Kultur-News KW 49-2019

Digitales

  • Digitalisierung bedeutet auch einen Kulturwandel und der betrifft eben auch oder vielleicht vor allem Kultureinrichtungen. Christian Holst hat sich in einem Artikel mit diesem Phänomen beschäftigt. Er schlägt vor, dass „Kultureinrichtungen sich nicht nur als Kulturproduzenten verstehen, sondern zu Drehscheiben in der Auseinandersetzung mit kulturellen Themen werden“ sollten.

Museum

  • „Wir wollen konfrontieren und provozieren“ – das ist das Credo der neuen Dependance des Deutschen Museums in Nürnberg. In einem Jahr soll das Haus unter der Leitung von Marion Grether eröffnen. via Süddeutsche.
    Mehr zum neuen Museum auf dem Blog Deutsches Museum.
  • „Museen sind – wie wir alle – mitten drin im Zeitalter der Digitalisierung. Und sie sprechen schon seit Jahren über die Potenziale und Herausforderungen, die damit einhergehen. Aber haben sie wirklich verstanden, welche das sind? Schaut man auf die diesjährige Tagung von ICOM Deutschland, lautet die Antwort: mh, naja…“. ein Tagungsbericht von Kristin Oswald auf Kulturmanagement.net.
  • Wenn das Geld für einen Museumsneubau fehlt, dann geht das doch vielleicht auch digital – so der aktuelle Gedankengang in Augsburg, wo es mit dem Neubau eines Römermuseums erst einmal nichts werden wird. via Augsburger Allgemeine.
  • Eine Website speziell für Kinder hat jetzt der Kunstpalast in Düsseldorf gestartet. „Mittels der Website würden die Kunstwerke des Museums spielerisch vorgestellt, teilte der Kunstpalast am Mittwoch mit, etwa mit Memory, Kunstquiz und Detektiv-Spiel.“ via Monopol Magazin.
  • Digitalisierung im Museum via App – Franziska Siedler über „Kloster Chorin 3D – Zur Zeit der Zisterzienser“. Eine App, die „die klassische Ausstellung zu „Klosterbau und Klosterwirtschaft“ im Cellarium mit einer virtuellen Rekonstruktion der Gebäudeteile in der Klosteranlage – auch mit solchen, die nicht mehr erhalten sind“ verknüpft. via Blog Museum-Digital.
  • „Archäologen der Goethe-Universität haben in einem umfangreichen Projekt römische Funde aus Stockstadt am Main (Bayern) aufgearbeitet und digital erfasst. Die Arbeiten bilden die Voraussetzung für künftige Forschungen und für eine Neukonzeptionierung des Museums in Stockstadt.“ via idw.

Terra Sigillata Schale Jagdmotive
Terra Sigillata Schale mit Jagdmotiven – Römerkastell Saalburg Foto: A. Kircher-Kannemann

Ausstellungen

  • Ein König zwischen Revolution und Schauspielerinnen – klingt nicht nur nach einem interessanten Thema, ist auch eines und dem widmet sich die Sonderausstellung „Ludwig, Lola und Legenden“ in Aschaffenburg. Einer der Kuratoren der Ausstellung, Florian Schröter, gibt erste Einblicke in die Ausstellung, die am 5. Dezember eröffnet hat und noch bis zum 1. März 2020 in Schloss Johannisburg in Aschaffenburg zu sehen ist. via Schlösserblog-Bayern.
  • „Noch bis 1. Januar 2020 ist die Sonderausstellung „Mit den Waffen einer Frau. Furchtlose Frauengestalten der Antike“ im Lindenau-Museum zu sehen. Sie widmet sich den unkonventionellen Heroinen des mythologischen Universums der alten Griechen. Von zähen Amazonen über wilde Mänaden und rachsüchtige Gattinnen bis hin zur mysteriösen Magierin sind dabei verschiedene Konzepte der verhängnisvollen Frau vertreten.“ via Lindenau-Museum.
  • „Am 14. September 1769 wurde der Universalgelehrte, Naturwissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt geboren. Anlässlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstages wurde ihm zu Ehren von vier Museen im Altenburger Land eine gemeinsame Ausstellungsreihe konzipiert – humboldt4. Beteiligt waren das Lindenau-Museum, das Residenzschloss Altenburg, das Naturkundemuseum Mauritianum und das Museum Burg Posterstein.
  • Unter dem Titel „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ widmete sich das Museum Burg Posterstein einem Handwerkersohn aus dem Altenburger Land, der Humboldt als sein großes Vorbild sah.“ Petra Neumann zieht eine Bilanz auf dem Blog von Burg Posterstein.
  • Angelika Schoder war wieder einmal auf Bloggerreise und es ging wieder einmal zur Fondation Beyeler zur neuen Ausstellung „Resonating Spaces“. Mehr dazu auf musermeku.

Bibliotheken/Archive

  • Für alle, die sowohl die Frühe Neuzeit mögen, als auch noch auf der Suche nach den passenden Weihnachtsrezepten sind, gibt es jetzt auf dem Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland genau das richtige: Kochrezepte aus dem 18. Jahrhundert plus Originalhandschrift plus Transkription!  – Wenn das mal nicht eine Traumweihnachtszeit für jeden Frühneuzeitler wird!
  • Sie fressen Papier und sie werden für Archive, Bibliotheken und Museen zunehmend zu einem Problem: Papierfischchen. via mdr.
  • „Im August 2019 konnte das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt VD 17-Unika in der Staatsbibliothek zu Berlin erfolgreich abgeschlossen werden. Das Projekt hatte die Digitalisierung der deutschen Drucke des 17. Jahrhunderts zum Ziel, die als Alleinbesitz der Staatsbibliothek im „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts“ (VD 17) nachgewiesen sind und bisher nicht online zur Verfügung standen.“ Mehr als 9.000 Drucke sind nun digitalisiert. via Blog Staatsbibliothek Berlin.

Geschichte

  • „Liebe Leser*innen,
    herzlich willkommen zum LaG-Magazin im November. Diese Ausgabe entstand als Kooperationsprojekt mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA). Thema ist das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Rassismus bzw. zwischen Antisemitismus- und Rassismusforschung. Wir haben uns um Beiträge bemüht, die Bezüge und Verbindungen zwischen den jeweiligen Phänomenen und Disziplinen herstellen. Dabei ging es uns auch darum, Tendenzen der Entsolidarisierung entgegenzuwirken, die sich seit einigen Jahren verstärkt bemerkbar machen, und die sich u.a. darin äußern, Aufmerksamkeit mehr oder weniger ausschließlich nur auf ein Phänomen zu richten, das heißt entweder auf Antisemitismus oder auf Rassismus.“ so die Einleitung zum neuen Online-Magazin „Lernen aus der Geschichte“. via L.I.S.A.

Archäologie

  • Nicht nur die „Fundberichte Hessen“ sind ab sofort digital, sondern auch der „Archäologische Anzeiger“ des Deutschen Archäologischen Instituts. via Archaeologie-Online.
  • Im Lahn-Dill Kreis hat vor Jahren ein Landwirt einen römischen Pferdekopf aus Bronze gefunden. Der ist inzwischen weltberühmt. Ebenso berühmt ist wohl auch inzwischen der Streit zwischen dem Landwirt und dem Land Hessen bzgl. einer Entschädigung. via Süddeutsche.
  • Das Projekt “GenomeAsia 100K” liefert erste überraschende Ergebnisse zum Erbe der Denisova-Menschen und der dunklen Hautfarbe mancher Bevölkerungsgruppen in Asien. via Der Standard.
  • „Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat in Kairo bei durch Bauvorhaben bedingten Notgrabungen eine Reihe von erstaunlichen Funden gemacht, die zurück bis in die früheste Geschichte der Tempelstadt Heliopolis reichen. Zu den entdeckten Objekten aus unterschiedlichen Jahrtausenden gehören Feuerungsanlagen einer Brauerei, ein steingepflasterter Weg, ein Relief mit einer Darstellung von Ramses II. und Fragmente lebensgroßer Skulpturen. Die Grabungen standen unter der Leitung von Dr. Dietrich Raue von der Universität Leipzig und Dr. Aiman Ashmawy vom Ägyptischen Antikenministerium.“ via idw.

Esskultur im antiken Rom
Esskultur im antiken Rom Foto: A. Kircher-Kannemann

Lesenswert

  • „Nach Antisemitismus-Vorwürfen hat die belgische Stadt Aalst ihren Karneval von der Weltkulturerbe-Liste der Unesco streichen lassen.“ via zkbw.
  • „Beim Festival „Right the Right“ im Haus der Kulturen der Welt sprachen Juristen und Künsterinnen darüber, wie man das Urheberrecht gerechter gestalten kann. Ist ein neues Urheberrecht die Lösung? Oder gibt es andere Wege, die Balance wieder herzustellen?“ mehr dazu auf iRights.
  • Die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute – ihr kommt, gerade im Rheinland und im Ruhrgebiet eine besondere Stellung zu. Mit einer ganz besonderen Heiligen Barbara beschäftigt sich das Blog des LVR-Landesmuseums Bonn.

In eigener Sache

Passend zum Advent und den bevorstehenden Weihnachtsfeiern ging es hier auf dem Blog wieder einmal um die Esskultur. Diesmal ging es ins antike Rom. Unter dem Titel „Von Haselmäusen und Pfauenfedern – Esskultur im antiken Rom“ gibt es kulinarische Leckerbissen und auch so manch humoriges zur Esskultur im antiken Rom.

Die Kultur-News verabschieden sich in die Weihnachtsferien! Wer trotzdem weiter aktuelle Neuigkeiten aus dem Kulturbereich haben möchte, der folge mir einfach auf Twitter oder Facebook, dort wird es auch in den kommenden drei Wochen regelmäßig Neuigkeiten geben.
Hier auf dem Blog geht es dann in der KW 1-2020 weiter mit neuem Gewand aber weiterhin mit vielen Neuigkeiten.
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020!


Beitragsbild:
Terra Sigillata Schale mit Skelett-Motiv – Römermuseum Xanten
Foto: A. Kircher-Kannemann

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