU-Urheberrechtsreform ein Ausweg aus dem Dilemma um drohende Uploadfilter? Henry Steinhau analysiert auf „iRights“ die Optionen und kommt zu einem eher trüben Fazit.

 

  • Und hier mal eine abschließende Zusammenfassung der Reaktionen auf das „Ja“ zur Urheberrechtsreform.

Und noch ein kleiner Nachtrag zur Abstimmung irgendwo zwischen Bananenrepublik und Comic.

Interessant ist übrigens, dass nahezu alle begrüßen, dass dieses Gesetz aber zumindest eine Stärkung der Urheber erreicht. Das zeigt nur eins: Sie haben das Gesetz nicht wirklich gelesen, denn nicht die Urheber und ihre Rechte werden gestärkt sondern die Verlage. Für Deutschland setzt die EU-Urheberrechtsreform eine Schwächung der Autor*innen um, die vom Bundesgerichtshof 2016 für unrechtmäßig erklärt wurde. Und während die offiziellen Verbände der Journalist*innen und Autor*innen dieses Gesetz immer noch bejubeln setzt sich der Verband freier Journalistinnen und Journalisten „Freischreiber“ weiterhin dagegen ein.

 

  • Ein Plädoyer für’s Bloggen mit 22 Gründen, das hat nun Tanja Praske auf ihrem eigenen Blog veröffentlicht und richtet sich dabei vor allem an Museen, die ja leider viel zu selten bloggen und sich lieber auf Social Media Kanäle verlegen. Dabei ist Bloggen doch so schön und es hat so viele Vorteile, gerade verglichen mit Social Media.

 

  • Geschichtswissenschaft heute ist immer auch ein Stückweit Digital History und die geht nicht ohne Informatiker. Nun gibt es ein neues Projekt an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig: „Informatiker und Historiker haben sehr unterschiedliche methodische Zugänge zu ihren Forschungsgebieten. So spielen für Historiker historische Fakten und deren Nachweisbarkeit eine fundamentale Rolle, während wir Informatiker beispielsweise an Algorithmen für Softwaresysteme forschen. Als Teil des europäischen Forschungsnetzwerks ‚Data for History‘ wollen wir gemeinsam eine Methodik erarbeiten, die beide Forschungsfelder zusammenbringt“, so Thomas Riechert, Professor für Informationssysteme und Datenmanagement an der HTWK Leipzig.“

 

  • Thüringen ist schon digital mit dem Portal „kulthura“ und jetzt wird auch Sachsen digital und nennt sich schlicht „Sachsen.digital“. Das Portal präsentiert „digitalisiertes Kulturgut aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken sowie aus weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen des Freistaats Sachsen.“ Als Einstiegshilfe gibt es ein kurzes Anleitungsvideo:

 

 

Museum

  • Lustwandeln zum Frühlingsanfang durch die bayerischen Schlösser, Burgen und Parks. Viel zu sehen und viel zu erleben zwischen bunten Blumen, schönen Göttinnen und Rokoko-Allegorien. Nina Gramüller nimmt uns auf dem Blog der Bayerischen Schlösserverwaltung mit auf eine Entdeckungsreise.

 

  • Museen in Remagen, Sinzig, Ahrweiler, Andernach, Boppard, Kretz, Rheinbrohl und Boppard initiieren eine Internetseite zur römischen Geschichte am Mittelrhein d der Ahr, wie ntv berichtet. Zu finden ist die Seite unter „roemer-spuren.de

 

  • Wenn Studierende auf eine Ausstellung schauen, dann sehen sie wahrscheinlich vieles anders, oder? Das Technische Museum Wien arbeitet mit Studierenden zusammen, die dort ihre Masterarbeiten anfertigen und das Verhalten von Besucher*innen evaluieren. Was dabei herauskommt erstaunt in mancher Hinsicht.

 

  • Virtual Reality – ein Begriff und viele Fragen. Wie geht man mit Virtual Reality im Museum um? Wie führt man Besucher*innen an dieses Medium heran? Wie dokumentiert man das Erreichte? Gedanken und Ergebnisse dazu gibt es auf dem Blog „museum4punkt0“.

 

  • „Lassen Sie uns Geschichten erzählen!“ – Es ist ganz schön lange her, dass ich zum Geschichten und Geschichte erzählen aufgerufen habe und es freut mich, wenn ich sehe, dass Museen und andere Kulturinstitutionen Geschichte und Geschichten erzählen. So zum Beispiel aktuell das Landesmuseum Württemberg und hier geht man sogar noch weiter, denn die erzählte Geschichte wird gleich auch noch in Virtual Reality, sprich einen 360°-Film umgesetzt. Ingrid-Sibylle Hoffmann erzählt auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart über den Film, seine Entstehung und immer noch offene Fragen.

 

 

Ausstellungen

  • Kulturtussi“ Anke von Heyl erzählt von Künstlerinnen, die kaum jemand kennt oder die heute nicht mehr die Rolle spielen, die sie einst einmal spielten; von Künstlerinnen, die ihr Land verließen oder die ihr Land abbildeten. Ein Rückblick auf die Ausstellung „Museum global“, die am 10. März in der Kunstsammlung NRW zu Ende ging.

 

  • Auch Peter Soemers hat sich im Nachklang mit der Ausstellung „Museum global“ und der Blogparade #seekingartstories beschäftigt. Er berichtet über das Thema „Migration in der Kunst“ und über Frauen und Männer, die flüchteten und die vielfach auch gerade diese Flucht in ihrer Kunst verarbeiteten.

 

  • Manchmal ist Mode echt museumsreif und im nächsten Jahr noch mehr. Raffaela Sulzner berichtet auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart über die Vorbereitungen zur Landesausstellung 2020/21, die den Titel „Fashion?!“ tragen wird.

 

 

Bibliotheken/Archive

  • Es ist ein Dilemma – die Präsentation von bibliophilen Schätzen, denn auf der einen Seite möchte man sie schützen und schonen, um sie möglichst lange zu erhalten und auf der anderen Seite sollen die Menschen sie aber auch sehen können. Was also tun? Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist hier einen neuen Weg gegangen mit einer „MagicBox“.

 

 

Geschichte

  • Prinzgemahl – meistbetrauerter Ehemann – Kultobjekt: Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha feiert seinen 200 Geburtstag! Christina Sebastian auf dem Blog der Bayerischen Schlösserverwaltung über das Leben des Mannes, der zum wichtigsten Berater und Vertrauten Queen Victorias wurde.

 

  • Eigentlich müsste ich diese Geschichte auf meinem Weingeschichte(n)-Blog wiedergeben, aber da gibt es keinen Newsbereich, also gibt’s hier jetzt mal ein bisschen Weingeschichte: Genauer gesagt gibt es die Geschichte zweier Weinbergshäuschen, die irgendwie auch Lusthäuschen waren. Erzählt wird deren Geschichte von Christa Syrer auf dem „Hofkulturblog“.

 

 

Archäologie

  • Wie schön – im Bereich Archäologie gibt es auch mal wieder etwas Etruskisches zu verkünden (ich liebe sie ja, die alten Etrusker): ausgerechnet auf Korsika, nahe Aleria haben Archäologen nun ein etwa 2.300 altes Etruskergrab gefunden, wie „Der Standard“ berichtet.

 

 

Lesenswert

  • Wenn Denkmale Schule machen, dann lernen Schüler Kulturerbe kennen. Die Aktion „denkmal aktiv“ richtet sich an „allgemeinbildende und berufsbildende Schulen (staatliche und staatlich anerkannte Schulen) der Sekundarstufe I und II, an Grundschulen mit den Jahrgangsstufen 5 und 6, sowie an Einrichtungen der Lehreraus- und Fortbildung.“ Begleitet werden die Schulen während der Projektphase von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ziel ist es, dass Schüler*innen mehr über Kulturdenkmäler und Geschichte erfahren und ihre selbst gewonnen Erkenntnisse anschließend auch aufbereiten und dokumentieren.

 

  • Da ist er, der 37. Nicht-Newsletter von „musermeku“. Diesmal geht es Museen auf der Jagd nach neuen Zielgruppen, um einen ganz privaten Picasso und um viele Emojis.

 

  • Von wegen Kuckuck – das Uhrenmuseum Furtwangen erzählt auf seinem Blog die wahre Geschichte der Schwarzwalduhr und welche rolle der Tourismus schon im 19 Jahrhundert spielte.

 

  • Bild und Barbie oder: Das deutsche Fräulein-Wunder, das auszog nicht nur die USA, sondern die Welt zu erobern und sich gleichzeitig einen unbegrenzten Kleiderschrank und Luxus zu verdienen. Andrea Hahn erzählt die Geschichte der Barbie, die eigentlich (man glaubt es kaum) aus Deutschland kam.

 

Beitragsbild: Die Muse Clio
Anonymous, French-Italian, 17th century
Clio, ca. 1540–45, French,
Engraving; Sheet (trimmed): 8 11/16 × 6 7/8 in. (22 × 17.4 cm) Mount: 8 11/16 in. × 6 15/16 in. (22 × 17.7 cm)
The Metropolitan Museum of Art, New York, The Elisha Whittelsey Collection, The Elisha Whittelsey Fund, 1949 (49.95.316)
http://www.metmuseum.org/Collections/search-the-collections/337122

 

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