Kultur-News KW 03-2022

Kultur digital vermitteln
Kultur digital vermitteln

Digitalisierung

  • Museum-Digital stellt auf seinem Blog die neuen Funktionen der Objektsuche vor, die nach einer kompletten Überarbeitung nun zugänglich sind.
  • Sämtliche Quellen und Werke des Komponisten Franz Liszt in einem digitalen Verzeichnis zu erfassen und online frei verfügbar zu machen, ist Ziel eines Langzeitprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt. Damit soll, wie die Wissenschaftlerin vom Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg betont, „eine zentrale Lücke in der Musikforschung zum 19. Jahrhundert geschlossen werden“. Beteiligt sind die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden sowie das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar. ” via idw.
  • Die Texterkennungssoftware OCR4all kommt bei historischen Drucken mit sehr gutem Erfolg zum Einsatz. Jetzt wird sie auf alte Handschriften trainiert.” via idw.
  • Mehr als 2.000 Malereien und Graffiti zieren die Wände und Decken des historischen Karzers der Universität Heidelberg. Sie stammen von Studenten, die aufgrund eines Vergehens dort inhaftiert waren. Über ein neues Online-Portal lassen sich nun neben den Bildern selbst auch zahlreiche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Objekten abrufen – darunter auch Angaben, von wem sie gestaltet wurden. Hervorgegangen ist das frei zugängliche Recherche-Instrument aus einem Projekt des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Ruperto Carola in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Erarbeitet wurde dabei eine vollständige Foto-Dokumentation des Universitätskarzers.” via idw.
  • In der Schweiz können Kinder jetzt im Schulunterricht die Arbeit von Archäolog:innen mittels AR kennenlernen, wie der SRF berichtet.

Museen

  • Nina Gorgus Kuratorin für Spielzeug, Kindheits- und Jugendkultur und Alltagskultur im Historischen Museum Frankfurt a.M. wirft auf dem Blog des Historischen Museums Frankfurt einen Blick ins Depot und zeigt uns ganz viel Plüsch.
  • Der Blog Identitäten beschäftigt sich mit Kunstvermittlung für Blinde und Sehbehinderte in Kunstmuseen.
  • Das Museum Fünf Kontinente hat rund 50 Objekte identifiziert, die offenbar koloniale Raubkunst sind berichtet das Monopol Magazin.
  • Entdeckerforum im APX feiert Richtfest – „Ein lang geplantes Vorhaben hat nun sichtbare Formen angenommen“
    Am vergangenen Dienstag [18.01.2022] fand das Richtfest des Entdeckerforums im LVR-Archäologischen Park Xanten statt. Im kleinen Kreise und unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Schutz-Bestimmungen besiegelte der Richtspruch einen weiteren Schritt zur Vollendung des wichtigen Projekts. Detlef Althoff, LVR-Dezernent Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Umwelt, Energie, Bauen für Menschen mbH begrüßte die Anwesenden und dankte als Bauherr den vielen Gewerken für ihre geleistete Arbeit. „Ein gut geplantes Vorhaben hat nun sichtbare Formen angenommen“, beschrieb er den reibungslosen Baufortschritt. Althoff dankte auch ausdrücklich dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und seiner Ministerin Ina Scharrenbach für die Unterstützung der Maßnahme mit Fördermitteln der Städtebauförderung.
    Als Vorsitzende des Bau- und Vergabeausschusses in der 15. Landschaftsversammlung Rheinland betonte Willi Bündgens neben der Freude über das Richtfest auch den langen Weg, den das Gesamtprojekt seit der ersten Idee bereits hinter sich hat. „Der historische Boden, auf dem wir hier stehen, hat sich nun erneut verändert“, beendete er seinen Rückblick und wandte sich der auch Zukunft des Projektes zu. So betonte er, „dass dieses Gebäude eine gelungene Ergänzung des Ensembles wird, darüber lassen die Planungen keinen Zweifel erkennen“. Anschließend wurde der Richtspruch durch Kai Wondrak von Wondrak-Bedachungen verlesen und traditionell mit dem Glaswurf an die Fassade besiegelt.
    Noch ist aber keine Zeit sich nur über das Erreichte zu freuen, mit dem Innenausbau startet nun die nächste große Phase des Projektes. In Zukunft wird das Entdeckerforum Platz für ein vielfältiges museumspädagogisches Angebot bieten.
    Über den LVR-Archäologischen Park Xanten (APX) betreten Besuchende die Eingangshalle mit Empfang und Infopunkt. Mit Blick auf das LVR-RömerMuseum und in direkter Nachbarschaft zur Schiffswerft und zum Limespavillon fügt sich der Neubau gut in den Park ein und ist fußläufig vom neuen Eingang „LVR-RömerMuseum“ aus zu erreichen.
    Im Erdgeschoss liegen vier Räume für Gruppenarbeit, die mittels mobiler Trennwände zusammengefügt und so bei Bedarf vergrößert werden können. Das bietet Platz für kleine und große Gruppen, sodass diese ungestört eine Fülle von Aktionen erleben können. Das vollständig barrierefrei konzipierte Gebäude verfügt über eine moderne Ausstattung, die optimal auf die hier stattfinden Workshops für Einzel- und Gruppenbesucher abgestimmt ist. Neben Garderoben und sind auch Sanitärbereiche vorgesehen.
    Einen zusätzlichen Zugang gibt es im Bereich der bereits fertiggestellten Fundmagazine am 2016 bezogenen Verwaltungsbau des APX. Dadurch dient das Entdeckerforum als Bindeglied zwischen der archäologischen Arbeit auf der einen und der Wissensvermittlung an eine breite Öffentlichkeit auf der anderen Seite.
    Darüber hinaus bietet das Entdeckerforum aber auch Raum für eine besondere Ausstellung im Obergeschoss. Interaktiv gestaltet, erfahren große und kleine Entdeckerinnen und Entdecker dort den Weg, den ein Objekt als archäologischer Fund in einer Ausgrabung bis hin zum geschichtenerzählenden Museumsobjekt macht. Dabei stehen vor allem die vielen Arbeitsmethoden und Techniken im Fokus, die Hand in Hand zusammenarbeiten, damit möglichst viele Fakten aus einzelnen Funden gewonnen werden können.
    Der über 400 qm große Ausstellungsraum kann zudem auch als Veranstaltungs- und Sonderausstellungsort genutzt werden. Die mobilen Elemente lassen sich durch eine Bestuhlung ersetzen und bieten Platz für größere Veranstaltungen wie Fachtagungen.
    Der neue Baukörper fügt sich zwischen Verwaltung und LVR-RömerMuseum ein und ist nach den aktuellen Standards der Barrierefreiheit und des ökologischen Bauens umgesetzt.
    ” Pressemitteilung des Archäologischen Parks Xanten
  • Der Tagesspiegel beschäftigt sich mit der Bilanz des Deutsch-Russischen Museumsdialogs zum Thema Raubkunst.
Museum
Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque Foto: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Ausstellungen

  • Virtual Reality für “Magische Perspektiven”. Die Alte Nationalgalerie lässt Besucher:innen die Welt des Malers Johann Erdmann Hummel neu entdecken. Mehr dazu auf dem Blog der Staatlichen Museen Berlin.
  • Der Blog Museumsperlen blickt auf interessante Ausstellungen in bayerischen Museen im Jahr 2022.
  • “Die Fondation Beyeler widmet Francisco de Goya eine Ausstellung, in der Bilder der höfischen Welt auf Darstellungen des Phantastischen treffen.” Mehr Informationen über die Ausstellung gibt es bei mus.er.me.ku.
  • Am 27. Januar eröffnet im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum die Ausstellung “Kinder im KZ Theresienstadt”. “Die Ausstellung erinnert auf 15 Tafeln an das Schicksal der etwa 11.000 nach Theresienstadt deportierten Kinder. Sie kamen aus den jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren, aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen und Dänemark – die meisten wurden in Auschwitz ermordet.”

Archive / Bibliotheken

  • Einst war sie die begehrteste Blume der Welt – die Tulpe. Der Blog der Klassik-Stiftung zeigt die erste bekannte Abbildung einer Tulpe, die sich im Codex Kentmanus in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar findet.
  • “Die digitalen Medien sind nicht der Tod der Bibliothek” – ein Interview mit Maxi Schreiber bei L.I.S.A.
  • “Provenienzforschung in a Nutshell: A never ending story” – Hannah Schneider auf dem Retour-Blog über ein Forschungsprojekt in der Bibliothek im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).
Antike Bibliothek
Antike Bibliothek – Bild: gemeinfrei via Wikimedia Commons
König Ludwig II. von Bayern Gemälde von Ferdinand Piloty, 1865
König Ludwig II. von Bayern Gemälde von Ferdinand Piloty, 1865 Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Geschichte

  • „Ein Vorkommniß weittragendster Bedeutsamkeit ist mit meteorartiger Plötzlichkeit eingetroffen“ – welches “Vorkommniß” sich hinter diesem Zitat verbirgt, das erzählt der Schlösserblog Bayern.
  • Die dritte Folge der Geschichte über den Spion des Vormärz – Joel Jacoby – ist bei L.I.S.A. online.
  • Der Blog des Zeppelin-Museum widmet sich “KünstlerInnen am Bodensee” und stellt Maria (Mia) Hesse, geb. Bernoulli vor, die als Fotokünstlerin in der Schweiz arbeitete.

Archäologie

  • Blattgemüse gehört in Westafrika als Beilage zu vielen Gerichten wie dem gestampften Yams im Süden der Region. In Zusammenarbeit mit Chemikern der Universität Bristol ist Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität nun der Nachweis gelungen, dass die Ursprünge solcher Gerichte 3500 Jahre zurückreichen.” via idw.
  • Ein Forscherteam hat eine mögliche Erklärung für den Bau der jungsteinzeitlichen Feuchtbodensiedlung Pestenacker gefunden. Die Siedlung ist Teil des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Erhöhte Niederschlagswerte und verringerte Temperaturen führten vor etwa 5.500 Jahren paradoxerweise zur einer lokalen Trockenlegung des ehemals vermoorten Tales und ermöglichten somit der jungsteinzeitlichen Altheimer Kultur, diesen Raum bei Pestenacker zu besiedeln.” via idw.
  • “Wie kommt keltisches Gold nach Brandenburg?” – über einen überraschenden Fund berichtet National Geographic.
  • Mittelalterliche Weinkultur in Baden Württemberg, ein Beitrag bei wissenschaft.de.
Keltische Geschichte im Wetterau Museum Friedberg
Keltische Geschichte im Wetterau Museum Friedberg
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Lesenswerte Kultur-News KW 03-2022

  • Tina Öcal bei L.I.S.A. über die Vorteile eines zentralen Fälschungsarchivs.
  • Welche Bedeutung haben Förderkreise für Museen, speziell für Kunstmuseen und vor allem: Verfälschen sie das Bild? das Handelsblatt hat sich mit dieser Frage beschäftigt.
  • “Privatsammlungen im Museum: Prekäre Interessen” – ein Bericht im Handelsblatt.

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