Kultur-News KW 40-2019

Digitales

  • „Das Research Center Sanssouci (RECS) hat in Kooperation mit perspectivia.net, der Publikationsplattform der Max Weber Stiftung, und dem Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft der Universität Potsdam (UP) die Online-Edition der Briefe Markgräfin Wilhelmines von Bayreuth von ihrer Reise nach Frankreich und Italien gelauncht. Die Edition ist ab sofort bei perspectivia.net frei verfügbar. https://quellen.perspectivia.net/de/wilhelmine/start. Mehr Informationen über die Online-Edition gibt es bei recs.hypotheses.
  • Goodbye Open Access sagt nun Public History Weekly und wird künftig Geld kosten – ob der Weg der richtige ist wird die Zukunft zeigen.

Museum

  • Mitarbeiter*innen brandenburgischer Museen trafen sich Anfang September zum zweiten Treffen der AG Brandenburgische Museen digital. Die Frage mit der man sich beschäftigte lautete: „Welche Möglichkeiten und Chancen bieten soziale Netzwerke den brandenburgischen Museen?“ Ein nicht allzu verwunderliches Ergebnis des Treffens war, dass gerade aufgrund von Zeit- und Personalmangel die Sozialen Medien aktuell nur eine untergeordnete Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit spielen. via Blog Museum-digital.
  • Überraschung: Auch in Frankfurt wird es länger dauern mit dem Bau der neuen Museen. Wer hätte das gedacht? Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet liegt dies vor allem an den vielbeschäftigten Baufirmen.

Ausstellungen

  • Herzlichen Glückwunsch! Das MiQua hat am 24. September seine erste Ausstellung eröffnet und das, obwohl das MiQua noch gar nicht eröffnet ist. Wie das geht und worum es in der Ausstellung geht berichtet Christiane Twiehaus auf dem MiQua-Blog.
  • Bericht über eine Ausstellung mal umgedreht – Anna Glombitza, Praktikantin am Historischen Museum Frankfurt, berichtet auf dem Blog des Historischen Museums einmal nicht über den Aufbau einer Ausstellung, sondern über den Abbau.
  • Die Monacensia im Hildebrandhaus (Münchener Stadtbibliothek) widmet sich mit einer Ausstellung einer beeindruckenden Frau: Erika Mann. Unter dem Titel „Erika Mann: Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin“ wird die Ausstellung vom 11. Oktober bis 30. Juni in München zu sehen sein. Die digitale Vermittlung der Ausstellung hat Tanja Praske übernommen, man wird also auf einige Aktionen im Netz gespannt sein dürfen.
  • Die Sachsen sind los! In Hannover waren sie schon und nun sind sie in Braunschweig noch bis zum 2. Februar 22 zu sehen. Und die Sachsen sind auch digital vertreten, denn es gibt eine ausstellungsbegleitende Webseite, die die Geschichte des 1. Jahrtausends in Niedersachsen und Westfalen auch auf dem heimischen Sofa erlebbar macht.
  • „Kaiser und Sultan – Nachbarn in Europas Mitte 1600–1700“ heißt die große Landesausstellung, die vom 19. Oktober bis zum 19. April im Badischen Landesmuseum zu sehen sein wird.
  • Sie haben in letzter Zeit nicht unbedingt positiv von sich Reden gemacht, die Hohenzollern. Auch ihre Geschichte ist nicht gerade eine blütenweiße. Nichtsdestoweniger haben sie in Deutschland und auch im Ausland viele Spuren hinterlassen, vor allem steinerne. Am 12. Oktober ist Hohenzollerntag und an diesem Tag geht es um die „Hohenzollern-Orte“, um Burgen und Schlösser, die einst diesem Adelsgeschlecht gehörten, die sie bewohnten und an denen sie ihre Spuren hinterließen.
  • Im LWL-Museum für Archäologie in Herne läuft die Pest-Ausstellung und wie es manchmal so ist mit Zufällen, gibt es pünktlich zur Ausstellung neue Erkenntnisse über die Pest: „Alte Genome geben Einblick in die genetische Geschichte der zweiten Pestpandemie. Die Analyse von 34 Pestgenomen aus der Zeit des Schwarzen Todes und nachfolgender Epidemien zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert in Europa zeigt, wie sich das Bakterium nach einem einzigen Eintrag nach Europa diversifizierte.“ Eben diese zweite Pandemie bildet auch den Hauptteil der Ausstellung, wie ich beim #PestQuest sehen konnte. via Archäologie-Online.

Bibliotheken/Archive

  • Ein Rundgang durch die größte Bibliothek Nordeuropas: Kopenhagen
  • „Die EU-Urheberrechtsrichtlinie könnte den Kulturerbe-Einrichtungen das Zugänglichmachen vergriffener Werke erleichtern. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Verwertungsgesellschaften zu.“ iRights sprach mit dem Vorstand der VG Wort Robert Staats über seine Erwartungen an den Gesetzgeber und mögliche neue Lizenzierungsmodelle für rechtlich schwer zugängliche Werke.

Geschichte

  • Manchmal gehen auch Könige wandern oder sie sind zu Pferd unterwegs in den schönen Ecken ihres Landes. Wie das bei den Wittelsbachern so aussah, wenn sie sich der Natur widmeten, das schildert Philipp Weber in einem weiteren Teil der „Königlichen Wanderungen“ auf dem Schlösserblog Bayern.
  • Magdalena März beschäftigt sich auf dem Hofkultur-Blog mit dem Ausbauprojekt der Burganlage von Burghausen durch Herzog Georg, das um das Jahr 1480 in Angriff genommen wurde.
  • Die Postkarte feiert Geburtstag! Sie wird 150 Jahre alt und das Schweizer Fernsehen widmet ihr einen mehr als 26 Minuten langen Beitrag. Einfach mal reinschauen. via blog.digithek.ch.
  • Wenn Frauen studieren … dann ist das heute ganz normal. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aber war es verboten, zumindest im Deutschen Reich. Bei L.I.S.A. gibt es nun einen interessanten Vortrag von Ute Planert zum Thema „Ambivalente Emanzipation – Frauenstudium in der Weimarer Republik“.
  • Ein bisschen Nostalgie muss ja manchmal sein und die gibt es diesmal auf dem Blog des Uhrenmuseums Furtwangen. Hier klärt man, was Uhren bitteschön mit Telefonieren zu tun haben (respektive hatten).
  • „War Kaiser Wilhelm II. psychisch gestört? Medizinhistoriker setzen sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung mit psychiatrischen Ferndiagnosen und politischem Urteil auseinander.“ via idw.

Archäologie

  • Wenn es klappt, dann wird es mehr als eine Sensation sein und vielleicht muss dann sogar das ein oder andere Kapitel der Geschichte umgeschrieben werden: Fachleute machen sich daran verkohlte Schriftrollen aus Pompeji zu entziffern. via Der Standard.

Lesenswert

  • „In Berlin gab am 01.10.2019 die Kulturstiftung der Länder bekannt, dass für die „Kulturhauptstadt Europas 2025“ die deutschen Städte Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau ins Rennen gehen. Damit kommen fünf von acht Städten aus einem ostdeutschen Bundesland.“ via zkbw.
  • Künstliche Intelligenz kann genauso rassistisch sein wie Menschen – eine Erkenntnis, die nicht zwingend neu ist, aber doch noch nicht in allen Köpfen angekommen. Angelika Schoder berichtet auf musermeku über eine Ausstellung in Mailand, die sich mit eben diesem Thema beschäftigt.
  • „Anfang 2019 wurde der transnationale, serielle Welterbeantrag „Great Spas of Europe“ unter Federführung der Tschechischen Republik bei der UNESCO in Paris eingereicht. Bei dem Antrag handelt es sich um eine gemeinsame Nominierung elf bedeutender Kurstädte des 19. Jahrhunderts aus sieben europäischen Staaten für die Welterbeliste der UNESCO. Neben Baden-Baden gehören in Deutschland Bad Ems und Bad Kissingen sowie europaweit Baden bei Wien in Österreich, Bath in Großbritannien, Franzensbad, Karlsbad und Marienbad in Tschechisen [sic!], Montecatini Terme in Italien, Spa in Belgien sowie Vichy in Frankreich zur Serie.“ via zkbw.
  • Weitere Informationen zum Welterbeantrag „Great Spas of Europe“ gibt es unter denkmalpflege-bw.
  • Kennen Sie sich mit aschkenasischer Küche aus? Wussten Sie schon, dass der Hering in der jüdischen Küche eine ganz besondere Rolle spielt? Nein? – Gut, dann sind wir schon zwei. Das Blog des Jüdischen Museums München hat sich wieder einmal der aschkenasischen Küche zugewandt. Diesmal geht es um einen Apfelsalat und den schon erwähnten Hering.
  • Kulturtussi Anke von Heyl widmet sich wieder einmal dem Literaturland Norwegen. Passend zur Frankfurter Buchmesse rollt sie noch einmal ihre Erlebnisse der letzten Norwegenreise und ihre Gespräche mit Autoren, die sie dort führte, auf und gibt uns gleich noch ein paar Veranstaltungs- und Ausstellungstipps mit auf den Weg.

In eigener Sache

Die nächste Kulturwoche ist in Vorbereitung und es wird “grenzenlos” werden. Dabei ist “grenzenlos” durchaus vieldeutig gemeint. Es wird nicht nur um fassbare Grenzen, wie etwa Ländergrenzen gehen, sondern auch um Grenzen im Kopf, wie die Grenzen zwischen Kultur- und Naturwissenschaften, die Grenzen zwischen einzelnen Epochen und Kunststilen und die Grenzen zwischen gestern und morgen.
Es wird bunt in dieser 3. #Kulturwoche!


Beitragsbild:
Sprudelhof Bad Nauheim – Foto: A. Kircher-Kannemann

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