Kultur-News KW 04-2020

Digitalisierung

  • 2020 ist Beethoven-Jahr und … richtig! Hölderlin-Jahr. Gefeiert wird der 250. Geburtstag des Dichters und dazu gibt es nun die passende Internetseite auf der alle Termine und Veranstaltungen zu finden sind. Eines allerdings irritiert: Die Seite hat keine SSL- bzw. TLS-Verschlüsselung – eigentlich ein No-Go.
  • „Das zeigte die Sächsische Akademie der Künste nach 1800: Ausstellungskataloge in Wikisource“ – ein Projektbericht von Andreas Wagner. Via Saxorum.Hypotheses.
  • „Die bisherigen Reformen des Urheberrechts und die Onlinestellung digitalisierten oder digitalen Archivguts“. via Archivalia.
  • Proveana die Forschungsdatenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ist online. Auf der Website heißt es zum Projekt: „Ziel ist es, Provenienzforschung durch die Dokumentation historischer Informationen zu unterstützen, dadurch transparenter zu gestalten und zur Lösung ungeklärter Fälle beizutragen.  Proveana umfasst vier Forschungskontexte: NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut (NS-Raubgut), kriegsbedingt verlagertes Kulturgut (Beutegut), Kulturgutentziehungen in Sowjetischer Besatzungszone und DDR sowie Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Die Datenbank erlaubt die Suche nach Personen, Körperschaften, Ereignissen, Sammlungen, Provenienzmerkmalen, Objekten und weiterführenden Quellen. Proveana durchsucht auch die Inhalte der Lost Art-Datenbank und stellt außerdem Verknüpfungen zu anderen Datenbanken her. Proveana ist ein Unterstützungsangebot für die von Kulturgutentziehungen Betroffenen und ihre Nachfahren, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für alle mit dem Handel von Kulturgütern befassten Personen, für Medien und für politisch Verantwortliche.“
  • Das Land Niedersachsen hat sein Projekt “Denkmalatlas Niedersachsen” gestartet. Stück für Stück sollen hier die über 100.000 Objekte vorgestellt und zugänglich gemacht werden. Angelegt ist das Projekt bis zum Jahr 2023.

#SavingHeritage #HeritageAtRisk #SharingHeritage
#Saving Heritage #SharingHeritage Heritage at Risk

Museen

  • Museen, die immer noch nicht auf Blogger-Relations achten und Social Media für verzichtbar halten, sollten einen Blick nach Warschau werfen. Dort gelang es einem kleinen bunten Museum für Neonleuchten weltweite Aufmerksamkeit zu erlangen und das „nur“ dank Blogs und Instagram. via Deutschlandfunkkultur.
  • Das Lenbachhaus in München hat eine neue Website: bunt und vielfältig ist sie und verbindet die klassischen Informationen einer Museumswebsite mit der Online-Sammlung. Zu den Bildern der Online-Sammlung gibt es jeweils passende Informationen, eine Downloadmöglichkeit und eine CC-by-Lizenz. Laut eigenen Aussagen sollen sowohl Website als auch Online-Sammlung weiter wachsen. Da kann man nur sagen: vorbildlich!
  • Zwei Jahre hat der Umbau gedauert doch nun ist ein Ende in Sicht. Das Jüdische Museum in Berlin wird am 17. Mai seine neue Dauerausstellung eröffnen. 3.500 Quadratmeter stehen dem Museum nun zur Verfügung. Das Hauptthema der neuen Dauerausstellung werden die christlich-jüdischen Beziehungen sein. Außerdem informiert die Ausstellung über die wichtigsten Bereiche des jüdischen Lebens wie etwa Feiertage u.a. Ergänzt werden die klassischen Museums-Objekte durch Virtual Reality, interaktive Spiele und audiovisuelle Medien. via Süddeutsche.
  • „Im Brooklyn Museum in NYC können Besucher_innen über eine App direkt mit dem Team des Museums interagieren. Individuelle Fragen zu Objekten, Künstler_innen und dem Museum werden von den Expert/innen unmittelbar beantwortet. Die App ASK wurde 2016 nach 2-jähriger Entwicklungszeit gelauncht und ist im Museumsfeld einzigartig. Wir haben die App ausprobiert.“ – eine tolle Idee, die Macher und Besucher enger zusammenführt. via Forum Kulturvermittlung.at.
  • „Für das Fugger und Welser Erlebnismuseum Ausgburg ist eine digitale Anwendung als Rallye entstanden. Mit ihr können Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren sowie interessierte erwachsene Besucherinnen und Besucher das Museum auf ganz neue Weise entdecken. Die App bietet Geschichte(n) der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser im frühen 16. Jahrhundert und erweitert das multimediale Konzept des Hauses. Außerdem zeigt die Anwendung dem Publikum, welche Sehenswürdigkeiten Augsburg zu den Fuggern außerhalb des Erlebnismuseums bereithält, und hilft bei der Planung des Besuchs.“ via FabulApp.
  • Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt feiert Geburtstag und zwar den 200.! Es ist ein echtes Universalmuseum und wohl eines der ältesten seiner Art. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die nächsten 200! via Süddeutsche.
  • Dass Museen mehr sind als pure Ausstellungshallen, das hat sich hoffentlich inzwischen herumgesprochen. Dass Museen auch Forschungszentren sein können aber wahrscheinlich noch nicht so ganz. Ein solches Forschungszentrum der besonderen Art soll nun am Museum für Naturkunde in Berlin entstehen. Insgesamt 660 Millionen Euro stellen offenbar Land Berlin und der Bund zur Verfügung, um dort einen Wissenschaftscampus für Natur und Gesellschaft zu schaffen. via Süddeutsche.
  • Die Sammlung der Museen, die mich zum Weinen bringen und die aktuell eigentlich nur mit den Hashtags #HeritageAtRisk und #SavingHeritage belegt werden können, wird leider immer länger. Der jüngste Fall ist das Nibelungenmuseum in Worms, das 20 Jahre nach Eröffnung aufgrund von Feuchteschäden eine umfassende Sanierung benötigt. via Süddeutsche.
  • In Jena soll eine neue „Optik-Erlebniswelt“ entstehen. Die Eröffnung ist für das Jahr 2023 geplant. via Süddeutsche.
  • Zwar ist das Bauhaus-Jahr vorbei, aber es wird wohl noch eine ganze Weile weiterwirken. Angelika Schoder wirft bei Musermeku einen Blick ins neue Bauhaus-Museum und beschäftigt sich mit der an der Ausstellung geübten Kritik.
  • Bald gibt es wieder einmal einen Blogger-Walk! Diesmal im Bayerischen Nationalmuseum passend zur Ausstellung „Treue Freunde. Hunde und Menschen“. Am 7. Februar um 18:00 Uhr geht es los unter dem Hashtag #BNMArtDogs. Tanja Praske gibt auf ihrem Blog erste Einblicke in die Ausstellung.

Ausstellungen

  • „Surrealismus ist eine Geisteshaltung! Kein Stil. So vielfältig wie die Vertreter und Vertreterinnen dieser Bewegung ist das Spektrum der Themen, mit denen die Surrealisten gegen das Bürgertum, Staat, Politik oder Kirche aufbegehrten. Die Surrealisten trafen sich regelmäßig im Paris der 1920er-Jahre, verfassten Manifeste, publizierten Zeitschriften. Sie diskutierten über politische Entwicklungen ebenso wie über die damals neue Psychoanalyse, deren Erkenntnisse sie als Impulse nutzten, um die Gesellschaft mit den Mitteln der Kunst zu verändern. Ihre Ideen verbreiteten sich über ganz Europa, Nord- und Mittelamerika. Anhand von 34 Künstlerinnen aus 11 Ländern beleuchtet die SCHIRN erstmals den weiblichen Beitrag zum Surrealismus bis in die 1970er-Jahre.“ So heißt es im Digitorial der Kunsthalle Schirn zur neuen Ausstellung „Fantastische Frauen“, die vom 13. Februar bis 24. Mai zu sehen sein wird.
  • „Diesen Kuß der ganzen Welt! Die Beethoven-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin“ ist der Titel einer Beethoven-Ausstellung in der Staatsbibliothek Berlin, die vom 11. März bis 30. April zu sehen sein wird. Nachgezeichnet wird in dieser Ausstellung der Weg, den die Beethoven-Autographe nach Berlin nahmen. via Blog.SBB.
  • Wenn die weltpolitische Lage dazwischenfunkt … Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe sagt seine für Oktober geplante Ausstellung „Die Perser – Am Hof der Großkönige“ ab. Auf der Website des Museums heißt es zur Begründung: „Die weltpolitischen Ereignisse haben uns in den vergangenen Tagen sehr beschäftigt. Wir haben alles Erdenkliche versucht, um den gegenseitigen Austausch der Leihgaben 2020 mit Iran zu realisieren“, so Prof. Dr. Eckart Köhne.“

Bibliotheken / Archive

  • Dem Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg wurden im Jahr 2018 die Mittel seitens des Landtags NRW vollständig gestrichen, dabei waren sie erst 2017 genehmigt worden. Dennoch lässt man sich nicht unterkriegen und arbeitet weiter. via Siwiarchiv.
  • Die Digitalisierung der Bestände zur Weimarer Republik des Bundesarchivs geht weiter. Aktuell widmet man sich den Beständen des Reichsministeriums für Wiederaufbau. Dazu heißt es: „Von den überlieferten Unterlagen des Ministeriums wurden neben einzelnen Akten zur Organisation des Ministeriums und der allgemeinen Organisation des Wiederaufbaus vor allem Akten zum Versailler Vertrag und seiner Durchführung digitalisiert.
    Insgesamt können aktuell 211 Akten des Bestandes online recherchiert werden.“

Goethe über das Beste, das wir von der Geschichte haben
Johann Wolfgang von Goethe über Geschichte

Geschichte

  • „Wenn Digital Humanities die Kooperation zwischen Geisteswissenschaftler:innen und Informatiker:innen sind, wie kann man dann DH studieren?“ Digital Humanities und Digital History zwischen Konkurrenz, Kooperation und Konspiration. Frederik Elwert auf dem Blog Belter.Hypotheses über „Digital Humanities – Disziplinen in Konkurrenz oder Kooperation?“.
  • Dreißig Alben aus dem späten 16. Jahrhundert öffnen einen farbigen und vielgestaltigen Blick auf das Verhältnis der Habsburger und Osmanen jener Zeit und auf die Kultur- und Alltagsgeschichte. via L.I.S.A.
  • Es muss eine bewegende Trauerfeier gewesen sein, die offenbar den sonst eher durch Ironie und Sarkasmus auffallenden Friedrich Karl von Moser nicht ganz kalt ließ. Christian Quaeitzsch berichtet auf dem Schlösserblog-Bayern über den Tod und die Trauerfeier für den Kurfürsten und Kaiser Karl Albrecht (1697-1745) und auch über seine prunkvolle Krönung.

Archäologie

  • Purpur – die Farbe der Kaiser und Könige, eine Farbe mit Geschichte und Mythos. Aber wo kam Purpur her, über welche Wege kam er nach Europa? Eines der wichtigsten Zentren des Purpurhandels war die Stadt Meninx auf der Insel Djerba. Seit 2015 widmet sich ein Forschungsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München dieser Stadt und ihrem Handelsgut. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde im April 2019 ein Archäologischer Park eingerichtet. Mehr zum Purpurhandel gibt es auf Wissenschaft.de.
  • „Neue Erkenntnisse zur Herstellungstechnik von Bronzestatuen verspricht ein Grabungsprojekt von Archäologen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in der antiken Metropole Gerasa (Jordanien). Untersucht werden soll dabei eine römerzeitliche Werkstatt. Die Grabung ist an der Professur für Klassische Archäologie der KU (Jun.-Prof. Dr. Nadin Burkhardt) angesiedelt und steht unter der Leitung ihres Vorgängers Prof. em. Dr. Gerhard Zimmer in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Weber (Deutsch-Jordanische-Universität, Amman) sowie Prof. em. Dr. Jacques Seigne, dem langjährigen Leiter der Mission archéologique francaise de Proche Orient als Berater.“ via idw.
  • Nach 3.000 Jahren scheint der Wunsch des Priesters, dass seine Stimme auch nach seinem Tod erklingen möge Wirklichkeit geworden zu sein. via heise.de.

Lesenswert

  • Achtung: Schon wieder ein Gedenkjahr! Aber wir haben noch ein wenig Zeit, es wird es 2021 so weit sein. Im nächsten Jahr feiert Nordrhein-Westfalen den 100. Geburtstag von Joseph Beuys. Viele Museen und Institutionen in Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, Aachen, Bonn, Dortmund, Essen, Kleve, Leverkusen, Mönchengladbach, Bedburg-Hau und Wuppertal werden sich am Gedenkjahr beteiligen, das im März 2021 beginnen und gleich bis 2022 dauern wird. via Monopol-Magazin.
  • Über Goethe, brasilianische Malvenarten und die „Goethea cauliflora“. Ein interessanter Beitrag von Gisela Maul zu Goethes erster naturwissenschaftlicher Publikation auf dem Blog der Klassik-Stiftung.
  • Sie haben keinen Platz sich eine echte Schwarzwalduhr an die Wand zu hängen, hätten aber irgendwie Spaß daran? Kein Problem, denn die berühmten Uhren gibt es auch als „Ührchen“ in ganz ganz klein. Mehr über die Schwarzwalduhr im Miniformat gibt es auf dem Blog des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen.
  • Baden-Württemberg das Bundesland der Dichter und Denker, das Land von Schiller, Hölderlin, Hesse, Hebel und und und. Die Liste der Dichter und Denker, die dort zumindest zeitweise lebten und wirkten ist lang. Andrea Hahn stellt uns einige Dichter und ihre Orte im Ländle vor.

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