Von Goethe zur Goethestraße und zurück nach Bad Nauheim – 2. #Kulturwoche: Donnerstag

Von Wetzlar aus, wo wir auf Goethes Spuren gewandelt sind und das Lottehaus und das Jerusalemhaus besucht haben, kehren wir nun nach Bad Nauheim zurück. Irgendwie bleiben wir sogar bei Goethe, wenn auch auf sehr indirekte Weise.

An unserem ersten Tag in Bad Nauheim hatten wir uns dem Jugendstil gewidmet und der Bäderkultur des 19. und 20. Jahrhunderts. Unser heutiges Thema entfernt uns recht weit davon. Es wird wieder einmal musikalisch, aber ganz anders als in der 1. Kulturwoche:


Goethestraße 14 in Bad Nauheim – ehemaliges Wohnhaus von Elvis Presley
Foto: A. Kircher-Kannemann

Von Goethe zur Goethestraße

Sicherlich wird es so einige Leute geben, die gepflegt darüber streiten möchten, ob Elvis, dieser „Pelvis“, der Mann, der mit den Hüften wackelte, denn nun ein Kulturgut darstellt oder nicht.
Unbestritten aber ist, dass er die Kultur beeinflusst hat und nicht nur die Musikkultur.

Elvis war ein Phänomen, das die Musik veränderte und die Kultur der Jugend seiner Zeit und damit wohl nachhaltig die gesamte Kultur. Der King of Rock’n Roll sorgte für eine Revolution und sein Tod im Alter von 42 Jahren sorgte für eine wohl nie zuvor gekannte weltweite Trauer und auch Hysterie.

Wohl niemand, der im Jahr 1977 schon alt genug war, wird die Bilder von Graceland vergessen haben, die wohl nur vergleichbar waren mit den Bildern von Neverland 2009. Aber Graceland, das berühmte Anwesen des King ist nicht die einzige weltweite Pilgerstätte der Elvis-Fans. Es gibt da noch eine andere und die liegt eben in Bad Nauheim.

Zwischen 1958 und 1960 wohnte Elvis Presley nämlich hier an wechselnden Orten. Sein letztes Zuhause war ein schönes leicht altmodisches und gar nicht so großes Haus auf der Goethe-Straße. – Wie sich Dinge doch manchmal treffen.


Elvis-Stele in Bad Nauheim – Foto: A. Kircher-Kannemann

Bad Nauheim – The European Home of Elvis

Bad Nauheim – das europäische Zuhause von Elvis. Hier war Elvis während seiner Militärzeit stationiert, hier lebte er und hierher zieht es bis heute alljährlich tausende von Elvis-Fans aus der ganzen Welt.

Man merkt, dieser Mann ist auch 42 Jahre nach seinem Tod noch immer ein Phänomen und nicht nur sein Grab ist ein Pilgerstätte, sondern auch sein ehemaliger Wohnort in Deutschland.

Und Bad Nauheim scheint es zu genießen einmal im Jahr im Fokus zu stehen und den King zu feiern. Beim alljährlichen European Elvis Festival steht die Stadt Kopf und verwandelt sich in Elvis-City. Kaum ein Geschäft, das nicht irgendwelche Elvis-Devotionalien in der Auslage hätte. Überall hängen Bilder von Elvis und selbst die Speisekarten werden an diesem Wochenende umgeschrieben: Es gibt Memphis-Burger, G.I. Pasta und den „King-Teller“.

Und noch etwas geschieht: Die Stadt tritt eine Zeitreise an. Plötzlich sieht man überall Elvis-Doubles und Frauen jeder Altersklasse, die in Petticoat und Pfennigabsätzen durch die Straßen laufen.

Die Stele auf dem Elvis-Presley-Platz direkt an dem Hotel gelegen in dem Elvis die ersten Monate seines Aufenthalts in Bad Nauheim verbrachte, wird zur Pilgerstätte an der man Blumen und Kerzen niederlegt. Selbstgemalte Bilder liegen davor – letzte Zeichen der Liebe seiner Fans.

Ehrlich gesagt wollte ich immer einmal dabei sein, bei diesem Elvis-Festival und sehen, was da so passiert. Ich gestehe dieses Wochenende hat mich irgendwo zwischen Ungläubigkeit und Staunen zurückgelassen. Aber es war definitiv eine Reise wert und das Erlebnis auch.

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