Gutes Essen bei Familie Goethe – 2. #Kulturwoche: Sonntag

Es ist inzwischen Sonntag geworden in unserer Kulturwoche. Der letzte Tag, wie schnell doch die Zeit vergeht und wie viele Erlebnisse in so eine Woche passen. Da passt es ganz gut es am Sonntag ein wenig ruhiger angehen zu lassen und sich auch mal den leiblichen Genüssen zuzuwenden.

Leibliche Genüsse, das geht auch ziemlich gut hier in der Region in der wir uns gerade aufhalten. Wer Obst liebt ist hier genau richtig aufgehoben. Bei unseren Touren sind wir quasi an endlosen Reihen von Obstbäumen entlanggefahren. Selbst Wen gibt es hier. Oben auf dem Johannisberg zum Beispiel von dem aus man ganz Nauheim überblicken kann und sogar noch die Skyline von Frankfurt erblickt. Zugegeben, es ist nicht so sehr viel Wein, aber immerhin. Etwas weiter entfernt gibt es dann ja auch noch den berühmten Johannisberg, den mit dem Goethe-Blick und dem Riesling. Der Rheingau ist nah und wem das nicht reicht, der hätte auch noch die Hessische Bergstraße zur Auswahl.

Blick vom Johannisberg in Bad Nauheim mit Weinberg – Foto: A. Kircher-Kannemann

Anna Margarethe Justina Lindheimer und die Auflösung eines Rätsels

Als ich diese Kulturwoche vorbereitet und nach Themen gesucht habe, da hatte ich bei Twitter eine Rätselfrage gezwitschert und trotz einiger Hinweise, die ich gegeben habe war das Rätsel denn wohl doch zu schwierig, denn nur einer hat es lösen können.

Es ging dabei um diese Frau auf dem Bild.

Des Rätsels Lösung …

Ja, diese Frau hat etwas mit Goethe zu tun. Sogar ziemlich viel, wenn man genau ist und ja, sie hat auch sehr viel mit Essen zu tun!

Wer sie ist?

Ihr Name ist Anna Margarethe Justina Textor, geborene Lindheimer aus Wetzlar. Geboren wurde sie hier am 31. Juli des Jahres 1711. Ihr Vater war Prokurator am Reichskammergericht, Cornelius hieß er.

Mit gerade einmal 14 Jahren heiratete sie den Juristen Johann Wolfgang Textor, der ebenfalls am Reichskammergericht arbeitete (nicht sonderlich verwunderlich in Wetzlar, wo mindestens die halbe Stadt von diesem Gericht abhing).

Der aufmerksame Leser und/oder Goethe Liebhaber könnte jetzt schon ahnen oder vielleicht sogar wissen wer die Dame ist, von der hier die Rede ist …

Genau: Es ist Goethes Großmutter!


Das Kochbuch von Goethes Großmutter

Und eben jene Großmutter ist der Beweis dafür, dass dem alten Goethe das Schreiben irgendwie in den Genen gelegen haben muss, denn schon seine Großmutter hat geschrieben. Zugegeben, es waren weder Romane noch Gedichte (zumindest wissen wir das nicht – aber vielleicht hatte sie ja welche im Nachtschränkchen versteckt, wer weiß).

Es war ein Kochbuch, dass Anna Margarethe uns hinterlassen hat. Das original befindet sich im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. 1980 wurde es tatsächlich auch veröffentlicht und seitdem kann die Welt, so sie denn mag, quasi echt Goethe’sche Küche genießen.

Und wer keine Lust hat die Rezepte selber nachzukochen, der hat in Wetzlar im Rahmen der Goethe-Wochen die Gelegenheit diese originalen Gerichte zu probieren.

Damit sind wir am Ende der 2. #Kulturwoche angekommen. Ich persönlich freue mich schon wieder auf die nächste und lasse mich überraschen welche Themen mir das so alle begegnen werden.

Goethe-Blick vom Johannisberg im Rheingau
Und Goethe grüßt zum Abschied – Büste im Jerusalemhaus in Wetzlar – Foto: A. Kircher-Kannemann

Hier noch einmal ein Rückblick auf die Themen dieser Woche:


Beitragsbild: Der sog. “Goethe-Blick” vom Johannisberg im Rheingau
Foto: A. Kircher-Kannemann

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