Kultur-News KW 16-2020

Digitalisierung

  • „Dank einer Kooperation zwischen Google und der belgischen Stadt Antwerpen sind bald 100.000 alte Bücher neu digital verfügbar.“ berichtet heise online. Die Bücher stammen aus der Zeit zwischen 1600 und 1900. Die Digitalisierung soll nächstes Jahr beginnen und ist für drei Jahre angesetzt.
  • Die aktuelle Corona-Krise stellt viele Lehrende auch an Universitäten vor Probleme. Doris Gutsmiedl-Schümann teilt schon seit einer Weile auf ihrem Blog „archaeologiskop“ ihre Erfahrungen. In dieser Woche heißt es dort: „Präsenzfreies Sommersemester 2020 (4): Leitfragen und Grundsätze bei der Konzeption meiner digitalen Veranstaltungen“.
  • „Der Verein e-editiones (in Gründung) ist ein internationaler Zusammenschluss zwischen kleineren und grösseren Editionsunternehmungen, Gedächtnisinstitutionen und Einzelforschenden. Ziel ist die Förderung offener Standards und darauf basierender freier Software für digitale Editionen.“ Mehr Informationen zu diesem neuen Verein und seinen Arbeitsfeldern findet sich auf dem DHD-Blog Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.

Museen

Empfehlungen des Deutschen Museumsbundes für eine schrittweise Wiederöffnung der Museen:

  • „schrittweise Öffnung der Ausstellungen
  • Begrenzung der Besucherzahlen
  • kluge Besucherführung (keine Schlangenbildung, Verteilung etc.)
  • spezielle Zeitfenster für Risikogruppen
  • erweiterte Öffnungszeiten
  • Infoplakate zu Hygienemaßnahmen vor dem Eingang und an den Kassen
  • Infoplakate zu Abstandsregelungen in den Ausstellungsräumen
  • Bereitstellen von Händedesinfektionsmitteln für die Besucher
  • Bereitstellen von Schutzmasken (auf Anfrage)
  • Reinigungsintervalle erhöhen
  • Schutz des Personals (Schutzvorrichtungen an den Kassen, Handschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel)
  • Hygienemaßnahmen bei Audio-Guides, Hands-On, Touch-Screens etc.
  • Scannen von Online-Tickets durch die BesucherInnen“
MetMuseum
Eingangshalle des Metropolitan Museum of Art auf der 14. Straße, Frank Waller ca. 1881, gemeinfrei, Metropolitan Museum
  • Virtual Reality im Museum bietet viele Chancen und Möglichkeiten, aber sie muss auch kontextualisiert werden, sagt Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz bei museum4punkt0.
  • Und es gibt bei museum4punkt0 gleich noch einen Beitrag über VR, genauer gesagt zur 3D-Visualisierung: ein Beitrag von Alexander Schmidt, Koordinator des VRLab im Detschen Museum.
  • Mit Virtual- und Augmented Reality und der Frage wie sie Museen und Inhalte verändert, beschäftigt sich auch Wolfgang Kerler bei 1e9.community.
  • Ein Depot, ganz viele Stühle und die Frage wo sie eigentlich hingehören. Sebastian Karnatz berichtet auf dem Schlösserblog Bayern über historisches Inventar und den reichen Fundus an Sitzmöbeln.
  • „Tausend Jahre sind vergangen und das Gedächtnis dessen, was einst war, lebt immer noch.“ – „Ein virtueller Spaziergang mit Mordechai Bernstein“ auch zur Mikwe nach Friedberg – gebloggt aus dem Homeoffice vom Jüdischen Museum München.
  • „‘Ups, Sie sind ja da?‘ – Was Museumspädagog*innen ohne Besucher*innen tun“ – das erfährt man aktuell auf dem Blog „lebenx0“ des Museums für Kommunikation in Frankfurt.
  • Michael Kröger beschäftigt sich auf dem Marta-Blog mit einer Zukunft nach Corona: „Wir alle reden vom Publikum […] „Besucher*innen“ werden online durch Ausstellungen geführt – die ausgestellten Kunstwerke sind nur imaginär und häufig auch nur als Trigger für Anderes, Neues und Überraschendes zu erleben. Was wird zukünftig fehlen? Wo ist und was wird unter diesen Bedingungen das zukünftige Publikum? Was und vor allem wie wird es zukünftig Ausgestelltes als Kunst betrachten, wenn der primäre Zugang digital vermittelt sein wird?“ Spannende Fragen und interessante Überlegungen.
  • Weil die Eröffnung der Freiluftsaison des Stadtmuseums Duisburg Corona-bedingt nicht stattfinden konnte, gibt es nun das eigentliche Highlight, nämlich den Bronzeguss halt virtuell auf dem Blog und mit Videos garniert.
  • Wie in eigentlich allen Museen geht auch im Archäologischen Park Xanten die Arbeit fleißig weiter, auch hinter verschlossenen Türen. Vorbereitet wird hier gerade die Archäologische Landesausstellung, die im kommenden Jahr an insgesamt fünf Standorten stattfinden wird. Auch ein Schiff wird weiter fleißig gebaut und auch die Museumspädagogen sind eifrig am Werk. via RP-Online.

Ausstellungen

  • Eine Projektidee – ein Museum als Lernort, das Schule macht und eine Ausstellung, die wider Erwarten digital wird. Das Blog Museumsperlen über die MEWO Kunsthalle und das lab.Bode-Programm.
  • Auf eine bunte und Zahlenlastige Ausstellung blickt Angelika Schoder bei musermeku zurück: „Emmanuelle Moureaux: Slices of Time“, die in London lief und wegen Corona vorzeitig beendet wurde.
  • Idealstädte kennt man, ideale Schlösser auch noch, aber eine Idealkirche? Ein Film zur Ausstellung „Julius Echter – Patron der Künste“ erläutert das Bild der idealen Kirche, das dieser Kirchenfürst verfolgte. via L.I.S.A.

Geschichte

  • Ein empirischer Blick in die Geschichte der Seuchen und warum Covid-19 anders ist und man von einer „bedrohten Ordnung“ sprechen kann. via L.I.S.A.
  • Was machten die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches eigentlich bei einer Pestwelle außer vor ihr zu fliehen? – Sie stifteten eine Säule. Katrin Keller beschäftigt sich auf dem Kaiserin-Blog mit der Geschichte der Dreifaltigkeitssäule in Wien.

Zettelkasten #8 Laotse
Zettelkasten #8 Laotse

Archäologie

  • Fisch war offensichtlich bei den Neandertalern eine deutlich beliebtere Speise als bisher angenommen wurde. Dies ergaben zumindest neue Funde in Portugal. via Süddeutsche.de.
  • Die archäologische Nachricht der Woche war sicherlich diese: In den Trümmern, die die IS-Terrormiliz in Mossul hinterlassen hat, haben deutsche Forscher einen riesigen Thronsaal gefunden. 55 Meter misst der zu einem riesigen Palast des Königs Asarhaddon gehörende Prunksaal. via Welt.de.

Lesenswert

  • Corona scheint eine Krise der besonderen Art zu sein und das menschliche Verhalten in dieser Krise erstaunt sogar Wissenschaftler, denn: Corona befördert offenbar – anders al andere Krisen – den Egoismus. via L.I.S.A.
  • Weil mit Musik alles besser geht, geht auch die Reihe des Museums-Blogs des LVR-Landesmuseums zum Thema „ein Tag voller Musik“ weiter. Diesmal mit den Themen: „Musik verbindet uns“ und „Musik und ich“.

In eigener Sache

Leider gibt es immer noch keinen neuen Beitrag auf dem Blog, dabei habe ich so viele Ideen. Aber immerhin ist es mir gelungen die Kultur-News #closedbutopen wieder einmal zu aktualisieren.
An dieser Stelle: Danke an alle, die mich noch immer mit Informationen versorgen und danke an alle Museen und Kultureinrichtungen, die so viele interessante Angebote in kurzer Zeit erschaffen haben. Ich bin gespannt, was davon auch in Nach-Lockdown-Zeiten bestehen bleiben bzw. fortgeführt werden wird.

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