Kultur-News KW 11-2021

Digitalisierung

  • Marlene Hofmann hat vor einiger Zeit eine Umfrage gestartet bei der es um die Frage ging, wo Menschen sich eigentlich über Kultur informieren. Sicher ist die Umfrage nicht repräsentativ, weil sie mehr oder minder in der „Kultur-Blase“ stattfand, aber dennoch liefert sie interessante Einblicke und Stoff zum Nachdenken.
  • Digital? Ja, aber richtig und nicht nur irgendwie. Museum4punkt0 fasst die letzte Veranstaltung in Sachen Digitalisierung im Kulturbereich mit über 190 Teilnehmenden zusammen und gibt Tipps und Handreichungen zum Thema.
  • Die Never-ending Story in Sachen Urheberrecht. I-Rights fasst die Entwicklungen der letzten Woche zusammen: „Der Bundestag soll über den Regierungsentwurf der Urheberrechtsreform abstimmen. Und das Bundeskartellamt äußert keine Einwände gegen „Clearingstelle Urheberrecht“.“
  • „Große Unternehmen wie Amazon, Google oder Apple sollen auf hochwertige Wikimedia-Daten zugreifen können, wenn sie dafür bezahlen. Damit könnte die Beziehung zwischen Wikipedia und großen Tech-Unternehmen neu definiert werden.“ via Onlinemarketing.de.
  • „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa sind aufgerufen, die Grundlagen und Folgen von Digitalisierung in Kultur und Gesellschaft gemeinsam zu erforschen. Die deutsche Beteiligung an der Fördermaßnahme betreut der DLR Projektträger im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).“ via idw.

Museen

  • Wie ein Audioguide zum Mediaguide wird und ein Praktikant einen digitalen Tourguide entwickelt. Der Praktikant Philipp Dümesnil über seine Arbeit im LVR-Landesmuseum Bonn.
  • Das Jüdische Museum Westfalen – ein Ort des Erinnerns und vor allem auch des Lernens. In einem neuen Beitrag stellt das Museum seine Bibliothek vor und die Idee, die dahinter steckt.
  • „Am 19. März 1975 legte der Rat des Bezirkes Suhl mit dem Beschluss Nr. 590/90/75 „Konzeption zur Errichtung eines Agrarhistorischen Museums in Kloster Veßra, Kreis Hildburghausen“ den Grundstein zum Aufbau des Museums.“ Das Hennebergische Museum Kloster Veßra und seine Geschichte.
  • „Wie plant man, wenn man nichts planen kann? Was ist ein Jahresprogramm, wenn ein Viertel des Jahres nichts passieren darf? Das Jahr 2021 wird mit diversen Öffnungs- und Schließungsszenarien, hygiene-technischen Einschränkungen und räumlicher Distanz, garniert mit einer Portion Kaffeesatzlesen und einem Pfund Hoffnung ein Ausstellungsjahr, das uns als Museum einmal mehr herausfordert, immer wieder neu und anders zu denken. Wie geht es weiter im Marta, wenn es weitergeht?“ Ein interessanter Einblick in die Seele des Marta-Museums.
  • „Vom 18. bis 21. Februar fand die Online-Auftaktveranstaltung des Netzwerks Junge Museumsforschung statt. Mit einer Vielzahl an Aktivitäten will das Organisationsteam nun dafür sorgen, dass sich weitere Doktorandinnen und Doktoranden, die an einem museologischen Thema forschen, dem Netzwerk anschließen.“ via idw.

Ausstellungen

  • Das Jüdische Museum München vermeldet: „Seit heute ist unsere neue Ausstellung „Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte“ für Besucher_innen zugänglich. Die gestrige Ausstellungseröffnung im digitalen Raum gab bereits erste Einblicke.“ Die Ausstellung wird – so alles gut geht – bis 13. Februar 2022 zu sehen sein.
  • „Häfen dienen seit Jahrhunderten als Umschlagsplatz für Rauschmittel aller Art. In einem gemeinsamen Projekt untersuchten Schüler*innen, Historiker*innen der Universität Oldenburg und das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, welche Wege Kaffee, Tabak und Co. zurücklegten und wie sich deren Konsum veränderte. Die Ausstellung „Kakao, Kaffee, Tabak – Rauschmittel früher” feiert am Samstag, 3. April, ab 11.30 Uhr auf YouTube (www.youtube.com/leibnizdsm) und Facebook (www.facebook.com/LeibnizDSM) eine digitale Eröffnung. Anschließend sind die Ergebnisse noch bis zum 3. Oktober 2021 in der Kogge-Halle des DSM in Bremerhaven zu sehen.“ via idw.
  • „Die Online-Ausstellung „Die Wetterseiten der Geschichte“ des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) macht erstmals Klimageschichte anhand von Objekten aus 12 000 Jahren Menschheitsgeschichte sichtbar. Gezeigt werden vielfältige Zeugnisse aus unterschiedlichsten Ländern von Höhlenmalerei über teils kuriose technische Erfindungen wie die Draisine bis hin zu Wetterberichten auf Zigarettenschachteln aus Hongkong. Die Schau, die in Deutsch und Englisch verfügbar ist, entstand in Zusammenarbeit mit der CRIAS-Arbeitsgruppe des internationalen Forschungsverbundes Past Global Changes (PAGES).“ via idw.

Bibliotheken / Archive

  • Der Blog arthistioricum beschäftigt sich am Beispiel der über 10.000 Auktionskataloge, die von der Universitätsbibliothek Heidelberg digitalisiert wurden, mit der Bedeutung dieser Quellengattung insbesondere im Hinblick auf die Druckgraphik.
  • Was ist europäisch? Was ist Europa für die Menschen? – Mit dieser Frage beschäftigte sich schon vor einiger Zeit eine Blogparade. Mit diesem Thema beschäftigt sich aber auch das „Europäische Archiv der Stimmen“. Hier geht es darum die Visionen der Zeitzeugen zu archivieren und wissenschaftlich aufzuarbeiten. Leiter des Archivs ist der Historiker Simon Strauß. L.I.S.A. stand er für ein Interview zur Verfügung.

Geschichte

  • Der Schlösserblog Bayern erzählt wieder eine neue Geschichte über eine starke Frau am Wittelsbacher Hof. In dieser Woche geht es um Maria Leopoldine von Österreich-Este die „Retterin des Wittelsbacher Throns“.
  • Es könnte der Plot für eine Kriminalgeschichte sein: ein kleiner Trupp, der zu einer verschlossenen Bleibe pirscht, schummriges Licht, eine Tote, durchsuchte Kommoden … Aber es ist alles ganz anders. Der Blog zur Ausstellung „Eliza 2020“ erzählt die Geschichte zweier „Kabinettscheiben“.
  • Susanne Wosnitzka berichtet über „größten Schweizerinnen der 1850er Jahre“ und ja, gemeint ist in diesem Fall tatsächlich die Körpergröße. Doch da gibt es auch so kleinere oder größere Probleme, aber lesen Sie selbst.
  • „Idan Dershowitz, Professor für Hebräische Bibel und Exegese an der School of Jewish Theology der Universität Potsdam, hat Archivmaterial entdeckt und untersucht, das nahelegt, dass die sogenannten Shapira-Fragmente nicht wie lange angenommen von ihrem Finder gefälscht worden waren. Bei den Ende des 19. Jahrhunderts aufgetauchten Fragmenten könnte es sich, wie Dershowitz‘ Analyse des rekonstruierten Textes zeigen, um einen Vorläufer des Buches Deuteronomium aus der Zeit des ersten Jerusalemer Tempels – und damit um ein proto-biblisches Buch – handeln.“ via idw.

Archäologie

  • Es geht weiter mit den archäologischen Erklärvideos von Rollpodest. In dieser Woche geht es um exotische Nillandschaften und zahlreichen Getier.
  • Wie bauten die alten Römer eigentlich ihre Fußbodenheizungen? – Genau dieser Frage gehen Archäolog*innen aktuell im Römerkastell Saalburg in Hessen nach. via Hessenschau.
  • „Archäologe Achim Lichtenberger legt die erste große wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem berühmten Berg seit hundert Jahren vor – Wie das Bergmassiv zur Projektionsfläche für religiöse, politische und popkulturelle Imaginationen wurde – Adaption im Christentum – Zweite Folge des Forschungspodcasts „Religion und Politik“ des Exzellenzclusters“ via idw.
  • „Keramiken sind die Leitfossilien der Archäologen. Die Tonprodukte ­verraten das Alter einer Grabungsschicht – wenn sie selbst korrekt datiert wurden. Denn es regt sich Kritik an der Keramikchronologie der ­frühen Eisenzeit Griechenlands. Es geht um nicht weniger als 150 Jahre.“ via Spektrum.
  • „La Almoloya: Eine Herrscherin im Europa der Bronzezeit? Prunkvolle Grabbeigaben lassen vermuten, dass vor fast 4.000 Jahren eine mächtige Frau im Südosten Spaniens ein Reich regierte.“ via National Geographic.
  • „Der Würzburger Altphilologe Dr. Kilian Fleischer entziffert 2.000 Jahre alte griechische Texte. Das Problem: Die Schriftrollen sind beim Vesuvausbruch vollständig in Kohle verwandelt worden. Modernste Technik hilft ihm beim Lesen.“ via idw.

Lesenswert

  • Historische Gärten haben durchaus so ihre Tücken, denn vor zwei- oder dreihundert Jahren hat man so manches Mal Techniken angewendet, die heute vergessen sind oder manchmal auch ein wenig obskur erscheinen. Der Blog der Klassik Stiftung Weimar zeigt einen solchen Fall und eine ganz besondere Art Bäume im Weimarer Park an der Ilm nachzupflanzen.
  • „Die Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin liefert seit mehr als 200 Jahren Antworten auf Fragestellungen, die auf die Geschichte unseres Planeten ebenso verweisen wie auf aktuelle naturhistorische Themen. In der Publikation „Wissensdinge. Geschichten aus dem Naturkundemuseum“, […], stellt das Museum eine Vielzahl an Geschichten und Objekten vor, die zeigen, welcher Wissensschatz sich hinter den Mauern des Museums verbirgt.“ Mus.er.me.ku hat sich die Publikation genauer angeschaut.
  • Um Grenzen ging es im Salon Sophie Charlotte, genauer gesagt um „fluide Grenzen“. Das Gespräch zwischen der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, der Kultur- und Medienwissenschaftlerin Gloria Meynen und dem Romanisten Markus Messling zum Thema ist bei L.I.S.A. als Video und Audio nun online.

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