Kultur-News KW 45-2020

Und noch ein Preis!
Der „FÖRDERPREIS JUNGE KULTURFÖRDERUNG 2020“ ausgelobt vom Jungen Think Tank im DAKU Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V. Als „jung“ werden hier übrigens alle betrachtet, die zwischen 18 und 40 Jahren alt sind.
Der Förderpreis soll vor allem digitale Entwicklungen fördern. Im Ausschreibungstext heißt es dazu:
„Wir fördern euer Team – damit ihr euch für die Kultur einsetzen könnt!
Mit dem Förderpreis zeichnen wir junge Mitglieder von Kulturfördervereinen aus, die mit ihren Ideen zeigen, wie sie das Engagement für ihre Institutionen digital weiterentwickeln. Das geförderte Projekt erhält ein fünfmonatiges Coaching durch Capgemini Invent, einen der weltweit führenden Anbieter von Management- und IT-Beratung, sowie ein begleitendes Mentoring vom Jungen Think Tank im DAKU Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V.. Wir statten euch mit dem nötigen digitalen Know-How aus, damit ihr eure ambitionierten Ziele erreicht!“ Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 6. Dezember 2020.


Digitalisierung

  • Am Mittwoch geht es los mit der neuen Blogparade der Münchener Stadtbibliothek. #femaleheritage heißt es dann bis zum 9. Dezember. Im Ankündigungstext heißt es zur Blogparade: „Gemeinsam mit Euch möchten wir Frauen in der Erinnerungskultur präsenter machen und das Bewusstsein für ihr Werk und ihr Wirken stärken. Rückt ihre Leistungen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft in den Fokus, löst Euch dabei von den gängigen, binären und polarisierenden Weiblichkeits- und Männlichkeitsklischees. Wir freuen uns auf Eure Sicht zum Thema!“ Also ran an die Tastaturen!
    Die Blogparade zieht übrigens schon vor ihrem Beginn große Kreise, denn selbst die Süddeutsche Zeitung hat bereits darüber berichtet.
    Auch ich habe mir schon Gedanken gemacht über interessante Frauen, die leider fast vergessen sind.
  • Wie soll man eigentlich mit der Digitalisierung in Sachen Kultur umgehen? Ersetzt das Digitale das Analoge? Werden 3D-Touren zur Postkarte des digitalen Zeitalters? Sollen Museen zum bessern Netflix werden? Oder in welche Richtung führen uns all die neuen digitalen Techniken und vor allem: was davon wird erfolgreich sein? Führt die Digitalisierung zur Vereinsamung oder eben das Gegenteil? Sollen Museen die besseren Social Medias werden? – Anika Meier hat sich in einem sehr ausführlichen Artikel beim Monopol-Magazin mit diesen Fragen beschäftigt und plädiert für eine kommunikative Lösung.
  • Unter dem Hashtag #WelterbeFürRespekt startet die Welterbestadt Bamberg eine Kampagne für respektvolles Miteinander. „Ein abfälliger Kommentar hier, eine beleidigende Bemerkung da. Die Herabwürdigung von Personen oder Personengruppen hat viele Gesichter. Alle Menschen können Diskriminierung erfahren, jetzt oder in der Zukunft, denn jeder Mensch hat ein Alter, ein Geschlecht, eine ethnische Herkunft, oft auch eine Religion oder eine bestimmte Weltanschauung. Wer Zeuge von Antisemitismus, Transphobie oder Rassismus wird, steht nicht selten daneben, unsicher, ob er etwas sagen soll und wenn ja, was. Und sagt am Ende oft: nichts. Doch was wir an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Einrichtungen, in unseren Städten zulassen, wird auch weiterhin geschehen.“ Einziger Haken der Kampagne, die über Facebook und Instagram unterstützt wird: man sollte Fränkisch können.
  • Wenn ein noch nicht existierendes Museum mit einer Ausstellungsvitrine in ein virtuelles Museum einzieht – MiQua meets DOMiD. Mehr dazu auf dem Blog des MiQua.
  • Augmented Reality Apps – wie funktionieren sie? Wo soll die Reise hingehen und was sollen sie dem Nutzer ermöglichen? Bei t3n hat man sich ausführlich mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

Museen

  • Die Direktoren verschiedener Kunstmuseen haben in einem Brief gegen die Schließung ihrer Häuser aufgrund des Lockdowns protestiert. via Süddeutsche.
  • Auch das International Council of Museums (ICOM) fordert Museen nicht erneut zu schließen: „Museen sind Orte wichtiger gesellschaftlicher, kultureller und historischer Übereinkunft und gerade jetzt, mehr denn je, gesellschaftlich mit entscheidend, um die Krise zu überstehen.
    Ihre Bedeutung als “außerschulische Lernorte” unterstreicht ihre Bildungsrelevanz, die es gerade jetzt zu stärken und zu erfüllen gilt. Viele Museen sind gut in der Lage, die geforderten Abstandsregeln und Hygienevorschriften umzusetzen.
    Wir sprechen uns dafür aus, dass Museen als unverzichtbare Lernorte während der aktuellen Krise geöffnet bleiben!“ via IDW.
  • Der Blog Museumsperlen stellt fünf Kunstmuseen in historischen Gebäuden vor, die zum Oberpfälzer KulturNetzwerk KoOpf gehören.
  • Ein Roboter im Museum? Scheint zunächst nicht so unvorstellbar, aber ein Roboter, der die Besucher durchs Museum führt? Ja, das gibt es: „Durch die Ausstellung „Ex Machina. Kunst & Maschine“ im OÖ Kulturquartier in Linz führt ein Roboter.“ Angelika Schoder stellt ihn für musermeku  vor und stellt die Frage: „Ist das die Zukunft für Museumsführungen?“
  • Auch ein Auto kann Teil kolonialen Sammlungsguts sein. Der Grund: Kautschuk. Das Deutsche Museum beschäftigt sich in einem zweiten Beitrag über koloniales Sammlungsgut mit kolonialen Materialien.

Ausstellungen

  • Das Sauerland-Museum stellt die Vorbereitungen für die nächste Sonderausstellung „EISZEIT – Leben im Extrem“ vor.
  • Die „Musealisierung“ der Humboldt-Brüder. L.I.S.A. zeigt ein Interview der Wissenschaftshistorikern und Kuratorin Prof. Dr. Anke te Heesen mit dem Kurator der Humboldt-Ausstellung, dem Kunsthistoriker David Blankenstein.
  • „Teste dein Modewissen“ heißt es aktuell auf dem Blog des Landesmuseums Stuttgart. Ein Quiz im Rahmen der Landesausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“.

Bibliotheken / Archive

  • „Bedingt durch die Pandemie gehen Universitäten wie Bibliotheken verstärkt online und investieren in mehr E-Book-Lizenzen. Fachverlage gaben teilweise zahlreiche Inhalte frei, wenn auch nur für begrenzte Zeiträume. Worauf es für ihn zukünftig ankommt, erläuterte uns Jürgen Christof von der Unibibliothek der TU Berlin.“ via i-Rights.

Geschichte

  • Eine Uhr als Sinnbild oder: Wenn eine Uhr eine sich wandelnde Weltsicht widerspiegelt. Christian Quaeitzsch auf dem Schlösserblog Bayern über „Erwachsenenbildung in vergoldeter Bronze“ in Form einer Uhr im Residenzmuseum.
  • Was ist eigentlich das Wesen der Stadt als solcher? Was macht eine Stadt aus? Wie wird eine Siedlung zur Stadt? Reicht räumliche Verdichtung schlicht aus oder braucht es viel mehr? – Diese und andere Fragen stellen sich – am Beispiel der Stadt Köln – die Mitglieder der Forschungsgruppe „Agrippina“, dem Forum für Kölnische Stadtgeschichte. Mehr dazu auf Histrhen.Landesgeschichte.
  • Die Geschichte der persischen Juden und ihre Rettung vor ihrem Gegner Haman durch die Königin Esther, das ist die Geschichte des biblischen Buchs Esther. Seit Jahrhunderten wird dieses Buch immer wieder neu interpretiert und erhält aktuelle Bezüge. Eine dieser Neuinterpretationen durch Gabriella Rosenthal aus dem Jahr 1951 stellt der Blog des Jüdischen Museums München vor. Übrigens wurde das Buch Esther nicht nur in jüdischen Kreisen immer gerne herangezogen. Auch christliche Prediger nutzten es gerne, so etwa Wolfgang Ludwig Assum. Ihm und seiner Interpretation habe ich ein Kapitel meiner Dissertation gewidmet.
  • Verschiedene Anlässe verlangen verschiedene Kleidung. Keine ganz neue Erkenntnis und gerade auch beim Sport bedarf es passender Kleidung. Aber anders als heute sollte die passende Sportbekleidung in früheren Jahrhunderten nicht unbedingt einfach nur bequem sein und der Ausübung des Sports förderlich. Vielfach sollte sie vor allem schick sein. Das galt vor allem, wenn Damen Sport trieben. Jan H. Sachers hat sich auf seinem Blog HistoFakt mit Damensportbekleidung im 19. Jahrhundert beschäftigt, vor allem beim Bogenschießen.
  • Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert hatte sich ein Badearzt namens Zwierlein in Bad Brückenau Gedanken über die Damenbekleidung gemacht und sogar einen Wettbewerb angeregt, um passende Kleidung für einen Aufenthalt in einem Kurbad zu entwickeln.

Archäologie

  • In Balgheim (Landkreis Tuttlingen) wurde ein merowingischer Sarg aus dem sechsten Jahrhundert gefunden. via Süddeutsche.
  • „EU-Parlamentarier beklagen das mangelnde Engagement Deutschlands im Kampf gegen Antikenhehlerei“ mehr dazu bei archaeologik.blogspot.
  • Und schon wieder zerstört die Archäologie ein Weltbild (liebe Männer, es tut mir schon fast leid): Offenbar war man in der Jungsteinzeit emanzipierter als bisher gedacht, berichtet Der Standard.
  • Eine 31.000 Jahre alte tragische Geschichte um kleine Zwillingsbrüder und ihren Cousin. via Der Standard.

Lesenswert

  • Nach dem Kölner Dom soll nun auch das Jüdische Viertel Kölns zum UNESCO-Welterbe werden, berichtet das Monopol-Magazin.
  • Die Geschichte einer Beschwerde – oder über alltäglichen Rassismus, Sensibilität und Ethik im Museum. Ein „Prozess- und Erlebnisbericht“ auf dem Museenblog Nürnberg.
  • „Die Kultur muss aufpassen, dass sie nicht immer eine Extrawurst brät.“ – Ähm, wie bitte? Das „wie bitte“ wird sich sicher auch bei Ihnen noch verstärken, wenn Sie hören von wem diese Aussage stammt: NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen! Hat man da noch Fragen? – Bernd Berke hat sich bei Revierpassagen mit dieser Aussage beschäftigt.
  • Welche Gründe gibt es für einen Sammler seine Sammlung einem Museum zur Verfügung zu stellen? Und welche Gründe hatte er überhaupt irgendwann mit dem Sammeln anzufangen? Auf dem Marta-Blog gibt es dazu ein interessantes Interview mit dem Sammler Heiner Wemhöner.

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