Kultur-News KW 32-2020

Digitalisierung

  • Spielzeug goes digital – Am Stadtmuseum Brandenburg an der Havel wird die Spielzeugsammlung digitalisiert: „Das Digitalisierungsprojekt gehört zur „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg” der Landesregierung Brandenburgs von 2018, welches vom Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg aufgelegt wurde.“ heißt es dazu auf dem Blog von Museum Digital.

Museen

  • Was ist eigentlich ein Museum – die New York Times beschäftigt mit der gefühlt schon ewig dauernden Such nach einer neuen Definition für das gute alte Museum.
  • Auch das Monopol Magazin widmet sich der Frage und zeichnet die Chronologie der Ereignisse während der Suche nach einer neuen Definition nach.
  • Museen geht es aktuell nicht gut, sie leiden unter der Corona-Krise. Weltweit sind Museen von Stellenstreichungen und gar Schließungen bedroht, wie jetzt die F.A.Z. am Beispiel New Yorks aufzeigte. Umso erfreulicher ist es da, wenn man einmal über eine Finanzspritze für ein Museum liest. Wie die Stuttgarter Nachrichten aktuell berichten wird es eine solche Finanzspritze in Höhe von 500.000 Euro für das Keltenmuseum Hochdorf geben.
  • „Meuterei“ in der Hauptstadt – 19 Museumsdirektoren verfassen einen Brandbrief und veröffentlichen ihn auf der Museumswebsite. Was steckt dahinter? Zunächst einmal scharfe Kritik an den Zuständen innerhalb der Staatlichen Museen Berlin. „Die langwierigen und intransparenten Prozesse in einer tiefgestaffelten Hierarchie verhindern ein schnelles Eingehen auf aktuelle Fragestellungen und Wünsche des Publikums oder die Initialisierung neuer Forschungsvorhaben“ heißt es seitens der Museumsdirektoren und die Süddeutsche Zeitung widmet sich gleich in zwei Artikeln dem Problem und analysiert, dass es den Direktoren vor allem um mehr Eigenverantwortung geht.
  • Auch das Monopol Magazin berichtet über den Brandbrief und die Berliner Museumsprobleme.
  • „Die Franckeschen Stiftungen gründen am 12./13. Oktober 2020 mit der Kunstkamera in St. Petersburg (Russland) und dem Teylers-Museum in Haarlem (Niederlande) ein »Europäisches Netzwerk Vormoderner Museen«
    Pressetermin mit Museumsdirektoren, Ministerpräsident und Botschaftern am 13. Oktober 2020“ via Presseportal
  • „Kuratieren mittels Schwarmintelligenz“ für dieses Schlagwort steht nextmuseum. Dahinter steht die Frage „Wie könnte das Museum der Zukunft aussehen? Die meisten Experimente, die diese Frage beantworten wollen, versuchen, den Museumsbesuch neu zu gestalten – die Kuration bleibt dabei oft verschlossen. Das Museum Ulm und das NRW-Forum in Düsseldorf haben am 1. Juli 2020 die Plattform nextmuseum.io gestartet, die diesen Umstand verändern soll.“ Nils Bühle hat sich das Projekt genauer angeschaut und berichtet auf dem Kultur-Blog.
  • Wie haben sich Museen und Museumsbesuche durch Corona verändert? Um diese Frage ging es bei der Blogparade #KulturAlltagCorona, initiiert von KulturHochN und Damian Kaufmann. Die Zusammenfassung zeigt wie vielfältig und auch zwiespältig Kultur in Zeiten von Corona ist.
  • Das erste öffentliche Museum Barcelonas war das Martorell Museum. Das Europeana Blog erzählt seine Geschichte in Bildern.

Ausstellungen

  • Will man, bzw. muss man 40.000 Exponate auf engstem Raum nicht nur unterbringen, sondern auch noch dem Publikum zeigen, dann hilft nur eins: ein Hoch auf die Petersburger Hängung. – Die findet sich nun bald in Bad Homburg, genauer gesagt im dortigen Horex-Museum, denn das wird zur zeitweiligen Heimat des Städtischen Museums im Gotischen Haus, das nun renoviert und auf den neusten Stadt der Technik gebracht wird. via Frankfurter Neue Presse.
  • Fotografien sind immer wieder etwas Faszinierendes, vor allem, wenn sie alt oder sogar sehr alt sind und uns ein Stück Vergangenheit ganz nah bringen. Angelika Schoder stellt in ihrer Rezension „Belichtungszeit: Die Facetten der Fotografie“ die Publikation “Belichtungszeit” vor. Sie ist ein Begleitband zur Ausstellung „The Incredible World of Photography“ im Kunstmuseum Basel, die noch bis zum 4.10.2020 läuft. Der Band „dokumentiert die umfangreiche Fotosammlung von Ruth und Peter Herzog, von Aufnahmen aus den 1840er Jahren bis in die 1970er Jahre“.

Bibliotheken / Archive

  • „An der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt hat das von der Thüringischen Staatskanzlei geförderte Projekt zur Digitalisierung und Online-Präsentation der „Gothaischen Zeitung. Gothaer neueste Nachrichten“ mit insgesamt 86.000 Seiten der Jahre 1850 bis 1918 begonnen.“ Nähere Informationen gibt es auf dem Blog der Forschungsbibliothek.

Geschichte

  • „Zuweilen darf man den Eindruck haben, die Bewusstwerdung über das Historische findet wesentlich mittels Jubiläen statt. Warum gedenken wir bestimmten Geschehnissen nicht dann, wenn sie an der Zeit wären, sondern wenn sie im Kalender stehen?“ Achim Landwehr über die „Magie der Null“ und unser etwas eigenwilliges Geschichtsverständnis. Dieser Essay ist Teil der Publikation „Jahrestage, Gedenktage, Jubiläen“ aus der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“. Einen Link zum Download gibt es bei der Bundeszentrale für Politische Bildung.
  • Kann man eine Graphic Novel in Comicformat über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte machen? Darf man so etwas überhaupt machen? Diese Frage hat sich das Duisburger Stadtmuseum gestellt und sie mit „Ja“ beantwortet. Zur Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ erschien eine Graphic Novel die die Geschichte von Hildegard Lagrenne und ihrer Familie erzählt. Ins Bild gesetzt wurde sie von Jonas Heidebrecht. Auf dem Blog des Museums erschien nun ein Interview mit dem Küsntler.

Archäologie

  • Etwa 2.200 Jahre alt sind die rätselhaften Felskammern, die Archäologen in Abydos entdeckt haben. Ob sie als Kultort dienten ist noch nicht geklärt. Mehr zu diesem neuen Fund gibt es bei Spektrum.de.

Lesenswert

  • Seit einem Jahr hat die Klassik Stiftung Weimar eine neue Leiterin. Der MDR blickt zurück auf die ersten 365 Tage von Ulrike Lorenz bei der Klassik Stiftung und fragt nach, was von den agilen Plänen schon realisiert werden konnte.
  • Mund- und Nasenschutz-Masken gehören für uns inzwischen zum Alltag und die meisten von uns sehen aus, als ob sie gleich einen OP betreten wollten. Warum also nicht einfach aus der Not eine Tugend machen und den gerade an heißen Tagen so manches Mal auch lästigen (aber zwingend notwendigen!) Schutz zu einem kultigen Accessoire machen? Und einfach mal den Nasenpulli zum Kunstobjekt machen? Wie das geht kann man bei Europeana nachlesen.
  • Die Innenausstattung eines Schlosses zu rekonstruieren ist eine Herausforderung. Auf dem Schlösserblog Bayern erläutert Restauratorin Marion Biesalski viel Wissenswertes rund um die Vorgehensweise bei einer solchen Rekonstruktion und zeigt vor allem auch die Herausforderungen auf, die speziell bei der Rekonstruktion der Innenausstattung von Schloss Rosenau entstanden sind.
  • Van Gogh gehört sicherlich zu den schillerndsten und revolutionärsten Gestalten der Malerei. Bei L.I.S.A. gibt es nun ein Interview mit Manfred Clemenz über den Metyphysiker und Revolutionär Van Gogh.
  • Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer – sie sind auch Orte des Gedenkens, der Geschichte und auch der Kunst und Kultur. Das Europeana Blog wirft einen ganz eigenen Blick auf Friedhöfe und ihre Kultur.

DLH
Deutsch Langhaarkatze historische Postkarte – Scan

In eigener Sache

Gestern war #WorldCatDay – Zeit für mich noch einmal zwei ältere Blogartikel zu lesen, die sich mit einem ungewöhnlichen Katzenliebhaber beschäftigen, einem Mann, der zwischen Wissenschaft, Poesie und Katzen ein Leben lang hin und her schwankte: Friedrich Schwangart.

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