Kultur-News KW 46-2020

Digitalisierung

  • I-Rights zum neusten Stand der Dinge in Sachen „Erstes Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarktes“.
  • Digital Storytelling – irgendwie schon beinah ein Buzzword und auf jeden Fall aktuell in aller Munde. „The article“ hat sich einen Online-Workshop bei Github angeschaut, der „im Rahmen des digitalen Förderprogramms digLL – Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen – als Teilprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main gefördert und unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Sander, Städel-Kooperationsprofessur am Kunstgeschichtliches Institut der Goethe-Universität, von Leslie P. Zimmermann und Samuel Fickinger, […] als studienbegleitendes Online-Angebot für die Fächer Kunstgeschichte und Curatorial Studies entwickelt“ wurde.

Museen

  • Museen werden auch in diesem Lockdown wieder wie Freizeiteinrichtungen behandelt. Doch „Museen sind mehr als Freizeiteinrichtungen“, so die Aussage des Deutschen Museumsbundes, der sich auf seiner Website wie folgt zur Schließung äußert: „Museen leisten als Bildungsakteure einen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt, sie sind Orte der Selbstbildung sowie der öffentlichen Debatte und können nicht auf eine reine Unterhaltungsfunktion reduziert werden. Der Deutsche Museumsbund schließt sich daher der Forderung des Deutschen Kulturrates an den Bundestag an, die Relevanz und Bedeutung von Kultureinrichtungen für die Gesellschaft anzuerkennen und den Kulturbereich als eigenständigen Bereich zu benennen.“
  • Das Jüdische Museum München ruft zu einer Mitmachaktion auf, um die Vielfalt zu zeigen, die es in unseren Städten gibt. Es wird gebastelt, gemalt und geklebt. Ein Einführungsvideo zeigt wie das geht.
  • Sollten Sie eine Liebhaberin oder ein Liebhaber von graphischen Zeichnungen sein und aktuell aufgrund der Museumsschließungen ein Mangel verspüren, dann bietet der Blog der Staatlichen Museen Berlin hier Abhilfe mit einem Zehnerpack Grafik aus dem Kupferstichkabinett.
  • Was tun Museumsmitarbeiter*innen eigentlich, wenn das Haus wegen Lockdowns erneut geschlossen ist? Der Blog des Deutschen Museums gibt ein paar Einblicke in die aktuelle Arbeit.
  • Auch das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen berichtet über die Arbeit im Haus während des Lockdowns und hat Interessantes zu vermelden: das Museum hat viel Arbeit in die Digitalisierung gesteckt und die Objekte der Dauerausstellung sind nun auch digital 24/7 anzuschauen.
  • Art Déco und Freimaurerfans werden dieses Museum – wenn sie es nicht schon längst kennen – jetzt wahrscheinlich auf ihre Besuchsliste setzen: Angelika Schoder stellt bei musermeku die Freemasons’ Hall in London vor.
  • Rotterdam hat es vorgemacht und vielleicht gibt es auch bald in Deutschland die ersten Drive-In Museen [s. Kultur-News KW 34-2020]. Wenn es gelingt, dann sind es nicht die großen Häuser, die es vormachen, sondern die kleinen ausgesprochen Innovativen. Das Museum Burg Linn in Krefeld und das Deutsche Textilmuseum (ebenfalls in Krefeld Linn) planen aktuell solche Drive-In Museen wie die Westdeutsche Zeitung berichtet.
  • Überraschung: Der Umzug des Römisch-Germanischen Zentralmuseums ins Mainz in den Neubau verzögert sich. Allerdings hoffentlich nur um drei Monate, wie Zeit-Online berichtet.

Ausstellungen

  • „Mit der Wiedereröffnung der Dauerausstellung am 1. Juli 2020 präsentiert das Deutsche Historische Museum (DHM) einen neuen Bereich zur deutschen Kolonialgeschichte. Angesichts der intensiven Diskussionen zur deutschen Kolonialgeschichte und der Kontroversen um den Umgang mit kolonialem Erbe in Museen war es dem DHM wichtig, diesen Bereich noch vor der zeitnahen Schließung der Dauerausstellung zu überarbeiten.“ Der Blog des Deutschen Historischen Museums schildert die Umgestaltung und die Ideen, die hinter der Neugestaltung stehen.
  • „Der Untergang des Römischen Reiches“ wird das Thema der großen Rheinland-Pfälzischen Landesausstellung 2022 werden. Vorabinformationen gibt es beim Volksfreund.

Bibliotheken / Archive

  • „Dokumente der Unmenschlichkeit: Vor zwei Jahren tauchten in den USA bisher unbekannte Fotos des Novemberpogroms 1938 in Nürnberg und Fürth auf“. Die Stadtarchive der Metropolregion Nürnberg berichten über die Bilder und die Geschichte dahinter.
  • Ja, ein Relaunch muss nicht immer nur gut ausgehen. Ein Beispiel ist der Relaunch des NRW-Archivportals an dem auch ich schon so meine Kritik äußerte. Das Archivamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe hat sich einmal aus archivischer Sicht mit dem Relaunch beschäftigt.
  • „Ab Freitag, 13. November 2020, bietet die Österreichische Nationalbibliothek eine kostenlose Online-Führung durch den Prunksaal an. Bis zum Ende des aktuellen Lockdowns wird ein Guide an zwei Terminen pro Woche live durch die historische Bibliothek am Josefsplatz führen. Basis dafür ist die Google-Streetview-Aufnahme des barocken Gesamtkunstwerks.“ Mehr zum Angebot auf dem Blog der Vereinigung der Österreichischen Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Geschichte

  • Da ist sie wieder: die 5. Jahreszeit, wenn auch in diesem Jahr irgendwie ein wenig anders als gewohnt. Ein guter Zeitpunkt also mal einen Blick in die Vergangenheit von Karneval zu werfen. Das hat man sich auch beim Schlösserblog Bayern gedacht und sich mit den „Carnevals-Lustbarkeiten“ am Bayreuther Hof im 18. Jahrhundert beschäftigt. Eine ganz schön farbenfrohe, facettenreiche und internationale Karnevalvariante.
  • „Sie war eine ungewöhnliche, mutige und kritische Frau, eine Forscherin und leidenschaftliche Weltenbummlerin und eine emanzipierte Prinzessin. Therese Charlotte Marianne Auguste von Bayern sprach 12 Sprachen, ging auf Expeditionen nach Skandinavien, Russland, Nord- und Süd-Amerika, paddelte über den Amazonas, zeltete bei Nomaden und kraxelte auf Berggipfel.“ Der Blog Museumsperlen erzählt im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage die Geschichte dieser beeindruckenden Frau.
  • 1945 – das Jahr in dem „rebellische Frauen“ den Äther eroberten. Bettina Hasselbring erzählt – ebenfalls im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage – die Geschichte des „Frauenfunk“ bei Radio München, erzählt beim Bayerischen Rundfunk.
  • „daß unter diesem edlen Geschlecht sehr viele anzutreffen, um die es immer schade ist, daß sie im Küchen-Rauch, oder doch bei dem Nähe-Pulten verderben sollten.“ – auch Andrea Hahn hat sich des Themas #femaleHeritage angenommen und berichtet über eine Ärztin in einem Jahrhundert, in dem es eigentlich für eine Frau unmöglich war diesen Beruf zu ergreifen. Doch Dorothea Erxleben gelang im 18. Jahrhundert eben dieses Wunder.
  • „Clara Schumann hat null Bock.“ heißt es – ebenfalls zur Blogparade #femaleHeritag – bei Susanne Wosnitzka. Und dazu gibt es auch noch den „Sidekick: Unbekanntes zu Franz Liszt in Augsburg. Neues zur Konzertorganisation im 19. Jahrhundert in Augsburg und München“.
  • Dies sind nur 4 von aktuell 22 Blogbeiträgen, die innerhalb von 4 Tagen eingegangen sind! Alle eingegangenen Beiträge finden sich unter dem Text zur Blogparade.
  • Die Geschichte der Deutschen Frauenbewegung von ihren Anfängen in den 1850er Jahren bis hinein ins Heute stellt das Deutsche Historische Museum vor.
  • Auch Getränke gehören durchaus zur Kultur und manchmal haben sie eine sehr spezielle und eigene Geschichte zumal, wenn die dann auch noch mit den Olympischen Spielen zusammenhängt. Mehr zu dieser mysteriösen Geschichte gibt es auf dem Europeana-Blog.

Archäologie

  • So manche Funde, die für die Archäologie spannend sind sehen auf den ersten Blick für den Laien aus als gehörten sie eigentlich in eine Mülltonne. So ist es auch mit dem Fund des Monats November, den der Blog des LVR-Landesmuseums in Bonn vorstellt.
  • Europas erster Maschinenkomplex steht in Südfrankreich und ist fast 2.000 Jahre alt. Über die „Hydraulik der weltweit ersten Industrieanlage“ berichtet Archaeologie-Online.

Lesenswert

  • Wieder einmal Lockdown und wieder einmal sind die Fitness-Studios geschlossen und Sie haben keine Ahnung wie Sie sich jetzt fit halten sollen? Kein Problem! Der Blog der Staatlichen Museen Berlin bietet einen tollen Zehnerpack von wahrhaft historischen Leibesübungen an.
  • Ok, ja, Sankt Martin ist schon vorbei, aber das Quiz rund um Sankt Martin lohnt trotzdem noch. Und um ganz ehrlich zu sein: Ich konnte nicht alle 11 Fragen beantworten, die sich das Landesmuseums Stuttgart da so ausgedacht hatte.
  • Gedanken zu einem Teppich, der kein Teppich ist, ein Stück Weltgeschichte erzählt und immer neue Fragen aufwirft. Ein interessanter Beitrag bei Archaeologie-Online zum Teppich von Bayeux.

In eigener Sache

Hoffentlich in der kommenden Woche werde auch ich mich der Blogparade #femaleHeritage anschließen und mich der Lebensgeschichte zweier Frauen widmen, die vieles gemeinsam haben und doch letztlich sehr unterschiedlich waren: beide waren adelig, beide waren mit berühmten Männern ihrer Zeit befreundet, beide haben Eingang in die Literatur gefunden, beide haben sich scheiden lassen und beide sind erst in den letzten Jahren wieder aus dem Dunkel der Geschichte ein wenig hervorgetreten. Beide Frauen sind mir bereits während meines Studiums begegnet. Die eine lebte nur ein paar Kilometer von mir entfernt und die andere hat mir einen der spannendsten Jobs beschert, die ich je hatte. So, mehr wird erst einmal nicht verraten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.