Kultur-News KW 48-2020

Digitalisierung

  • Wow, das ist eine Zahl auf die man stolz sein kann: „7.000 kunstwissenschaftliche Open-Access-Veröffentlichungen auf ART-Dok“. Mehr dazu bei arthistoricum.net.
  • „Das rechtliche Tauziehen bei kurzen Musiksamples, die Gretchenfrage der Schöpfungshöhe, der Paradigmenwechsel durch Uploadfilter“ iRights empfiehlt die Lektüre des Sammelbandes „Tipping Points“.
  • „Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) veröffentlichte jüngst eine Studie zum Artikel 17 der EU-Urheberrechts-Richtlinie. Sie konstatiert, dass mehrere Regelungen grundrechtswidrig seien, etwa weil sie die Meinungsfreiheit gefährden oder eine unzulässige Überwachungspflicht vorsehen.“ Mehr dazu bei iRights.
  • So geht digital“ hat sich mit der durch Corona ausgelösten „Turbo-Digitalisierung“ beschäftigt und zu den Auswirkungen Katarina Peranić, Vorständin bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, befragt.

Museen

  • Einfach mal mit Ausstellungsobjekten sprechen – wäre eine nette Idee, oder? – Das Badische Landesmuseum startet eine stark digital ausgerichtete Neukonzeption. Was alles geplant oder auch schon umgesetzt ist kann man bei museum4punkt0 nachlesen.
  • „In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen bieten Verbände der Kultur- und kulturellen Bildungsarbeit in einer Zukunftsallianz ihre Kooperationsexpertise, Fachkräfte und Räume an. Damit Bildung der Kinder und Jugendlichen in Pandemiezeiten nicht nur auf die begrenzten Räume von Schule und Lehrerpersonal angewiesen ist.“ mehr dazu beim Museumsbund.
  • Die durch den Corona-Lockdown bedingten Schließungen der Museen bedeuten nicht selten Kurzarbeit für die Mitarbeiter*innen der Häuser. Der Museumsbund fordert hier Abhilfe zu schaffen.
  • Außerdem appellierte der Deutsche Museumsbund an die Kulturminister der Länder, sich für die Öffnung der Museen einzusetzen, was aber wohl, wie wir seit Mittwoch wissen, nicht wirklich auf fruchtbaren Boden fiel.
  • Das Historische Museum Frankfurt hatte im März einen Corona-Sammlungsaufruf gestartet und offenbar nicht geahnt welche Folgen dieser Aufruf haben würde. Verständlich, denn wer konnte oder wollte sich da schon vorstellen, dass wir auch Weihnachten im Lockdown (Light) verbringen würden. Nun heißt es sich Gedanken zu machen über all die Einsendungen und wie man mit ihnen umgeht.
  • „Wie können sich die Museen – auch und gerade „seit Corona“ – aufstellen, um womöglich neues Publikum zu erschließen? So lautet eine Kernfrage der fünfteiligen Gesprächsreihe, zu der Roland Mönig, neuer Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums“ und die Revierpassagen berichten darüber.
  • „Wie verändert sich das Museum, wenn Agenden der Vermittlung und des Kuratorischen gleichwertig Raum greifen?“ Das Museum Joanneum berichtet über einen Workshop im Haus der Geschichte Österreich.
  • „„Kleine Fächer: Sichtbar innovativ!“: So heißt ein Wettbewerb, den die HRK Anfang 2020 gestartet hat. Würzburger Promovierende in der Museologie waren dabei erfolgreich. Wegen Corona läuft ihr Projekt jetzt anders als geplant.“ Die Preisträgerinnen wollen mit ihrem Projekt den „wissenschaftlichen Nachwuchs in der museologischen Forschung vernetzen. […] Und eine Plattform schaffen, über die man sich kennen lernen und untereinander austauschen kann.“ via idw.
  • Und wieder macht Corona einen Strich durch die Rechnung und verlegt das Museale in die digitale Welt: das Humboldt-Forum muss wegen des Lockdowns seine geplante Teileröffnung noch geschlossen bleiben und bietet daher ab 16. Dezember erst einmal Livestreams und Online-Führungen an. via Monopol-Magazin.
  • „Berlins Kultursenator Klaus Lederer rechnet laut einem Zeitungsbericht nicht mit der baldigen Rückkehr zum normalen Betrieb von Theatern, Konzerthäusern und Museen“. via Monopol-Magazin.

Ausstellungen

  • Im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage berichtet KulturhochN über die Ausstellung „FrauenPower – jenseits der Enge“ des Otto-Pankok-Museums in Bad Bentheim und über FrauenORTE in Niedersachsen.
  • „Wie können wir nachhaltige und regionale Produktion in der Zukunft gestalten? Diese Frage rückt der Designer Hermann August Weizenegger (HAW) ins Zentrum seiner Überlegungen für die Ausstellung “Atmoism – Gestaltete Atmosphären” im Kunstgewerbemuseum: Ein Einblick in zukunftsfähige Herstellungsprozesse, die besonders in der konsumreichen Weihnachtszeit relevant sind.“ Mehr zur Ausstellung auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.
  • Musermeku stellt die besten aktuellen virtuellen Kunst-Ausstellungen vor.

Bibliotheken / Archive


Geschichte

  • Rückzug aus der Welt, Minimierung der Sozialkontakte, sich mit sich selbst beschäftigen. Nein, die Rede ist nicht von unseren Lockdown-Zeiten wegen Corona. Der Schlösserblog Bayern erzählt die Geschichte von Eremiten und Eremitagen.
  • Ebenfalls im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage stellt Susanne Wosnitzka frühe Frauen in Hosen vor.
  • Seefahrende und Seereisende Frauen in der Frühen Neuzeit stellt der erst im Oktober an den Start gegangene Hypotheses-Blog „Womensail“ vor.
  • Beethovens 250. Geburtstag steht kurz bevor. Ein Grund für den Blog von Europeana sich mit der „Ode der Freude“ zu beschäftigen.
  • Sie waren Wegbereiter des sozialen Wandels: die frühen Reformatoren. Der Europeana-Blog stellt einige von ihnen in dieser Woche vor.

Archäologie

  • „Archäologen der Universität Münster haben bei Feldarbeiten eine frühchristliche Basilika im Südosten der Türkei erschlossen. Acht Wochen lang legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Engelbert Winter Mosaike mit Fisch-Darstellungen, Ornamentbändern und bemalten Marmorreliefs frei. „Die Funde werfen ein neues Licht auf die Entwicklung des Kirchenbaus“, erläutert Engelbert Winter.“ via idw.
  • „Ägyptischer Tempel erstrahlt in seinen ursprünglichen Farben. Deutsch-ägyptisches Forschungsprojekt legt Originalkolorierung von rund 2.000 Jahre alten Reliefszenen und Inschriften frei“. via Der Standard.
  • Kristin Oswald stellt im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage Frauen vor, die sich schon früh in der Archäologie und der Geschichtswissenschaft einen Namen machten.

Lesenswert

  • Was kann eigentlich eine Skulpturen-Restauratorin? Und was hat das mit Pferdepräparaten zu tun? – Der Schlösserblog Bayern erklärt es.
  • Ziehen Sie mal mit einem 16 m2 großen Baumwolltuch aus dem 16. Jahrhundert um. Klingt nach einer Herausforderung und ist auch eine. Wie man sie meistert verrät der Blog der Staatlichen Museen Berlin.
  • „Trier will sich als Zentrum für Kulturerbe-Forschung etablieren. Auf der Basis einer Förderung durch den Forschungsfonds Rheinland-Pfalz schafft die Universität Trier eine Infrastruktur, auf der sich künftig Netzwerke und Forschungsvorhaben zum kulturellen Erbe (Cultural Heritage) entwickeln können. Unter dem Dach der „Cultural Heritage Studies Trier (CHeST)“ arbeiten unterschiedliche Einrichtungen gemeinsam an dem Ziel, das kulturelle Erbe zu sichern, zu erforschen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Forschungsfelder zum historischen Erbe Europas reichen weit über die Grenzen Triers hinaus. Als ein erster Schritt ist eine Homepage freigeschaltet worden.“ via idw.
  • Uhren sind keine reine „Männersache“, auch wenn den meisten Menschen wohl zuerst Männer einfallen, wenn es um das Thema Uhren geht. Der Blog des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen stellt im Rahmen der Blogparade #femaleHeritage Uhrmacherinnen, wie Marie von Ebner-Eschenbach vor.
  • „Die Corona-Pandemie hat weltweit nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftliche Krise ausgelöst. Die Zahlen der Infizierten und Opfer steigen weltweit rasant an. Medien berichten von einer Zeitenwende und weltweiten Veränderungen nach Corona. Der Historiker Robert Kluth nimmt die Pandemie in den Blick und fragt im DHM-Blog nach gesellschaftlichen Errungenschaften, die Seuchen wie Pest und Cholera in der Vergangenheit hervorgebracht haben.“
  • „Der Kulturhaushalt des Bundes wird in Corona-Zeiten deutlich gesteigert: Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte am Donnerstag in Berlin ein Plus von 170 Millionen Euro“. via Monopol-Magazin.
  • Wenn Sie gerne Tennis spielen, dann sollten Sie unbedingt diesen Artikel auf dem Europeana-Blog lesen: er erzählt die Geschichte des Tennisschlägers am Beispiel einer belgischen Firma.

Sophie von Hatzfeldt
Sophie von Hatzfeldt, retuschierte Porträtfotografie, um 1860/61 – gemeinfrei

In eigener Sache

In dieser Woche erschien auch endlich mein zweiter Beitrag zur Blogparade #femaleHeritage.
Nach der „Kurtisane“ Charlotte Sophie von Bentinck folgt nun die „Revolutionärin“ Sophie von Hatzfeldt.

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